Freitag, 15. Juni 2018
Summer of Solo: Jacen Solos tiefer Fall
Zur Feier der Premiere von Solo (meines aktuellen Lieblings-Disney-Star Wars-Films) und anlässlich eines für mich signifikanten Altersschritts - ich darf mich nun als Pfannenstiel 3.0 bezeichnen - wende ich mich einem Thema zu, das mich seit Jahren am Rande beschäftigt hat. Manchmal wird man älter und beginnt damit auch vergangene Entscheidungen und Einschätzungen in Frage zu stellen.

Jahrelang hat mich als Star Wars-Fan eine Frage verfolgt: Warum wechselte ausgerechnet Jacen Solo auf die dunkle Seite?

Die tatsächliche Antwort ist wenig berauschend, weil man sich in einer Sitzung bei LucasBooks dafür entschieden hatte in der NJO-Reihe einen der Solos sterben zu lassen - Anakin Solo. Und als die Nachfolgereihe geplant wurde wollte man einen der Solos auf die dunkle Seite schicken - die Wahl fiel diesmal auf Jacen Solo. In einer Ära als die Kontinuität zu wahren bedeutete auf das bewährte Mittel des Retcons zurückzugreifen war das die übliche Praxis, soweit es das Expanded Universe betraf.

Meine Beziehung zum EU und den Solo-Geschwistern ist eine besondere. Als die NJO-Reihe (19 Romane über die Invasion der Yuuzhan Vong) erschien entdeckte ich gerade die Star Wars-Romane für mich und so stieg ich 2003 mit dem dritten NJO-Band in diese Reihe ein. Jacen, Jaina und Anakin waren damals ungefähr in meinem Alter und so würde ich die NJO-Serie als meine Young Adult Erfahrung einstufen. Als ich ungefähr bei Band 7-8 der Reihe angelangt war hatte ich die Veröffentlichung der deutschen Bände langsam eingeholt. Nach Band 9 stand ich damals sogar vor der Frage, wie ich die Wartezeit auf Band 10 überbrücken soll. Zum Glück gab es ja noch andere Star Wars-Romane wie die legendäre Thrawn-Trilogie oder die X-Wing-Reihe. Allerdings verschwanden einige Star Wars-Romane zu dieser Zeit gerade aus den Regalen - trotz der Prequels. Hintergrund dieses Verschwindens war der Wechsel der Lizenz für die deutschsprachigen Übersetzungen der Star Wars-Romane vom Heyne zum Blanvalet-Verlag. Ein Großteil der Romane der 90er war einst durch Heyne übersetzt wurden, um die Jahrtausendwende war es jedoch Blanvalet und Heyne druckte auch keine Romane mehr nach.

Als ich wirklich am Ende des deutschen Verlagsprogramms angelangt war und immer noch nicht genug bekommen konnte wagte ich den wohl folgenreichsten Schritt und kaufte mir eine englischsprachige Ausgabe von NJO #11 aka Enemy Lines: Rebel Dream. So begann der Prozess in dem ich mich völlig vom Veröffentlichungszyklus der deutschen Romane abkoppelte und mit der Hand am Puls der Zeit zu einem Leser der Originale wurde. Als dann NJO #19 The Unifying Force erschien besaß ich das US-Hardcover mit Bonus-CD. Heute kaufe ich schon seit Jahren nur noch die Originale, wobei ich die Hardcover-Ausgaben liebe, die Taschenbücher aufgrund des schrecklichen US-Papiers jedoch verachte.

Wenn heute Diskussionen über das "echte Star Wars" oder "das echte EU" bzw. den "echten Kanon" toben (#trEU, #realcanon usw.) bin ich auch so etwas trotzig, denn viele der angeblichen Verehrer des EU das durch Disney beseitigt wurden haben nie die 40 Romane gelesen die für mich zum Inbegriff des EU wurden, nämlich die Reihen The New Jedi Order (19 Bände), Legacy of the Force (9 Bände) und Fate of the Jedi (9 Bände) + die Dark Nest Trilogie und allerlei Romane die diesen Ären zugeordnet sind (Millenium Falcon, Crosscurrent, Riptide, Crucible, X-Wing: Mercy Kill). Worum manche hier wohl kämpfen erschließt sich mir bis heute nicht, wahrscheinlich ist es die Thrawn-Trilogie, die im neuen Kanon durch Chuck Wendigs Aftermath-Trilogie ersetzt wurde. Man kann über Wendigs Schreibstil sicher streiten, ich finde er ist Geschmackssache. Was mich allerdings stört sind Wendigs Äußerungen auf den Social Media-Kanälen, wo er sich nicht anders verhält als jene Trolle die sich an seine Fersen geheftet haben.

Der Zweifler Jacen Solo

Jacen beginnt seine Odyssee in den NJO-Romanen damit, dass er an der Rolle und Aufgabe der Jedi zu zweifeln beginnt. Jacen ist zu diesem Zeitpunkt ein sehr nachdenklicher Teenager, der nicht so recht weiß, ob er dem Pfad folgen soll, der ihm mehr oder weniger aufgezwungen wurde. Immerhin ist ja auch seine Mutter keine vollwertige Jedi und hat dennoch eine Karriere eingeschlagen. Der sehr empathische Jacen fühlt sich als Jedi-Krieger jedenfalls nicht wohl, während sein jüngerer Bruder dem Namen Anakin alle Ehre macht und bereits als Teenager ein Meister des Lichtschwertkampfs werden will. Selbst Jacens Schwester ist aktiver und entscheidet sich schließlich für eine Karriere als Kampfpilotin, wobei sie eine Luke Skywalker würdige Karriere durchläuft und schließlich ihre eigene Jedi-Kampfstaffel übernimmt. Das Ziel der NJO-Reihe eine Gruppe neuer Helden zu schaffen wird mit Jacens und Jainas Transformation auf jeden Fall erfüllt. Ihr Großvater wäre stolz auf sie gewesen.

Unter Vergeres Einfluss lernt Jacen Solo die Yuuzhan Vong in der Macht zu fühlen und er entdeckt einen Weg die Macht zu nutzen, ohne sich exklusiv der dunklen oder der hellen Seite zu verpflichten. Vergere forderte Jacen intellektuell heraus, während andere Jedi-Meister ihm nur Platitüden vortrugen. Selbst der große Luke Skywalker konnte einige von Jacens Fragen nicht beantworten.

Wenn Jacen so über allem stand, wieso verfiel er dann der dunklen Seite? Nachdem ich alle 19 Bände wieder gelesen habe glaube ich es zu verstehen. In Jacens Duell mit Supreme Overlord Onimi gelang es ihm ja bekanntlich einen Zustand zu erreichen, bei dem er vollständige Einigkeit mit der Macht erreichte. Dieses Gefühl wird in James Lucenos The Unifying Force als berauschend beschrieben und als etwas, das Jacen in seinem Leben nie wieder erreichen sollte, auch wenn er es versuchen würde zu diesem Zustand zurückzukehren. Aus heutiger Sicht deute ich diese Szene als Auslöser einer Art von Sucht. Jacen versuchte den berauschenden Zustand der Einigkeit mit der Macht wiederzuerlangen, indem er ähnliche Lehrer wie Vergere aufsuchte. Jacen suchte sein Heil im Studium fremder Lehren, weil er einst durch Vergeres krasse Lehrmethoden in die Lage geraten war dieses berauschende Einssein zu erreichen. Da es auch zu Vergeres Lehrmethode gehört hatte Schmerzen akzeptieren zu lernen, kann man Jacens späteres "Suchtverhalten" wohl auch auf diese Prägung zurückführen. Der Teenager Jacen Solo wurde machtsüchtig.

Als junger Mann konnte Jacen mit seinem Begehren noch keinen allzu großen Schaden anrichten, doch als er mit Tenel Ka eine Familie gründete und durch seine Studienreise umso größere Machtfähigkeiten entwickelt hatte begann er sich einem kritischen Punkt anzunähern. Dass er sich von Lumiya und Darth Vectivus beeinflusst zum Sith machen ließ war für den Macht-Junkie Jacen wohl nur ein weiterer Versuch sich den ultimativen Kick zu verschaffen, doch sein Verhalten und die von ihm selbst gezogenen Parallelen zu seinem Großvater begannen da bereits dafür zu sorgen, dass er zu einer Bedrohung für sich und sein gesamtes Umfeld wurde.

Jacen Solo wurde zu einem der wohl komplexesten Star Wars-Charaktere die das EU zu bieten hatte, denn er ertrug Folter, Gewissensbisse, Selbstzweifel und den selbstverschuldeten Verlust von allem was ihm lieb war, nur um am Ende seine Tochter vor einer düsteren Zukunftsvision zu retten. In jeder der Großreihen erlebten wir eine Episode aus diesem Leben und Nachleben Jacen Solos - seine Heldengeschichte, seinen Sündenfall und seine Erlösung, als klar wurde, dass sein buchstäbliches Machstreben zuletzt doch einem höheren Ziel als nur der Suchtbefriedigung gedient hatte. Weil sich letztere jedoch nicht völlig aus der Gleichung streichen lässt bleibt Jacen als Darth Caedus bis zuletzt belastet. Jacen entschied sich dafür ein verhasster Sith-Lord zu werden, um Darth Krayts Aufstieg mehrere Generationen hinaus zu zögern. Schlussendlich fiel es dann einem anderen Skywalker zu Krayt und die dunkle Seite zu besiegen, wobei dieser Skywalker genau wie Jacen zwischen der dunklen und der hellen Seite wandelte. Womöglich hätte es Jacen auch selbst vermocht Krayt zu besiegen, allerdings wäre dann vielleicht Abeloth zu einem Problem geworden.

Am Ende ist es schade, dass die Versprechungen von Jacens Visionen nicht eingelöst werden konnten. Ich denke gerne daran, welche Geschichten wohl mit einer Jedi-Prinzessin Allana Solo und ihrer Tante der Jedi-Meisterin Jaina Solo-Fel (einem Mitglied des Jedi-Rats) möglich gewesen wären. Verglichen mit dem Solo-Zweig der Skywalker-Familie nimmt sich Ben Skywalkers erwartungsgemäße Karriere eher bescheiden aus, allerdings wurde Ben wohl bereits zum jüngsten Jedi-Ritter aller Zeiten ernannt. Mit 14 Jedi-Ritter, wann wäre Ben wohl Jedi-Meister, Mitglied des Jedi-Rats oder schließlich Jedi-Großmeister geworden? Ben war außerdem Jacens Schüler und der Sohn Mara Jades, der in Fate of the Jedi eine Jugendromanze mit der Sith Vestara Khai hatte. Angesichts des Umstands, dass Kol Skywalker mit einer Yuuzhan Vong-Gestalterin plante vom Krieg verwüstete Welten zu heilen und angesichts des Umstandes, dass Cade Skywalker zu einem Jedi fern von heller und dunkler Seite wurde dürfte der Skywalker-Stammbaum von Ben an ziemlich interessant gewesen sein. Nicht zu vergessen wäre auch Bantha Rawk aka Nat Skywalker, der den Jedi-Orden verließ, obwohl er der ältere Bruder des Jedi-Rats-Mitglieds Kol Skywalker war.

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Freitag, 1. Juni 2018
Solo: Der bessere Solo-Film?
Episode VII wurde kritisiert weil es wie eine einfallslose Neuauflage der OT wirkte und daraufhin versuchte jeder weitere Star Wars-Film die Grenzen auszutesten wie weit man innerhalb des Franchise gehen kann. Fans sind nicht gerade sehr gütig was Experimente betrifft, wie schon George Lucas gemerkt hat, als er mit seinen Prequels von der Erfolgsformel der OT abwich. Aber seit es die Sequels gibt wurden keine Gräben zugeschüttet, sondern neue aufgeschüttet. Die Prequel-Hater hassen die Prequels immer noch und spalten sich nun angesichts der Sequels in so etwas wie die Allround-Hater und die unreflektierten Sequel-Verehrer. Hass verbindet! So gesehen sollte man vielleicht den Friedensnobelpreis an jene Person vergeben, die mit ihrer Hass-Ideologie am meisten Menschen verbunden hat. Aber gut, ich werde hier ja etwas zu politisch.

Nach Episode VII hatten die Star Wars-Filme eine schwere Zeit mit Produktionsschwierigkeiten, bei denen Nachdrehs unter anderen Regisseuren eine wichtige Rolle spielten. Es kam auch zu Nachbesetzungen, so wurde etwa Colin Trevorrow von Episode IX entfernt und auch in Jurassic World II spielte er nur noch eine Produzenten-Rolle. Das ganze hatte allerdings wohl weniger mit tatsächlichen kreativen Differenzen zu tun und war mehr eine Folge von studiointernen Differenzen. Dass Trevorrow nach den mit Jurassic World geernteten Vorschusslorbeeren abgesetzt wurde war nicht ganz auszuschließen, immerhin war seine Nominierung ja schon nicht unumstritten. Lucasfilm muss an den Erfolg seiner Filme denken und so kann auch ein Versagen des Regisseurs schnell dazu führen, dass man lieber einen echten Blockbuster-Regisseur oder Zuschauermagneten auf den Regisseursstuhl befördert.

Lucasfilm lernt dazu, aber mit Episode VIII hat man einen Fehler in seinem Flaggschiffprojekt begangen. Dass die Sequel-Trilogie zunächst drei verschiedenen Regisseuren und Autoren anvertraut wurde war ein massives Problem, sodass die Trilogie erzählerisch und visuell auseinanderzufallen drohte. Schlussendlich holte man nach Episode VIII J.J. Abrams für Episode IX an Bord, um die Scharte auszuwetzen. Episode IX dürfte wohl der Versuch sein Abrams Grundlagenarbeit in Episode VII zu retten und Johnsons Experimente in Episode VIII zu kaschieren. Rückblickend finde ich, dass Abrams in Episode VII vergleichsweise gute Arbeit geleistet hat. Er lieferte eine klassische Geschichte ab und beschwor alle Star Wars-Mythen, auch wenn er dafür Han Solo umbrachte. Solo der Solo-Film versucht daher wohl auch einige Verbindungen zu Episode VII aufzubauen.

Ich muss zugeben, dass ich Episode VIII als bisher schlechtesten Star Wars-Film der Disney-Ära betrachte. Respektloser Umgang mit dem Mythos, ein wohl auf US-Verhältnisse zugeschnittener Humor und völlig überzeichnete Charaktere, wie General Hux, der wohl einzig und allein aufgrund seiner Starkiller-Rede zu einem wirklich bösartig-dummen Charakter gemacht wurde. Abrams hatte andere Pläne für Episode VIII, aber er wurde genauso ignoriert wie einst George Lucas, der ein Gesamtkonzept für die Sequels vorgelegt hatte.

Dass Rian Johnson seine eigene Trilogie machen darf betrachte ich als Beispiel für eine "Wegbeförderung". Episode VIII hat Lucasfilm das nötige Kleingeld in die Kassen gespielt, aber der Film war wohl doch zu kontrovers, um Johnson weiterhin an einem Flaggschiff des Franchise arbeiten zu lassen. So erhielt er sein eigenes kleines Projekt, das ja irgendwann sterben kann, wenn er das Studio nicht damit überzeugt. Johnsons Projekt zeigt aber auch wie schnell Lucasfilm dazu gelernt hat, denn nun plant man mehrjährige Filmreihen einem zentralen Mastermind zu unterstellen. Gleichzeitig gibt es auch Hoffnung in Form einer Realserie von Jon Favreau (Iron Man) und einer weiteren Filmtrilogie der Game of Thrones-Produzenten. Da hat man sich ja durchaus fähige Leute ins Boot geholt und ich glaube auch, dass Johnsons Trilogie abseits der Kern-Story vielleicht doch noch gut gelingen könnte. Es wird nur ein zu großes Risiko ihn an einem Film wie Episode VIII einzusetzen, wo er Teile des Mythos nachhaltig ruinieren konnte.

"Solo hat mir den Glauben an Star Wars wiedergegeben."

Nach Episode VIII wollte ich kein Star Wars-Fan mehr sein. Die Kritiker zerreissen sich bis heute das Maul über den Film und ich kann mich selbst nicht mit ihm anfreunden. Es dauerte etwa Wochen bis ich das Buch zum Film gekauft habe. Und noch länger bis ich es gelesen habe. Im Gegensatz zu Rogue One oder Episode VII habe ich den Film auch nur ein einziges Mal im Kino gesehen. Episode VII hält bei mir ohnehin den Rekord, da ich diesen Film insgesamt dreimal gesehen habe. Zuvor hatte ich mir keinen einzigen Film ein zweites Mal angesehen, solange er im Kino lief. Episode VII veränderte aber etwas.

Das Buch zu Episode VIII ist besser als der Film, etwas das ich seinerzeit auch zu Matthew Stovers Episode III-Roman gesagt habe. Dabei ist Jason Fry eigentlich keiner meiner Lieblings-Autoren des Star Wars-Franchise. Er schafft es aber anhand der geschnittenen Szenen und einiger Überleitungen eine bessere Geschichte aus dem Filmplot zu machen, fast so wie es seinerzeit Stover gelungen ist. Und ja, mir ist bewusst wie frevlerisch es klingen muss den legendären Matthew Stover mit dem Disney-Scharlatan Jason Fry zu vergleichen [Sarkasmus!]. Stover war ein guter Autor, aber er hatte auch schlechte und gute Geschichten, wobei er gerne mal experimentierte. So sehr ich ihn etwa für Shatterpoint bewundere, so sehr verachte ich Stover für Shadows of Mindor. Genauso ergeht es mir aber auch mit James Luceno, dessen Romane bewundert habe, ehe er Millenium Falcon veröffentlichte. Seither ist mein Verhältnis zu Luceno etwas zwiespältiger geworden und Romane wie Catalyst oder Tarkin konnten mich dann auch nicht überzeugen, dass Luceno nur pures Gold veröffentlicht.

Die Lektion daraus ist simpel, jeder kann mal ins Schwarze treffen oder ins Klo greifen. Und Glückssträhnen können genauso lange halten wie Pechsträhnen. Irgendwie passend, wenn man diese Erkenntnis vor einem Film wie Solo hat.

Ehe Solo erschien habe ich nach meinem Erlebnis mit Jason Frys Roman zu Episode VIII Daniel Jose Olders Last Shot in die Finger bekommen, einen Han Solo und Lando Calrissian-Roman der mehrere Ären miteinander verband. Und ich fand ihn... schlecht. Er erinnerte mich daran wie sehr ich die unzähligen Han Solo oder Lando Calrissian-Geschichten der Legends gehasst habe. Han und Lando gegen einen irren Droiden-Verehrer, der eine Armee aus Frankenstein-Droiden gebaut hat und alle Organischen mittels einer Droiden-Revolution auslöschen will. Dank Last Shot konnte ich relativ unbefangen in meine erste Solo-Vorstellung gehen. Last Shot war derart irrelevant wie viele der abgekappselten Legends-Romane, er schrieb keine größere Geschichte fort, er erzählte keine Hintergrundgeschichte und er baute das Universum nicht aus. Bis auf einen Punkt vielleicht, Lando findet endlich eine potentielle Lebensgefährtin, die einst für die Free Ryloth-Bewegung gekämpft hat.

Als der Solo-Film seinerzeit angekündigt wurde habe ich noch die Corellia-Trilogie und vor allem A. C. Crispins Han Solo-Trilogie gelesen. Ich finde Crispins Legends-Trilogie wirklich meisterhaft, denn sie bemühte sich inständig alle möglichen Lore-Verweise miteinander zu verbinden, so als wäre das Buch wirklich Teil eines shared universe. Was heute Marvel als geniale Strategie zugeschrieben wird war schon in den späten 90ern ein Teil des Star Wars-Universums, allerdings spielten nicht allzu viele Autoren nach den Regeln eines shared universe und viele kochten ihre eigenen Süppchen. Crispin war eine der Guten, genauso wie Michael Stackpole und Timothy Zahn, die sogar Rücksprache hielten, wenn sie Charaktere des anderen verwenden wollten. So etwas hätte man sich von den Autoren der 0er-Jahre auch gewünscht, aber in den Mammutreihen The New Jedi-Order, Fate of the Jedi oder Legacy of the Force benutzten Autoren liebend gerne ihre Lieblingscharaktere und vergaßen auf gerade durch den Kollegen im Vorgängerband eingeführte Protagonisten oder Antagonisten. Genau das wollte Lucasfilm 2014 bekämpfen, als man diese Geschichten aus dem Fenster warf. Fortan sollten Querverweise wie in Crispins Werken nicht mehr die Ausnahme, sondern die Norm darstellen. Bis Episode VIII hätte ich daran auch geglaubt, aber vielleicht hat Rian Johnsons unkontrollierter Fehlgriff ja auch dazu geführt, dass man künftig mit einer klaren Strategie im Hinterkopf vorgehen wird.

So sehr ich Crispins Han Solo-Trilogie im neuen Kanon vermisse, Solos Macher haben scheinbar verstanden welche Schuhe man zu füllen hat. Der Film strotzt daher vor Querverweisen zum Rest des Star Wars-Universums. So gibt es Proto-Rebellen, welche womöglich als Teil von Saw Gerreras Partisanen enden werden, ebenso wie die großen Verbrechersyndikate aus The Clone Wars, welche in der Darth Maul-Storyline eine große Rolle spielten und auch in Star Wars 1313 eine entsprechend umfangreiche Rolle eingenommen hätten. In den Legends gab es neben den Hutten fast nur die Black Sun. Im Kanon gibt es jedoch ein gutes halbes Dutzend Syndikate und die Aussicht, dass sich die Unterwelt vermutlich deutlich verändert haben dürfte, da die großen Syndikate nach Jabba the Hutts Tod einen mehrjährigen Krieg begannen, aus dem völlig neue Gruppierungen hervorgingen. Solo bietet die Aussicht auf mehr Filme in denen die Unterwelt eine tragende Rolle spielen könnte. Und auch Maul ist nach seinem Versuch die Unterwelt zu vereinigen und Mandalore zu regieren nun einer von vielen Unterweltbossen. So wissen wir dank Solo nun auch, dass Maul zwischen seiner "Verhaftung" am Ende der Klonkriege (durch Ahsoka Tano während der Befreiung Mandalores - wie im Roman Ahsoka beschrieben) wohl neuerlich entwischt ist und sein eigenes Verbrechersyndikat aufbaute, obwohl er während seines Clashs mit Count Dooku und Darth Sidious auf Dathomir jede Unterstützung durch die anderen Unterweltbosse verloren hatte. Maul könnte womöglich der kanonische Prinz Xizor sein, ehe er zu einem unbestimmten Zeitpunkt vor Rebels zu Fall gebracht wird.

So wie ich ich Solo gesehen habe, mit einem Darth Maul-Fan gleich links neben mir, ist Maul eigentlich der Grund warum ich diesem Film nun eine Fortsetzung wünschen möchte. Selbst wenn die Story um Maul und Qi'ra in einem anderen Solo-Film ohne Solo, dafür aber vielleicht mit Boba Fett oder Lando Calrissian fortgesetzt wird.

Solo hat aber auch sonst einiges für sich. Der Film spielt durchgehend in den unschönen Gegenden der Galaxis und zeigt das Leben von einfachen Kriminellen wie Han Solo, die einfach irgendwie überleben wollen. Man bewegt sich aber auch abseits aller galaxisverändernden Intrigen und Geschehnisse. Vielleicht lag es an Ron Howard, aber Solo hatte in meinen Augen auch bessere Actionsequenzen und einen weniger hastig wirkenden Schnitt vorzuweisen als Rogue One. Rogue One hat mir seinerzeit viel über die Macht zu denken gegeben, wobei auch das Buch zum Film geholfen hat. Ich bin also gespannt welche Details das Buch zu Solo bieten wird. Im Gegensatz zu Rogue One, aus dessen Charakteren bisher sehr wenig gemacht wurde, kann man bei Solo wenigstens hoffen, dass man in Comics oder Romanen künftig deutlich mehr von Tobias Beckett, Lando, Han, Qi'ra, Dryden Vos und hoffentlich sogar von Maul erfahren wird.

Solo beeindruckte ja schon damit, wie viele Querverweise der Film zu Episode VII aufweist. Von der OT will ich da noch gar nicht reden. Aber sehen wir den Dingen ins Auge, Solo ist ein Deserteur ohne Familie, genau wie Finn. Er erkennt sich in Rey wieder, weil er wohl genau wie sie gelebt hat. Und er ist wenig erfreut von Finn als "Solo" bezeichnet zu werden, da das nur der Name ist, der ihm vom Imperium verliehen wurde. Und Chewbacca könnte nach Episode III Teil einer Widerstandszelle gegen das Imperium gewesen sein, was seinen Aufenthalt auf Mimban mit einer Kriegsgefangenschaft erklären würde. Gegen wen die Imperialen auf Mimban auch immer kämpften, womöglich fanden sich bereits einige Rebellen unter dieser Opposition und Chewie war ein Teil von ihr. Ich meine ja auch, dass Chewie extrem unterschätzt wird. Er diente in den Klonkriegen unter General Tarfful, er kämpfte auf Kashyyyk und vermutlich ist er sogar ein Wookiee-Offizier. Mit 190 Jahren in Solo ist Chewie neben Yoda und Maz Kanata definitiv einer der erfahrensten und wohl auch weltgewandtesten Charaktere der Saga. Chewie ist Pilot, Mechaniker und Soldat - im Endeffekt steht er damit auf einer Stufe mit Rey und Anakin Skywalker, auch wenn er vielleicht keiner der besten Piloten der Galaxis ist.

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Mittwoch, 30. Mai 2018
Auf dem Weg zurück in den Kanon
https://www.youtube.com/watch?v=DNk52nzL-aE

Einige der Artefakte in Dryden Vos Büro haben es wirklich in sich.

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Sonntag, 20. Mai 2018
Dooku, Qui-Gon und Anakin auf Serenno: Der verhinderte zweite Jedi-Orden
In Episode I steht Qui-Gon Jinn kurz davor seinen Austritt aus dem Jedi-Orden zu erklären oder seine Exkommunikation zu provozieren, als er sich vollends hinter Anakins Aufnahme als Padawan stellt. Es geht Qui-Gon jedoch weniger darum Anakin zum Padawan zu machen, als ihn im Umgang mit der Macht auszubilden. Sollte ihm der Orden dies verweigern, so würde er es auch auf eigene Faust tun.

Die Möglichkeit dazu hätte er gehabt, indem er sich vom Orden lossagt und genauso wie sein Meister nach Serenno begibt. Dooku selbst hätte ihn wohl mit offenen Armen empfangen. Betrachtet man Dookus Gehabe im kanonischen Material (den Filmen und The Clone Wars), so ist er eindeutig ein sehr aristokratisch geprägter Mann. In Dookus Gedankenwelt war Qui-Gon Jinn für ihn so etwas wie ein Sohn, denn auch Adelshäuser bringen ja oft rebellische Sprösslinge hervor, die in abgewetzter Kleidung fremde Kulturen und Philosophien erforschen. Ideologisch standen sich Dooku und Qui-Gon jedoch zweifellos nahe, denn beide erkannten die Schwächen und Fehler der Republik und des Jedi-Ordens. Hätte sich Qui-Gon von den Jedi entfremdet, so hätte ihm Dooku auf Serenno eine Unterkunft angeboten.

Dort hätte Qui-Gon dann auch beginnen können Anakin als ersten Schüler eines völlig neuen Jedi-Ordens zu unterrichten. Und während Anakin heranwuchs wäre Dooku vielleicht nicht dem Einfluss eines Darth Sidious erlegen. Oder Dookus Separatisten hätten von der Präsenz eines neuen Jedi-Ordens auf Serenno propagandistisch profitiert. Womöglich wären sogar noch mehr Welten auf die Seite der Separatisten gewechselt und gerade auch Naboo hätte sich Dookus eher angeschlossen, wenn der Held von Naboo, Qui-Gon Jinn, hinter Dookus Sache gestanden wäre. Padme Amidala hatte ja durchaus Sympathien für einige separatistische Senatoren. Selbst wenn Sidious immer noch versucht hätte über Dooku an Anakin zu kommen, so hätte sich Qui-Gons Einfluss als kritischer Gegenpunkt erwiesen. Womöglich wäre es eher dazu gekommen, dass Sidious Cyborg-Maul gerettet hätte, als dass er Darth Tyranus zu rekrutieren versucht hätte. Und Qui-Gons Verrat am Jedi-Orden könnte auch andere Jedi angelockt haben, sodass die Separatisten womöglich gar nicht erst von Handelsföderation und Bankenclan abhängig geworden wären. Am Ende hätten die Fronten in den Klonkriegen deutlich klarer ausgesehen, auf der einen Seite eine von den Sith kontrollierte Republik, auf der anderen eine von Jedi unterstützte Föderation, die ohne Droidenarmeen mit Freiwilligenverbänden gekämpft hätte. Klingt mehr nach den Rebellen oder nicht? Im Zuge des Konflikts hätten sich womöglich nur noch einige Hardliner innerhalb des Jedi-Ordens zur Republik bekannt, allem voran Mace Windu, der wahrscheinlich der dunklen Seite verfallen wäre. So hätte sich Darth Sidious seine eigene Armee von Macht-Kriegern geschaffen, welche jedoch an interner Sabotage gescheitert wäre, zumal nicht jeder Jedi bereitwillig in den Dienst der dunklen Seite getreten wäre. Am Ende hätten die Jedi auf beiden Seiten der Grenze wohl kooperiert, um Sidious abzusetzen und eine Reformation von Jedi-Orden und Republik einzuleiten. Vielleicht hätte Dooku Serenno sogar Qui-Gons Jedi-Orden vermacht, sodass eine Jedi-Akademie fernab des politischen Zentrums der Galaxis entstanden wäre, wie es in den Legends mehrfach als notwendig erachtet wurde, um den Jedi-Orden vor politischer Instrumentalisierung zu schützen.

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Mace Windu: Beinahe-Bezwinger der Sith

Mace Windu als der Auserwählte?

Laut George Lucas selbst ist Darth Sidious in Episode 3 Mace Windu tatsächlich unterlegen. Doch genau diese Antwort wirft seit vielen Jahren die Frage auf, warum Yoda im Anschluss deutlich größere Schwierigkeiten hatte Sidious ebenfalls zu besiegen.

In der Lore findet sich zumindest eine Erklärung, um Mace Windus Überlegenheit zu rechtfertigen - die dunkle Seite! Man kann sich nun auf zwei Erklärungen stützen, von denen eine tief in die Trickkiste der Legends-Lore greift und die andere eher oberflächlich Beispiele aus den Filmen und der Serie The Clone Wars nutzt (kanonische Werke, welche von George Lucas selbst gestützt wurden). Die kanonische Erklärung geht auf Mace Windus eher skrupellose Natur zurück. Windu ist Anakin Skywalker näher als dem Jedi-Meister lieb sein könnte und diese Ähnlichkeiten dürften auch zu den Spannungen zwischen beiden beigetragen haben - sie sind sich wohl zu ähnlich gewesen. In den Klonkriegen unterstützte Windu etwa den geplanten Mordanschlag auf Count Dooku, etwas wogegen nur Obi-Wan Kenobi als Jedi-Ratsmitglied Einspruch einlegte. Andere Ratsmitglieder gaben zum Teil widerstrebend nach und stimmten mit Windus Plan überein. Sogar Yoda zeichnete Windus Vorschlag ab, Dooku kaltblütig zu ermorden. So tief waren die Jedi also bereits gesunken, dass sie kaltblütigen Mord als mit dem Jedi-Kodex vereinbart betrachteten. Anakin Skywalkers Ermordung Count Dookus war demnach vom Jedi-Rat genehmigt, auch wenn die ursprüngliche Attentats-Mission Quinlan Vos erteilt worden war, welcher jedoch scheiterte. Vos war es während seiner Mission außerdem sogar gelungen Dooku zu entwaffnen, als er sich der dunklen Seite hingegeben hatte und das obwohl Vos nach allgemeinen Standards keiner der fähigsten Duellisten des Jedi-Ordens gewesen wäre. Windus Sieg über Sidious liegt genau auf dieser von George Lucas genehmigten Linie, Windu bezwingt den dunklen Lord der Sith und gibt seine Absichten fauchend bekannt, weil er in Episode III zunehmend auf die dunkle Seite glitt. Windu repräsentiert jenen Teil des Jedi-Ordens der mittlerweile völlig den Bezug zu seinen Wurzeln verloren hatte - einst waren die Jedi Philosophen, Friedenshüter und erleuchtete Wesen - nun sind sie Generäle, Politiker und Bürokraten. Es ist passend das Obi-Wan das genaue Gegenteil zu Windu darstellt, immerhin wurde Obi-Wan von Qui-Gon Jinn unterrichtet, der den alten Jedi-Idealen deutlich besser entsprach als Windu und das Establishment.

In den Legends hängt Windus Sieg hingegen von seiner Kontrolle über die dunkle Seite ab. Windu hat in den Legends sogar seine eigene Lichtschwert-Kampf-Form entwickelt - Vapaad, eine Abwandlung von Form VII. Windu ist nicht nur ein exzellenter Schwertkampfmeister (der Sidious daher bereits überlegen sein könnte), sondern er hat auch gelernt via Vapaad die dunkle Seite zu kanalisieren, was bedeutet, dass er seine eigene und die dunkle Seite in anderen gegen diese einsetzen kann. Kurzerhand lenkt Windu also den Kampf über Sidious Machtenergie gegen diesen, es ist also nicht die helle sondern die dunkle Seite die Sidious an den Rande einer kompletten Niederlage drängt.

Hätte Windu Sidious getötet, so hätte in diesem Fall allerdings die dunkle Seite triumphiert. Und man erkennt in Anakin bereits wie dieses Schwanken im Gleichgewicht Auswirkungen hat. Anakin wirft einem dunklen Windu vor den Jedi-Kodex verraten zu haben.

In Episode III wirft Yoda auch die Frage auf, ob man die Prophezeiung des Auserwählten nicht missverstanden hat. Obi-Wan legt sie in etwa so aus, dass es Anakins Aufgabe gewesen wäre die Sith zu vernichten. Diese Aufgabe hätte ihm Mace Windu ja fast abgenommen. In den Legends wirkt es jedoch eher so als ob es Anakins Aufgabe gewesen wäre sicherzustellen, dass das Gleichgewicht wiederhergestellt werden kann. Als er Palpatine tötet und sich selbst opfert lässt er etwa Luke Skywalker als letzten und deutlich graueren Jedi zurück. Luke gründet einen neuen Jedi-Orden, der mehr mit den Idealen eines Qui-Gon Jinn zu tun hat, als mit der staatstragenden Ideologie eines Mace Windu. Lukes Jedi sind keine Staatsbediensteten mit Lichtschwertern mehr und zuweilen stellt das auch ein Problem dar, wenn sie sich wieder einmal nicht auf der politischen Linie der Regierung bewegen.

Windus Jedi waren jahrelang eine Armee im Dienste der Sith gewesen, wobei sie von Palpatine manipuliert mehrere katastrophale Brüche des Jedi-Kodex vollzogen hatten. Das Ziel der Sith war es nicht die Jedi eigenhändig auszulöschen, sondern dafür zu sorgen, dass sich der Orden selbst zerstört. Genau dieses Schicksal ereilte aber schlussendlich auch die Sith, als sich Darth Vader gegen Darth Sidious wandte und im selben Moment von der dunklen Seite abwandte.

Yodas Scheitern

Mace Windu hätte ein erfolgreicher grauer Jedi sein können, hätten es die Sith nicht geschafft das Gleichgewicht der Macht aus den Fugen zu bringen. Doch auch Yoda hatte am Ende der Klonkriege keine weiße Weste mehr. In The Clone Wars wird das deutlicher als Yoda gegen Kriegsende immer nachdenklicher wird. Allmählich schwant dem Großmeister ja schlimmes und er muss sogar seine eigene dunkle Seite konfrontieren. Selbst Yoda ist nicht frei von Arroganz und Trübungen seines Gerechtigkeitssinns. Weshalb er in seinem Duell mit Sidious zu unterliegen scheint. Ähnlich wie Windu erkennt Yoda wohl was es bedeuten würde die dunklen Lords zu besiegen, doch anstatt wie Windu voll auf seine Aggressionen zu setzen hält sich Yoda schlussendlich zurück und tritt den Rückzug an. So bewahrt sich Yoda seine helle Seite, genauso wie Obi-Wan auf Mustafar. Doch beide sind fortan als Helden der hellen Seite beschädigt. Beide wollen Luke auf Dagobah daher auch drängen Darth Vader zu töten, etwas das sie beide nicht vermocht hätten, aber selbst nach Jahren immer noch für den richtigen Weg halten. Luke ist jedoch eine reine Verkörperung der hellen Seite, ungetrübt von den Einflüssen der dunklen Seite.

In dieser Hinsicht sind sich Legends- und Kanon-Luke sogar ähnlich, als sie Jahre später von ihrem Neffen verraten werden. Beiden wird klar, dass sie der dunklen Seite verfallen würden, sollten sie die Opfer ihres Neffen "rächen". Großmeister Skywalker verzichtet daher in den Legends darauf Jacen Solo gegenüberzutreten und tritt diese Mission an seine Nichte Jaina Solo ab. So kämpfen in den Legends Bruder und Schwester gegeneinander, denn aus Lukes Sicht könnte nur Jaina wirklich in der Lage sein Jacen zu bekehren. Ansonsten hätte man wohl Jahre warten müssen bis Allana Solo alt genug wäre ihren Vater zur hellen Seite zu bekehren.

Die Ausrottung der Sith

In den Legends standen die Sith mehrmals vor ihrer Auslöschung und jedes Mal entwickelte sich aus der Angst vor der Rache der Jedi-Ritter eine Philosophie, welche die Jedi als die wahren Verbrecher dastehen ließ. Das Problem mit dem Gleichgewicht der Macht war somit, dass nie eine wirkliche Balance geschaffen wurde, es sei denn, dass die Ausrottung einer Gruppe zugleich dazu führte, dass ein Teil der Mehrheitsbewegung nun ebenfalls einen Teil der Philosophie der Ausgelöschten übernahm. Die Ausrottung der Sith hätte also dazu geführt, dass ein Teil der Jedi dunkel geworden wäre, womit die Grundlagen für ein neuerliches Schisma gelegt wären. Anakin Skywalker durchbrach diesen Zyklus, als er Jedi wie Sith auslöschte, wobei das neue Gleichgewicht der Macht dann seit den späten 0er-Jahren von den Autoren der Legends und des neuen Kanons ignoriert wurde. Plötzlich tauchten auch in den Legends neue Sith-Gruppierungen auf und im neuen Kanon, da haben wir ja Kylo Ren.

Der ewige Kreislauf begann in den Legends mit Daegen Lok, dessen Anhänger dank der dunklen Seite die Rakata besiegten. Daraufhin kam es zu einem Bürgerkrieg auf Tython, welcher zur Gründung des hellen Jedi-Ordens führte. Jahrtausende später kämpften die abtrünnigen Legionen von Lettow gegen einen Jedi-Orden, der daraufhin deutlich strikter in seinen Rekrutierungspraktikten wurde. Der Adelige Xendor hat auf Ossus Asyl von den Jedi erhalten, doch sein Interesse an fremden Macht-Philosophien und der dunklen Seite sorgte dafür, dass er sich von den Mainstream-Jedi abwandte. Xendor kritisierte den Orden dafür sich gegenüber den Einflüssen anderer Machtnutzer-Kulturen zu verschließen und das Studium der dunklen Seite zu verbieten. Xendor ging soweit seine eigene Jedi-Akademie zu gründen, an der er das Studium der dunklen Seite und anderer Machtnutzer-Traditionen erlauben wollte. Es kam zum Krieg mit den Jedi auf Ossus, welchen Xendor verlor.

Jahrtausende später kam es neuerlich zu einem Krieg, der die 100jährige Dunkelheit zur Folge hatte. Einmal mehr hatten sich Jedi dem Studium der dunklen Seite verschrieben und flüchteten daraufhin ins Exil, wo sie eine eigene Akademie gründen wollten. Nach einer letzten großen Schlacht wurden die gefallenen Jedi verhaftet und endgültig in unbekannte Regionen verbannt, wo sie zu den ersten Sith-Lords wurden.

Die Geschichte der Schismen des Jedi-Ordens endet hier jedoch noch nicht, denn in den Legends gab es sogar 250 Jahre vor Exar Kun noch ein drittes Großes Schisma, in welchem dunkle Jedi nach einem Konflikt auf Coruscant in das Vultar-System flüchteten und dort ihr eigenes Ende besiegelten. Dies dunklen Jedi waren jedoch bereits durch Lehren der alten Sith beeinflusst gewesen, etwas das in den kommenden Konflikten mit den Naddisten, den Krath, Exar Kuns Bruderschaft und zum Teil auch mit den Revanhisten zu einem Begleitfaktor des Aufstiegs jeder anderen Gruppe von dunklen Jedi werden sollte. Selbst die dritte Inkarnation des Sith-Imperiums unter Darth Ruin aka Jedi-Meister Phanius, welche bis zum Untergang der Sith zur Zeit Darth Banes existieren sollte, ging auf Sith-Lehren zurück. Phanius und eine handvoll gefallener Jedi verbündeten sich mit einigen "Sith-Clans" welche noch existierten und gründeten ein neues Sith-Imperium, welches jedoch sehr rasch in verfeindete Sith-Königreiche zerfiel. Dennoch existierten diese Königreiche fast 1000 Jahre und drängten die Republik in ein dunkles Zeitalter, währenddessen mehrere Jedi-Ritter selbst die Herrschaft über einige Welten übernehmen mussten und regelrechte Jedi-Dynastien gründeten.

Für die Sith gäbe es in der Old Republic Ära also deutlich mehr zu tun, aber aus Gründen der Einfachheit hat man ihre Wiedergeburt vor allem auf die Zeit nach Vader und Sidious konzentriert. Nicht unbedingt die beste Entscheidung, aber jene mit der wir wohl leben müssen. Zumindest in den Legends gab es jedoch einige beherzte Autoren welche die "Sith" in verschiedensten Formen vor den Filmen präsentierten. Genau das machte auch den Reiz der Old Republic-Ära aus, während sich Disney in allen Medien nun vor allem auf Begleitmaterial zu den jeweils aktuellen Filmen zu konzentrieren scheint. Schade für die Fans, aber eben auch ein Grund warum man Disneys Ausschlachtung des Franchise nicht völlig widerspruchslos hinnehmen sollte.

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Mittwoch, 16. Mai 2018
Der Idealist Dooku

Dooku in Episode 2

Count Dooku gehört für mich zu jenen Star Wars-Charakteren, die mich erst nach Jahren zu interessieren begonnen haben. In Dookus Fall liegt das vielleicht auch an meiner Unzufriedenheit mit Episode II. Zum Glück gibt es nun Episode VIII und Episode II ist vom letzten Platz meines Star Wars-Rankings nach oben gerutscht. Womit ich nicht sagen will, dass sich Episode II inhaltliche Fehlgriffe erlaubt hätte. Ich finde das CGI-Übermaß einfach nicht gut und die Padme-Anakin-Romanze gehört zu den Dingen die ich bei diesem Film immer wieder skippe. Wobei ich auch zu den Fans gehöre die in Episode I fast ganz Tatooine überspringen. An Episode VIII stört mich wieder ein Story-Arc und zwar die Darstellung Luke Skywalkers, welche allerdings über diesen Arc hinaus geht. Ich kann mich auch nicht mit Lukes Flashback-Look anfreunden, der auf mich extrem nach einem B-Movie aussah (ich bin auch kein Fan von Lukes dunklen Haaren, so als hätte man Mark Hamills Haare gefärbt, anstatt Hamills echte Haarfarbe zu verwenden). So nebenbei ist Episode II allerdings mein meistgesehener Star Wars-Film, was daran lag, dass er auch meine erste DVD war. Es ist also auch die Episode mit der ich mich wahrscheinlich am längsten beschäftigt habe.

Episode II beginnt bekanntlich mit dem Attenatsversuch auf Senatorin Amidala, welche dem Jedi-Rat vorwirft dass Count Dooku der Drathzieher gewesen sein soll. Doch die Jedi weisen diesen Vorwurf empört von der Hand, denn Dooku sei ein politischer Idealist und kein Mörder. Außerdem sei er einst ein Jedi gewesen und somit stehe er für einen höheren moralischen Standard. Was Dooku in den letzten 10 Jahren auch vielleicht getrieben hat, öffentlich dürfte er sich also eine ziemlich weise Weste bewahrt haben, denn die Jedi hätten sonst wohl kein Problem damit gehabt ihn nachträglich zu exkommunizieren oder sonstwie zu diskreditieren. Stattdessen betrachtet man Dookus Führung der Separatisten wohl eher als peinlich, da sich ein prominenter Jedi-Meister von der Republik abgewandt hat und das mit Vorwürfen die viele Jedi-Meister wohl im Stillen teilen könnten. Nur ist man als Orden eben der Republik verpflichtet und Kanzler Palpatine ist auch nicht gerade ein offizieller Feind der Jedi. Im Gegenteil, Palpatine zelebriert sein Bündnis mit den Jedi, was es diesen sehr schwer macht Palpatine etwas anzukreiden.

Später trifft man Dooku umgeben von sinistren Gestalten, was ihn wohl an sich schon zum Bösewicht machen sollte. Doch Dooku ringt sich auch zu einer der komplexesten Offenbarungen in den Prequels durch - er verrät Obi-Wan Kenobi, dass die Republik längst von Darth Sidious kontrolliert wird. Auf stille und heimliche Weise ist das eine noch gefährlichere Enthüllung als Vaders Eingeständnis Lukes Vater zu sein. Dooku bietet Obi-Wan zugleich an sich mit ihm gegen die Sith zu verbünden, etwas das Qui-Gon Jinn nun ja nicht mehr tun könnte. Und Dooku zeigt sich zumindest etwas verwundbar, als er in Erinnerungen an seinen ehemaligen Padawan schwelgt, der ja auch kein Freund der Politik des Jedi-Rats und der Republik war. Dooku behauptet Qui-Gon hätte sich ihm sicher angeschlossen, wäre er noch am Leben. Doch ist das falsch, eine Lüge oder sogar eine Beleidigung? Macht diese eine Szene bereits einen Bösewicht aus Dooku?

Es ist ja auch erstaunlich wie umfangreich man Dookus Hintergrundgeschichte gestalten konnte, obwohl er nur in dieser einen Episode eine tragende Rolle spielte. Fast alles was wir im neuen Kanon über Dooku wissen stammt weiterhin fast ausschließlich aus Episode II. Selbst in den Legends wurde nur unwesentlich mehr zu Dookus Hintergrundgeschichte hinzugefügt.

Dooku ist demnach ein bekannter und moralisch integrer Ex-Jedi-Meister, der durchaus den Respekt des Jedi-Rats und vieler Meister genießt. Er ist zudem ein anerkannter Kritiker der Republik und er begann seine Karriere nach seinem Austritt aus dem Jedi-Orden wohl als Aktivist, der die Korruption der Republik geißelte, wofür er sein Familienvermögen nutzen konnte. Seit Dooku den Orden verlassen hat dürfte er kaum Kontakte zu diesem gepflegt haben, was aber durchaus an der Doktrin der Jedi liegen mag, dass solche "Bindungen" die im Orden verbliebenen Jedi belasten würden. Dookus Austritt aus dem Orden ließ ihn also auch erst durch Holonet-Berichte von Qui-Gons Tod erfahren und er blieb sehr schlecht informiert. Qui-Gon könnte jedoch als Rebell auch einer der wenigen Jedi gewesen sein die Kontakt zu Dooku gepflegt hätten, selbst wenn es die Ordens-Doktrin verboten hätte. In der klassischen Mentor-Schüler-Beziehung innerhalb von Star Wars wäre Dooku auch mehr als nur ein älterer Bruder für Qui-Gon gewesen. Dooku wäre ein Vaterersatz für Qui-Gon Jinn gewesen, so wie Ben Kenobi es für Luke Skywalker war.

Im großen Showdown mit Obi-Wan und Anakin ist es auch erstaunlich, dass Dooku sein Schwert gegenüber einem verwundeten Obi-Wan erhebt, später jedoch seine Klinge deaktiviert, als ein deutlich schwerer verwundeter Anakin vor ihm liegt. In Episode II wird auch noch nicht deutlich gesagt, seit wann Dooku kein Jedi mehr ist und so ist das eher förmliche Verhalten Dookus gegenüber Obi-Wan wohl damit zu erklären, dass er Qui-Gons Padawan vielleicht noch nie gesehen hat. Der Verweis, dass Yoda große Stücke auf Obi-Wan ist zudem sehr interessant, weil Dooku einst Yodas Schüler war und er womöglich mehr durch Yoda als durch Qui-Gon über Obi-Wan erfahren konnte, eben weil man Qui-Gon wegen seiner einstigen Bindung an Dooku eher davon abhielt mit diesen in Kontakt zu treten, als Großmeister Yoda. Nur warum scheint Dooku eher bereit zu sein Obi-Wan zu töten, als Obi-Wan und Anakin zu töten? Auf gewisse Weise hat ihn Obi-Wan durch seine Sturheit ja enttäuscht, während Anakin ebenfalls als Padawan Qui-Gons enden hätte können. Und Anakins Sicht auf die Fehler der Jedi und der Republik ist freier von den dogmatischen Ansichten der Jedi als Obi-Wans. So wäre Anakin wohl eher ein brauchbarer Verbündeter als Obi-Wan. Dookus Darth Maul-Moment spiegelt jedoch auch Episode I wieder, als der Sith-Lord beinahe den Meister ermordet hätte, womit er sich den Zorn des Schülers zugezogen hätte. Anakin springt auch tatsächlich auf und rettet Obi-Wan, wobei nicht gesichert ist, dass Dooku nicht vielleicht doch noch gezögert oder absichtlich daneben getroffen hätte. Der Beinahe-Hieb erfüllte wohl den Zweck Anakin auf den Plan zu rufen, um das Potential von Qui-Gons Auserwählten zu testen. Als er Anakin besiegt hat ist Dooku sichtlich erschöpft und wäre der junge Skywalker besser vorbereitet gewesen, er hätte es wohl geschafft Dooku sogar zu überwältigen. Für einen langen Moment wirkt Count Dooku nun ratlos, denn nun liegen da zwei Schüler Qui-Gons vor ihm, mit denen er nichts recht anzufangen weiß.

Yodas Eingreifen zwingt Dooku seine beiden Opfer auf Geonosis zurückzulassen. Die Begegnung mit Yoda zwingt Dooku aber auch Flagge zu zeigen und sich als Sith zu outen. Während er Anakin und Obi-Wan noch nicht ganz so abweisend begegnet ist verhält er sich Yoda gegenüber arrogant und kühl. Als Großmeister des Ordens steht Yoda nun für alles was Dooku an den Jedi zu verachten gelernt hat. Für Dooku ist Yoda wohl auch schuld daran, dass Obi-Wan ohne Qui-Gons Einfluss für seine Sache verloren ist. In Episode III wird Dooku Obi-Wan wieder aus dem Verkehr ziehen, um einmal mehr mit Anakin unter vier Augen zu sprechen. Doch Dookus Interesse an Anakin dürfte schnell verflogen sein, als er in ihm einen weit weniger raffinierten Charakter erkannte, der nichts für Politik übrig hatte. Anakin entpuppte sich für Dooku wohl als tumber Schläger, der dann auch noch Palpatine wählte und für geraume Zeit sogar skrupellos die Sache des Jedi-Ordens vertrat, eben weil dieser mit der korrupten Republik verbunden war.

Der Prototyp für Anakin in Episode III


Wir erfahren sehr wenig über Dookus Fall zur dunklen Seite, aber er wird uns in vielerlei Hinsicht als Vorgänger Anakins präsentiert. So wie Grievous ist auch Dooku ein Prototyp für Darth Vader gewesen. Darth Sidious hat Dooku eine gehörige Gehirnwäsche verpasst und all seine Ideale verdreht.

In Episode II schließt Dooku nun Bündnisse mit den Bösewichten aus Episode I ab und er übernimmt die Todessternpläne von den Geonosianern. Er umgibt sich mit Bösen und er hat mit bösen Plänen zu tun - das macht ihn doch zum Bösewicht oder nicht?

Zumindest hat er nicht vor laufender Kamera Kinder ermordet, wie es Darth Vader getan hat, um seine heimliche Ehefrau und seinen Nachwuchs zu retten. Dooku handelte aus höheren Idealen, doch diese wurden von Sidious genauso korrumpiert. Am Ende wurde Dooku zu dem was er eigentlich bekämpfen wollte - einem dunklen Lord der Sith. Angesichts von Dookus Erfahrung und Stellung gab er in meinen Augen jedoch einen sehrwohl gut gewählten Sith-Schüler ab. Dooku hätte Sidious zu stürzen vermocht, wäre er diesem nicht im üblichen Machtspiel zwischen Meister und Schüler unterlegen. Sidious hatte es verstanden Dooku gegen dessen mögliche Verbündete auszuspielen, wie auch gegen Anakin Skywalker. Dookus Bündnis mit Nute Gunray war das Mittel mit dem Sidious einen Keil zwischen Qui-Gon Jinns Meister und Wunsch-Padawan treiben konnte, denn Gunray hatte die Naboo-Krise verbrochen und versucht Padme Amidala zu ermorden. Es gelang Sidious sogar Dookus einstige Jedi-Kollegen dazu zu bringen sich gegen ihn zu stellen und im Verlauf der Klonkriege sogar einen Mordanschlag gegen ihn in Auftrag zu geben. Gleichzeitig hatte Dooku aber auch die Klonarmee in Auftrag gegeben und es kann durchaus sein, dass diese gedacht war die Republik schlecht dastehen zu lassen, immerhin waren die Klone de facto Sklaven der Republik. Dookus Verhältnis zu Syfo-Dyas war sicherlich nicht das einfachste und es könnte Syfo-Dyas eigener Hang zur dunklen Seite gewesen sein, der Dooku zusätzlich vom Orden wegtrieb. Womöglich betrachtete Dooku die Klonarmee des Jedi-Ordens als ultimativen Beweis, dass die Jedi längst zu Kriegstreibern geworden waren, weshalb er dann auch bereitwillig die Kontrollchips für Order 66 installieren ließ. Jedi welche im Namen einer korrupten Republik Krieg führen? Dem wollte Dooku sicherlich ein Ende setzen, weil er sich nicht mehr vorstellen konnte, dass es sich dabei noch um "gute" Jedi handeln könnte. Aber egal, jeder Jedi-Ritter im Dienst einer von Sith unterwanderten Republik hätte ultimativ dem Ziel der Sith gedient, so dass es keinen Unterschied gemacht hätte, ob nun ein Sith oder ein Jedi die Klontruppen anführt. Dooku verachtete die Linientreue der meisten Jedi-Ritter, weshalb sein eigener Padawan Qui-Gon Jinn wohl auch derart rebellisch geworden war. Qui-Gon hätte sich wohl nicht in einen Krieg befehlen lassen, den er für falsch hielt. Mit Syfo-Dyas als Obi-Wan und Dooku als Anakin, sowie den Idealen der Republik und des Jedi-Ordens an der Stelle Padmes wird wohl klar wie sich Dookus Wandlung vom idealistischen Jedi-Meister zum dunklen Lord der Sith vollzogen haben sollte.

Asajj Ventress

Mit der Auswahl von Asajj Ventress als seiner Schülerin entschied sich Count Dooku für eine Kandidatin die Obi-Wan und Anakin durchaus ähnlich war. Asajj Ventress war einst eine Jedi-Padawan gewesen, doch ihr Meister Ky Narec war mehr oder weniger nach Rattatak verbannt worden. Offiziell hieß es Ky Narec wäre gestrandet und der Jedi-Rat hätte ihn als vermisst oder tot eingestuft, aber es ist schon verdächtig, dass er nie einen Notruf abgesetzt haben könnte. Womöglich wurde Narecs Absturz auf Rattatak unter den Teppich gekehrt, weil die Republik auf dieser Welt nicht intervenieren wollte. Rattatak war in einen endlosen Bürgerkrieg zwischen verschiedenen Verbrecherbanden verstrickt, sodass Meister Narec als Jedi zwangsläufig ins Visier dieser geriet. Doch Narec fand in der machtsensitiven Asajj Ventress eine wertvolle Verbündete und begann sie zur Jedi auszubilden, auf dass sie eines Tages Frieden nach Rattatak bringen würden. Als Narec jedoch ermordet wurde blieben Ventress nur Frust und Enttäuschung über eine tatenlose Republik und einen ignoranten Jedi-Orden.

Während Asajjs Fall zur dunklen Seite bezwang sie sämtliche Kriegsherrn von Rattatak und schwang sich de facto zur Herrscherin des Planeten auf, womit sie das Interesse Count Dookus erweckte, der wohl Gerüchte über eine "Jedi-Kriegsherrin" zu hören bekam. Dooku rekrutierte Ventress wegen ihres Hasses auf die Jedi, ihre Abneigung gegen die Republik und den Wunsch etwas besseres zu schaffen. Doch ganz nebenbei kamen ihm auch ihre Fähigkeiten als Strategin und Attentäterin ganz gelegen. So gesehen ist Ventress eine wirklich interessante Wahl, eine frei vom Orden ausgebildete Jedi, so wie Anakin einer geworden wäre, hätte Qui-Gon Jinn den Orden verlassen, um ihn auszubilden. Vielleicht hätte Anakin auf Tatooine ein ähnliches Schicksal geblüht, hätten die Hutten Qui-Gon Jinn ermordet. Anakin als Kriegerkönig Tatooines wäre womöglich dennoch dem Einfluss eines Darth Sidious erlegen.

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Donnerstag, 26. April 2018
Star Wars Resistance: die neue Animationsserie rückt Piloten in den Mittelpunkt
https://www.starwars-union.de/nachrichten/19318/BIG-NEWS-Neue-Star-Wars-Animationsserie-angekuendigt/

Und das Teaser-Bild zeigt uns einen NovaDive Scout aus Galactic Starfighter, womit diese Schiffsklasse nun vielleicht Teil des Kanons wird, ähnlich wie die alten Hammerhead-Kreuzer, welche es in Rebels und sogar Rogue One zu sehen gab.

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Freitag, 6. April 2018
Darkside Obi-Wan, Lightside Luke und andere Konzepte aus dem eingestampften Battlefront IV
https://www.starwars-union.de/nachrichten/19192/Konzepte-zu-Free-Radicals-eingestelltem-Battlefront-IV/

https://imgur.com/a/k3N2d

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Dienstag, 20. Februar 2018
Battlefront ist wirklich kein Battlefield
Zunächst einmal ein Geständnis, Battlefield ist ein Franchise das mir wirklich am Herzen liegt. Denn Battlefield hat einen gewissen Stil, der mir einfach sehr sympathisch ist und das liegt sicher auch an der Frostbite Engine.

Battlefield ist für mich die Kombination aus geiler Grafik, zerstörbarer Umgebung, einfach nutzbaren Fahrzeugen, einer nicht übertriebenen Customization-Funktion, eher dezenten Achievements und großen Maps mit vielen Angriffsmöglichkeiten. Nur Battlefront ist all das nicht. Battlefront hat schon mal keine zerstörbare Umgebung und die Maps sind vor allem für den Rush Mode ausgelegt und daher eher eng. Allein deshalb fühlt sich Battlefront für mich schon mal nicht wie Battlefield an. Außerdem verzichtet Battlefront auf die meisten gewohnten Mechaniken, wie das einfache besteigen von Fahrzeugen. Fahrzeuge muss man sich leisten können, indem man die dafür nötigen Punkte verdient und sie dann bei einem Respawn einlöst. Zudem gibt es keine Nebenhandwaffen wie Pistolen und auch keine echten Supportklassen wie Sanis, Mechaniker oder den Kerl der einem mal ne Munitionskiste zuwirft. Weil man ja auch keine Munition braucht. Was ein weiteres für Battlefield untypisches Feature ist. Battlefront ist für mich so etwas wie ein minimalisitisches Call of Duty, ein Spiel bei dem man ins Gefecht läuft und meistens gleich mal relativ schnell stirbt, weil das Spawnsystem trotz allem an Battlefield orientiert ist und das heißt Spawnkills sind durchaus möglich. Allerdings gibt es auch kaum Camper, was man als Plus rechnen könnte, würde man nicht selbst lieber Camper killen oder mal ein Scharfschützennest aufbauen. Und Battlefront (II) setzt auch noch auf Heldeneinheiten, etwas das einem Battlefield-Fan durchaus sauer aufstößt.

Es gibt auch kleinere Dinge die ich vermisse, etwa Battlefields Suppression Fire, also einen Malus auf die Präzision von Waffen, wenn man selbst unter Beschuss steht. Oder die Möglichkeit mittels Supporttätigkeiten auch viele Punkte zu sammeln oder das durchaus motivierende Aufpoppen von Plaketten die man innerhalb eines Matches erreichen kann. Battlefront hat nicht einmal Ranking-System, bei dem man sich vom einfachen Gefreiten bis zum General hochdienen kann. Und auch die Erfolge werden einem in Battlefront II reizlos vor die Nase gesetzt. Keine Plaketten und wo findet man eigentlich ein Leaderboard samt der persönlichen Statistik? Battlefront II wirkt auf mich als würde diesem Spiel wirklich einiges fehlen und dabei hatte man schon Battlefront I und einige Jahre für die Entwicklung Zeit, außerdem gibt es ja parallel das Battlefield-Franchise mit all diesen vermissten Features.

Unterm Strich ist Battlefront II für mich enttäuschend und bis ich ein neues Battlefield für mich finden kann bin ich wohl auf Battlefield 1 angewiesen, dessen Weltkriegs-Setting jetzt auch nicht jedermanns Sache ist, aber zumindest kann man sich seinen Server aussuchen und es hat die gewohnten Battlefield-Features. So gesehen ist es mir auch egal, wenn EA die Star Wars-Lizenz verliert, denn das neue Battlefront ist für mich eh schon mehr Call of Duty als Battlefield und da wäre es dann auch nicht zu schade, wenn sich Activision-Blizzard die Rechte sichert und ein Battlefront III rausbringt, bei dem Fans dann spekulieren dürfen, ob es sich als dritter Teil der EA-Version oder Fortsetzung des Originals darstellen will, die es ja leider nicht gab, nachdem seine Entwicklung aufgegeben wurde. Sollte EA die Star Wars-Lizenz verlieren wird sich die glückliche Konkurrenz die Hände reiben, denn nun wird man EA so richtig aufs Korn nehmen... und man darf! Battlefront III als Titel geht. Ebenso Knights of the Old Republic, mit dessen Reboot sich EA als Publisher wegen des Reboots (nach dem es KotOR I-II in der offiziellen Star Wars Timeline nicht mehr gibt) schwer getan hätte. Ein neuer Publisher kann skrupelloser ein KotOR-Reboot starten und am besten kündigt man es gleich als Trilogie an, damit die Presse schreiben kann „KotOR III kommt!“.

EA und Star Wars hat irgendwie nicht funktioniert, also sollten es mal andere probieren dürfen, denn je mehr Star Wars Games es gibt, desto eher werden auch gute darunter sein. Nur EA hat eben gemeint weniger ist mehr, aber das heißt ja auch nicht, dass das wenige was EA auf den Markt wirft wirklich gut ist – siehe Battlefront II. Dass es keinen neuen Star Wars Flugsimulator liegt und dass SWTOR 2017 kein Addon erhielt sehe ich aus als Schuld von EAs Marktpolitik, denn man wollte den Start von Battlefront II nicht mit Konkurrenzprodukten sabotieren. Andere Publisher sehen das vielleicht anders und setzen auf etwas gesundes Konkurrenzdenken zwischen den betroffenen Entwicklungsstudios. Bei EAs Strategie wird sich so mancher VWL-Student auch die Augen reiben, denn für gewöhnlich heißt es zwei verschiedene Produkte könnten trotz Überschneidungen gemeinsam bessere Erträge erzielen – nur bei EA denkt man halt eher wie ein Monopolist und das schadet nicht selten dem Image. Aber man muss eigentlich nicht beide Games im gleichen Quartal oder überhaupt dem gleichen Jahr veröffentlichen.

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Mittwoch, 27. Dezember 2017
Episode VIII: Die Tragikomödie des Franchise
Was ist falsch mit Episode VIII? Wen man sich die Schlagzeilen in den Sozialen Medien so durchliest, dann ist der Film zu links, hat zu viele Frauen in Führungspositionen, stellt Männer als unfähig hin und er hat das Idol Luke Skywalker nachhaltig ruiniert. Okay, ich habe ihn jetzt endlich gesehen und bin nicht mehr länger auf Youtube, Reddit und die im Netz verstreuten Spoiler angewiesen. Und nichts von den genannten Argumenten hat mich am Film gestört, wobei nach The Clone Wars, Rebels, Episode VII und Rogue One schon ziemlich klar ist woher der Wind weht. Man kennt die "Kritiker" doch schon seit Jahren und ihre Argumente sind nichts neues. Und auch die Rettet das Expanded Universe-Bewegung feiert den neuen Beitrag zum Franchise mit aufgewärmten Hass-Tiraden. Wobei ich dazu auch mal abfällig bemerken möchte, dass ich mir "mein" EU nicht von Leuten verteidigen lassen würde, die nicht mal das gesamte von ihnen als schützenswert beklagte EU (nach Endor) kennen. Da beklagen sich Leute über Kylo Ren, die von Darth Caedus gerade mal den Wiki-Eintrag gelesen haben. Und auch von Gestalten wie Brakiss oder Kueller wissen diese Leute vielleicht gar nichts. Also? Es gibt im Fandom eine steigende Zahl von Leuten die nicht mehr über ihren Tellerrand hinaus blicken wollen und die "das Neue" schon hassen, seit etwa 1999 die Buchrechte von Bantam zu Del Rey wechselten und Del Rey seine The New Jedi Order-Buchreihe mit insgesamt 19 Romanen damit startete Chewbacca einen Heldentod sterben zu lassen. Früher hat man gegen R.A. Salvatore gewettert, weil er Chewie umgebracht hat. Heute wettert man gegen J.J. Abrams und kritisiert ihn weil Han sterben musste. Es würde mich nicht wundern wenn jemand schreibt, "nach The Last Command ist Star Wars nur noch scheiße". Haters gonna hate. Früher hat man Dark Empire gehatet, heute stürzt man sich auf die Sequels.

Also wirklich, ich habe seit meinem Einstieg in das Erweiterte Universum derart viel gelesen, gehört und gesehen, das ich meine, mir am ehesten eine Meinung über das "Reyboot" bilden zu dürfen.

Was mich an Episode VIII stört sind die komödiantischen Elemente, welche wohl eher für den amerikanischen als für den europäischen Geschmack gedacht sind. Das ruiniert den Film in meinen Augen noch am ehesten, denn es lässt den grimmig-ernsten Grundtenor durch teils eher plumpen Humor auflockern. Ich würde behaupten der Film ist auf diese Weise echt bipolar, denn er schwankt zwischen Klamauk den man von Phil Lords und Christopher Millers Han Solo-Film erwartet hätte (ehe Lord und Miller "gefeuert" wurden) und einem Massensterben das sich fast mit 300 messen kann. Und der Film findet kein Gleichgewicht zwischen diesen beiden Punkten, wie in etwa "Meine Frau, die Spartaner und Ich" darstellen würde, denn eine vollwertige Parodie darf man überhaupt nicht sein.

Und Lukes Mentor-Look aus den Rückblenden und seiner Macht-Erscheinung finde ich auch eher unpassend, denn so sieht Luke für mich eher aus wie ein typischer Parodie-Charakter oder ein Jedi-Meister aus einem billigen Fanfilm. Lukes Bart wirkt viel zu dunkel und daher wie gefärbt oder zumindest fake.

Die Macht-Technik an sich sollte den Verteidigern des EU aber schon bekannt gewesen sein. Die Fallanassi praktizierten eine Form davon, ebenso wie Darth Caedus Sith-Mentorin Lumiya. Lukes gesamtes Auftreten und sein Einswerden mit der Macht wirft überhaupt die Frage auf, inwieweit er schon bereits vorher schon Teil einer anderen Existenzebene gewesen sein könnte. Theorien dieser Art werden vor allem befeuert, seit Yoda in Star Wars Rebels aufgetreten ist und da zu einem Zeitpunkt wie ein Machtgeist agierte, als er eigentlich noch am Leben gewesen sein sollte. Wenn sich Jedi wie Yoda oder Obi-Wan jedoch ins Exil begeben haben und unter Anleitung Qui-Gon Jinns das Einswerden mit der Macht studierten, wie weit haben sie da vielleicht bereits das physische Leben hinter sich gelassen. Ist der finale Moment in dem man seine körperliche Hülle aufgibt, um nur noch ein "luminous being" zu sein, vielleicht nur noch das, ein letzter Übergang? Es war nicht Luke in dem die Macht erwacht ist und genau genommen spielte Luke im Gleichgewicht der Macht keine Rolle mehr, was auf seine Losgelöstheit innerhalb der lebendigen Macht hinweisen könnte. Luke Skywalker trat auf Crait mit der Verkörperung seiner Legende gegen Kylo Ren an und er beendete seine Karriere unbesiegt. Kylo konnte ihn nicht einmal niederstrecken und Luke schied freiwillig aus dem Leben. Was wir aus The Clone Wars wissen deutet darauf hin, dass die Macht den Jedi-Orden in einer nicht näher definierten Form bewahren wollte und zwar ohne die Fehler des alten Ordens aus den Prequels zu wiederholen. Dafür sollten einige Jedi-Mentoren als Geister erhalten bleiben und nun kann man sich die Frage stellen, ob Qui-Gon, Obi-Wan, Yoda, Anakin und Luke vielleicht als Machtgeister damit beginnen werden die aus Rebels bekannten "Kinder der Macht" in Richtung des neuen Jedi-Ordens zu steuern. Ein Orden der weniger auf Dogmen und fixen Regeln, sondern auf Idealen und Legenden aufgebaut ist. Für Anakin Skywalker waren die realen Jedi seiner Zeit höchst enttäuschend und auch Luke wurde durch Yodas anfänglich dogmatische Denkweise anfangs vergrault. Luke hingegen? Der wollte die Jedi und sich selbst als Jedi-Meister zerstören, um dieses Problem aus der Welt schaffen.

Dass sich Rey in Episode VIII als Niemand entpuppt könnte J.J. Abrams in Episode IX jederzeit rückgängig machen, ebenso wie andere Plot-Entwicklungen. Ein Zeitsprung könnte den Widerstand zum Erstarken bringen und Kylo Ren könnte ganz gezielt gelogen haben. Abrams ist nicht verpflichtet Johnsons Erzählung zu würdigen, denn die Filmemacher dürfen sich erzählerisch bei ihren Filmen fast völlig frei bewegen. Interessant ist Reys Enthüllung jedoch allemal, denn genauso wie der mysteriöse Stalljunge ist sie ein Kind das mit der Legende von Luke Skywalker und idealisierten Vorstellungen der Jedi-Ritter aufgewachsen ist. Frei von imperialer Propaganda, Jedi-Dogmen oder trister Zeitgeschichte, welche die Jedi zu Gehilfen einer korrupten Republik machte. Rey hat ohne nennenswerte Ahnengalerie weniger Probleme damit sich eines großen Namens würdig erweisen zu müssen und sie muss sich daher nicht auf den Erhalt einer Legende konzentrieren, sie kann sich eine neue schaffen. Rey ist eine Jedi wie sie Anakin Skywalker hätte sein sollen, eine Jedi die Kindern und Jugendlichen aus allen Schichten und Regionen Hoffnung gibt. Die Jedi hatten immer ein Problem Welten wie Jakku oder Cantonica zu erreichen, denn der Orden konzentrierte sich schlussendlich doch auf Welten welche der Republik am nächsten standen. Dadurch wurde man genauso elitär wie die Senatsbürokratie.

Der Kampf zwischen den Rebellen und der Neuen Ordnung (wenn sich der Widerstand nun wieder in Rebellion umbenennt, dann sollte sich die Erste doch auch ruhig in Neue Ordnung umbenennen, denn deren Wiedereinführung strebt man doch an) verpasst beiden Seiten erhebliche Rückschläge. Die Ordnung verliert ihren Geschütz-Dreadnaught und die Supremacy ist schwer angeschlagen, wenn nicht sogar zerstört. Dafür wird die gesamte Rebellenflotte nahe Crait zerstört und verglichen mit den Rebellen der imperialen Ära kann man wohl kaum von mehr als einer Zelle oder einem Geschwader sprechen. Die Führungsriege der Rebellen wird auf rund 20 Leute reduziert, unter denen sich bis auf Poe und Leia keine hohen Offiziere mehr befinden dürften. Die Leia treu ergebenen Helden der Rebellion sind fast ausnahmslos alle tot. Aber so wie die Ordnung sich sicher Nachschub verschaffen kann, so ist das Feuer der Rebellion dafür verantwortlich, dass sich ausgerechnet das Outer Rim sicher bald wehren wird. Wir sprechen hier von den Regionen die einst von Tarkin verwaltet und unterdrückt wurden, nachdem sie in den Klonkriegen entweder neutral geblieben waren oder sich den Separatisten angeschlossen hatten. Welten und Systeme die unter der Alten Republik vernachlässigt wurden und sich um sich selbst kümmern mussten. Tarkins Heimatwelt hatte sich nicht umsonst eine eigene Miliz samt Flotte aufgebaut. Wenn man sich daran orientiert, dass Rian Johnson für Claudia Grays Roman Bloodline explizite Hinweise für die Organisation der Galaxis hinterließ, dann denke ich natürlich an Welten wie Ryloth, die sich der Neuen Republik nicht anschlossen, obwohl sie einst dem Imperium angehört hatten. Die demilitarisierte Neue Republik dürfte so einige Randsysteme verloren haben und hierhin zogen sich wohl auch einige Gruppen zurück, die dem Imperium Kriegsmaterial abgenommen hatten. Einer der letzten Supersternenzerstörer endete etwa im Besitz einer Piraten-Crew. Wieso sollte das republikferne Outer Rim sich jedoch für einen Krieg gegen die Neo-Imperialen mobilisieren lassen? Vielleicht weil die Neo-Imperialen sich weniger für den Galaktischen Kern interessieren. General Hux Rekrutierungsprogramm sah Raubzüge gegen Outer Rim-Welten vor, wo Kinder gestohlen und Familien ausgelöscht wurden, nur um neue Sturmtruppen zu gewinnen. Und Rose Ticos Hintergrundgeschichte verrät, dass die Neo-Imperialen generell wie Räuber über die ungeschützten Outer Rim-Welten hergefallen sind. Während den Kernwelten das Schicksal armer Bergbaukolonien egal sein dürfte, so dürfte sich im Outer Rim doch einiger Groll gegen die Erste Ordnung gesammelt haben. Und der Sieg einer erheblich unterlegenen Streitmacht gegen die besten Schiffe der Neo-Imperialen dürfte sich wie ein Lauffeuer verbreiten, ebenso die Aussicht, das sich aus dem Nichts eine neue Jedi erhoben hat und dass Luke Skywalker womöglich immer noch da draußen ist. Der Widerstand gegen die Neo-Imperialen könnte schon dann sehr verbissen werden, wenn bei einem der nächsten Raubzüge auf einmal Widerstand geleistet wird und vielleicht machtsensitive Dorfbewohner durch die Macht gestärkt werden. Finn kam sehr wahrscheinlich aus einem solchen Dorf das überfallen und zerstört wurde, weshalb das Erwachen der Macht sich in Episode VII womöglich auch auf ihn bezieht. Es ist die helle Seite die ihm Gewissensbisse bereitete und dazu führte, dass er schlussendlich dabei mitwirkte die Karte zu Luke Skywalker an Leia zu überbringen. Dörfer und Kolonien die das neo-imperiale Joch bisher ertrugen könnten sich schon bald wehren und die Rebellion begann einst damit, dass sich schlecht ausgerüstete Gruppen zusammenschlossen und gegenseitig stärkten. Die Hightechflotte der Ersten Ordnung ist nett, aber im Outer Rim gibt es sicher noch dutzende corellianische Korvetten, ausrangierte Raumjäger der Rebellion und Neuen Republik, sowie den einen oder anderen Planeten der sich einmal geschworen hat nie wieder eine imperiale Invasion zuzulassen. Eriadus Erfolg könnte Schule gemacht haben, dass sich jetzt Welten wie Ryloth eine eigene Militärmaschinerie beschafft haben. Und seien wir doch ehrlich, die Twi'leks hätten es wirklich verdient sich einmal so richtig wehren zu dürfen. Wir wissen mittlerweile, dass Hera Syndulla auf Endor anwesend war und den Rang einer Generalin der Rebellen-Allianz bekleidete. Ryloth wurde kein Mitglied der Neuen Republik und einige Veteranen der Rebellion kehrten nach Ryloth zurück. Episode IX einige Twi'lek-Kreuzer und womöglich eine Admiralin Syndulla zu bescheren wäre in meinen Augen nicht die schlechteste Idee. Hera wäre nur eine Ex-Generalin die Leia zur Hilfe eilen könnte. Auch General Lando Calrissian dürfte im Kanon der Rebellion treuer ergeben gewesen sein als in den Legends. So diente Lando in Battlefront 2 wohl mindestens bis Jakku noch als General. Lando wäre in-universe eine kluge Wahl für eine Führungsfunktion, denn er kommandierte in der Schlacht von Endor die Raumjäger-Geschwader, eine durchaus nennenswerte Funktion, die an General Antilles in den Legends oder General Merrick in Rogue One erinnert. Man könnte Lando auch mit General Skywalker in den Klonkriegen vergleichen. Auf jeden Fall wäre Lando jemand der Poe Damerons und Snap Wexleys Vorschlägen gegenüber sehr aufgeschlossen sein sollte. Und vielleicht lebt ja auch Wedge Antilles noch.

Landos Vergangenheit als Geschäftsmann könnte auch dazu führen, dass sich die neuen Rebellen mit neuen Raumjägern eindecken können, denn Lando war schon zu einer Zeit aktiv, als sich die Rebellen mit ausgemusterten Y-Wing-Bombern aus den Klonkriegen versorgten. Die Neue Republik rüstete nach Jakku dramatisch ab, was bedeutete, dass all dieses Kriegsmaterial irgendwohin verschwunden sein könnte. Battlefront 2 Resurrection zeigt die Miliz von Vardos im Besitz von Schiffen der Klonkriegs- und Rebellen-Ära. Der in Episode VIII angekündigte Krieg ist jedoch keine Rebellion wie in der OT, sondern ein bereits territorial verankerter Krieg. Das Outer Rim wurde von der Ersten Ordnung geplündert und mehrfach angegriffen und es hat sich bisher nicht gewehrt. Das sollte sich nun ändern, denn die Feuchtfarmer träumen wohl nicht mehr nur von einer Zukunft fernab von Tatooine, sondern auch davon keine Überfälle durch die Erste Ordnung fürchten zu müssen. Die Gefahr die in der Ära des Imperiums im Outer Rim noch fern wirkte, ist in dieser Phase des neuen Krieges bereits seit mehreren Jahren evident. Die Neue Republik hat nichts unternommen und nun ist sie erledigt, doch der Widerstand hat mit nur einigen Schiffen massive Kriegsschiffe der Ersten Ordnung zerstört. Widerstand ist nicht nur möglich, er kann auch erfolgreich sein.

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