Vaylins Mutterkomplex
Dass Arcann einen Komplex hinsichtlich seines Vaters hat dürfte in Season 1 hoffentlich jedem Spieler aufgefallen sein. Für ihn ist der Outlander identisch mit seinem Vater und er lässt sich auch von Vaylin nicht in dieser Überzeugung umstimmen. Der Outlander ist für Arcann eine Verkörperung seines Vaters und daher muss er weg, denn wieder einmal versucht ihm Valkorion alles zu vermiesen.

Vaylin ist anders. Schon nach dem Auftritt Senyas erwähnt sie gegenüber Arcann, dass Mutter beim Outlander war. Dass sich Mutter gegen sie und Arcann verschworen hätte. Auf Asylum duelliert sie sich mit ihrer Mutter und unterliegt im Lichtschwertkampf. Später schwört sie sogar, dass sie Senya töten wird. In Kapitel XIII vertieft sich dieser Hass, als Senya sich als Vaylin verkleidet, um die Schatzkammer zu plündern. Vaylins "Mutter"-Schrei sollte man in seiner Bedeutung nicht unterschätzen. Wäre es Arcann gewesen, der "Vater" schreit hätte man sofort erkannt welche Wirkung dieser Moment gehabt hätte. Später ergötzt sich Vaylin an ihren eigenen Beschreibungen welche Grausamkeiten sie Senya antun möchte. Und Arcann schwelgt in Nostalgie.

Woher Vaylins Rachephantasien an Senya stammen lässt sich anhand von Kapitel VII analyisieren. Es war Senya die Valkorion hinsichtlich Vaylin warnte und die damit dessen Knebelung Vaylins anstieß. Bis zum Tod Valkorions war Vaylins Persönlichkeit und Macht unterdrückt. Erst mit seinem Tod wurde sie befreit. Arcann versuchte das zu nutzen, um Vaylin auf seine Seite zu ziehen, doch niemand hat Vaylin je gefragt was sie will. Vermutlich wüsste sie es auch gar nicht, da Freiheit für sie wirklich ungewohnt ist. Doch ihre Selbstfindung ist ein langer und für ihre Umwelt gefährlicher Prozess. Vaylin selbst antwortet auf Arcanns nostalgische Erinnerungen an ihre Mutter lediglich, dass sie Senya für Valkorions "Kontrolle" verantwortlich macht und dass Mutter sie immer gehasst hat. Immerhin verließ Senya ihre Kinder ja auch, was bei beiden ein schweres Trauma hinterlassen haben dürfte. Nur ist Arcanns Hass auf Valkorion konzentriert, während Vaylin ihre Mutter hasst.




Es muss einfach Vaylin vs. Senya sein. Ohne Arcann und in Valkorions Abwesenheit muss sich Season 2 fast um den Kampf Tochter gegen Mutter drehen. Eine interessante Verdrehung der üblichen Familiendynamik in Star Wars, wo früher meist die Söhne gegen die Väter kämpfen und deren Bekehrung erwirken wollten. Der in Season 1 betriebene Aufbau hinsichtlich des Spannungsverhältnisses Vaylin-Senya wird sich in Season 2 sicher noch gewaltsam entladen. Als jemand der kürzlich erst die 15 Kapitel durchgespielt hat und die Dialoge noch ganz frisch in Erinnerung hat sticht mir all das wirklich ins Auge.

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sanne1968, Samstag, 23. Juli 2016, 11:58
Bei Vaylin gings und geht es immer nur um ihre Mutter. Als wir in Kapitel 13 Zakuul beklauen geht sie davon aus das allein ihre Mutter Schuld trägt und ja, der Mutter Schrei wird mir wohl Ewig im Gedächnis bleiben, aber soweit ich es noch in Erinnerung hab hat Senya nie etwas von dem Schiff erwähnt, sie warnt uns eigentlich nur das es kein Spaziergang wird.
Sie hätte die Möglichkeit gehabt mit ihrer Mutter mit zu gehen aber sie entschied sich für ihren Vater, warum sie das tat, kann ich beim besten Willen nicht nach vollziehen. Der Reiz der Macht? Vermutlich, mit Senya wäre sie ja quasi verbannt gewesen.
Sie gibt ihrer Mutter die Schuld an Allem was ihr passiert ist, die "Kastraktion" ihrer Fähigkeiten durch ihren Vater und vermutlich auch am Tod von Thexan, denn warum sollte sie ihr sonst so Eiskalt die Wahrheit über seinen Tod an den Kopf knallen? Wäre Senya geblieben würde Thexan noch leben? Möglich, denn ich schätze Senya so ein das sie in der Lage gewesen wäre ihre Söhne und ganz speziell Arcaan zu mässigen. Da sie aber ihren Vater total ausgeliefert waren hatten weder Arcaan noch Vaylin eine Chance wirklich zu erfahren was Liebe ist als sie aufwuchsen. Sie mussten sich immer wieder Beweisen und Nichts schien gut genug zu sein um Valkorions Zuneigung zu bekommen. Bedinungslose Liebe ist das was uns zu Mitfeühlenden Wesen macht und die fiel weg als Senya ging. Einzig Thexan scheint sowas wie Mitgefühl entwickelt zu haben.

pfannenstiel, Samstag, 23. Juli 2016, 12:28
Vielleicht hatte Vaylin auch gar keine andere Wahl. Sie war womöglich so wehrlos und "kontrolliert", dass sie gar keinen freien Willen mehr hatte. Das würde den empfundenen Verrat durch Senya ja noch etwas schmerzhafter machen. Senya hätte dann in ihrer Trauer missverstanden wie stark Vaylin durch Valkorion unterdrückt wurde.

pfannenstiel, Samstag, 23. Juli 2016, 12:31
Womöglich war Vaylin unter Valkorions Einfluss in einer Art autistischen Zustand gefangen. Sie konnte sich bewegen, sie konnte denken, doch irgendwie war sie nicht da.

sanne1968, Samstag, 23. Juli 2016, 12:32
Ich glaube das Senya das wusste und trotzdem diese Entscheidung traf, was ich btw ihr hoch anrechne. Es war bestimmt nicht leicht ihre Kinder zurück zulassen aber bevor sie selber vor die Hunde geht zog sie halt die Notbremse. Eine starke, mutige Entscheidung auch wenn das Viele vermutlich anders sehen.

pfannenstiel, Samstag, 23. Juli 2016, 12:39
Das macht Senya in meinen Augen wirklich interessant. Sie konnte ja auch gar nicht wissen, dass ihre Entscheidung derart katastrophale Folgen haben würde. Sie tat was sie für richtig hielt, sie trauerte, doch solange Thexan am Leben war schien die Welt noch in Ordnung zu sein. Vermutlich war er als der ältere Zwilling ihr Liebling oder der Anführer des Rudels.

Aus Vaylins Erzählung über Thexan schließe ich auch, dass er wohl der Anker für seine beiden Geschwister war. Er mäßigte Arcanns Wut, er bemutterte Vaylin. Er versuchte sie vor Valkorion zu schützen.

Vielleicht blieb Thexan auf Valkorions Seite, weil er in Luke Skywalker-Manier hoffte seinen eigenen Vater irgendwie "bekehren" zu können. Bei einem 8jährigen Thexan könnte ich mir das durchaus vorstellen, er war ja der geborene Anführer wenn man den Umgebungskommentaren in der Unterstadt glauben darf.

pfannenstiel, Samstag, 23. Juli 2016, 12:42
Womit Vaylins Ausplaudern von Arcanns Mord an Thexan vielleicht gedacht war Senya gegen Arcann und Arcann gegen Senya auszuspielen. Arcann scheint ja nicht ganz gegen Senya zu sein und würde sich wohl seine Mutter zurück wünschen, was ihm eine gewisse Erlösbarkeit bescheinigt. Vaylin würde sich wohl wünschen er würde Senya genauso hassen wie sie, doch genau da liegt sie falsch. Arcann liebte Thexan und er liebt Senya, er fühlt sich für Vaylin verantwortlich und ist innerlich wohl doch sehr menschlich.

sanne1968, Samstag, 23. Juli 2016, 12:48
Das man Arcann am Ende bekehren könnte ....diese Vorstellung gefällt mir und ich hoffe das es dann auch die eine oder andere Flirtoption gibt *lach* Das Arcann seinen Bruder und seine Mutter liebt steht für mich ausser Frage und selbst Vaylin liebt ihre Muter irgendwie.... denn wie heisst es so schön: man kann nur etwas hassen wenn man es auch liebt, die zwei Seiten einer Münze ^^

Der Outlander als Familientherapeut? Oo Damit könnte ich mich auch anfreunden, alles zum Wohle für Zakuul, wenn es bedeutet das ich so Zakuul retten und somit erhalten kann ... nur zu, meine Sprechstunde hat begonnen!

pfannenstiel, Samstag, 23. Juli 2016, 12:54
Vor Fallen Empire hatte ich auch mal diese Theorie auf dem Radar, dass Arcann eigentlich der wichtigste Verbündete gegen den Unsterblichen Imperator sein könnte. Nach Darth Marr als Gefährten würde ich Arcann auch nicht mehr ausschließen, jedenfalls für 1 Kapitel zumindest. Es würde auch irgendwie den Ruf des Outlanders (gerade heller Charaktere) als ultimativen Erlöser bestärken, wenn man die Kinder des Teufels auf die helle Seite bringen könnte.