Samstag, 5. Oktober 2019
Eine Thrawn-Prequel-Trilogie


2011 hatte ich das Vergnügen über die Jubiläumsausgabe zum 20jährigen Jubiläum der Veröffentlichung von Band 1 der Thrawn-Trilogie zu schreiben und damals war die Welt für Fans der Star Wars-Romane aus Timothy Zahns Feder noch weitgehend in Ordnung. Ich muss zwar zugeben, dass ich kein Fan von Zahns Standalone SCOUNDRELS gewesen bin (vielleicht auch, weil dieser ohne Thrawn oder Mara Jade auskam und sich auf Han Solo und seinesgleichen konzentrierte), aber mit der damals noch vergleichsweise frischen Hand of Judgement-Duologie (ALLEGIANCE und CHOICES OF ONE) hatte Zahn sich nach der in meinen Augen nicht ganz so furiosen OUTBOUND FLIGHT-Duologie wieder in mein Herz geschrieben. Zahns Romane waren und sind meine Lieblingswerke im Expanded Universe und das trotz einiger Werke denen ich für meinen Geschmack erst in den letzten Jahren positive Seiten abringen konnte.

Hätte ich meine Vergangenheit als Rezensent von Star Wars-Romanen nicht hinter mir gelassen, ich hätte mich wohl auch intensiver mit Zahns neukanonischen Thrawn-Romanen auseinandergesetzt. Aber was Star Wars-Romane in der Disney-Ära betrifft bin ich mittlerweile sehr zögerlich geworden. Ja, ehrlich gesagt hatte das EU schon früher immer reichlich schlechte und bestenfalls mittelmäßige Werke zu bieten. Und schon damals legten einige der Fan-Favoriten wie James Luceno (mit dem Brückenroman MILLENIUM FALCON) meiner Meinung nach Blindgänger vor, deren Kauf ich bis heute bereue. Grundsätzlich hätte Disneys Reboot des EU qualitativ keinen großen Verlust darstellen müssen und es gibt auch Romane die in der neuen Kontinuität sehr gut gelungen sind. Zu meinen Favoriten gehören da definitiv LORDS OF THE SITH, BATTLEFRONT: TWILIGHT COMPANY, LOST STARS, DARK DISCIPLE und MASTER AND APPRENTICE. Alexander Freeds TWILIGHT COMPANY ist mittlerweile sogar mein meistgelesenes "Kanon-Werk" und hat im Grunde ein für Star Wars-Romane eher untypisches Setting. In Verbindung mit MASTER UND APPRENTICE würde ich auch noch das Hörbuch DOOKU: JEDI LOST als eines meiner Lieblingswerke in diese illustre Reihe stellen.

Objektiv könnte man mit 6 meiner Meinung nach sehr guten Romanen von einem guten Schnitt für die letzten Jahre (2015-2019) sprechen, immerhin hatten wir im alten EU gefühlt auch deutlich schlechtere Zeiten. Aber es sind die verehrten Veteranen wie James Luceno (ROGUE ONE: CATALYST, TARKIN) und Timothy Zahn (THRAWN, THRAWN: ALLIANCES, THRAWN: TREASON) die mich in der Disney-Ära enttäuscht zurückgelassen haben - so neben den Versuchen des neuen Managements bei Lucasfilm einige der populärsten EU-Buchreihen scheinbar mit kanonischen Neuauflagen zu ersetzen (Wendigs AFTERMATH-Trilogie vs. Zahns klassischer Thrawn-Trilogie, Freeds Alphabet Squadron vs. Allstons und Stackpoles X-Wing-Romane). Verglichen mit LABYRINTH OF EVIL oder CLOAK OF DECEPTION hauen mich TARKIN und CATALYST echt nicht aus den Socken und selbst wenn ich sie mit dem für mich eher schwächeren DARK LORD vergleiche fehlt den beiden Romanen ein roter Faden. Ich finde sie aber immer noch besser als MILLENIUM FALCON, insofern bedauere ich eher das Mittelmaß von Lucenos Beiträgen zum neuen Kanon. Ähnlich schwierig tue ich mir mit Zahns kanonischer Thrawn-Trilogie die praktisch als Tie-in zur Animationsserie REBELS missbraucht wurde. THRAWN 1 litt meiner Meinung nach unter einem uninteressanten Antagonisten (Nightswan) und einem wenig überraschenden Plot (Thrawns Aufstieg zum Großadmiral), wobei sich Thrawn die Bühne auch noch mit Gouverneurin Pryce (der Antagonistin aus REBELS) teilen musste. Zeitweise fieberte ich sogar mehr mit Gouverneurin Pryce mit, die in ihrer Karriere deutlich mehr Rückschläge und Hindernisse überwinden musste, als Thrawn der jederzeit die Option hatte einfach zu kündigen und es sich dabei sogar noch als ambitionsloser Höfling des Imperators gemütlich zu machen. Natürlich wurde Thrawn diskriminiert und hatte keine Garantie auf künftige Beförderungen, was in den Augen mancher Kritiker wohl zu zwanghaft auf moderne politische Themen zugeschnitten wurde. Als jemand der gerne mal eine Heldengeschichte mit klassenkämpferischen Untertönen liest würde ich jedoch behaupten, dass sich Timothy Zahn sehr wenig Mühe damit gegeben hat seinen Roman mit dem entsprechenden sozialrevolutionären Feuer zu gestalten. Meiner Meinung nach wirkt Thrawns Aufstieg so als wäre er die Karriereleiter nach oben gestolpert, weil es der Plot eben so verlangt. Von jahrelang vorenthaltenen Beförderungen, Intrigen ehrgeiziger Untergebener oder sogar Degradierungen aufgrund von solchen Intrigen findet man in Thrawns Karriere gerade einmal Spurenelemente, aber Timothy Zahn ist halt kein James Luceno, der für seine Politthriller im Star Wars-Mantel bekannt ist. Zahn ist jedoch zu mehr fähig, wenn ich an seine früheren Werke denke. Also entweder fehlte ihm das Interesse oder der Raum, um die politischen Aspekte von Thrawns Karriere vorzustellen. Auf diese Weise bleibt jedenfalls eine deutliche Angriffsfläche für die "Star Wars wird für aktuelle politische Propaganda missbraucht, aber genau diese Pflichtübung schadet dem Franchise"-Argumentation. Im Fall von THRAWN 1 schadet es dem Werk weil es möglich ist, Thrawns mangelhafte "heroes journey" als lustlos umgesetzt zu betrachten, wobei man gleich den Vorwurf einbauen kann, Zahn hätte Disneys politische Vorgaben abgelehnt und sich daher aus Protest keine Mühe gegeben. Disney gibt in den vom Konzern aufgekauften Franchises gerne politische Leitlinien vor, weshalb auch die Marvel-Filme der jüngeren Vergangenheit, in weniger riskanten Gewässern unterwegs sind, als noch zu Zeiten eines Iron Man 1.

Unterm Strich kann ich nur sagen, dass mich THRAWN 1 selbst im zweiten oder dritten Durchgang nicht so begeistern kann wie frühere Werke Timothy Zahns. Frühere Werke haben aber auch nie versucht das Mysterium Thrawn zu lüften, indem sie seinen genauen Karriereweg innerhalb des Imperiums nachzuzeichnen versuchten. Genau das lässt sich in meinen Augen als Zerstörung des Mythos werten und macht THRAWN 1 zu einem Roman, der im Grunde nur dann ohne Kritik davongekommen wäre, wenn ihn Zahn wirklich brillant geschrieben hätte. Zahn gönnt Thrawn stellenweise wirklich gelungene Charaktermomente und vor allem weil er Thrawn in der Ich-Perspektive zu Wort kommen und seine Ansichten mitteilen lässt. Zahn mag genötigt gewesen sein Thrawn zu erklären, aber ich finde trotzdem, dass sein erster Zahn-Roman das Sakrileg begangen hat einen Zaubertrick zu erklären, der bis dahin wunderbar funktioniert hat. Nicht jedoch weil er Thrawns Gedanken zu Papier brachte, sondern weil er dessen imperialen Lebenslauf offen legte. In einem Buch vom imperialen Kadetten zum Großadmiral aufzusteigen ist auch etwas zuviel für je nach Übersetzung und Buchformat rund 500-600 Seiten.

THRAWN war also für mich ein eher kontroverses Buch über das sich wahrscheinlich viel schreiben ließe, ohne auf ein Fazit zu kommen. Genau das machte THRAWN jedoch auch noch interessant, im Gegensatz zu THRAWN: ALLIANCES. Schon in THRAWN 1 teaserte man an, dass Thrawn während der Klonkriege einmal auf Anakin Skywalker getroffen ist. Die Klonkriege und ihre Darstellung in den verschiedenen Medien sind für viele Star Wars-Fans ein kontroverses Thema. Sicher auch, weil viele wie ich Episode II weit unten auf der Liste ihrer Lieblings-Star Wars-Filme ansiedeln würden. Schuld daran ist für mich die zweifelhafte Qualität der Unzahl von Geschichten mit Padme und Anakin, die seit 2002 veröffentlicht wurden. Der Plot scheint ja immer irgendwie der gleiche gewesen zu sein: Padme bringt sich durch ihren Mut und ihr Alleingängertum in Gefahr und muss gerettet werden. THRAWN: ALLIANCES verwendet für seinen Klonkriegs-Handlungsstrang also einen Plot als Grundlage, der bereits im alten EU breitgetreten wurde. Okay, aber ein Genie wie Timothy Zahn kann dem ja eine völlig neue Facette abringen? SCOUNDRELS war bereits vor einigen Jahren ein solcher Versuch, eine typische Han Solo-Geschichte durch Zahns Renommee und Erzählkunst in ein vermeintliches Meisterwerk zu verwandeln. Und SCOUNDRELS ist für meinen Geschmack der schlechteste Zahn-Roman in der gesamten Legends-Kontinuität gewesen. Meine Erwartungen an ALLIANCES waren also gleich gedämpft, als Padme und eine ihrer Zofen/Agentinnen ins Spiel kamen. Als wäre das dann nicht genug gewesen zwang man Zahn wohl dazu Batuu als Schauplatz beider Handlungsstränge zu verwenden, da dieser Tie-in zu Disneys Galaxy's Edge-Themenpark einfach sein musste. Spätere Romane wie BLACK SPIRE und A CRASH OF FATE, sowie eine eigene GALAXY'S EDGE Comic-Mini-Serie feierten Disneys Star Wars-Themenpark dann noch umso mehr. Ich habe ALLIANCES bisher zweimal gelesen und bereue den Kauf der Hardcover-Erstausgabe. In THRAWN: ALLIANCES lässt sich meiner Meinung nach eindeutig "Disneys" Handschrift erkennen oder jedenfalls der Beweis, dass Timothy Zahn bestimmte Vorgaben für seinen Roman erhielt. ALLIANCES passt jedenfalls perfekt in den neuen Kanon und was beklage ich mich eigentlich. Was mich an der ganzen Geschichte stört ist vielleicht, dass man den hochheiligen Zahn dazu gebracht hat sich auf die Niederungen zweitklassiger Star Wars-Autoren zu begeben und ein Werk vorzulegen, bei dem es primär darum ging, sich innerhalb des etablierten Kanons zu bewegen und verschiedene Ären der Saga miteinander zu verknüpfen. So ein in den meisten Fällen zur Mittelmäßigkeit verdammtes Projekt (weil irgendein Handlungsstrang wie der mit Padme und Anakin fast immer schon zur Genüge breitgetreten wurde) hat in meinen Augen auch Zahn geschadet, dessen frühere Star Wars-Romane (in Legends-Zeiten) fernab des jeweiligen Trends stehen durften und ihr eigenes Ding durchziehen konnten, ohne gezwungen zu sein, Tie-ins zu anderen Star Wars-Medienprojekten wie Serien, Comics, Videospielen oder mehrteiligen Roman-Reihen vorzuweisen. In Legends-Zeiten zwang Zahn keiner dazu, seine Hand of Judgment-Romane mit Charakteren oder Orten aus den Rebellion oder Empire-Comics auszustatten. Weil der damalige Comicpublisher Dark Horse aber eben auch kein Tochterunternehmen von Lucasfilm war, während Marvel heutzutage genauso ein Teil von Disney ist wie Lucasfilm. Markenidentität, Wiedererkennungswert und Kontinuität oder in anderen Worten der 'all things corporate' scheinen mir modernen Star Wars-Werken eher zu schaden als zu helfen. Vielleicht ist das auch nur eine gewisse Legends-Nostalgie und nachträgliche Glorifizierung dieser wilden Zeiten, als Star Wars in jedem Medium seine eigenen Geschichten zu erzählen schien und der "Kanon" in mehrere, für die Mehrheit der Fans nicht mehr übersichtliche Kategorien unterteilt war. Das neue EU ist den aktuellen Trends im Franchise unterworfen und EU-Projekte die früher dazu führten, dass man Geschichten weit abseits der Filme oder laufender Serien ansiedelte (wie in der Old Republic- oder Legacy-Ära) sind heute eher unvorstellbar. Es überrascht mich aktuell nur, dass keine Romanadaption von JEDI: FALLEN ORDER gedacht ist, während es sogar einen Prequel-Comic dazu geben wird. Zu THE FORCE UNLEASHED gab es immerhin Romanadaptionen und Comic-Miniserien, die den gesamten Plot der Spiele nacherzählten. Davon scheint man nun abzuweichen, vielleicht aber auch nur, weil das Programm dieses Jahr mit THE MANDALORIAN (wozu bisher noch gar keine Begleitliteratur angekündigt wurde) und EPISODE IX ohnehin zu dicht ist.

Ein erster Teil einer Trilogie, der beschuldigt wird einen Mythos zerstört zu haben, ein zweiter Teil der als Tie-in für ein anderes Projekt herhalten muss und unter einem Padme und Anakin-Plot leidet... das kann einem ja bekannt vorkommen, denn sind das nicht auch Kritikpunkte, die sich gegenüber der Prequel-Trilogie anführen lassen? Von meinem Standpunkt zur kanonischen Thrawn-Trilogie aus gesehen scheint es jedenfalls so. Die Prequels waren ein Teil meiner Jugend, so dass ich sie sehr wahrscheinlich ein Spur milder beurteile als Fans die damals bereits die Vorzüge der Volljährigkeit genossen. Und Episode II war der erste und lange Zeit einzige Film den ich auf DVD besaß, weshalb er auch bis heute der schlechteste Prequel- und Star Wars-Film für mich ist. Episode II hatte ebenfalls einen Handlungsstrang der dazu diente pflichtgemäß eine Handlung voranzubringen, weil es der Gesamtplot so verlangte. Und diese Romanze zwischen Padme und Anakin wirkte dann auch genauso erzwungen wie befürchtet. Man kann George Lucas dafür die Schuld geben, aber gerade bei Prequel-Geschichten finde ich es aus erzählerischer Sicht sehr schwierig die üblichen Fallstricke zu vermeiden. Anakins Anbandeln wirkte wie zum Fremdschämen und Thrawns Lebensgeschichte fehlte genauso das nötige Feuer. Dafür hatte aber Episode III mehr als genügend Feuer oder nicht? Episode III besitzt in meinen Augen eine der besten Romanadaptionen innerhalb des gesamten Star Wars-Franchise und es gibt Filmszenen die mich zu unterschiedlichen Zeitpunkten meines Lebens alles andere als kalt gelassen haben. Obi-Wans "You were my brother, Anakin" hat für mich persönlich emotional sogar mehr Gewicht als Vaders "No, I am your father", sicher auch, weil mir Obi-Wans emotionaler Zustand nach Anakins Verrat vertrauter ist als Vaders Offenbarung oder Lukes Schock. VERRAT! It's TREASON then! Gelungene Überleitung zu THRAWN: TREASON? Thrawns dritter Roman im neuen Kanon leidet schon darunter, dass er quasi eine Füller-Episode zu Star Wars REBELS darstellt, da Thrawn in einigen Episoden der finalen Staffel der Serie abwesend war. Dabei muss ich zugeben, dass ich Thrawns Gastauftritte in der Serie durchaus etwas abgewinnen konnte. Doch war der REBELS-Thrawn für mich nie der Großadmiral der klassischen Thrawn-Trilogie, was ich mir jedoch auch damit erklärte, dass wir es in Rebels mit einem mindestens 10 Jahre jüngeren Mitth'raw'nuruodo zu tun hatten. Rückblickend frage ich mich nun sogar, ob Zahn über den Verlauf seiner kanonischen Thrawn-Romane vielleicht sogar soweit gegangen ist seinen Protagonisten charakterlich reifen zu lassen. Wäre an dieser Theorie jedoch nichts dran, dann würde ich mich umsonst ein drittes Mal durch THRAWN: ALLIANCES quälen.

THRAWN: TREASON ist meiner Meinung nach kein Meisterwerk und ich wage zu behaupten einen bereits angedeuteten Trend in diesem Teil der Trilogie wiedererkannt zu haben. Halb Pflichtübung (weil sich Zahn auf den REBELS-Plot und die Geschichte um den Todesstern beziehen musste), halb jene Geschichte die Zahn wohl wirklich erzählen wollte. TREASON ist schon mehr das was ich mir von einem Thrawn-Roman erwartet hätte, auch wenn er unter den üblichen Problemen leidet. Thrawns Plot um die Chiss und die Grysk spielt jedoch trotzdem leider eine untergeordnete Rolle, was vielleicht neuerlich den Vorgaben und möglichen Eingriffen von Seiten des Lektors oder der Redaktion zugeschrieben werden kann. Thrawn trickst einen imperialen Großadmiral aus, verliert die Finanzierung seines TIE Defender-Projekts und entpuppt als Chiss-Loyalist, der dementsprechend in den Augen des Imperators ein Verräter wäre - unterm Strich ist dieser Plot nur leider völlig ohne Bedeutung, weil Thrawn in REBELS zusammen mit Ezra Bridger von der Bildfläche verschwindet. Ein unbefriedigendes Ende für eine enttäuschende Trilogie, die Thrawns Karriere als Großadmiral auf seine Kampagne gegen die REBELS reduziert. Und alles davor scheint bereits mit THRAWN 1 abgedeckt zu sein.

Thrawns Schicksal bleibt offen

Der kanonische Thrawn ist jünger, unerfahrener und weniger imperial als Legends-Gegenstück, sodass eine nach Endor angesiedelte kanonische Thrawn-Trilogie wohl eher wie SURVIVOR'S QUEST aussehen würde, als wie HEIR TO THE EMPIRE und die Hand of Thrawn hätte wohl im neuen Kanon eine völlig andere Bedeutung. Wobei sich die Hand of Thrawn als Gruppe von Thrawn-Loyalisten, die sich in die Chiss-Innenpolitik bzw. einen Chiss-Bürgerkrieg einmischt ja durchaus auch im neuen Kanon entstehen könnte. Statt Voss Parck oder Gilad Pellaeon wäre die Nachfolgerin Thrawns allerdings wohl eher Karyn Faro, da ihr die Rolle als Thrawns Protege zugekommen ist. Faro dürfte sogar noch mehr als Pellaeon mit Thrawns Strategien vertraut geworden sein und die von Thrawn sehr geschätzten Anführerqualitäten besessen haben.

Thrawn und Ezra Bridger verschwanden kurz vor den Ereignissen aus Rogue One, sodass es bis Endor schlimmstenfalls 5 Jahre gewesen wären. Nach Endor hätten Thrawns loyale Anhänger wie Commodore Faro, die bis dahin wohl zumindest eine vollwertige Admiralin geworden wäre, die Möglichkeit besessen einem Hilferuf ihres einstigen Vorgesetzten zu folgen. In-universe bestünde ja auch die Frage, ob Thrawns Vertraute von Palpatine als loyale Anhänger seiner Person eingestuft gewesen wären. Palpatines Operation Cinder und die Rekrutierung für die First Order basierte ja auch darauf, ob er jemanden als für loyal genug einschätzte. Da Thrawn sich als Verräter entpuppte hätte Palpatine wohl eher dazu geneigt Thrawns Truppen in Operation Cinder zu verheizen. Gallius Rax wäre wohl dafür zuständig gewesen die Neue Republik und die Imperialen so zu manipulieren, dass Thrawns imperiale Anhängerschaft untergegangen wäre. Da ich mir durchaus wünschen würde Gallius Rax schon vor Jakku eine Abrechnung zu verpassen, indem ihm einige von Thrawns Anhängern oder sogar der Großadmiral selbst eine bittere Niederlage zufügen (indem sie ihm entwischen) will ich mir den Wunsch nicht verkneifen, eine kanonische Hand of Thrawn-Trilogie herbeizuwünschen, in der Thrawn Gallius Rax auf die Füße steigt und vielleicht sogar Sloanes bzw. Snokes First Order eine Abreibung verpasst. Bis dahin müssen wir wohl noch nach Episode IX und bis zum Ende der Ascendancy-Trilogie warten...

Hoffnung und Zweifel

Die kanonische Thrawn-Trilogie hat mich nun eher wenig begeistert, weil sie sich in meinen Augen zu oft an Vorgaben von oben ausrichten musste und Timothy Zahn zu wenig Raum ließ seine Geschichte zu erzählen. Eine auf die Unbekannten Regionen konzentrierte Geschichte hätte nun den Vorteil sich unabhängig vom Rest des "Kanons" entwickeln zu können und genau das ist etwas, was Zahn selbst am Herzen zu liegen scheint. Er wollte ja schon seit seiner Zusammenarbeit mit dem SWTOR-Team tiefer in die Geschichte der Chiss Ascendancy eintauchen, wobei ihn auch SWTORs Sonderstatus abseits des neuen Kanons interessierte. Nachdem Zahns guter Ruf für drei kanonische REBELS/THE CLONE WARS/GALAXY'S EDGE/ROGUE ONE Tie-ins missbraucht worden ist hoffe ich, dass man ihn in seiner neuen Trilogie endlich eine Geschichte erzählen lässt, wie er sie erzählen will. Natürlich bestehen die üblichen Gefahren fort, falls Lucasfilm in seiner nächsten Filmreihe entscheiden sollte, auch die Unbekannten Regionen zu besuchen.

Als jemand den OUTBOUND FLIGHT und SURVIVORS QUEST fasziniert haben ist mein Interesse an der ASCENDANCY-Trilogie schon sehr groß, zumal die Möglichkeit bestünde viel von der Lore aus den Legends zu übernehmen. Der angedeutete politische Machtkampf zwischen mehreren Familien innerhalb der Ascendancy während TREASON erinnert ja auch an die angedeuteten Ereignisse innerhalb der Legends-Ära, als Aristocra Formbi ausplauderte, dass die Zahl der herrschenden Familien innerhalb der Ascendancy beträchtlichen Schwankungen unterworfen sein kann, weil Bürgerkriege für die Chiss keine Seltenheit sind.

Weit mehr als OUTBOUND FLIGHT hätte eine eigene Roman-Trilogie die Möglichkeit mehr über Thrawns Karriere vor seiner Verbannung zu enthüllen als selbst in den Legends bekannt war. Timothy Zahn meinte in einem Interview vor der Veröffentlichung von THRAWN ja sogar noch, dass er versucht hätte seinen ersten kanonischen Roman so zu schreiben, dass er sich noch mit Thrawns Legends-Auftritten verbinden ließ. Bei der Ascendancy Trilogie stellt sich nun die Frage, ob spätestens Band 3 eine kanonische Darstellung der Ereignisse aus OUTBOUND FLIGHT enthalten könnte. Und wie wird die Trilogie sich mit THRAWN: ALLIANCES verbinden lassen? Ich könnte mir ja durchaus vorstellen, dass Thrawn irgendwann in einem neukanonischen Szenario ebenfalls einer Flotte mit Schiffen der Handelsföderation gegenüberstand, was jedoch während der Klonkriege gewesen sein müsste.

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Donnerstag, 1. August 2019
Das silberne Zeitalter
Nach dem die Sequel-Trilogie spätestens seit Episode VIII höchst umstritten ist und dafür verantwortlich gemacht wird zu den beschaulichen Einnahmen des Solo-Films beigetragen zu haben (der anscheinend den Start einer Solo-Trilogie bedeutet haben könnte) könnte man sich in jedem anderen Franchise ja fragen, ob man nicht ein paar Jahre Gras über die Sache wachsen lassen wird, um dann ein Reboot zu wagen. Auf jeden Fall wird Star Wars nie wieder so werden wie es war und das liegt schon allein daran, dass George Lucas kein Teil des Franchise mehr ist. Das goldene Zeitalter, in welchem Lucas den Takt vorgab und gerne auch die Fans vor den Kopf stieß, indem er sich von irgendeinem "Kanon" nicht in die Suppe spucken ließ, ist schon seit einigen Jahren vorbei. Was wir heute erleben ist ein eher mutloses Expanded Universe, das aus Rücksicht vor möglichen Filmen oder TV-Serien ein Schattendasein führt und das merkt man nicht nur an den zuletzt veröffentlichten Romanen, welche unter anderem dem Zweck dienen sollen Disneys Star Wars-Themenpark zu bewerben, wofür man via Marvel auch eine Comic-Miniserie gestartet hat. Neben Disneys Bereitschaft die Marke Star Wars auszuschlachten (bereits beim Kauf von Lucasfilm sprach man ja von etwa 40 Jahren die Star Wars Geld abwerfen wird) leidet das Franchise derzeit aber vor allem an einem Mangel an kreativer Kontrolle und Einheitlichkeit. Was beim EU durchaus verschmerzbar war hat der Sequel-Trilogie nun eindeutig geschadet. Kathleen Kennedy kann man vieles vorwerfen, aber seien wir ehrlich, sie ist eine Managerin, keine Erzählerin, was heute als Star Wars verkauft wird ist nicht von ihrer erzählerischen Vision geprägt. Man könnte nun ernsthaft davon sprechen, dass Star Wars mit George Lucas durchaus seine Seele verloren hat. Aber bei aller Verehrung für Lucas, das Franchise wurde neben den Filmen auch von allerlei Ausnahmeerscheinungen wie Zahns Thrawn-Trilogie, Knights of the Old Republic und anderen EU-Werken getragen. Seit Lucasfilm an Disney verkauft wurde gibt es jedoch kaum ambitionierte Projekte wie Dark Empire, die Thrawn-Trilogie oder gar KotOR. Generell scheint sich die Videospiel-Sparte in den letzten Jahren auf Battlefront festgelegt zu haben und selbst das demnächst erscheinende Fallen Order ist weit von den goldenen Zeiten eines Shadows of the Empire entfernt. Konnten ein Zahn oder James Luceno in den goldenen Zeiten des Franchise noch einiges vom Kanon mitgestalten und sogar einige der Visionen des obersten Kreativen aufgreifen, so gestalten sich Zahns und Lucenos Beiträge zum neuen Kanon relativ bescheiden. James Luceno, der mit Lucas Segen und Notizen über die Vorgeschichte von Episode I und III, sowie Darth Plagueis schreiben durfte konnte zuletzt gerade einmal zweitklassige Geschichten über Tarkin und Krennic zu Papier bringen, weil ihm nicht mehr erlaubt war.

So einengend sich die Zusammenarbeit mit Disneys Lucasfilm für Buchautoren und Videospieldesigner gestalten dürfte, so freizügig gibt man sich gegenüber Drehbuchautoren. Allerdings könnte genau das zum Problem von Phase 2 des silbernen Zeitalters werden, das von den Game of Thrones-Produzenten D.B. Weiss und David Benioff bestimmt werden könnte. Vor der finalen GoT-Staffel war man noch voll des Lobes über diese beiden, doch nun könnte man durchaus versucht sein zurückzurudern und das wäre für Disneys Lucasfilm nichts neues. Man musste schon Jurassic World-Regisseur und -"Drehbuchautor" Colin Trevorrow los werden und sich auch des Fantastic Four-Rebooters Josh Trank entledigen. Chris Miller und Phil Lord feuerte man sogar erst während des Drehs von Solo. Bliebe noch Gareth Edwards zu erwähnen, der wegen seines Erfolgs mit seinem Godzilla-Reboot angeheuert wurde, dann aber auch bei den Nachdrehs von Tony Gilroy (bekannt durch die Bourne-Trilogie) ersetzt wurde. Mit Leuten wie J.J. Abrams, die dafür bekannt sind Blockbuster mehr oder weniger erfolgreich einem Reboot unterzogen zu haben oder zumindest Franchise-Erfahrung mitzubringen ist klar, dass sich Lucasfilm an einen sehr kleinen Kreis von Regisseuren und Drehbuchautoren zu wenden versucht, wobei gerne auch Vorschusslorbeeren vergeben werden, die man dann zurückziehen muss. In diesem Sinne sind Benioff und Weiss ein interessanter Fall, denn sie haben zwar sehr wahrscheinlich das Finale von GoT vergeigt, aber zumindest vorher noch gute Arbeit geleistet. Allerdings hatten sie bei GoT die Möglichkeit auf George R.R. Martin und dessen Werke zurückzugreifen, während Star Wars mittlerweile ja völlig ohne George Lucas auskommen muss und die möglichen Bezugswerke wurden für unkanonisch erklärt. Was Benioff und Weiss bei Star Wars also fehlt ist etwas woran sie sich orientieren können, genauso wie bei den letzten Staffeln von Game of Thrones. Während ich Weiss in diesem Fall schwer einordnen kann, ließe sich bei Benioff jedoch ein klarer Trend erkennen. Benioff arbeitet meiner Meinung nach am besten, wenn er Quellenmaterial zum verarbeiten hat. Beispiele dafür könnte die Verfilmung von Khaleed Hosseinis Roman Drachenläufer oder auch Benioffs Drehbuch zur letzten Hollywood-Inszenierung von Troja sein. Wer sich eine Verfilmung von Drew Karpyshyns Bane-Trilogie durch Benioff erhofft, sollte sich durchaus einmal ansehen, was Benioff aus Homers Ilias gemacht hat, um sein Drehbuch in Hollywood an den Mann zu bringen. Orlando Bloom oder Eric Bana als Lord Kaan und Sean Bean als Lord Hoth? Ich könnte mir das ja gut vorstellen, zumindest da Sean Bean ja auch an GoT mitgewirkt hat und eben gerne der Darsteller ist, von dem man erwartet, dass er im ersten Teil einer Trilogie umkommen würde. Zugegeben, mich hat Troja seinerzeit durchaus beeindruckt, zumal es mein erster Blu-ray Film geworden ist und allzu viel moderne Sandalenfilme gibt es ja auch nicht. Etwas lockerer durfte Benioff das Quellenmaterial jedoch im Fall seines schlimmsten Flops nehmen, X-Men Origins: Wolverine! Der Film, der 20th Century Fox dazu brachte die Pläne für eine Reihe von X-Men-Prequels aufzugeben und stattdessen einiges davon in X-Men: First Class zu verpacken. X-Men hatte es als Franchise nie leicht und endete mit katastrophalen Kontinuitätsproblemen, welche zumindest von Deadpool gerne aufs Korn genommen werden. Benioff ohne konkrete Vorgaben arbeiten zu lassen könnte meiner Meinung nach zur nächsten Katastrophe führen und allzu viel hat man bisher nicht für die Zukunft des Franchise angekündigt, außer einer ominösen zweiten Trilogie von "Ein gespaltenes Publikum bürgt für einen guten Film"-Rian Johnson, die aufgrund von Johnsons Ausfällen gegenüber Fans und dem Streit um Episode VIII wohl bis auf weiteres unter den Teppich gekehrt wird. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Star Wars-Regisseuren hat Johnson ja tatsächlich seinen Beitrag zum Franchise überlebt und er darf weiterhin in Hollywood Filme drehen, ohne von "kleineren Projekten" sprechen zu müssen. Nebenbei ist Kathleen Kennedy mit 66 Jahren auch nicht mehr die allerjüngste und könnte sich aus gesundheitlichen Problemen oder um mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können zurückziehen, wenn sich der nächste Flop anbahnen sollte. Und dann? Dann wird sich zunächst wohl wenig ändern, immerhin hat Disney seinen Themenpark auf Kennedys Sequel-Trilogie aufgebaut und will sich dieses Millionen-Investment vielfach vergüten lassen. Ein Reboot der Sequel-Trilogie würde ich für die nächsten 10-20 Jahre also ausschließen. Allerdings kann man den Themenpark auch umgestalten, wobei das nicht notwendig sein muss. Baatu ist eine Enklave in der Wild Space-Region und man findet dort unzählige Relikte aus vergangenen Tagen des Star Wars-Universums, ab 2022 wohl mit Nachbauten von Requisiten aus der nächsten Star Wars-Trilogie der Herren Benioff und Weiss. Die Probleme von Teilen des Fandoms mit dem "Disney-Reboot" sind vielleicht verständlich, wenn man daran denkt wie andere für beendet erklärte Geschichten gerne in lizenzierten Fan Fiction-Werken fortgesetzt werden. Irgendwo findet sich ein Verlag, der die Rechte erhält neue Geschichten in einem Universum zu platzieren, das auf einem oder mehreren Filmen basiert und aus unterschiedlichen Gründen fürs erste nicht vom ursprünglichen Schöpfer fortgesetzt wird. Und wenn das Reboot oder Sequel kommt, dann blickt die breite Masse eben auf die aufgebrachten Fans dieser "Fan Fiction" herab. Meistens fehlt diesen Fan die Plattform oder auch nur die zahlenmäßige Größe, um sich Gehör zu verschaffen, aber im Fall von Star Wars konnten die vergraulten Anhänger des "echten Kanons" eine kritische Masse erreichen. Als jemand der sich aber auch noch daran erinnern kann wie vor Disney Konflikte zwischen Prequel-Hatern, TCW-Hatern, Del Rey-Hatern und allerlei Spezialfällen hochkochen konnten frage ich mich eher, wer die heutigen Disney-Hater oder EU-Hater vorher waren. Als jemand der die Romane bis zum Ende durchgehalten hat und bei den Comics auch erst nach dem Finale der ersten Legacy-Comics ausstieg bin ich durchaus manchmal beeindruckt, wie sich heute ehemalige Hater des gesamten EU-Materials ab 1999 zu den Verteidigern des Expanded Universe aufschwingen können. Unter der auf Hochglanz polierten Fassade gärt jedoch weiterhin die gleiche altbekannte Verachtung für die Vong und alles was danach kam. Solange man gegen die Maus kämpfen kann sind diese Realitäten wohl ohne Belang, aber sollte sich ein Erfolg erreichen lassen, dann wäre der Burgfrieden gleich dahin. Welche EU-Reihe würde man denn fortsetzen? Rein zeitlich würde sich ja die Sword of the Jedi-Trilogie anbieten, aber genau diese Ära ist nicht wenigen EU-Verteidigern ja komplett verhasst. Und egal was man als neuen Legends-Content nachlegen würde, Teile der noblen Bewegung würden sich sofort daran machen diese neuen Werke zu verreißen, weil sie nicht sind, was sie sich gewünscht haben.

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Samstag, 1. Juni 2019
Die sieben dunklen Jedi aus Jedi Knight waren schon eine faszinierende Idee



Rückblickend muss ich zunehmen, dass ich Jedi Knight seinerzeit nie als so grandios wahrgenommen habe wie es heute dasteht. Meine erste Begegnung mit Jedi Knight folgte sogar erst auf den Release von Jedi Knight II und damals sah ich den Vorgänger als hoffnungslos veraltet an. Doch die Lore hinter Jedi Knight I kann sich auch heute noch sehen lassen und mit dem nicht mehr allzu fernen Release von Fallen Order steht die Frage im Raum, ob es irgendwann gelingen wird den Erfolg der Jedi Knight-Trilogie zu wiederholen.



Jerec war in Jedi Knight der Anführer der sieben dunklen Jedi und der fähigste von ihnen allen. Der neue Kanon mag sich heute rühmen progressiv zu sein und auch Aliens einzubeziehen, doch Jerec war bereits in den 90ern der erste Miraluka und noch dazu ein ehemaliger Hoher Inquisitor des Imperiums. Jerecs Origin Story outet ihn als ehemaligen Jedi-Gelehrten, der noch von Jocasta Nu ausgebildet wurde und die Klonkriege de facto versäumte. Als Jedi brachte es Jerec sogar bis zum Meister und er hatte sogar eine Padwan ausgebildet. Als Inquisitor gierte Jerec danach in der imperialen Hierarchie aufzusteigen, um sich das Vertrauen des Imperators zu verdienen, denn Jerecs großes Ziel war es Zugang zu den Geheimnissen der Sith zu erhalten. Nachdem er zum Hohen Inquisitor aufgestiegen war überschlugen sich Jerecs Ambitionen jedoch und er hoffte nicht nur Darth Vader als Sith-Schüler von der Seite des Imperators zu verdrängen, sondern machte sich selbst Gedanken, ob er nicht sogar den Imperator selbst beseitigen könnte. Jerec konzentrierte sich jedenfalls sehr stark darauf seine Machtfähigkeiten entsprechend anzupassen, um eines Tages einen Kampf gegen Vader oder Palpatine überstehen zu können. Es kam jedoch nie soweit und als das Imperium nach Endor zu kollabieren drohte wurde Jerec einer der Kriegsherren, die nun ihren eigenen Ambitionen folgten.




Sariss war Jerecs rechte Hand und die wohl am besten ausgebildete dunkle Jedi in Jerecs Gefolge, wobei sie genauso wie die fünf anderen Anhänger Jerecs kein rotes Lichtschwert trug. Als Jedi Knight erschien mussten dunkle Jedi noch keine roten Lichtschwerter verwenden und auch im neuen Kanon ist das ja nicht verpflichtend, da das Ritual mit dem man Lichtschwertkristalle zum Bluten bringt sehr wahrscheinlich nur den Sith bekannt ist. Würde es Jerec auch im Kanon geben, er hätte das entsprechende Ritual wohl gelernt. Sariss nutzte jedenfalls ein Lichtschwert mit blauer Klinge und sie hatte außerordentliches Potential als dunkle Jedi, unter anderem weil sie die Tochter des Inquisitors, dunklen Jedis und Propheten der dunklen Seite Lord Cronal war. Sariss wurde sogar von den Propheten der dunklen Seite ausgebildet. Die Propheten als Sith-Kult machten Sariss wohl ohnehin zur besten Kandidatin als Schülerin eines Möchtegern-Siths wie Jerec.



Sogar Maw war einst ein Mitglied des Jedi-Ordens, bevor er zunehmend der dunklen Seite verfiel. Interessanterweise diente Maw sogar als Jedi-Schatten, also als extremer Hardliner, der vom Orden eingesetzt wurde dunkle Jedi zu eliminieren und Sith-Artefakte zu beschlagnahmen oder zu zerstören. Es war jedoch nicht diese Aufgabe die Jerec und Maw zusammenführte. Maw überlebte Order 66 und geriet somit ins Visier der Inquisitoren, wobei sich Jerec an seine Fersen heftete. Jerec stellte Maw und manipulierte ihn, um ihn auf die dunkle Seite zu ziehen. Anschließend ermordeten sie zusammen eine Gruppe Jedi-Überlebender und Maw wurde zu einem Schüler Jerecs. Maws Talent als Scout machte ihn zu einem wichtigen Werkzeug für Jerec und Maws Wunsch seinen Körper zu stählen und auf Hochleistung zu trainieren kam ihm als potentieller Jedi-Killer zu gute. Maws größter Erfolg war wohl die Gefangennahme des Jedi-Meisters Qu Rahn, welche ihm allerdings seine untere Körperhälfte kostete. Folglich wurde Maw mit einem Repulsoruntersatz ausgestattet, doch er lernte sehr rasche Macht-Flug zu perfektionieren und wurde somit relativ unabhängig von der Funktionstüchtigkeit seines Repulsors.




Boc Aseca oder einfach nur Boc ist ein interessanter Fall, denn genau wie Maw trug er eine eher untypische Lichtschwertfarbe, jedenfalls für damalige Verhältnisse. Außerdem war Boc ein Jar'Kai-Anwender. Im Gegensatz zu Maw oder Sariss war Boc jedoch kein professionell ausgebildeter Machtanwender, sondern er war viel mehr ein Jedi-Enthusiast, den seine traumatischen Erlebnisse jedoch immer stärker auf die dunkle Seite zogen. Der junge Boc war zwar von den Jedi fasziniert und wünschte sich nichts mehr als in ihre Reihen aufgenommen zu werden, doch als er endlich von einem Jedi-Scout entdeckt wurde war er bereits viel zu alt. Bocs Machttalente waren jedoch unbestritten, so besaß er etwa auch die psychometrische Gabe, die man von Quinlan Vos kennt. Diese Gabe sollte ihm auch das besondere Interesse Jerecs einbringen. Boc endete überraschenderweise nicht auf einer Liste der Inquisitoren und erlebte die Jedi-Verfolgung zunächst als Sklave, ehe er von Jerec aufgrund seiner besonderen Machtfähigkeiten doch aufgestöbert wurde. Unter Jerec wurde Boc jedoch nicht zum Inquisitor ausgebildet und de facto erlöste ihn Jerec wohl auch nicht aus seinem Sklavendasein, sondern eignete sich Boc lediglich als persönlichen Sklaven an.




Gorc und Pic sind Opfer der Experimente Lord Cronals mit Sith-Alchmie. Der eine war tatsächlich ein Gamorreaner, der andere eine kowakianische Affenechse, bis sie zu Sith-Kreaturen wurden. Als Voraussetzung dafür hatte jedoch auch die Machtempfänglichkeit gedient die beiden inne wohnte. Gorc der ehemalige Gamorreaner hatte sogar eine Karriere als Söldner im Dienste Jabba the Hutts hinter sich. Cronal überantwortete Gorc und Pic jedoch Jerec, nachdem Jerec ja bereits Cronals Tochter Sariss als Schülerin angenommen hatte.




Yun ist wohl der traurigste Fall eines dunklen Jedi, denn der Sohn eines vermögenden Minenbesitzers hatte sich Jerec eigentlich nur angeschlossen, weil er sich von Sariss verführen ließ. Sariss brachte Yun dazu seinen Vater und schließlich auch noch seine Mutter und Schwester zu ermorden, um das Vermögen seiner Familie Jerec zur Verfügung zu stellen. Dafür erhielt er einen Platz unter Jerecs dunklen Jedi, doch Yuns Jugend und Zweifel an dem von ihm eingeschlagenen Weg (man könnte ihn ja fast mit einem jungen Palpatine vergleichen) hielten ihn davon zurück sein volles Potential zu erreichen. Yun erwies sich unter den eher rauen Gesellen in Jerecs Gefolge zudem als eine Art Außenseiter, denn seine Herkunft und die entsprechenden Vorurteile konnte er nie wirklich ablegen.

Inquisitoren und Naturtalente

Von Darth Vader ist man es eher gewöhnt, dass er andere Machtsensitive umbringt und selbst Inquisitoren sind davon nicht immer ausgenommen. Jerec war jedoch ein interessantes Beispiel dafür wie ein ambitionierter Ex-Jedi als Inquisitor eine große und schlüssige Karriere einlegen konnte. Jerec war in meinen Augen durchaus qualifiziert das Erbe der Sith anzutreten und seine Ausbildung als Archäologe und Historiker machte ihn zum besten vorstellbaren Kandidaten für die Suche nach dem Tal der Jedi. Dass Jerec dann auch noch einige Experten in seinem Gefolge hatte, die ihm bei dieser Suche helfen konnte - ein genialer Schachzug der damaligen Autoren. Was mich an Jerec fasziniert ist ja auch, dass man es einem Inquisitor wie ihm durchaus zutrauen konnte, dass er sich nach dem "Ende" der Sith ein entsprechendes Gefolge aufbaute. Fast alle von Jerecs dunklen Jedi wären wohl eigentlich auserwählt gewesen Opfer der Imperialen Inquisition zu werden. Gerade Boc hätte aufgrund seiner Fähigkeiten sich selbst zum Jedi auszubilden wohl ein perfektes Ziel für die Inquisitoren der Sith abgegeben. Jerec und sein Gefolge sind zudem ein Beispiel dafür, dass die Bösewichte nicht immer menschlich sein müssen.

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Maul war nicht der erste "Halbmann"

2012 - Der wiederauferstandene Darth Maul


1995 - Jedi-Ritter Empatojayos Brand, Überlebender der Jedi-Verfolgung


1996 - Simus, ehemaliger Rivale des dunklen Lords Marka Ragnos


1997 - Maw, einer von Jerecs Gefolgsleuten

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Samstag, 18. Mai 2019
Statthalter des Bösen: Gouverneur Tarkin und Vizekönig Gunray
Als jemand der bereits mehr als die Hälfte seines Lebens in der Öffentlichen Verwaltung verbracht hat ist die Geschichte hinter Titeln wie Gouverneur, Statthalter oder Landeshauptmann tatsächliche etwas, dem ich sogar schon einmal aus beruflichen Gründen auf die Spur gehen durfte. Dass sich Grand Moff Tarkin also als Gouverneur der Outer Rim Territories bezeichnen ist für mich nicht bloß irgendeine arrogante Selbstbezeichnung Tarkins, sondern es beschreibt exakt den mit dem Titel Grand Moff verbundenen Auftrag an Tarkin als Palpatines Statthalter im Outer Rim. Grand Moff ist zudem eben ein Titel der imperialen Statthaltern verliehen wurde, welche mehr als nur einen Sektor zu kontrollieren hatten und passenderweise wurde das schwer zu befriedende Outer Rim samt aller seiner regionalen Gouverneure und Moffs schlussendlich Tarkin unterstellt. Mit dem Todesstern sollte Tarkin gerade in dieser kaum zu kontrollierenden Gegend dann auch die imperiale Kontrolle durchsetzen, was kostensparender gedacht war, als enorme Flottenbauprojekte in Angriff zu nehmen, nur um irgendwelche eigenwilligen Hinterwäldler an politischen Alleingängen zu hindern.

Als ich zum ersten Mal Tarkins Titulatur als Gouverneur des Outer Rim hörte war ich begeistert wie schlüssig diese ist, weit schlüssiger als alles was in Jahrzehnten in den Legends oder sogar im Roman TARKIN über den Bösewicht von Episode IV geschrieben wurde. Irgendwann regte diese Darstellung als Imperialer Statthalter oder sogar als Imperialer Vizekönig bei mir jedoch die Überlegung an, was das für den Vizekönig Nute Gunray heißen könnte.

Vizekönig ist an sich ja kein Adelstitel, sondern eine Funktionsbezeichnung die einen kaiserlichen oder königlichen Statthalter bezeichnen würde, also jemanden wie Tarkin und Tarkin verhielt sich ja auch tatsächlich wie ein Imperialer Vizekönig. Natürlich gäbe es rein spekulativ auch die Funktion eines Vizekaisers, wobei das auf die alten Römer zurückginge, welche jedoch nie von einem Vizekaiser, sondern eher von einem Cäsar oder Unterkaiser sprachen, dem einige Provinzen übertragen wurden, weil sich die Kaiser im Augustus-Rang nicht um das gesamte Reich kümmern konnten. Für gewöhnlich war die Beförderung zum Unterkaiser jedoch der schnellste Weg jemanden dazu zu bringen einen Bürgerkrieg loszutreten und gegen seinen vorgesetzten Kaiser aufzubegehren. Tarkin war da ja deutlich loyaler, weil er sich seiner historischen Aufgabe bewusst war.

Nute Gunray nennt sich wohl Vizekönig, weil George Lucas diesen Titel sehr wahrscheinlich nicht ganz so intensiv durchdacht hat. Für Lucas ist Vizekönig in diesem Fall der Titel des Vorsitzenden einer Star Wars-Version einer Ostindischen Handelskompanie, jener halbstaatlichen Handelsgesellschaften welche schlussendlich für einige Zeit zum Inbegriff des Europäischen Kolonialismus wurden. Historisch nicht unbedingt das angenehmste Beispiel dafür was unregulierte internationale Unternehmen so treiben können. Weil sich diese zur damaligen Zeit schon oft börsennotierten und international agierenden Unternehmen wie Kolonialherren verhalten konnten, ohne allerdings rechtlich besonders eingeschränkt zu sein verlieh George Lucas Nute Gunray eben noch zur Verdeutlichung den Titel des Vizekönigs, als Inbegriff des britischen Kolonialismus. Und tatsächlich, die Handelsföderation ist in einer Galaxis in der man die Czerka Corporation seit Jahrtausenden als too big to fail einstuft und ihr dabei sogar Sklavenhaltung durchgehen lässt sogar so mächtig und einflussreich, dass sie Planeten wie Naboo blockieren und als Geiseln halten kann, während sie als Unternehmen sogar einen Sitz im Senat einnimmt. Man kann wohl davon ausgehen, dass die Handelsföderation so nebenbei wohl tatsächlich auch Territorien besitzt, welche ihr von Vertragspartnern (aka den rechtmäßigen Regierungen einzelner Planeten) übereignet worden sind. Was auf Handelsföderationsboden passiert unterliegt schlussendlich wohl nur noch dem republikanischen Recht und dieses ist mit korrupten Gerichten und Politikern kaum durchzusetzen. Man kann das ganze ja mit irdischen Firmen vergleichen, welche allerdings noch keinen Sitz im UN-Sicherheitsrat oder generell eine UNO-Mitgliedschaft beanspruchen (vielleicht weil sie sich durch die Weltpolitik in ihrem Gewinnstreben behindert fühlen könnten). Die Handelsföderation hat es jedenfalls geschafft, sie sitzt im Senat der Galaktischen Republik und kann ein Veto gegen alles einlegen, was ihre Geschäftspraktiken behindern würde. Aber zumindest muss sich Gunray noch an demokratische Spielregeln halten... denn Tarkin verkündet in Episode IV ja ganz stolz wie der Senat schlussendlich aufgelöst wurde, womit die Rechtssprechung vollständig auf den Imperator übergegangen ist, der sie allerdings in allen Territorien an seine auserwählten Statthalter aka die Gouverneure übertragen hat. Diese sind ja ohnehin nur ihm gegenüber verpflichtet, womit ich mir die Frage spare, ob Palpatine damit tatsächlich den Föderalismus gestärkt hätte. Gouverneuren zu erlauben ihre eigenen Steuern einzuheben oder sogar das Militär zu kontrollieren wäre jedenfalls eine Einladung zum Bürgerkrieg gewesen.

Als Vizekönig scheint mir Gunray im gleichen Gebiet zu operieren wie Tarkin und auch er ist von Darth Sidious gesteuert. Gunrays Kontrolle über das Outer Rim ist allerdings noch etwas flüchtiger und doch sind beide Statthalter am gleichen interessiert - den Rohstoffen und Arbeitskräften des Outer Rim. Während Tarkin auf Welten wie Lothal Zwangsarbeit und massive Bergbauprojekte verordnen kann hatte es Gunray schwerer, denn man musste entweder Gesetze brechen oder die lokale Regierung mittels Schmiergeldern dazu bringen ihre Gesetze "anzupassen". Ironischerweise führte der Ärger über die Handelsföderation und mit ihr verbündete Bergbaugilden und dergleichen jedoch dazu, dass sich viele Bürger am Ende der Klonkriege wohl durchaus für einen Law and Order-Kandidaten wie Tarkin eingesetzt hätten und viel von der Faszination der Neuen Ordnung beruht darauf, wie man das Chaos der republikanischen Ära beseitigt hat. Mit der Folge, dass jene Arbeiter die zuerst über die Arbeitsbedingungen unter einem Konzern klagten nun zur Zwangsarbeit für verstaatlichte Unternehmen gezwungen wurden. Auf den Kernwelten als Heimat der ehemaligen Kolonialherren der Galaxis spürte man von diesen Auswirkungen weniger, weil die Kolonien tatsächlich besser "funktionierten" und die Bedrohung durch politische Rebellen mit Waffengewalt beendet werden konnte. Die einst blühenden Handelszentren der Unternehmen, welche Dookus Konföderation Unabhängiger Systeme unterstützten wurden jedoch zu Brutstätten der Kriminalität, da es nach den berüchtigten und schnell vergessenen Outer Rim Belagerungen nie zu einem Wiederaufbau kam. Die im Outer Rim eingenisteten Syndikate stellten dann auch weniger Probleme für die Kernwelten dar, während sich das Imperium im Outer Rim mit ihnen arrangierte. Die Lieferung von Zwangsarbeitern oder die Abgabe zusätzlicher Rohstoffe machte das ganze zu einem lukrativen Geschäft für das Imperium. Statthalter wie Moff Delian Mors auf Ryloth unterhielten sogar enge Kontakte zum Hutten-Kartell, welches sich zu einem bewährten Partner des Imperiums entwickelte.

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Donnerstag, 18. April 2019
Rael Aveross und die Bindungsangst des Jedi-Ordens


Claudia Grays diese Woche erschienener Roman Master and Apprentice ist definitiv eines der interessantesten Werke der jüngeren Vergangenheit, schon allein weil sich Gray nicht scheut die sehr menschliche Seite ihrer Protagonisten darzustellen, selbst wenn das nicht immer 100%ig jugendfrei abläuft. In Master and Apprentice wird uns etwa Jedi-Ritter Rael Aveross vorgestellt, ein ehemaliger Schüler Count Dookus, der ganz bewusst lockere Sexulakontakte pflegt, weil ihm diese trotz des Jedi-Kodexes ja erlaubt sind. Nur Bindungen sind verboten und diese Bindungsangst der Jedi wird auch durch einen anderen Aspekt von Aveross Charakter begreiflich. So unemotional Aveross mit seinen Affären umgehen mag, er wurde doch vom Jedi-Rat als Berater und Regent für eine noch sehr junge Prinzessin eingesetzt, die für Aveross wohl zu einer Art Ersatztochter geworden ist. Und damit ist Rael Aveross auch die Antwort auf die Frage, wie wohl ein Anakin Skywalker mit seinen Kindern umgegangen wäre oder warum es durchaus sinnvoll war Obi-Wan Kenobi von Luke und vor allem Leia fern zu halten.

Rael Aveross ist an sich ein unorthodoxer Jedi, doch sein Wunsch seiner Prinzessin ein möglichst annehmliches Leben zu bescheren ließ ihn durchaus einige moralisch fragwürdige Entscheidungen treffen. Auch wenn man Aveross zumindest anfangs keine mörderischen Absichten unterstellen kann, wie sie für Anakin typisch wären, er ist keinesfalls neutral was die politischen Verhältnisse auf der Heimatwelt seines Schützlings betrifft und es ist seine Feindseligkeit gegenüber jeglicher Opposition, die ihn zu einer tragischen Figur werden lässt. Jahre vor seiner Vormundschaft über Prinzessin Fanry war Aveross gezwungen seine damalige Padawan in einem Duell auf Leben und Tod zu töten und seine Trauer blendete ihn schließlich für Fanrys wahre Absichten und ihre Entwicklung. Mehrmals merkt man in Aveross Verhalten, wie er einfach über Fanry hinweg entscheidet und ihr einen Kurs vorbestimmt, den sie schlussendlich als Königin nicht einhalten wird (kleiner Spoiler). Was die Sache besonders interessant macht, denn Aveross verhält sich trotz seines eigenen lockeren Verhältnisses zur Jedi-Doktrin doch wie ein Jedi und da er Fanry erst kennen lernte als diese schon 8 Jahre alt war, kann man davon sprechen, dass die junge Prinzessin damals bereits auf eine Weise vorgeprägt war, mit der Aveross nicht gerechnet hat. Aveross verhielt sich als Vaterfigur wie man es von einem Jedi erwarten würde, er konnte sich gar nicht vorstellen, dass sein Schützling eine extreme Unabhängigkeit von ihm anstreben könnte und eines Tages alles verwerfen wird, was er für sie orchestriert hat. Aveross betrachtete Fanry quasi als Tochter, aber für Fanry war Aveross überhaupt nur ein Regent und nicht ein möglicher Ersatzvater. Die Ähnlichkeiten zum Fall Anakins sind erheblich, denn Anakin geriet fast im gleichen Alter ebenfalls unter die Vormundschaft eines Jedi-Ritters. Und während Obi-Wan Anakin mehr oder weniger wie einen Stiefbruder betrachtete war Obi-Wan für Anakin dann doch eher nur ein Mentor und Freund. Anakin hatte ja nicht bloß eine Familie außerhalb des Jedi-Ordens, sondern wusste auch wie es sein könnte außerhalb des Jedi-Ordens zu leben. Die Jedi brauchten Anakin also doch wohl mehr, als Anakin die Jedi brauchte. Jedenfalls bis zu dem Punkt an welchem Anakin hoffte nur durch die Geheimnisse der Macht seine Familie retten zu können.

Die Jedi sind also durchaus an einer Form von Bindung interessiert, der Bindung an den Jedi-Orden, wobei es im Vordergrund darum geht die Ordensmitglieder an die Organisation zu binden und gar nicht an alternative Karrieren denken zu lassen. Selbst Rael Aveross wendet sich ja nicht ganz von den Jedi ab und umso schockierender dürfte Count Dookus Ausstieg gewesen sein. Dooku hatte alles was ihm die Jedi geben konnten: Anerkennung, den Meisterrang, politische Verbindungen und sogar das Angebot eines Sitzes im Jedi-Rat - aber dann trat Dooku zurück und im neuen Kanon liegt Dookus Rückzug aus dem Jedi-Orden in Episode I bereits mindestens 7 Jahre zurück. Angesichts der Karrieren von Rael Aveross und Qui-Gon Jinn scheint Dookus Vermächtnis als Jedi-Meister ja gewesen zu sein zwei äußerst unkonventionelle und problematische Schüler hinterelassen zu haben, wobei sich Qui-Gon schließlich sogar für seine Zeit eher unüblich spirituellen Überlegungen zuwandte. Dooku war ein scharfsinniger Kritiker der Jedi und der Republik, was er auch an seine Schüler weitergab und selbst der regeltreue Obi-Wan Kenobi ist ein Erbe von Dookus Misstrauen gegenüber der politischen Szene. In Episode II ist es ja auch Obi-Wan, der ja sein Misstrauen gegenüber allen Senatoren und auch gegenüber dem Kanzler kund tut.

Die Treue der Jedi gegenüber der Republik ist eine ähnlich fatale Bindung, wie Rael Aveross Zuneigung gegenüber Prinzessin Fanry. Sentimentale Anhänglichkeit wäre ja noch erträglich, aber um ein Episode III-Zitat umzumünzen, Liebe macht blind. Und so bewundere ich wieder einmal Count Dooku, der sich womöglich vom Jedi-Orden und der Republik abgewandt hat weil er das große Problem der Jedi-Philosophie erkannte. Nicht mehr lange und wir haben womöglich einige Antworten zu den Fragen über Count Dookus Lebenswandel, denn bereits Ende April soll die Count Dooku-Biografie DOOKU: JEDI LOST als Hörbuch erscheinen. In den Legends war Dookus Wandlung noch weniger ausgefallen, denn dort wandte er sich erst kurz vor oder nach Qui-Gons Tod von den Jedi ab. Im Kanon hingegen? Da konnte bereits Padawan Qui-Gon Jinn (30-40 Jahre vor Episode I) beobachten wie sein Meister Machtblitze einsetzte. Und Dooku trat bereits über 7 Jahre vor Episode I aus dem Jedi-Orden aus, woraufhin er auch jeden Kontakt mit seinen Ex-Padawanen abbrach. Dooku machte Rael nach den Ereignissen des Romans jedoch ein unmoralisches Angebot und lud ihn nach Serenno ein, um Geheimnisse der Macht von ihm zu lernen.

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Freitag, 12. April 2019
Trümmer des Todessterns im Episode IX Teaser?


Würde einiges über die Gerüchte über verschiedene Machtgeister erklären.

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Episode IX: The Rise of Skywalker

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Samstag, 16. März 2019
Der lange Weg zum TIE Fighter


Für gewöhnlich wird das Design des TIE/ln für seine bekannten Mängel kritisiert, wie die mangelnde Feuerkraft, das Fehlen von Schilden, eines Lebenserhaltungssystems, sowie Hyperraumantriebs. Doch der TIE Fighter wurde nicht völlig aus der Luft gegriffen und die Prequels haben demonstriert wie sich das kosteneffiziente Design des TIE Fighters schon während der Klonkriege abzuzeichnen begann.

Der TIE Fighter entstand zu einer Zeit als die Klonkriege bereits gewonnen waren und das neue Galaktische Imperium kaum noch mit Raumschlachten rechnen musste. Als Folge dieses Umstands konnte auch die Imperiale Flotte umgebaut werden und man könnte fast argumentieren, dass der TIE Fighter als Raumjäger für Friedenszeiten gedacht war. Die häufigsten Ziele für TIE Fighter bis zum Ausbruch des Galaktischen Bürgerkriegs waren weitgehend behebige Frachter in den Händen von Piraten, Schmugglern oder Partisanen. Diesen Zielen war der TIE an Wendigkeit deutlich überlegen und der Mangel an Schilden konnte durch Geschwindigkeit und Wendigkeit ausgeglichen werden. Mit dem Verzicht auf Raketen oder Torpedos war der TIE Fighter zudem nicht dem Risiko ausgesetzt, durch einen Glückstreffer (noch einfacher) in eine Ansammlung von Weltraumschrott verwandelt zu werden. Für das Imperium galt es seine Piloten für präzise Manöver auszubilden und dabei auch den kostensparenden Einsatz von Munition zu lehren. Das Fehlen von Lebenserhaltungssystemen half allerdings auch eventuelle Schäden an der Kabine zu kompensieren. Nach den Klonkriegen expandierte das Imperiale Militär ungebremst und die Rekrutierungszahlen sorgten dafür, dass man sich keine Sorgen um einen Nachschub an Rekruten machen musste. Zugleich war es notwendig so viele Schiffe wie möglich in Dienst zu stellen, um die mühsam erkämpfte Neue Ordnung zumindest symbolisch aufrecht zu halten. Woher die neuen Rekruten kamen? Oft genug von Welten auf denen es vor der Herrschaft des Imperiums kaum Perspektiven gab, sodass der Dienst im Imperialen Militär zu einer Möglichkeit wurde den tristen Lebensverhältnissen seiner Heimatwelt entkommen zu können.

In meinen Augen stellt der TIE eine klare Fortsetzung von Traditionen der Klonkriege dar, in welchen ebenfalls kaum Raumjäger mit eigenen Hyperraumantrieben eingesetzt wurde. Man nehme nur den ETA 2 Raumjäger des Jedi-Ordens, den bereits als TIE-Vorgänger geltenden V-Wing oder auch die V-19 und Z-95 Raumjäger.

Als eines der ersten Raumjägermodelle im Dienste der Großen Armee der Republik wirkte die V-19 relativ unpraktisch und es verwundert wohl auch nicht, dass sie ein Vorgänger des B-Wing war. Die V-19 war jedoch auch "nur" mit zwei Laserkanonen und zwei Raketenwerfern ausgestattet und ihr fehlten sowohl Schilde, als auch ein eigener Hyperraumantrieb. Während der Klonkriege bedienten sich erstaunlich viele Raumjägermodelle der Republik externer Hyperraumantriebsringe, während separatistische Raumjäger fast gänzlich auf interne Hyperantriebe verzichteten. Die V-19 hatte dem TIE Fighter also nur eines voraus, sie besaß zwei Raketenwerfer. Allerdings war sie wohl auch deutlich weniger manövrierfähig und langsamer. Dass die Raumjäger der Republik immer wieder auch auf Lebenserhaltungssysteme und Hyperraumantriebe verzichteten lag an der Struktur ihrer Streitkräfte. In den Klonkriegen wurden Venator Klasse Sternenzerstörer als Träger eingesetzt, welche hunderte Raumjäger inklusive Hyperraumringe aufnehmen konnten. Klonpiloten trugen zudem häufig ohnehin gewohnheitsmäßig Raumanzüge mit eigenen Lebenserhaltungssystemen, sodass es für die Klone einfacher war sich an Raumjäger zu gewöhnen, die auf vertraute Bedingungen setzten.



Selbst der Jedi-Orden verzichtete bei seinen Eta 2 Raumjägern auf Hyperraumantriebe und Schilde, wobei ihr Design bereits klare Hinweise auf eine Entwicklung zum TIE Fighter enthielt. Dennoch waren die Eta 2 Jäger noch schwer bewaffnet.



Zeitgleich mit dem Eta 2 wurde auch der V-Wing in Dienst genommen, welcher bereits einige Designelemente des TIE Fighters vorweg nahm. V-Wings besaßen lediglich zwei Laserkanonen, keinen eigenen Hyperraumantrieb, kein Lebenserhaltungssystem und keine Schilde, wobei sich Legends und Kanon hier streiten. In den Legends besaß der V-Wing nämlich noch Schilde und einen Raketenwerfer. Allerdings vertrauten die V-Wings noch auf Astromech-Droiden, etwas das später bei den TIE Fighter-Modellen eingespart wurde.



Ein möglicher Auslöser für die Entwicklung des TIE Fighters war in meinen Augen womöglich die Verwendung des ARC 170 durch die Republik.



Die ARC 170 war eine Entwicklung von Incom, also auch des Produzenten des Z-95, des X-Wing, U-Wing und T-47 Snowspeeder. Und die ARC 170 hatte alles was sich in den Klonkriegen irgendwann als vorteilhaft erwiesen haben mag, wie Schilde, einen internen Hyperraumantrieb, Protonentorpedos, Lebenserhaltungssysteme, sowie ein Heckgeschütz mit Kanonier und einen Co-Piloten! Der ultimative Overkill, wenn man bedenkt, dass die Republik damit drei Klone pro Raumjäger abstellen musste und diese Raumjäger konnten genauso einfach zerstört werden wie ein V-Wing. Klone waren nicht billig und ihr Nachschub war begrenzt, womit ich den ARC 170 als totalen Fehlentwurf einstufen würde. Aber der ARC 170 hatte alles was der Republik wohl irgendwann imponiert hatte, wie eben den Co-Piloten und den Kanonier für ein Heckgeschütz, etwas das beim Y-Wing wohl für dessen Erfolgsbilanz verantwortlich gemacht wurde. Und der Y-Wing hatte auch bereits Lebenserhaltungssysteme, Schilde und einen eigenen Hyperraumantrieb. Incom wohlte also wohl einen Raumjäger entwickeln, der mit dieser Wunderwaffe Schritt halten konnte. Doch zu welchem Preis?

Deutlich besser hätte sich wohl der Z-95 geschlagen, welcher ohne Astromech und Hyperantrieb mit nur einem einzelnen Piloten auskam. Ansonsten besaß der Z-95 ebenfalls zwei Laserkanonen und eine Abschussvorrichtung für Torpedos oder Raketen. Der einzige Nachteil des Z-95 war allerdings, dass er erst von einem Trägerschiff gestartet werden musste und nicht bereits als Teil einer Angriffsformation aus dem Hyperraum springen konnte.




Da das Imperium nach den Klonkriegen begann die Venator-Klasse abzurüsten und auf Sternenzerstörer mit kleineren Raumjägerkontigenten auswich ist der TIE Fighter auch eine Folge der neuen Flottenpolitik gewesen, welche endgültig davon abwich mobile Raumjägerflotten zum Einsatz zu bringen und stattdessen Sternenzerstörer als Statussymbole und Abschreckungsmittel ins Rampenlicht zu rücken begann. Das Sternenzerstörer Design wurde zu einer zugkräftigen Marke, welche schon dazu führen konnte, dass auch kleinere einem Sternenzerstörer nachempfundene imperiale Kreuzer mit einem solchen verwechselt wurden. Der TIE Fighter hatte in diesem Konzept nur als verlängerter Arm des Sternenzerstörers Platz und er sollte ausgleichen was diesem fehlte, nämlich Geschwindigkeit und Wendigkeit, mit der man es mit kleineren Schiffen aufnehmen konnte.

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Freitag, 15. März 2019
Scarif und die Snowspeeder: Ein gelungener Retcon


Was hat die Schlacht von Scarif mit der Schlacht von Hoth zu tun? Nun, waffentechnisch wohl so einiges. Scarif war eine der ersten großen Boden- und Raumschlachten der vereinten Rebellen-Allianz, weshalb aus den Erfahrungen dieser Schlacht durchaus einige Lehren gezogen werden konnten. Für die meisten dürften die Retcon-Bezüge von Episode V zu Rogue One jedoch damit enden, dass Luke Skywalkers Snowspeeder-Staffel sich im Gedenken an Rogue One Rogue Squadron genannt hat. Die Snowspeeder und ihre Kampftaktik sind jedoch ein weiterer deutlicher Bezug zu Scarif.



Auf Scarif standen die Rebellen bereits erstmals einer abgespeckten Version des AT-AT gegenüber, wobei neben X-Wings vor allem U-Wings als Luftunterstützung für die Bodentruppen der Rebellen eingesetzt wurden. Der U-Wing als Kanonenboot erwies sich durchaus als effektiv, war jedoch nicht explizit als Luftgleiter ausgelegt und besaß gegenüber den atmosphärentauglichen TIE Striker einen markanten Nachteil.

Scarif war den Rebellen jedoch eine Lehre und man wandte die Erkenntnisse aus der ersten Schlacht gegen imperiale Bodentruppen und Walker für die Strategien zur Verteidigung von Hoth an. Zunächst einmal sollte offensichtlich sein, dass sowohl der UT-60 U-Wing, als auch der T-47 Airspeeder von der gleichen Firma hergestellt wurden, der Incom Corporation, welche bereits in den Klonkriegen den ARC-170 Jäger, sowie die Z-95 Headhunter produzierte. Später fügte Incom diesen Erfolgsmodellen noch die legendäre X-Wing Baureihe hinzu.

Der U-Wing und der Snowspeeder stammen also von der gleichen Firma und beiden gemein ist, dass sie wohl auch in einer demilitarisierten zivilen Variante produzierbar waren. Die Rebellen waren jedoch darauf angewiesen selbst Frachter militärisch aufzurüsten.

Was mich persönlich am Snowspeeder immer gestört hat ist die völlige Unsinnigkeit einen Kannonier an Bord zu haben, der augenscheinlich nur dafür da war die Harpunenkanone einzusetzen, was nach einer ziemlichen Personalverschwendung für mich aussieht. Zumindest in den Legends hat die Heckkanone des Snowspeeders jedoch noch eine andere Funktion, sie ist eine Blasterkanone! Womit das unpraktischste Designelement des Snowspeeders plötzlich durchaus sinnvoll erscheint. Wie auf Scarif zu sehen machte es für die Rebellen Sinn sich einen Airspeeder für die Lufthoheit zu beschaffen, der es mit den TIE Strikern oder den in einer durchschnittlichen Atmosphäre ziemlich unwendigen TIE Fightern aufnehmen kann. Deshalb ist der Snowspeeder auch nur gepanzert und verfügt über keine Schilde, er nimmt also Anleihen beim erfolgreichen TIE Striker des Imperiums. Aber vor allem die schwenkbare Heckkanone ist ein gewaltiges Plus für den Snowspeeder, da sich diese wohl auch gegen andere Modelle austauschen ließe. Auf jeden Fall wird diese Kanone nicht wie im U-Wing durch ein eingeschränktes Sichtfeld behindert, sondern hat wohl zumindest einen vollständigen 180 Grad Radius zur Verfügung. Imperiale Walker sind nicht wendig genug, um es mit einem T-47 Airspeeder aufzunehmen und die Blasterkanone, sowie die beiden Hochleistungslaserkanonen des T-47 sind durchaus in der Lage es mit leichten Walker-Modellen oder anderen Airspeedern aufzunehmen. Für Infanteristen könnte eine Begegnung mit einem T-47 durchaus tödlich enden, zumal sich der Airspeeder anders als der U-Wing wohl durchaus eher wie ein Helikopter einsetzen ließ. Man könnte hier also auch einige Bezüge zu den erfolgreichen LAAT Kanonenbooten aus den Klonkriegen oder sogar den Kanonenbootdroiden der Separatisten feststellen. Der T-47 war indessen allerdings kein Kanonenboot, sondern auf Geschwindigkeit ausgelegt.

Dank Rogue One hat dieses einst so unsinnig auf mich wirkende "Raumschiff" aus der Star Wars Galaxis tatsächlich einiges an Sinnhaftigkeit für mich hinzugewonnen. In Episode V sind sogar Szenen zu erkennen, die sich wohl so deuten lassen, als hätten die Snowspeeder "Blaster" (womit die Heckkanone gemeint sein sollte) gegen die AT-ATs eingesetzt und mussten feststellen, dass diese im Gegensatz zu Scarif deutlich stärker gepanzert waren. Man hatte jedoch wohl vorausgeplant und setzte schließlich die Harpunen gegen die AT-ATs ein. Dass die vorwärts gerichteten Laserkanonen der Snowspeeder nicht bloß überdimensioniert (verglichen mit dem U-Wing) sind, sondern durchaus effektiv sein können beweist sich ebenfalls auf Hoth, als die Snowspeeder schließlich einen gestürzten AT-AT durch einige gezielte Treffer an einer verwundbaren Stelle zur Explosion bringen.

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