Donnerstag, 9. Februar 2017
Star Wars in Buchform: Die Vorschau auf das erste Halbjahr
2016 war das Jahr von Rogue One und auch eines in welchem es tatsächlich nur ein einziges Prequel zum neuen Star Wars-Film gab, nämlich James Lucenos Roman Catalyst. Dafür wirkten zahllose andere Szenen aus früheren Romanen so als hätten sie schon Rogue One angeteasert. 2017 ist das Jahr von Episode VIII und im Gegensatz zur Star Wars Story Rogue One ist The Last Jedi eine echte Episode, was umso höhere Erwartungen in Sachen Merchandise schürt. Zu Episode VII gab es eine Handvoll Romane unter dem Label Journey to the Force Awakens. Neben drei Jugendromanen mit Han, Luke und Leia erschien auch ein direkter Tie-in zum Film namens Before the Awakening mit den Geschichten Reys, Finns und Poes vor Episode VII. Dazu kamen noch der sehr gelungene Young Adult Roman Lost Stars und der Comic Shattered Empire, sowie die mehr oder weniger noch zur Journey gehörende dreiteilige Romanreihe Aftermath.

Was wird uns also Episode VIII bringen? Vom Romanprogramm von 2017 ist nur das erste Halbjahr bekannt und das beschäftigt sich noch weitgehend mit Rogue One. 2015 hat Lost Stars beispielsweise eine Tradition begründet, indem es jedes Jahr einen Young Adult Roman von vergleichbaren Umgang geben wird. Im eigentlichen Rogue One-Jahr 2016 war das allerdings Ahsoka. Nun erscheint 2017 jedoch Rebel Rising über die Jugendjahre Jyn Ersos an der Seite Saw Gerreras, ebenso wie das klassischere Jugendbuch Guardians of the Whills, vom Episode VII-Veteranen Greg Rucka (Shattered Empire, Smuggler's Run, Before the Awakening). Nach Lost Stars und Ahsoka hege ich große Hoffnungen hinsichtlich Rebel Rising, aber auch betreffend Guardians of the Whills. Die Young Adult-Romane von Lucasfilm Press erscheinen zwar leider nie als E-Books (zumindest für den Kindle), aber sie schaffen es sehr gut das Leben jugendlicher Charaktere zu beschreiben, wobei sie auch nicht vor expliziten Darstellungen zurückschrecken. Mehr Sex als in Lost Stars hat es noch in keinen früheren Star Wars-Roman gegeben und auch seither nicht. Selbst Lukes erste Begegnung mit einem love interest in Heir to the Jedi nimmt sich regelrecht zugeknöpft aus und selbst Paul Kemps Beschreibungen der Unterwelt von Ryloth mit Sex, Drogen und imperialen Offizieren brach zwar ein Tabu, aber nicht DAS Tabu. Was Guardians of the Whills betrifft hoffe ich auf einen Roman in der Tradition der Journey-Jugendbücher, die durchaus lesenswert, wenn auch eher belanglos waren. Das lag allerdings an der Ära und weil man nichts von Episode VII vorweg nehmen wollte. Guardians kann hingegen als Zugabe zu Rogue One einige wertvolle Details nachliefern.

Ansonsten bringt uns 2017 auch das Ende von Chuck Wendigs Aftermath. Meine Hoffnung, Wendig möge nach Aftermath aus dem Star Wars-Universum abziehen, wird sich wohl nicht erfüllen. Immerhin hat man ihm 2016 auch den Episode VII-Comic anvertraut. Doch wenn man Wendig zumindest davon fern hält geliebte Teile des Expanded Universe neu zu schreiben und zu ruinieren, dann kann er sich vielleicht doch noch durchsetzen. Wendigs Aftermath als Ersatz für die Thrawn-Trilogie ist jedenfalls ein grausamer Scherz. Doch ich muss auch zugeben, dass ich selbst diese neue Geschichte des Triumphs der Neuen Republik lieb gewonnen habe. Ich will jedenfalls genau wissen wie die Trilogie zu Ende geht, nachdem es ansonsten kaum Hinweise auf die Wandlung des Imperiums zur First Order gibt. Neben Aftermath wird noch ein weiteres Werk erscheinen, dass die Geschichte neu schreibt, nämlich Timothy Zahns THRAWN. Großadmiral Thrawns Schicksal in Rebels ist ungewiss und der Roman konzentriert sich auf Thrawns Aufstieg vom geretteten Verbannten zum imperialen Offizier (womit man eine Lücke aus den Legends schließen würde). Einerseits ist das Werk zwar ein offensichtlicher Rebels Tie-in, andererseits ist es eine Geschichte die man sich schon von den Legends gewünscht hätte und der Autor ist eben kein geringerer als Thrawn-Schöpfer Zahn. Trotzdem gehe ich mit sehr geringen Erwartungen an dieses Buch heran. Einerseits weil mir das Cover nicht gefällt, andererseits weil ich mir nicht sicher wie begeistert Zahn bei der Sache war, aber auch weil ich kein fanatischer Zahn-Verehrer bin. Ich habe ein gespaltenes Verhältnis zu Zahn. Zwar liebe ich die Thrawn-Trilogie, aber ich konnte mich mit der Hand von Thrawn-Duologie nicht ganz anfreunden. Ich kann Outbound Flight gut leiden, aber mir fehlt jede Begeisterung für Survivors Quest. Ich war hellauf begeistert von der Hand of Judgement-Duologie, aber Zahns eigentliches Lieblingswerk Scoundrels war für mich eine bittere Enttäuschung. Bisher konnte mich Zahn am ehesten mit einem lebenden Thrawn begeistern, weshalb ich mir trotz einer Neigung zu E-Books längst die Hardcover-Ausgabe von THRAWN vorbestellt habe. Ich hoffe auf Begeisterung, aber ich rechne durchaus mit einer Enttäuschung. Als jemand der die Special Edition von Heir to the Empire besitzt (als US-Hardcover), sowie die gesamte Thrawn-Trilogie als deutsches Taschenbuch und in der englischen Neuausgabe muss ich mir wohl eingestehen auf der Seite der Thrawn-Fans zu stehen, aber gerade als Fan wird man eben sehr schnell zum ärgsten Kritiker.

Was mich eher weniger mit Zuversicht erfüllt ist die Aussicht auf den Han Solo-Film 2018. Dieser wird zwar wahrscheinlich erst Ende 2018 erscheinen, aber wie wird die Literatur dazu aussehen? Han Solo- oder Lando-Geschichten gab es im Expanded Universe zu Hauf und irgendwann bekam man den Eindruck alle schon einmal gelesen zu haben. Ich blicke also nicht gerade mit großer Freude auf diese Ära, die vielleicht vom zweiten Halbjahr 2018 bis 2019 dauern wird, ehe Episode IX alles überschatten wird. Am ehesten interessieren mich noch Geschichten über Hans Origin-Story (wie die Han Solo-Trilogie A.C. Crispins) oder seine Zeit als Rebellengeneral (wie in Aaron Allstons Wraith Squadron-Arc). Selbst Landos Origin-Story oder Chewbaccas (der im neuen Kanon immerhin ein Klonkriegsveteran ist) würden mich mehr interessieren als die xte Schmuggel-Operation für die Allianz oder irgendein Heist-Plot.

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Dienstag, 7. Februar 2017
Kylo Rens Kyber
Eine Lore-Stunde mit Professor Pfannenstiel

Was so los ist soll heute nicht unser Thema sein, stattdessen widmen wir uns lieber der völlig unproblematischen Welt der Lichtschwertkristalle. Seit dem Reboot der Star Wars-Lore vor einigen Jahren (kaum zu glauben, dass das erst 2014 war) sind Farb- und Energiekristall ein und dasselbe. Und anstatt wie in den Legends auch seltene Edelsteine oder die Perlen von Krayt-Drachen in ein Lichtschwert einzusetzen darf man im neuen Kanon nur noch auf Kyber-Kristalle zurückgreifen. Auch die synthetischen Lichtschwertkristalle aus den Legends gehören nun der Vergangenheit an, womit die Lore allerdings etwas an Tiefe gewonnen hat, auch wenn man das breite Angebot an Kristall-Alternativen verlor.

"No, the synthetic crystal thing is Legends. Maul. Sidious. Vader. All those were kyber crystals."
- Lore-Guru Pablo Hidalgo

Fakt ist nun, dass Kyber-Kristalle im Einklang mit der Macht stehen. Sie sind fast so etwas wie Lebewesen, ganz ähnlich den gezüchteten Kristallen der Yuuzhan Vong. Einen solchen baute in den Legends Anakin Solo in sein Lichtschwert ein und gelangte so zur Erkenntnis, dass auch die Vong ein Teil der Macht sind. Auch wenn Kyber-Kristalle kein eigenes Bewusstsein besitzen und kaum als Lebewesen gelten können, so sind sie doch sehr lebendig. Ein Kyber besitzt zwar keine Persönlichkeit, aber einen ganz bestimmten Nutzen. So suchen sich Kyber-Kristalle in der Lore etwa ihre Besitzer aus und rufen zu ihnen. Wem das bekannt vorkommt, der sei an Rey in Episode VII erinnert. Genau solche Szenen mit Visionen und Angstzuständen erleben die Jedi-Anwärter im Young Jedi Arc von The Clone Wars (Staffel 5). Dass ein Lichtschwert nach jemandem rufen kann und sich sogar dem Machtgriff eines anderen Machtanwenders widersetzt ist also kein bloßes Stilmittel gewesen, es ist ein Teil der neuen Lore.

Auf gewisse Weise ist nun also jedes Lichtschwert mit einer Art Diebstahlsicherung verrsehen, zumindest wenn es dem Willen der Macht entspricht. Die Ortung persönlicher Gegenstände ist auch etwas, womit Darth Vader im Roman Tarkin auftrumpft, als er auf diese Weise seine Meditationskammer an Bord des gestohlenen Kreuzers Carrion Spike aufspürt. Als Ahsoka Tano in The Clone Wars in einer Folge ihr Lichtschwert verliert gibt ihr Meister Tera Sinube den Hinweis ihren Verstand zum Schweigen zu bringen, eine Grundvoraussetzung dafür mit der Macht in Verbindung zu treten, um etwa auch einen verlorenen Gegenstand wiederaufzuspüren.

Von Interesse ist nun was im letztes Jahr erschienenen Roman Ahsoka steht, denn dort verspürt Ahsoka den Ruf zweier Lichtschwertkristalle. Diese beiden stecken jedoch in der roten Doppelklinge eines Inquisitors und so "reinigt" Ahsoka die Kristalle. Ein derartiger Prozess kam in den Legends einst in Paul Kemps Riptide vor. Ahsoka gelingt es die roten Kristalle zu "heilen" und sie werden weiß. Ob das die Farbe für gereinigte Kristalle ist bleibt vorerst offen, aber es bedeutet, dass der dunklen Seite verfallene Charaktere durchaus in der Lage wären die dunkle Seite abzuschütteln und ihre Kyber-Kristalle dabei behalten. Der Prozess einen Kyber rot zu färben besteht darin diesen zum Bluten zu bringen, wobei man dem Kyber seinen Willen aufzwingt. Darum blieb Anakins Lichtschwert in Episode III noch blau, denn ihm fehlte die Zeit dazu oder Darth Sidious musste ihm diese Technik erst beibringen. Auch Sith würden also erst einmal einen vorbestimmten Kyber finden müssen und Dookus wie Asajj Ventress Lichtschwerter nutzten wohl Kristalle die beide schon als Jedi verwendeten. Erwähnt sollte noch werden, dass Ahsokas weiße Kristalle aus dem Jedi-Tempel stammen, wo sie womöglich für sie bereitgehalten wurden. Es könnte sich bei den weißen, also tatsächlich um die grünen Kristalle aus The Clone Wars halten, nur eben nach einer "Blutung" und einer "Heilung"/"Reinigung".

Nun da jeder Sith auch auf den Besitz eines vermutlich sogar persönlichen Kyber-Kristalls angewiesen ist stellt sich die Frage, woher Kylo Ren den seinen hat? Kylos Kyber weist einen Sprung auf, sodass die Vermutung nahe liegt er selbst hätte ihn bei der Konstruktion seines Lichtschwerts beschädigt. Wie in der entsprechenden The Clone Wars-Folge sind Kyber-Kristalle jedoch ähnlich hart und widerstandsfähig wie Diamanten, sodass ein Kyber sogar die Explosion eines defekten Lichtschwerts überstehen kann. Demnach liegt zumindest die Vermutung nahe, dass Kylos Kyber dabei beschädigt wurde, als er den Kristall zum Bluten bringen musste. Lag es nun an Kylo selbst, der sich sinnbildlich mit Gewalt an die dunkle Seite klammerte und dabei sogar in Kauf nahm seinen Kyber zu beschädigen? Oder lag es an Snokes mangelnder Sachkenntnis, sodass Kylos Bekehrung mangelhaft ablief? Wie auch immer, Kylo Rens Vader-Verehrung und Snokes Idee von einem Schüler der etwas von der hellen Seite in sich trägt lässt Kylos Vertrauen in die dunkle Seite als Problem erscheinen. Während Kylo Ren sich vielleicht zu sehr an die dunkle Seite klammert wäre es wohl sein vorherbestimmtes Schicksal mehr wie Anakin Skywalker zwischen heller und dunkler Seite zu stehen. Kylos Vader-Verehrung geht also vermutlich zu weit und er konzentriert sich ausschließlich auf die 23 Jahre in denen Anakin Skywalker die Maske Darth Vaders trugt. Doch zuvor war Vader 13 Jahre lang der Jedi-Ritter Anakin Skywalker und 9 Jahre lang nur Anakin, der kleine Junge von Tatooine.

Wie viele uneingeweihte dürfte Kylo Ren einfach missverstanden haben wer oder was der Auserwählte war, wobei wir nicht einmal wissen, ob Ben Solo und Luke Skywalker je von Anakins wahrer Rolle erfahren haben. Luke könnte diesen Aspekt seiner Familiengeschichte vor Ben verheimlicht haben, wie auch die Offenbarung, dass Anakin Skywalker zu Darth Vader wurde. Dieses unvollständige Wissen dürfte es Snoke erlaubt haben den Anspruch zu stellen, Kylo Ren zu erzählen wie es wirklich war, auch wenn er ihm nur Teile der Wahrheit vermittelte. Damit wäre Kylo Ren/Ben Solo durchaus rettbar, wenn auch nicht völlig. Kylos Verehrung seines Großvaters ist durchaus gerechtfertigt, wenn man bedenkt wie mächtig das Vorbild Anakin Skywalkers auf Luke gewirkt haben könnte, ehe er wusste wer hinter Darth Vaders Maske steckte. Ben Solos Enttäuschung von seiner eigenen Familie belogen worden zu sein und Snokes Angebot seine Wissenslücken zu schließen machten einen verwirrten jungen Mann zu einer ziemlich großen Gefahr. Meiner Meinung nach ließe sich die Geschichte Kylo Rens wohl sogar ohne Rey erzählen, der allerdings vielleicht die undankbare Rolle einer Jaina Solo aus den Legends zufällt. Rey könnte Kylo Ren töten, ohne diesem die Chance zu gewähren sich selbst zu erlösen. Selbst Kylos/Bens Mord an seinem Vater geschah irgendwie doch unter Zwang und Kylo giert nach dem Lichtschwert des Jedi-Kriegshelden Anakin Skywalkers, auch wenn dieser damit Order 66 vollstreckte und den Führungs-Rat der Separatisten ermordete. Im Gegensatz zur leblosen und zerstörten Maske Darth Vaders wäre das mit der Macht erfüllte und verbundene Lichtschwert Anakins ein Relikt mit dem Ben Solo die ganze Geschichte erfahren könnte, doch die Macht verweigert ihm diese Möglichkeit. Warum? Vielleicht weil Kylo noch nicht dafür bereit ist.

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Donnerstag, 5. Jänner 2017
Die Rückkehr Darth Vaders (Rogue One Review - Episode VI)

19 Jahre später auf Mustafar

"I've only heard that name once, from Kanan. He said Mustafar is where Jedi go to die."
- Hera Syndulla



Mustafar ist der Planet auf dem Anakin Skywalker starb und Darth Vader geboren wurde. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass Vader sein Hauptquartier genau dort errichten ließ wo seine Existenz begann. Schon in den Legends gab es das Beispiel einer furchterregenden Festung für Vader, die dort allerdings noch nicht nach Oricon oder Mordor aussah. Seit Dark Empire galt Bast Castle auf Vjun als Vaders persönliche Festung.


Bast Castle auf Vjun

Vjun war ein Planet mit aggressivem Säureregen, der sogar Sturmtruppenrüstungen schaden konnte und die dortige Festung Vaders wurde nach dessen Tod zum Sitz der Darkside Elite Palpatines und seines neuen Executors Sedriss QL. Im neuen Kanon kann man darauf hoffen, dass die Machtverhältnisse innerhalb des Imperiums geordneter aussehen und es neben den Vader unterstellten Inquisitoren nicht auch noch fünf verschiedene andere Machnutzergruppierungen im Dienste Palpatines gibt. Schon die Inquisitoren sind ein mysteriöses Grüppchen, das von einem namenlosen Grand Inquisitor angeführt wurde (einem ehemaligen Jedi-Tempelwächter, wie sich herausstellte) und auf Titel wie Eigth Brother, Seventh Sister, Sixth Brother oder Fifth Brother zurückgreift.




Seit ihrer Kanonisierung in Star Wars Rebels gibt die Organisation der Inquisitoren einige Rätsel auf. So scheint etwa der als erster gegen Ahsoka Tano eingesetzte Sixth Brother kein besonders fähiger Duellant gewesen zu sein und es stellt sich die Frage wie viele der Inquisitoren ursprünglich vielleicht Jedi-Padawane oder sogar Ritter waren, wie der Grand Inquisitor, der Order 66 sogar im Jedi-Tempel auf Coruscant überlebt haben dürfte. Wie konnte er sich überhaupt dazu entscheiden die Jedi zu verraten und wieso haben ihn die Klone nicht einfach erschossen? Traf er vielleicht auf Anakin Skywalker/Darth Vader und dieser erkannte in ihm sein Potential als Gehilfe? Er starb jedenfalls erst 15 Jahre nach Order 66 über Mustafar, als er sich lieber in einen Reaktorschacht stürzte, als sich von Kanan Jarrus retten zu lassen. Bisher scheint es so als könnte die Nummerierung der Inquisitoren einen Rückschluss auf ihre Hierarchie geben, somit wären Nr. 5-8, sowie Nr. 1 oder Nr. 0 der Hierarchie tot. Womit noch Nr. 1/2-4 übrig blieben und wenn die Rangstufe mit den Fähigkeiten der Inquisitoren einhergeht, dann wären also noch 3-4 Inquisitoren mit Fähigkeiten da draußen, die dem Grand Inquisitor näher sind als den leicht geschlagenen Inquisitoren, die sich nicht mit Ahsoka Tano messen konnten. Das mangelnde Talent der Inquisitoren ist sinnvoll, wenn man bedenkt, dass sich die Sith keine potentiellen Rivalen wie Darth Maul aufbauen wollten.

Von Interesse ist Mustafar auch, weil es während der Klonkriege als Versteck von Darth Sidious "Kinderkrippe" genutzt. Für kurze Zeit besaßen die Sith dank Cad Banes Überfall auf die Holocronkammer des Jedi-Ordens eine Aufzeichnung über alle zu diesem Zeitpunkt erfassten machtsensitiven Kinder der Galaxis. Sidious griff auf Cad Bane zurück, um diese Kinder zu stehlen und auf Mustafar einer Versklavungsprozedur zu unterworfen. Sidious Ziel war die Etablierung einer nur ihm unterworfenen Gruppe von machtsensitiven Agenten. Manch einer mag da an die "Kinder des Imperators" aus SWTOR oder die Hände des Imperators aus den Legends gedacht haben. Wir wissen bis dato jedenfalls nicht, ob Sidious dieses Projekt nach Order 66 wieder aufgriff. Die Inquisitoren sind jedenfalls (auch das erinnert an die Legends) mit einem Zugriff auf die Archive des Jedi-Tempels ausgestattet. So ganz wild verlief die Jedi-Verfolgung also gar nicht, man griff wohl auf die gesamte Dokumentation des Ordens zurück, um mögliche Rückzugsorte, Verbündete und Decknamen flüchtiger Jedi aufzuzeichnen. Wer Order 66 entkam wurde wohl zunächst mit einem Haftbefehl des ISB gesucht, wann immer jedoch der Verdacht aufkam ein bestimmter Flüchtiger wäre gesichtet worden musste der ISB die Verfolgung an einen Inquisitor abtreten. Yodas undokumentierte Reise nach Dagobah verhinderte von vornherein, dass die Inquisitoren ihn dort finden konnten. Ebenso entkam "Ben Kenobi" der Verfolgung, weil er sich auf das mit ihm nicht verbundene Tatooine zurückzog.

Where Jedi go to die

Dass einige Jedi-Ritter nach dem Stay Away-Signal des Jedi-Tempels versuchten vertraute Orte aufzusuchen bezeugt Kevin Hearnes Heir to the Jedi. Darin entdeckt Luke Skywalker auf Rodia das Grab des Jedi-Ritters Huulik, der eine vielleicht nicht standesgemäße Bindung zu seiner Heimatwelt aufrecht erhielt. Nach Order 66 versuchte Huulik sich auf Rodia abzusetzen, doch er war bereits zu schwer verletzt und verstarb auf der Reise. Seine Verwandten auf Rodia bestatteten ihn in einer Grotte, samt seines Lichtschwerts. Ermittelnde Inquisitoren dürften Huuliks Tod zufrieden festgestellt haben und wieder abgezogen sein. Jahrzehnte später erhielt Luke Huuliks Lichtschwert als Geschenk von der Nicht des Jedi-Meisters. Mit diesem neuen Lichtschwert konnte Luke erste Schritte unternehmen, um etwas über die Konstruktion von Lichtschwertern zu lernen, ohne seine eigene Waffe zu zerlegen. Nach dem Verlust von Anakin Skywalkers Lichtschwert sollten ihm dieses Wissen und womöglich auch Huuliks Kyber-Kristall sehr gelegen kommen, wobei Huuliks Klinge als amethystfarben beschrieben wird. Woher Lukes grüner Kyber-Kristall stammt ist also unklar (könnte es sich gar um Yodas oder Qui-Gons gehalten haben?). Soweit wir wissen können Lichtschwertkristalle unter normalen Umständen in freier Wildbahn nur von ihrem auserwählten Besitzer wahrgenommen werden und in den Höhlen Ilums werden damit auch immer wieder Visionen verbunden. Was wir in Episode VII durch Reys Augen erleben kann daher nur als ein solcher Ruf eines Kyber-Kristalls gedeutet werden. Rey wurde von Anakins altem Lichtschwert als neue Trägerin auserkoren.

Heimatlose Jedi wie Caleb Dume (in A New Dawn von John Jackson Miller) oder Ahsoka Tano (in Ahsoka von E.K. Johnston) konnten sich nach Order 66 glücklich schätzen nie eine Heimat außerhalb des Jedi-Tempels gehabt zu haben bzw. keine Bindung zu dieser zu besitzen. Gerade Caleb Dume wurde zu einem Vagabunden, der sich dank der Distanziertheit des Jedi-Kodex bestens durchschlagen konnte, jedenfalls bis er einer Hera Syndulla über den Weg lief.

Dass es Mustafar in Episode III überhaupt gab liegt auch daran, dass George Lucas ein Konzept aus der Entwicklung von Episode VI aufgreifen wollte. Dort hätte das Finale nämlich in einem Lavasee stattgefunden, in welchem der Thron des Imperators gestanden wäre. Stattdessen wurde Mustafar zum Geburtsort Darth Vaders und wie in einer griechischen Sage sah es so aus als hätte Mustafar Vader jede Spur Anakin Skywalkers ausgebrannt. Sogar seine inneren Organe und vor allem die Lunge nahmen auf Mustafar Schaden. Nur sein Herz nicht, denn dort blieb ein Funken Anakins am Leben, den selbst Darth Sidious nicht wahrnehmen konnte. Nach allem was wir im neuen Kanon über Kyber-Kristalle gelernt haben können wir auch vermuten, dass eine hohe Konzentration von Kyber-Kristallen wie auf Ilum oder in den diversen Jedi-Tempeln, dazu führt die Macht auf eine besondere Weise zu fokussieren. Nun stelle man sich eine Raumstation mit der größten je gekannten Kyber-Konzentration vor. An einem solchen Ort müsste die Macht besonders stark sein. Genau das macht nun dank Rogue One die Faszination von Episode VI aus. Luke, Vader und Palpatine treffen sich in einem dem Jedi-Tempel nachempfundenen Turm auf einem Kyber-Mond! Palpatine lässt Rebellenschiffe mit einem Kyber-Laser zerstören und er hat den letzten Jedi und den Auserwählten an seiner Seite. Das Gleichgewicht der Macht... schwankt! Palpatines Ende in den Worten Luke Skywalkers: "Your overconfidence is your weakness. Palpatine glaubte wie alle Sith daran die Macht kontrollieren zu können und er begab sich willentlich in einen Machtnexus, in welchem die helle und die dunkle Seite aufeinandertrafen, vor den Augen des Auserwählten. Im Nachhinein wirkt Palpatines Scheitern wie vorherbestimmt, doch im Moment muss sich der Imperator unschlagbar gefühlt haben. Er hatte die Jedi zerstört, er hatte Vader geschaffen, Yoda besiegt und den Tod der letzten beiden Jedi-Ratsmitglieder gespürt. 23 Jahre befand sich Darth Sidious auf der Seite der Gewinner und die Qualität seiner Gegner hat immer nur abgenommen. Mit jedem toten Jedi-Überlebenden wurden die Gefahren für seine Herrschaft geringer und am Ende blieben nur noch untrainierte "Kinder der Macht", die sogar die Inquisitoren bezwingen konnten. Palpatines Ego ließ ihn den Willen der Macht völlig unterschätzen und so brachte ihn ein 23jähriger Jedi-Ritter zu Fall, nachdem er schon die mächtigsten Jedi der alten Republik bezwungen, bekehrt oder betrogen hatte. Nicht Lukes Machtfähigkeiten oder sein Talent als Lichtschwertkämpfer bezwangen Palpatine, sondern Glaube an die Jedi-Ideale. Palpatine konnte noch so mächtig sein, das Gute konnte er nicht besiegen.

Vaders machtvoller Auftritt

Dass Darth Vader in Rogue One auftreten wird löste schon vorab viele überzogen wirkende Spekulationen aus. Dass Vader irgendwie auftreten wird, weil er ja die Jagd nach den Todessternplänen übernimmt war durchaus klar, aber es hätte eine einfache Szene am Ende des Films sein können, bei der man Vader auf der Brücke seines Sternenzerstörers sieht. Rogue One hat etwas mehr aus dieser Szene gemacht und Vader schon früher miteinbezogen.

Wenn wir das erste Mal auf Vader treffen erfahren mehr über dessen Leben seit Episode III als man sich erwartet hätte. Vader besitzt nun seine eigene Festung auf Mustafar, wohin ihm auch immer wieder gefangene Jedi-Ritter geliefert werden. Vaders Vendetta mit Obi-Wan Kenobi wird wohl dazu führen, dass er jedem Häftling die gleiche Frage stellt: "Wo steckt Obi-Wan Kenobi?" Auf Mustafar unterhält Vader auch seinen ganz persönlichen Rückzugsort und er verbringt scheinbar immer wieder einige Zeit in einem Bacta-Tank, um zu meditieren (womöglich wie Yoda in der letzten The Clone Wars-Staffel) und seinem Körper etwas Erholung zu gönnen. Dass Vaders zerstörter Körper ein Hindernis darstellt war ein Umstand, der zwar noch James Lucenos Legends-Roman Dark Lord geprägt hat, doch im kanonischen Material sind Vaders "Modifikationen" (um ein TCW-Zitat über Grievous zu nutzen) hingegen "Verbesserungen". Das beste Beispiel dafür liefert Paul Kemps Roman Lords of the Sith. In LotS sind Vaders Cyborg-Körperteile ungemein hilfreich für dessen halsbrecherischen Manöver, so etwa als er seinen Raumjäger verlässt, um einen Frachter der Free Ryloth-Bewegung zu entern. An Bord von diesem setzt Vader schließlich auch zu einem Massaker an, welches an seine finale Rogue One-Sequenz erinnert. Genau diese Szene wurde vor der Veröffentlichung (April 2015) von LotS bereits in allen Leseproben verwendet.

Der Rogue One-Vader ist der Lord of the Sith-Vader und er verbindet nun die kanonischen Serien Rebels und TCW, seine Romaneauftritte (in Tarkin und LotS) und die Prequels mit der OT. Geanu das musste auch geschehen, um den Kanon glaubwürdig zu machen. Der OT-Vader war ja deutlich weniger beweglich als der kanonische und nach den Prequels wurde es auch notwendig Anakin Skywalkers Kampfstil mit dem Vaders zu verbinden. Dank der Prequels ist es auch möglich im neuen Kanon Innenansichten aus Vaders Gedankenwelt zu zeigen, wie etwa in Lords of the Sith getan. Der kaum 30jährige Vader in LotS ist etwa noch nicht soweit vom gefallenen Anakin Skywalker entfernt, denn er deutet sein Verhältnis zu Sidious noch ein wenig so wie das zu seinem vorigen Mentor Obi-Wan. Die 13 Jahre die Vader als Jedi verbrachte stehen in Rogue One 19 Jahren als Sith-Lord gegenüber. Am Ende werden es 23 Jahre als Sith und etwas mehr als sein halbes Leben sein, das Anakin Skywalker hinter der Maske Darth Vaders verbracht hat. Man vergisst fast, das Anakin in Episode III nur 22 war und in Rogue One auch erst 41 ist.

Rogue One etabliert Darth Vader mehr als eine Figur wie General Grievous, denn als Opfer seines Lebensstils wie Saw Gerrera. Vader, Grievous und Saw sind allesamt Cyborgs, doch sie trennen Welten. Saw ist jemand dessen Körper immer wieder behelfsmäßig zusammengeflickt werden musste, doch Grievous scheint sich bewusst für Modifikationen entschieden zu haben, um zu einer wahren Kampfmaschine zu werden. Vader ist nun ein Mittelding aus beiden. Sein Cyborg-Körper lässt ihn in Verbindung mit seinen Machtfähigkeiten wie eine Killermaschine auftreten, doch er hat sich im Gegensatz zu Grievous für keine besonderen Gadgets entschieden.

Wir haben eigentlich keinen neuen Vader, sondern einen weiteren Fall des Tarkin-Syndroms zu beachten. Jahrzehntelang fehlte Vaders Hintergrundgeschichte und selbst als diese offenbart wurde unternahm man wenig ihn als Charakter gezielt auszubauen. Erst der Reboot machte vieles möglich und der Gegensatz zwischen dem alten Legends-Vader und dem neuen Kanon-Vader zeigt sich, wenn man James Lucenos Legends-Werk Dark Lord mit Paul Kemps Kanon-Roman Lords of the Sith vergleicht. In Dark Lord sind die Prothesen für Vader ein Hindernis, in Lords of the Sith machen sie ihn fähiger. Auch Vaders Umgang mit den imperialen Offizieren ändert sich durch das vereinheitliche Vader-Bild. Offizieren wie Tarkin traut Vader eher über den Weg, weil sie für ihn quasi Kriegskameraden waren und er fasst Kritik an der Macht wohl auch als Kritik an ihm auf, den mächtigsten Machtanwender in Diensten des Imperiums. Schlussendlich ist ja auch die Feuerkraft des Todessterns ein Produkt der Macht, da die Kyber-Kristalle machtsensitive Lichtschwertkristalle sind. Admiral Mottis Kritik an Vader in Episode IV beweist also eigentlich nur dessen grobes Unverständnis der Rolle, welche die Macht innerhalb der weit weit entfernten Galaxis spielt. Motti ist ein oberflächlicher Militärbürokrat, der sich seit Jahrzehnten innerhalb der Joint Chiefs gehalten hat, was mehr für seinen politischen Instinkt als tatsächliche Verdienste im Kampf gegen die Rebellen spricht. Dass Motti Vader auch vorwirft bei der Jagd nach den Todessternplänen versagt zu haben ist insofern unfair, weil zwischen Tarkins Hilferuf an Vader in Rogue One und Episode IV kaum Zeit verging. Motti gibt also einfach beleidigende Kommentare von sich, weil er über Vader zu stehen glaubt. Dass Vader sich in Episode IV überhaupt von Tarkin beherrschen lässt mag am Mandat des Imperators liegen, dass Vader den Statthalter der Sith auf ihrer Seite halten muss. Tarkin und Vader verbindet ein gegenseitiger Respekt, auch wenn beide etwas plumpe Charaktere sind, denen das Fingerspitzengefühl eines Palpatine fehlt.

Jemand wie Orson Krennic, der nichts von den Plänen der Sith, der großen Politik oder der Macht versteht, muss Vader schon als relativ nutzlos erscheinen. Für Vader ist Krennic nur ein Bürokrat, dessen Aufgabe auch irgendjemand anders hätte erfüllen können. Doch Krennics Eitelkeit und seine Versuche gegen Tarkin zu intrigieren ärgern Vader, der mit solchem Verhalten am Imperialen Hof schon zur Genüge Erfahrungen sammeln musste. In Vaders Verachtung für eitle Funktionäre schwingt wohl auch die Erinnerung an Count Dooku mit, einem anderen Capeträger, der gerne seine persönliche Leibwache bei sich führte und große Sprüche von sich gab. Man kann Vader ja auch als jemanden sehen, der seine alten Feindbilder zum Überleben braucht und dessen Reaktionen als Sith-Lord stark davon geprägt werden, was er als Jedi als negativ empfunden hat. Darth Vader wäre dann die Ansammlung aller Vorurteile und negativen Einstellungen Anakin Skywalkers, die dunkle Seite Anakins eben. So wie sich Vader durch die Rebellentruppen schnetzelt erkannt man in ihm auch Anakin, wie er sich einst wohl durch die Tusken auf Tatooine und die Kampfdroiden der Separatisten kämpfte. Ein Jedi sollte laut Yoda die Macht stets nur zur Verteidigung und zum Erlangen von Wissen einsetzen, nicht um ein Dorf auszulöschen oder ein Schiff zu erstürmen. Schon in Episode II verwischt diese Grenze jedoch mit Mace Windus Eingreifen in der Arena von Geonosis.

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Mittwoch, 4. Jänner 2017
Tarkin schlägt zurück (Rogue One Review - Episode V)

Das verkannte Genie Orson Krennics?

Die Architekten der Todessterne hatten es noch nie leicht, selbst in den Legends, wo das Genie hinter dem Todesstern-Superlaser noch Bevel Lemelisk hieß. Lemelisk war auch der Chefkonstrukteur des Todessterns und diverser anderer Waffen, sodass es schließlich sein Kopf war, der Rollen musste als die Rebellen den ersten Todesstern sprengten. In den Legends wurde Lemelisk mehrmals hingerichtet und von Imperator Palpatine mittels Klonkörpern und Sith-Alchemie wieder zum Leben erweckt. Im Kanon wurde Lemelisk in zwei Personen gespalten, den ambitionierten Projektleiter Orson Krennic und seinen Chefwissenschaftler Galen Erso. Aber auch der Bauleiter des Zweiten Todessterns, Moff Tiaan Jerjerrod, hatte mit der Herausforderung seine Probleme. Orson Krennic hingegen? Der betrachtete den Todesstern als sein Lebenswerk und seine Berufung.

Liest man James Lucenos Rogue One-Vorgeschichte Catalyst so erfährt man mehr über Orson Krennic und auch das Buch zum Film gibt noch einiges her. Krennic ist kein Tarkin, er ist nicht von Natur aus böse. Krennics Bösartigkeit wurzelt hingegen in seinem Bedürfnis etwas großartiges zu leisten und dafür bewundert zu werden. Dabei ist Krennic eigentlich völlig unpolitisch, es geht ihm allein darum von der höchsten Autorität der Galaxis anerkannt und belohnt zu werden. Krennic ist nicht machtgeil, er ist nur sehr ambitioniert und auf seinen Status bedacht. Wie in Catalyst versteht er das politische Parkett jedoch deutlich weniger als ein Tarkin, der als Gouverneur seiner Heimatwelt und Blauhelm im Dienst der Republik, sowie als aktiver Offizier während der Klonkriege einiges an politischer Erfahrung sammeln konnte. Tarkin ist ein geborener Tyrann und damit auch ein geborener Anführer. Krennic ist ein geborener Anführer, aber nur ein Ingenieur.

Krennic versteht nicht worum es Tarkin und dem Imperator beim Todessternbau wirklich geht, da er die dahinter steckende politische Zielsetzung nicht ganz verstehen kann. Wie aus dem Rogue One-Roman hervorgeht sieht Krennic im Todesstern sein Lebenswerk und ein technisches Wunder, während es für Tarkin nur ein Werkzeug bleibt. Tarkin gibt Krennic sogar die Direktive möglichst auf die Neuerfindung des Rads zu verzichten, also bereits etablierte imperiale Technologien zu verwenden, anstatt Zeit mit Neuentwicklungen zu vergeuden. In Massenproduktion hergestellte Komponenten ließen sich zudem auch leichter für den Todessternbau abzweigen, was Krennic in seinem gekränkten Stolz als Baumeister jedoch nicht akzeptieren kann. Krennic ist quasi der überenthusiastische Mitarbeiter, der die Welt verändern will, während er eigentlich nur den Zeitplan einhalten sollte. Dabei ist Krennic jedoch zu eitel, um mit seinem Enthusiasmus Sympathien zu gewinnen. Er fordert und fordert, während das Projekt teils auch durch seine Schuld in Verzug gerät.

Es fällt sicher leicht sich Krennic als CEO eines Energieunternehmens vorzustellen, zumal ihm Galen Erso in Catalyst sogar vorschlägt gemeinsam eine Firma zu gründen, die sich mit der Kyber-Kristall-Forschung zum Zwecke der Energiegewinnung beschäftigt. Krennic ist ein fähiger Manager, der die Sprache seiner Spezialisten spricht und als Führungspersönlichkeit eine Vision verfolgt, auf die er seine Mannschaft auch einschwören kann. Als Zivilist wäre Orson Krennic wohl kaum negativ aufgefallen und seine Geschäftspraktiken wären womöglich nicht einmal die schlimmsten gewesen. Auch als imperialer Offizier geht Krennic jedoch wie ein Manager vor, er versucht Tarkin als Aufsichtsbehörde zu umgehen, er knüpft Kontakte zu namhaften Politikern und er sucht nach einem Weg sich und sein Projekt direkt beim Imperator zu verkaufen. Krennic ist eigentlich ziemlich geschickt, aber er setzt mit Mas Amedda auf das falsche Pferd und ist dem spartanischen Tarkin zu eitel. Schon in Catalyst wird Krennic sein Drängen auf eine Beförderung zum Rear Admiral zum Verhängnis. Er schafft es nur zum Commander und selbst dieser Rang geht ihm nach der Flucht Galen Ersos wieder verloren. Über die Jahre erkämpft sich Krennic jedoch diverse Extrawürste. So darf er auch an Bord imperialer Installationen offen eine Waffe tragen, er muss entgegen imperialer Uniformvorschriften nicht auf sein stylisches Cape verzichten, er besitzt seine eigene Leibgarde aus Death Troopers, er hat sein ganz persönliches Shuttle (kein Lambda-Shuttle wie es Standard wäre) und er kann sich mit dem Rang eines Military Director schmücken. Für Tarkin, der trotz seines Rangs eine der imperialen Norm entsprechenden für sich anfertigen ließ, keine besondere Leibwache nutzt und nach dem Verlust seiner von ihm entworfenen Carrion Spike auch seinen persönlichen Sternenzerstörer Executrix nicht sichtbar verändert hat, muss Krennic wie von einem anderen Stern wirken und so ganz er hat damit nicht Unrecht. Tarkin stammt vom aufstrebenden Outer Rim-Planeten Eriadu und ist 13 Jahre älter als Krennic. Tarkin wurde als Soldat erzogen und dient dem Imperium aus politischen Gründen. Krennic stammt von Lexrul, einem urbanen Planeten aus dem Mid Rim und er wurde mit Galen Erso in das Republic Futures Programm auf Brentaal aufgenommen. Während Tarkin seinen Dienst in der Republikanischen Flotte als 42jähriger Commander antrat, verschlug es Krennic mit 29 als Lieutenant (später dann Lieutenant-Commander) zum Ingenieurskorps, weil die Republik sich daran machte allen begabten Wissenschaftlern eindeutige Angebote zu machen. In einer Zeit als Tarkin vom Commander zum Captain und schließlich Admiral aufstieg brachte es Krennic nur zum Lieutenant-Commander und arbeitete sich in der Hierarchie des Imperiums nur langsam vor. Krennic war in seiner Studienzeit schon ein Partytiger und es ist nicht auszuschließen, dass er seine Zeit auf Coruscant nutzte in das höfische Geschehen einzutauchen. Was unter anderen Umständen die Formel zum Erfolg gewesen wäre brachte Krennic jedoch wenig mehr als Kontakte.

Tarkin ist jemand den die Sith auf ihrer Seite haben wollten, wie auch aus Tarkins Begegnung mit Count Dooku in James Lucenos Tarkin-Biografie hervorgeht. Man hat quasi einen Headhunter auf ihn angesetzt und alle in ihn gesetzten Erwartungen haben sich erfüllt. Orson Krennic war hingegen ein Niemand und er tauchte lange nicht einmal auf dem Radar der Sith auf, auch wenn sich sein Star-Wissenschaftler Galen Erso mit Kyber-Kristallen beschäftigte und seine Frau eine latente Machtempfänglichkeit besaß. Für den Imperator war Krennic austauschbar, Tarkin jedoch ein wertvoller Verbündeter und der Mann, dem man den Todesstern anvertrauen konnte.

Tiaan Jerjerrod - der Krennic-Nachfolger

Rogue One schafft für ehemalige Fans des Expanded Universe ein kleines Kunststück, denn auch wenn Krennic und Tarkin sterben, so gibt es doch einen „Erben“ der beiden – den „Commander“ des Zweiten Todessterns, Moff Tiaan Jerjerrod, der in Episode VI heillos überfordert ist seine Kampfstation fertigzustellen. In den Legends war Jerjerrod der Sohn eines erfolgreichen Admirals der Alten Republik, im neuen Kanon ist er dieser verwandschaftlichen Patronage beraubt ein wohl selbst ganz erfolgreicher Karriereoffizier.

Jerjerrod ist alles was Orson Krennic jemals sein wollte und das beginnt bereits damit, dass er es als ein aus reicher Familie stammender Ingenieur im frühen Imperium zum Rear Admiral brachte. Er saß sogar bei den Joint Chiefs und wurde zum Moff befördert, um den Bau des Zweiten Todessterns zu leiten. Jerjerrod erhielt das Kommando über selbigen und trug dabei zur Tarnung den Titel eines Director of Imperial Energy Systems. Jerjerrod erwies sich in Episode VI als deutlich folgsamer als seine beiden Vorgänger und in seiner Doppelfunktion als Mischung aus Tarkin und Krennic war er deutlich kompakter.

Der Bau des Zweiten Todessterns ist nicht weniger interessant als der des ersten, vor allem weil er den Fans sogar noch mehr Rätsel aufgibt. Wann orderte Palpatine seinen Bau? Und wieso? Wie konnte das Imperium eine durch den Erfolg von Yavin gestärkte Rebellen-Allianz im Dunkeln lassen, dass man eine weitere derartige Superwaffe baute? War der zweite Todesstern vielleicht gar nur als Attrappe gedacht und welches Mastermind beschäftigte sich mit den Details der Falle von Endor? Es dürfte jedenfalls klar sein, dass die Rebellion in einem Rogue Two deutlich proaktiver wäre, wohl genauso wie das Imperium. Rogue One hat die Geschichte um den Bau und die Enthüllung des zweiten Todessterns jedenfalls interessanter gemacht, wobei auch der Road to the Force Awakens-Roman Moving Target mit Prinzessin Leia neues Gewicht erhält. Darin inszeniert Leia ein Ablenkungsmanöver für die Imperialen, um diese vom wahren Versammlungsort der Rebellenflotte abzulenken, wobei sie auch das in Episode VI instrumentale Shuttle Tydirium stiehlt. Soweit es die Vorgeschichte von Episode VI betrifft wären Luke und Leia gerade mit ihrer Befreiung Han Solos beschäftigt, während ein hypothetisches Rogue Two stattfinden würde. Zumindest in den Legends war es so, dass die Pläne durch die Hände Prinz Xizors und der Schwarzen Sonne gingen, ehe sie in den Besitz von bothanischen Rebellenspionen gelangten. Der Tod zahlloser Bothaner, wie von Mon Mothma in Episode VI erwähnt, könnte sich jedoch auch auf ein Massaker im Stil Rogue Ones bezogen haben. Schon Tarkin ließ ganze Städte ausradieren, um die Pläne des ersten Todessterns sicher zu stellen. Ohne einen einsatzfähigen Todesstern wäre es jedoch wohl Darth Vader und dessen Flotte oder einem anderen imperialen Kommandeur zugefallen diese Vergeltungsmaßnahme durchzuführen. Ich fände die Geschichte von Rogue Two durchaus interessant.

Wilhuff Tarkin: Gouverneur, Admiral, Grand Moff und Kommandeur des Todessterns

Gouverneur Tarkin ist definitiv keiner der Guten und schon James Lucenos Roman über Tarkins Vorgeschichte unternimmt keine Anstalten diesen Kriegsverbrecher in Schutz zu nehmen. Tarkin wuchs auf Eriadu auf und er ist genauso erbarmungslos wie die Wildnis seiner Heimat. Der Tarkin-Roman verrät uns alles was wir über Tarkins Sozialisierung wissen möchten, angefangen bei seiner familiären Prägung. Was offen bleibt sind Fragen hinsichtlich möglicher Tarkin-Erben, immerhin wurde er ja selbst von einem Großonkel (Jova) ausgebildet und die Tarkins sind eine einflussreiche Militär-Dynastie auf Eriadu (der auch der halb-legendäre Ranulph Tarkin angehörte). Die Gerüchte über einen Major Tarkin in Episode VII waren berauschend, auch wenn wir schlussendlich nur einen General Hux erhielten. General Armitage Hux ist leider nur der Sohn des älteren Brendol Hux, der die Imperiale Akademie auf Arkanis führte und Gallius Rax Schattenregierung des zersplitterten Imperiums angehören durfte. In den Legends hatte Tarkin sogar einen Sohn (Admiral Garoche Tarkin) und eine von ihm protegierte Geliebte (Admiralin Natasi Daala, die in den letzten Legends-Romanen ein sehr ausgeprägtes Eigenleben entwickelte). Doch aus Tarkin selbst machte man vor dem Reboot des Expanded Universe noch sehr wenig. Erst der Reboot, mit The Clone Wars, Rebels, Rogue One und dem Tarkin-Roman sorgten dafür, dass dem Grand Moff in den letzten Jahren endlich Leben eingehaucht wurde. Tarkins Auftritt in James Lucenos Roman ließ mich anfangs sogar spekulieren, ob man Tarkin nicht zu einem militärischen Genie wie den Legends-Thrawn hochstilisieren wollte. Wie in Rebels hat Tarkin nur kaum die Zeit sich um jede Krise im Outer Rim zu kümmern, weshalb er auf andere Offiziere angewiesen ist. Bei seinem fulminanten Auftritt in Rebels gelingt es ihm jedenfalls Kanan Jarrus zu verhaften und die dunkelste Stunde der Rebellenzelle auf Lothal einzuläuten.

In Catalyst wird Moff Tarkin auch als einer jener imperialen Admiräle vorgestellt, die nach dem Ende der Klonkriege eingesetzt wurden, um hartnäckige Widerstandsnester der Separatisten auszuschalten. Überall dort wo lokale Kommandeure die Abschaltung der Droidenarmee verhindert hatten oder erst gar nicht auf diese zurückgreifen mussten war der Krieg noch nicht zu Ende. Auch Cassian Andor dürfte von einer solchen Welt stammen. Dass sich die Droiden schlagartig abschalteten dürfte zu blitzkriegartigen Siegen des Imperiums geführt haben, doch es bildeten sich zweifellos sehr schnell Widerstandsgruppen oder Aufstände gegen die imperialen Besatzer. Es war Tarkins Job diesen Tendenzen Einhalt zu gebieten und sie bereits im Keim zu ersticken. Bis Rebels bzw. Rogue One dürfte Tarkin jahrelang sehr gute Erfolge erzielt haben, doch die imperiale Strategie lief schlussendlich doch nur auf den Bau eines Todessterns hinaus. Die Furcht vor dem Todesstern sollte den Einsatz weiterer Millionen von Sturmtruppen oder hunderter Sternenzerstörer unnötig machen. Zugleich heckte Palpatine schon im Tarkin-Roman den Plan aus, durch diese Entlastung vom tyrannischen Tagesgeschäft mehr Zeit für das Studium der Macht zu erhalten. Dafür bräuchte er auch Darth Vader und der war permanent als Vollstrecker eingeteilt. Mit dem Todesstern wollte Darth Sidious sich und Vader freispielen, um einige nicht näher bekannte Sith-Rituale einzustudieren und die Macht grundlegend zu verändern. Tarkin war aus Palpatines Sicht der beste Kandidat als Statthalter der Sith zu regieren, zumal er praktisch wie ein Sith ausgebildet und aufgewachsen war. Tarkins Neigung zu hartem Durchgreifen und der Schaffung von Ordnung ist genau jener Fanatismus, der ihn nicht am Thronanspruch des Imperators zweifeln lässt. Tarkin ist kein Politiker, sondern ein loyaler Befehslempfänger, wie ihn sich Sheev nur wünschen konnte.

Jedha, Scarif, Alderaan und das entvölkerte Geonosis gehen auf das Konto Tarkins, der sich allmählich zum größten Massenmörder des neuen Kanons entwickelt. Tarkin Verhalten in Rogue One lässt ihn auch für das breite Publikum noch skrupelloser erscheinen, denn auf Scarif richtet er praktisch die gesamte dortige Garnison für ihr Versagen hin. Und da galt Darth Vader mal als Geißel des imperialen Offizierskorps. Scarif war laut Lore ein beliebter Stationierungsort, was angesichts der Sandstrände und der relativen Sicherheit gegenüber Orten wie Jedha (das Ost-Jerusalem oder Kabul des Star Wars-Universums) wohl selbsterklärend ist. Nur mit der Unterhaltung dürfte es außerhalb der Garnison etwas weit her gewesen sein. Mit der Ausnahme der Säuberung von Geonosis, die von Tarkin autorisiert werden musste, hat der Gouverneur des Outer Rim vor allem Planeten auf dem Gewissen die militärisch keine Bedrohung darstellten und vor Alderaan waren sie auch politisch bedeutungslos. Jedha war eine Ansammlung von vergessenen Ruinen. Scarif war ein vollständig vom Imperium kontrollierter Planet. Und Alderaan war völlig demilitarisiert. Tarkins Anwendung des Todessterns beruhte auf dem Prinzip potentielle Bedrohungen bereits präventiv auszumerzen. In Tarkins Händen wurde der Todesstern zur plumpen Kanone, mit der man auf Spatzen feuerte. Leias Aussage “The more you tighten your grip, the more star systems will slip through your fingers.” fand durchaus ihre Berechtigung. Schon in Rebels und Romanen über das frühe Imperium (A New Dawn, Ahsoka, Lords of the Sith) wird ersichtlich wie Tarkin den Einfluss des Imperiums im Outer Rim immer weiter ausdehnte, meist um mehr Ressourcen für die imperiale Militärmaschinerie zu gewinnen und dazu gehörte insgeheim auch der Bau des Todessterns. Gestalten die zuvor ins Outer Rim geflüchtet waren und dort ein neues Leben beginnen wollten fanden sich nun in die Ecke gedrängt und begannen Widerstand gegen das Imperium zu leisten. Besser man hätte ein Ventil übrig gelassen. Kanan, Ahsoka und Cham Syndulla hätten sich nie der Rebellion angeschlossen, wären sie nicht in ihrem Ruhestand nach den Klonkriegen verfolgt worden. Tarkin betrachtete seine Gegner immer als wilde Tiere. Tötet man ihre Anführer oder beweist seine Stärke würde man respektiert werden, ansonsten bliebe nur die restlose Auslöschung. So ging Tarkin schon als Commander der Outland Regions Security Force vor und so ging er auch als Grand Moff vor. Tarkins Hintergrund als Angehöriger der Patrizier von Eriadu und einer der Gründerfamilien der ORSF lässt ihn als politisch beste Wahl für den Posten als imperialen Statthalter im Outer Rim erscheinen. Tarkin ist der Erbe der wehrhaften und selbstbewussten menschlichen Siedlerbewegung im Outer Rim, was in ihm wohl auch eine latente Abneigung gegenüber Aliens verwurzelt haben könnte. Die menschlichen Siedler Eriadus wurden von Alien-Nachbarn, Alien-Piraten und Alien-Kreditgebern bedroht, während sich eine weitgehend von Aliens kontrollierte Republik nicht sonderlich für Eriadus Belange interessierte. In Lucenos Tarkin-Roman ist der spätere Grand Moff jemand den man durchaus als Nationalisten bezeichnen könnte.

Während das Imperium bis in den Mittleren Rand hinein stets gut geschützt und kontrollierbar war blieb das Outer Rim weitgehend gesetzlos. Hier wo keine effektiven staatlichen Regierungen Fuß fassen konnten stießen die Handelsgilden in ein Machtvakuum vor und nutzten die ständige Bedrohung durch Marodeure, um eine gezielte Aufrüstungspolitik zu betreiben. Mit den so geschaffenen Privatarmeen konnte man das staatliche Gewaltmonopol der meisten Welten aushebeln und die meisten hatten wie Naboo einer Besatzung wenig entgegenzusetzen. Von der Republik war wenig zu erwarten und so blieben viele Welten lieber unabhängig. Nur Tarkins Seswanna Sektor konnte sich diesem Trend energisch widersetzen. Unter Eriadus Führung schuf man die Outland Regions Security Force und verteidigte sich selbst, zumal die Republik selbst ihrer Mitgliedswelt Eriadu nicht beistehen wollte. Dieses Gefühl, von der Republik fortwährend im Stich gelassen zu werden hätte Eriadu auch in die Arme der Separatisten treiben können. Für seine Standhaftigkeit wurde Tarkin schließlich mit der imperialen Statthalterschaft des gesamten Outer Rim belohnt. Dass Tarkin in den Rebellen nur Terroristen und Anarchisten sehen konnte lag auch an seinen Erfahrungen auf Eriadu. Widerstand gegen die ORSF erfolgte nicht selten durch kriminelle Elemente oder er wurde durch wirtschaftliche und politische Rivalen angezettelt.

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Dienstag, 3. Jänner 2017
Neue Hoffnungsträger (Rogue One Review - Episode IV)

Heldensterben

"So ein Scheiß, dass die alle gestorben sind." Normalerweise sage ich diesen Satz spöttisch, doch im Fall von Rogue One musste ich beim Verlassen des Kinosaals und passieren der nächsten Rogue One-Besuchergruppe darauf verzichten. Er war zu dicht an der Wahrheit. Gerade wer Spoilern zugeneigt ist, wie ich normalerweise auch, der dürfte schon vorab gelesen haben "es sterben alle". Das zu wissen verändert sicher wie man den Film sieht. Für mich bestand an jeder Wendung immer noch die Möglichkeit, dass jemand überlebt, um die Geschichte von Rogue One zu erzählen. Daher war es für mich auch geradezu selbstverständlich als Cassian Andor auf Scarif seinen Hero Shot auf Orson Krennic abfeuerte und Krennic selbst das Ende Scarifs miterleben musste. Doch Bodhi Rook, K-2SO, Baze Malbus und der humorigste Blinde der Galaxis hatten zuvor sehr eindeutig ihr Leben gelassen. Fest in der "die Helden sterben nicht"-Ansicht verzwurzelt argumentierte ich nach der Zerstörung Jedhas auch dafür, dass Saw Gerrera sicher irgendwie im letzten Moment entkommen war. Bis ich das Hörbuch "gelesen" habe glaubte ein Teil von mir auch weiterhin an diese Möglichkeit.

Rogue One wagt ein riskantes Experiment, denn der Standalone führt völlig neue Charaktere ein und bringt diese in seinem finalen Akt auch nacheinander um. Kann so etwas gut gehen? Ich bin mir bis heute nicht ganz sicher. Vom Merchandising-Wert bezweifle ich, dass in einigen Jahren noch jemand nach einem Orson Krennic oder gar einem Cassian Andor Comic oder Roman verlangen wird. Gerade als Star Wars-Fan bemisst man den Wert eines Charakters immer wieder danach, welche Rolle dieser in einem Expanded Universe über seinen Filmauftritt hinaus spielen könnte. Imo hat Rogue One daher das Tarkin-Problem. Das Tarkin-Problem? Ja, davon wird noch kaum einer gehört oder gelesen haben, aber es ist etwas, das mir seit Lucenos Tarkin-Roman durch den Kopf geht. Jahrzehntelang existierte Tarkin als genau so ein Rogue One-Charakter. Er hatte seinen Platz in der Handlung eines einzigen Films und dann starb er. Jahrelang kam da nichts, bis er in The Clone Wars als Captain auftauchte, zum Admiral befördert wurde, Ahsoka Tano den Prozess machte und schließlich seinen eigenen biografischen Roman samt Auftritt in Rebels erhielt. In Episode III war er auch, aber diesen Cameo zähle ich so gut wie nie. Tarkin existierte um zu sterben. Nun hat ihn James Luceno in seinem Roman jedoch zu einer Figur gemacht, die eine vollständige Hintergrundgeschichte und Motive besitzt. Der kanonische Tarkin hatte zwar keine Affäre mit Natasi Daala, doch dafür ist der Grand Moff im Kanon auch selbst deutlich interessanter als je zuvor. Tarkins Verteidigung von Sentinel Base im Luceno-Roman bezeugt etwa die Raffinesse des Moffs und warum dieser deutlich fähiger war als die meisten imperialen Bürokraten. Seine größte Schwäche wird jedoch in Catalyst enthüllt. Tarkin verbietet es sich jemals vor einem Gegner zurückzuweichen.

Unterm Strich finde ich die Entscheidung alle Protagonisten zu ermorden mutig und konsequent, also intellektuell richtig, aber gefühlsmäßig? Da fehlt mir etwas. Zu einigen Charakteren fiel es mir schwer eine Bindung aufzubauen und auch das Prequel Catalyst und das Buch zum Film konnten mir da nicht helfen. So konnte ich etwa eine stärkere Bindung zu Lyra Erso als zu ihrer Tochter Jyn aufbauen.

Jyn Erso

Die Tochter des Superlaser-Architekten Galen Erso ist die nominelle Heldin Rogue Ones und sie erfüllt diese Aufgabe mit Bravour. Jyn ist am Beginn von Rogue One bereits eine Gefangene des Imperiums, nachdem sie sich die letzten Jahre als Kleinkriminelle durchgeschlagen hat. Dabei könnte Jyn eigentlich zum Adel der Rebellion gehören. Ihr Vater sorgte für die Konstruktion eines ganz bestimmten Reaktorschachts im ersten Todesstern, ihr Ziehvater war einer der kampferprobtesten Anführer der Rebellion und ihre machtsensitive Mutter zeichnete sich schon früh durch ihr Unbehagen über die Veränderungen der Republik aus. Dass Lyra Erso nicht selbst zu einer der ersten Rebellinnen wurde war nur möglich weil sie sich für Jyn und Galen dazu entschied ein bürgerliches Leben zu führen. Dass Jyn in Catalyst und Alexander Freeds Rogue One-Roman mehrmals als Ebenbild ihrer Mutter beschrieben wird ist kein Zufall, auf gewisse Weise führte Jyn das Werk ihrer Mutter fort.

Dass Jyn auf Scarif stirbt beraubt sie zwar der Möglichkeit die Mutter Reys zu werden, aber die in Rogue One 21jährige könnte in den Jahren zwischen Catalyst und Rogue One ein sehr bewegtes Leben geführt haben, bei dem sie nach ihrem Abschied von der Rebellion auch einige Zeit als Schmugglerin aktiv gewesen sein könnte. Ein Cameo im Han Solo-Film oder anderen Werken über die Dark Times (zwischen Episode III und IV, der Begriff könnte ja irgendwann auch auf eine andere Periode angewesendet werden, solange er nicht kanonisch ist) ist im Falle Jyns nicht völlig auszuschließen.

Was Jyn interessant macht ist die Frage ihrer möglichen Machtsensitivität und ihres womöglich von Galen Erso geerbten Intellekts. Außerdem war sie eben die "Tochter" Saw Gerreras und wenn der Befreier Onderons kinderlos geblieben sein sollte, dann war Jyn wohl auch sein Vermächtnis. Oder es gibt irgendwo eine nach ihrer Tante benannte Steela Gerrera, die womöglich einen friedfertigeren Weg als ihr Vater eingeschlagen hat. Eine Gerrera-Tochter im Alter Lukes und Leias wäre auch in Hinsicht auf den Frieden zwischen Episode VI und VII bzw. den Aufstieg von Leias Widerstand ein interessanter Charakter und manche Medien hätten endlich ihre schwarze Mittfünfzigerin in einer tragenden Rolle. Eine Steela II. könnte auch gewisse Züge Mace Windus tragen und es wäre ein netter Callback von Saws Tod für seinen Traum zu sprechen, womit man auch an das berühmte Martin Luther King-Zitat anknüpfen könnte. Kanzlerin Gerrera... aber ich träume wohl selbst schon.

Cassian Andor

Schon die Erkenntnis, dass Cassian ein Captain innerhalb des Rebellen-Geheimdienstes ist verdeutlicht die enorme Mobilität innerhalb der Rebellen-Allianz. Cassian ist laut den verfügbaren Quellen erst 26, aber wenn man bedenkt, dass Luke in Episode V mit 22 bereits Commander ist? So jung beförderte das Imperium seine Offiziere erst nach dem Verlust des Ersten Todessterns.

Was Cassian neben seiner Rolle in Rogue One interessant macht ist all das was im Film nur eine Nebenrolle spielt und selbst im Roman nur nebenbei erwähnt wird. So stammt Cassian aus einer Familie von Dissidenten. Sein Vater wurde bei Protesten gegen die Militärakademie auf Carida erschossen. Cassian selbst wurde bereits mit 6 Jahren Teil einer separatistischen Terrorzelle auf Fest, wo er als Kindersoldat eingesetzt wurde um Steine und Flaschen (Molotovcocktails?) auf Klonsoldaten und Walker zu werfen. Die Ewoks hatten wohl deutlich mehr Erfolg als der 6jährige Cassian. Somit ist Cassian Andor wohl der erste bekannte Separatist auf Seiten der Rebellion, sieht man von Sergeant Hizram Namir aus Battlefront: Twilight Company einmal ab. Wobei ja eigentlich Namirs Vater für die Separatisten kämpfte und der Sohn nur einigen lokalen Warlords die Gefolgschaft schwor, bis er nach einer Schlacht für die Imperialen ins Lager der Twilight Company geriet. Das Imperium hat nicht nur Jyn Ersos Leben zerstört, auch Cassian Andor wurde quasi zum Rebellen erzogen. Nur anders als Jyn blieb er dabei und machte sich wie in Rogue One auch die Hände schmutzig. Cassian ist auch der erste kaltblütige Mörder den wir auf Seiten der Helden bestaunen durfte. Nach der ganzen Han shot first-Debatte um George Lucas Änderung an Episode IV ist zumindest eines klar, Cassian shot first. Ob Cassian vielleicht Geschwister oder Kinder hatte?

Jyn Erso hat Cassian Andor wieder so etwas wie Hoffnung gegeben, nachdem dieser längst jene Ideale aufgegeben hatte, welche die Rebellion nach Rogue One verkörpern sollte. Ohne die Jedi oder selbst nur jedihafte Figuren scheinen die Helden kaum in der Lage zu sein sich wirklich als die moralisch überlegene Fraktion zu behaupten. Wenn man bedenkt wie Cassian aufgewachsen ist, dann kann man ihm sein skrupelloses Verhalten wohl noch eher verzeihen als Saw Gerrera. Cassian hatte keine andere Chance als gegen das System zu rebellieren.

Ich kann mich für Cassian Andor wirklich begeistern und ich gehe davon aus, dass sein separatistischer Hintergrund und seine lange Dienstzeit für die Rebellion ihm noch irgendwann eine Rolle in einem Dark Times-Werk verschaffen könnten. Cassian hat durch seine Insubordination die Operation auf Scarif überhaupt erst ermöglicht und man könnte die Geschichte so schreiben, dass Captain Cassian Andor der Mann war, der den Rebellen die Todessternpläne verschaffte. Zusammen mit Sergeant Jyn Erso, eine "Beförderung" die Jyn allerdings nur im Roman ausgesprochen erhält, um sie zu einer offiziellen Rebellin zu machen. Müsste man eine offiziöse Geschichte der Rebellion schreiben, so wäre man wohl gezwungen dem Offizier Andor den Löwenanteil der Lorbeeren zuzusprechen.

K-2SO

Für The Clone Wars-Fans könnten die KX-Droiden ein höchst interessantes Modell sein, denn wie aus einigen Äußerungen K2s hervorgeht ist er scheinbar in der Lage Chancen und Strategien zu berechnen. Fast wirkt K2 daher wie einer der Tactical Droids oder Super Tactical Droids aus TCW, die dort als Kommandeure oder zumindest Offiziere der Droidenarmee hervortraten. Dennoch waren diese Droiden auch mit einigen Selbstverteidigungsprotokollen ausgestattet, was wohl der Selbstverteidigungsausbildung republikanischer Offiziere oder Klon-Offiziere entsprechen sollte. K2 ist jedenfalls mehr als ein einfacher Sicherheitsdroide, er kann sogar Cassians U-Wing steuern und defekte Bordsysteme reparieren, was entweder auf eine umfangreiche Reprogrammierung oder bereits standardmäßig vorhandene Programme der KX-Serie hindeutet. Nachdem K2 keine eingebauten Waffensysteme besitzt und auch sein Chassis nicht unzerstörbar wirkt (auch wenn es in seiner Färbung an Superkampfdroiden erinnert) lässt sich wohl davon ausgehen, dass die KX-Serie nicht primär als Kampfdroiden entwickelt wurde, wobei auch die B1 Kampfdroiden der Handelsföderation von externer Bewaffnung abhängig waren. Die einzigen imperialen KX-Einheiten die man in Rogue One trifft laufen allerdings unbewaffnet und eher wie administrative Beamte umher. Was K2 besonders macht ist seine Reprogrammierung. Wie der Roman zum Film betont sind KX-Droiden dazu bestimmt stets ehrliche Antworten zu geben, sodass K2 in Rogue One erhebliche Probleme damit hat im Auftrag Cassians zu lügen. Für einen taktischen Berater mag das ein Feature sein, für den Partner eines Agenten der Rebellen-Allianz ist es eher ein Nachteil. Doch so ist K2 zumindest witzig.

Chirrut Îmwe und Baze Malbus

Auch ohne die Jedi drückt die Macht Rogue One ihren Stempel auf und es wird noch lange dauern bis sich die Diskussionen, um die mögliche Machtsensitivität der Guardians of the Whills oder Jyn Ersos beruhigt haben. Es wirkt jedenfalls so, als würde die Macht durchaus durch die Wächter des Kyber-Tempels laufen und das würde seit den Prequels eigentlich die Frage aufwerfen, wie es mit deren Midichlorianer-Werten aussieht. Aber seit Disneys Übernahme des Star Wars-Franchise wissen Fans von einer allgemeinen Stimmungslage zu berichten, dass die Prequels nicht mehr als das Maß aller Dinge zu gelten scheinen. So wurde auch von offizieller Seite her bestätigt, dass das sehr engstirnige Midichlorianer-Konzept mit Rogue zumindest stark aufgeweicht wurde. Nicht jeder der für die Macht empfänglich ist könnte also wohl ein Jedi werden, aber die Macht zu fühlen oder an sie zu glauben und so mit ihr zu kommunizieren schafft erzählerisch gänzlich neue Möglichkeiten. Man ist wohl bemüht die Midichlorianer vergessen zu machen und der Macht ihre unergründbare Mystik zurückzugeben.

„You must unlearn what you have learned.“
- Yoda

Halten wir es wie Yoda und vergessen wir alles was wir über die Macht zu wissen glaubten, dann erscheint es auch glaubwürdig, dass die jahrzehntelange Gegenwart der Kyber-Kristalle auf Jedha die Wächter des Kyber-Tempels irgendwie verändert hat. Kyber-Kristalle sind ein Bindeglied zwischen der physischen Welt und der Macht, sie wachsen und sind selbst so etwas wie Lebewesen im Einklang mit der Macht. Ständig von der Macht umgeben zu sein und durch Korridore zu wandeln, in denen jede Erschütterung der Macht praktisch die Deckenleuchter wackeln lassen könnte, könnte die Wächter durchaus geprägt haben. So wie die Jedi-Tempel könnte auch der Kyber-Tempel auf einem Machtnexus errichtet worden sein, in ihm wird alles verstärkt und jeder Sinn geschärft. Interessanterweise gibt es eine derart beschriebene Szene in einem der Jugendromane der Journey to the Force Awakens. Im Luke Skywalker-Roman The Weapon of a Jedi besucht Luke den Jedi-Tempel auf Devaron und kann dort für geraume Zeit Machtfähigkeiten mobilisieren, die ihm von seinem Trainingsstand her eigentlich noch nicht dauerhaft zur Verfügung stehen. In Catalyst wiederum meditiert Lyra Erso während der Klonkriege gerne in der Nähe des Jedi-Tempels, einem bekannten Machtnexus. Lyra kann die Macht fühlen, aber nicht wirklich nutzen (via Telekinese bspw.) und sie genießt die Natur. Als Höhlenforscherin hat sie auch schon einige mystische Machtorte besucht und war zweifelsfrei bereits in Kontakt mit Kyber-Kristallen. Wiederum auf Devaron können normale Devaronier fühlen, dass der ehemalige Jedi-Tempel irgendwie unheimlich ist und manche sprechen in diesem Zusammenhang sogar von spukenden Geistern. Seit Savage Opress Massaker und der Verwüstung durch die Imperialen hat sich das Gleichgewicht der Macht hier verändert und dieser Wandel macht sich auch für normale Lebewesen bemerkbar.

Meiner Meinung nach verfügt Chirrut Îmwe über eine Art Macht-Sicht, wie man sie aus den Legends von den Miraluka kennt. Im neuen Kanon ist auch der erblindete Jedi-Ritter Kanan Jarrus ein Beispiel dafür wie man ohne Sicht nur mit Hilfe der Macht kämpfen kann. Chirruts übersinnliche Fähigkeit geht imo zweifellos auf die Macht zurück bzw. seine Daredevil-haft verstärkten Sinne. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass Chirrut als ehemaliger Wächter Kyber-Kristalle erspüren kann, so etwa den an Jyns Halskette oder die Kyber-Kristalle im Herzen des Todessterns. Diese Fähigkeit mag sehr nützlich gewesen sein, wenn es früher darum ging Diebe von Reliquien mit Kyber-Kristallen aufzuspüren. Das Beste an Chirrut ist jedoch, dass er beweist wie fähig selbst ein „schwacher“ Machtnutzer sein kann, der weder X-Wings aus Sümpfen heben oder über meterweite Abgründe springen kann. Ich denke bei Chirrut und Baze immerzu an die Korunnai aus Matthew Stovers Shatterpoint, diese Nachfahren gestrandeter Jedi (ähnlich den Hexen von Dathomir aus den Legends) nutzten die Macht ähnlich intuitiv.

Baze Malbus als rauer Gefährte Chirruts ist nicht weniger interessant als der blinde Mönch selbst. Baze wird als vom Glauben abgefallener Wächter dargestellt, doch Chirrut nennt ihn den einst hingebungsvollsten von allen Wächtern. Was Baze Malbus dazu geführt hat die Macht derart abzulehnen? Wir werden es hoffentlich irgendwann erfahren. Im Gegensatz zum spirituellen Chirrut zeigt Baze seine Gefülle nicht und ist weit emotionaler, er weist nicht die geringste Ähnlichkeit zu einem Jedi oder Kriegermönch auf. Dennoch ist Bazes Zielgenauigkeit mit einer plumpen Waffen unglaublich. Womit mich Baze Malbus an einen anderen Star Wars-Roman des neuen Kanons erinnert, Kevin Hearnes Heir to the Jedi. Auch wenn ich diesen Roman nicht mochte, er weist für die Lore bedeutende Szenen auf. So gibt es auch in Heir to the Jedi eine Strandszene in der es zum Gefecht zwischen Luke und einigen Söldnern kommt. In einem Anfall von Wut über den Tod seiner Gefährtin Nakari Kellen spürt Luke zum ersten Mal die dunkle Seite und er beschreibt das Gefühl als eines der Unverwundbarkeit. Luke fühlte sich in der Lage alle Söldner im Alleingang auszuschalten und mit Präzisionsschüssen aus dem Weg zu räumen. Etwas ähnliches kennt man vielleicht aus dem Legends-Roman Darth Bane: Path of Destruction, in welchem Sergeant Dessel die Macht für ähnliche „Glückstreffer“ einsetzt. In Alexander Freeds Rogue One-Roman liest sich diese Terminator-Szene auch so, als würde Baze sich auf seine Emotionen und damit die dunkle Seite einlassen. Er stirbt trotzdem, aber sterben müssen in Rogue One eh alle und auch die getroffenen Death Trooper hätte es später noch erwischt, wenn Tarkin auf Scarif feuern lässt. Für mich ist jedenfalls eines klar, bei den Wächtern ist definitiv die Macht im Spiel.

Bodhi Rook

Es hat für mich das Hörbuch zu Rogue One gebraucht, damit ich mich mit Bodhi Rook anfreunden konnte. Im Film geht dieser Charakter praktisch unter, denn seine Motive spielen kaum eine Rolle. Bodhi ist der imperiale Deserteur der Truppe und stammt von Jedha, als Erklärung muss das reichen. Dass die Befragungsmethode Saw Gerreras bei ihm Spuren hinterließ und er fortan nicht mehr derselbe ist kommt erst im Hörbuch richtig ins Spiel, wenn andere Charaktere sich die Frage stellen, wie Bodhi wohl früher gewesen sein könnte. Bodhi ist Pilot und Erinnerungen an seine Vergangenheit spielen nur im Buch eine Rolle, aber faktisch ist Bodhi ein reuiger Sünder. Er hat als Imperialer mitgeholfen seine Heimat zu zerstören und Kyber-Kristalle ausgeflogen, die zuvor Jahrtausende ungestört auf Jedha lagerten. Um eine Superwaffe zu bauen, die schließlich dazu eingesetzt wurde alles und jeden zu vernichten der ihm auf Jedha je nahe stand. Leias Alderaan-Trauma erhält durch Bodhi Rook, Baze und Chirrut eine völlig neue Bedeutung. Es war Tarkin egal auf Jedha oder Scarif sogar Imperiale zu töten, nur um einige Rebellen los zu werden. Neben Auslandsalderaanern stellt sich nun auch die Frage, was wohl aus den Auslandsjedhanern wurde oder wie Tarkins Opferbereitschaft der eigenen Leute manchen Imperialen nach der Schlacht von Yavin und im Zuge des Vorstoßes der Rebellion (wie in Twilight Company beschrieben) zum Deserteur gemacht haben könnte. Wenn eine Stationierung auf Scarif tatsächlich als Belohnung angesehen wurde, dann dürften die Geschwister oder Kinder einiger derart hochverdienter Imperialer nicht mehr allzu gut auf Tarkin zu sprechen gewesen sein. Wenn sie jedenfalls von den tatsächlichen Ereignissen erfuhren. Bodhi Rook könnte nicht der einzige Imperiale mit Gewissensbissen gewesen sein, der von der dunklen Seite seines Arbeitgebers abgestoßen gewesen sein dürfte. Interessant ist auch die Frage, wann und wie man im Kanon mit dem Bau des zweiten Todessterns umgehen wird. Dessen Technologie würde ja auch auf das Werk Orson Krennics zurückgehen und Kyber-Kristalle sollten neuerlich den Kern der Superlasertechnologie darstellen. Ein Rogue Two über die Aktion der Bothaner und Palpatines Falle würde voll in die heiße Phase der Rebellion fallen und könnte auch die Gastauftritte zahlloser bekannterer Charaktere beinhalten. Der erste Todesstern befand sich knapp über 19 Jahre im Bau. Der zweite soll nach vier Jahren zumindest teilweise einsatzfähig gewesen sein?

General Syndulla

Rebels ist noch lange nicht abgesetzt, auch wenn eine neue Serie bereits gerüchteweise in der Entwicklung ist. Die Auftritte der Ghost auf Yavin 4 und in der Schlacht von Scarif, sowie Choppers in der Yavin-Basis sind ein starker Hinweis, dass zumindest ein Teil der Seriencharaktere überleben könnte. Auf Yavin 4 kommt zumindest in der Originalfassung des Films ein Aufruf für General Syndulla vor, die nach einer offiziellen Bestätigung tatsächlich Hera Syndulla sein soll. Chopper, Hera und die Ghost überleben also, auch wenn Kanans und Ezras Schicksal als Jedi ein Problem für Episode IV darstellen würde. Aber vielleicht reisen sie ja zum Serienschluss allesamt nach Alderaan, um dort auf Obi-Wan Kenobis Rückkehr zu warten. Von Interesse ist im Fall der Rebels, dass es angeblich Überlegungen gibt, die Schlacht von Scarif irgendwann aus Sicht der Ghost und ihrer Crew darzustellen. Dass es Hera bis zur Generalin gebracht finde ich indessen nicht verwunderlich. Als Tochter des legendären Cham Syndulla und jemand der in Rebels wohl die Auseinandersetzung mit Thrawn und Tarkin überstehen wird ist sie sicher eine Ikone des Widerstands gegen das Imperium. Mit Hera verbunden ist meiner Meinung nach auch das Schicksal Sabines und der Mandalorianer. Sabine Wren entwarf wohl das bekannte Allianz-Symbol und nach allem was Mandalore in den Klonkriegen erlebt hat könnte sie auch die beste Chance sein die Mandalorianer zu einem Teil der Rebellion zu machen. In Rogue One wäre Sabine bereits 21 und nachdem die Jedi schon Satine Kryze halfen zur Herzogin Mandalores aufzusteigen könnten Kanan und Ezra ja hinter dem Aufstieg Sabines zur neuen Mand’alor stehen. Außer man entscheidet sich für Bo-Katan Kryze oder Corkie Kryze. Ein Bündnis der Mandalorianer mit der Rebellion würde auch ein bisschen an Knights of the Fallen Empire erinnern.

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Saw Gerreras Rache (Rogue One Review - Episode III)


"Save the Rebellion! Save the Dream!"
- Saw Gerrera

Der Rebell der ersten Stunde

Disneys Star Wars ist ein Star Wars von Fans für Fans und so mancher Eingriff der Story Group lässt sich auch so darstellen, als hätte man schlicht und ergreifend die Gebete dieser oder jener Fangruppe erhöht. Das gewaltige Reservoir an Legends-Charakteren und Figuren aus kanonischen Comics, Serien und Romanen macht es leicht Charaktere für Gastauftritte zu finden, die sofort auf jeder Fansite publiziert und verbreitet werden. In Rogue One sind das einige, sowohl für Filmkenner, als auch für Fans der beiden Serien und alten Legends-Material. In Star Wars Rebels wurde es vorgemacht, denn dort hat man einige The Clone Wars-Charaktere bereits in eine neue Serie übernommen und dabei das Star Wars-Universum sinnvoll ausgebaut. Anstatt in jeder Serie, jedem Film und jedem anderen Ableger sein eigenes Süppchen zu kochen verbindet man nun diese ganzen Einzelteile, sodass es sich auch ganz so anfühlt, als gäbe es nur diese eine große GFFA und nicht verschiedene Universen oder Zeitlinien. Spannend wird es nun, da Rogue One neben dem Cameo Choppers (auf Yavin 4), der Ghost (in der Schlacht über Scarif), der auf in Rebels gekaperten Schiffe (die Hammerheads über Scarif) und „General Syndullas“ (Hera Syndullas, die in Rebels bisher nur Commander ist) sogar einen ehemaligen Seriencharakter als zentrale Figur verwendet. Man hätte sich in früheren Zeiten ja vorzustellen gewagt Saw Gerrera in Rebels zu sehen, immerhin war er ein Seriencharakter, doch nun springt zum ersten Mal in der Geschichte von Star Wars ein „EU-Charakter“ mit einer bedeutenden Sprechrolle in einen Film. Saw Gerrera ist ein Charakter zu dem es bereits eine Vorgeschichte gibt und dessen Erwähnung in Claudia Grays Bloodline schon Hoffnungen auf einen Auftritt in Rebels oder einem anderen Roman weckte. In Bloodline wird Saw Gerrera von palpatinefreundlichen Kreisen im neu-republikanischen Senat als Terrorist bezeichnet und selbst Leia Organa kann sich diesem Argument nicht völlig entziehen. Schlussendlich wird Leia ähnlich verbittert wie Cham Syndulla oder Saw Gerrera sein und ihre eigene Partisanengruppe gründen, die von einem geheimen Stützpunkt aus beginnen wird eine Kampagne gegen den Nachfolgerstaat des Imperiums zu starten. Und so schlittern wir in Episode VII mit General Organa als der gemäßigten Erbin dieser beiden Rebellen und Klonkriegsveteranen.

Das Besondere an Saw Gerrera ist, dass er einer Initiative der Jedi entstammt, die gegen Ende der Klonkriege eine zweite Front gegen die Separatisten eröffneten, indem sie begannen entgegen der diplomatischen Zurückhaltung der Republik Widerstandsgruppen auf neutralen Planeten Hilfe zukommen zu lassen. Jedi-Generäle und Klonoffiziere bildeten als Berater „Rebellen“ aus. Man kann sich schon vorstellen wie dieses vor dem Senat und Palpatine geheim gehaltene Vorgehen nach Order 66 in die Liste der Verbrechen der Jedi-Generäle aufgenommen wurde. Die Jedi bildeten schließlich einige jener „Terroristen“ aus, die wie Saw Gerrera jahrelang zu einem Dorn im Auge des Imperators werden sollten. Nicht zu vergessen wäre dabei auch, dass der Twi’lek-Freiheitskämpfer Cham Syndulla (der Protagonist von Paul Kemps Lords of the Sith, ein Roman der Rogue One-Fans gefallen könnte) einst ebenso von den Jedi protegiert wurde, auch wenn sich Twi’leks Senator Orn Free Taa (ein dekadenter Palpatine-Lakai) gegen ein Bündnis mit dem Radikalen aussprach und Palpatine selbst Bedenken anmeldete. Für den Masterplan der Sith wäre es wohl sinnvoller gewesen Syndulla bereits durch die Separatisten eliminieren zu lassen, womit ein Machtspiel wie in Lords of the Sith erst gar nicht notwendig gewesen wäre. Saw wurde von Captain Rex, den Generälen Kenobi und Skywalker, sowie Commander Ahsoka Tano auf Onderon ausgebildet, nachdem sich der Planet zu Kriegsbeginn von der Republik los gesagt und schließlich für die Separatisten entschieden hatte. Onderons Senatorin Nina Bonterri war indessen eine idealistische Verfechterin von Dookus Sache und hätte als Vertraute Padme Amidalas fast einen Waffenstillstand in den Klonkriegen erreicht. Durch das Schicksal der Bonterris wird erst klar wie verlogen die Klonkriege auf beiden Seiten geführt wurden, denn viele von Dookus Anhängern glaubten an die Korruptheit der Republik und erkannten nichts von Dookus Kriegsverbrechen oder seinem Paktieren mit den Gilden. Man setzte auf Droiden anstatt eine Sklavenarmee aus Klonen und mit Dooku schlug sich ein weltoffener und wortgewandter Ex-Jedi auf ihre Seite, der vielleicht auch etwas vom Ruf seines Padawans Qui-Gon Jinn für sich nutzte. Leider kamen solche alternativen Sichtweisen in The Clone Wars nur gelegentlich vor und wurden in den Romanen seit Episode II fast völlig außer acht gelassen. Nur James Luceno gelang es in seinen Werken den anderen Dooku aus dem Schatten zu holen.

Als die Separatisten auf Onderon (der Planet selbst stammt aus dem Expanded Universe und kam sogar in Knights of the Old Republic II vor) den Sturz des rechtmäßigen Königs tatkräftig unterstützten etablierte dieser ein zunehmend repressiver werdendes Regime, gegen welches Saw und Steela Gerrera zu den Waffen griffen. Unterstützt von Lux Bonterri nahmen sie Verbindung zum Jedi-Orden auf. Nach dem Abzug von Kenobi, Skywalker und Rex blieb Ahsoka auf Onderon zurück, um die Rebellen weiterhin zu beraten. Die Expertise der Jedi und ihrer Klone beim Kampf gegen die Droiden der Separatisten erwies sich als entscheidend für die frühen Erfolge der Rebellion auf Onderon. Die Methoden der Aufständischen verunsicherten jedoch die Zivilbevölkerung, welche sich fest im Griff der separatistischen Propaganda befand. Mehr Sicherheitscheckpoints, mehr Truppen auf den Straßen, mehr Unsicherheit – die Rebellen mussten ihre Strategie ändern, um öffentliche Unterstützung zu gewinnen. Bis dahin wurden die Rebellen von Saw Gerrera geführt, der sich aufgrund seines soldatischen Talents als Anführer etabliert hatte.




Als öffentliches Gesicht der Rebellion bot sich jedoch die weniger hitzköpfige Scharfschützin Steela Gerrera an, Saws Schwester. Nach einer verlorenen Kampfabstimmung um die Führung der Rebellen stürzte Saw aus dem Raum und wollte eigenhändig den gestürzten König befreien, wobei er jedoch nur in Gefangenschaft geriet. Unter Steelas Führung gelang es den Rebellen Saw, sowie den gefangenen König zu befreien und der Patriotismus der Gerrera-Geschwister beeindruckte sogar den General der Königlichen Garde, sodass dieser inspiriert durch Steela und Saws Widerstand gegen seine separatistischen Folterer ebenfalls die Seiten wechselte. Der fortgesetzte Widerstand der Rebellen führte schließlich zum Einsatz experimenteller Killerdrohnen durch den separatistischen Militärberater Kalani (einen Super Tactical Droid der sogar die Klonkriege überstand und in Rebels auftreten durfte). Mit Hilfe einer Lieferung von Sienar Raketenwerfern durch Hondo Ohnaka (der dafür wiederum unter strikter Geheimhaltung von den Jedi angeworben und bezahlt wurde) gelang es den Rebellen auch diesen Angriff abzuwehren, er kostete jedoch das Leben Steela Gerreras. Zum Glück der Rebellen zogen die Separatisten kurz darauf ihre Truppen zurück und Kalani ermordete den falschen König, womit es den Rebellen gelang Onderon wieder zu einem freien Staat zu machen, jedenfalls bis zum Untergang der Republik. Wie aus Rebels hervorging dürften die Imperialen Onderon wieder besetzt haben und Saw Gerrera sah sich wohl gezwungen seinen Krieg wiederaufzunehmen.

Die Rache der Jedi-Ritter



"Another armed occupation is not a free Ryloth! How long before I am fighting you, Master Jedi?"
- Cham Syndulla zu Mace Windu

Dass sich die Jedi freiwillig mit der Klonarmee umgaben war ihr Untergang. Palpatines Befehl zur Ausführung von Order 66 war ein Geniestreich der über ein Jahrzehnt Vorbereitungszeit gebraucht hatte. Die Jedi mit einer Klonarmee auszustatten war auch insofern sinnvoll, weil ihr Einfluss auf das ihnen unterstellte militärische Personal enorm war. Klone wie Rex hätten sich der Ausführung von Order 66 widersetzt. Dass Order 66 von normalen Menschen ausgeführt worden wäre war unwahrscheinlich, nur Captain Tarkin wäre wohl mit dabei gewesen. Schon bei Admiral Yularen hätte ich meine Zweifel gehabt. Hätte man in Episode II keine Klonarmee besessen, so wären die Jedi gezwungen gewesen planetare Milizen zu mobilisieren oder im Stil der Rebellen von Onderon Widerstandsgruppen zu organisieren. Anstatt eines Klonkriegs hätte es eine sehr machtvolle Rebellion gegeben.

Die ersten Rebellen sind das Erbe des Jedi-Ordens, auch wenn sie zum Scheitern verurteilt waren. Nur Anakin Skywalker konnte die Herrschaft der Sith schließlich beenden und auch das funktionierte nur durch den Umweg über Anakins Sohn. Die zweite Generation der Helden erweist sich in der Star Wars-Saga als strahlender als die erste. Bei der dritten steht ein solches Urteil noch aus, immerhin hat Ben Solo 2015 nicht gerade den Eindruck erweckt ein Held zu sein. Luke Skywalkers Ruf als legendärer Pilot und Bezwinger des Imperators strahlt jedoch auch auf die dritte Generation der Helden aus. Ein Poe Dameron, der auf Yavin 4 aufgewachsen ist und in die Fußstapfen seiner Mutter der Pilotin trat, tat das wohl auch, weil er vielleicht ein wenig wie Luke Skywalker sein wollte. Yavin 4 hätte es ohne Lukes „Glückstreffer“ sonst auch nicht mehr gegeben und der machtsensitive Baum im Garten der Damerons war ein Geschenk Lukes. Wenn man schon Jyn Ersos Kyberkristall-Anhänger als Verbindung zur Macht deuten kann, welchen Effekt hatte es dann wohl im Schatten eines Baumes aufzuwachsen, wie er einst im Hof des Jedi-Tempels auf Coruscant stand? Man muss kein Jedi sein, um durch die Macht beeinflusst zu werden. Die Midichlorianer sind seit Rogue One offiziell nur noch eine Möglichkeit den Einfluss der Macht zu erklären. Die Macht darf nun wieder mysteriös und unberechenbar sein.

Verluste

“What will you do when they catch you? What will you do if they break you? If you continue to fight, what will you become?“


Saw Gerrera kennt sich mit Verlusten aus. Schon in den Klonkriegen verlor er seine Schwester. Es war der Preis um die Separatisten von Onderon zu vetreiben. Zuvor wurde er durch sein eigene Hitzköpfigkeit noch gefangen und gefoltert. Seine im Trailer vorkommende Ansprache hat es zwar nicht in den Film geschafft, aber sie ist interessant, denn sie beschreibt wohl Saws eigenen Lebensweg. Der erste Rebell gab nie auf und kämpfte immer weiter. Er überlebte und opferte sich Stück für Stück auf, um den Kampf weiterzuführen. Doch wofür? Und was wurde er dadurch? Ein Cyborg, wäre die naheliegende Antwort. Cyborg-Saw ist jedoch eine krude Gestalt, die im Gegensatz zu Darth Vader oder einem Count Vidian eher so wirkt, als wären lebenserhaltenden Systeme einzig und allein dazu da ihn am Leben zu halten. Saws Cyborg-Körper ist kein Kampfanzug und damit bleiben Saw nur sein eiserner Wille und sein Ruf als Waffen. War Saw in den Klonkriegen ein Mann in seinen 20ern sollte er nun in seinen 40ern sein, auch wenn Forest Whitaker selbst bereits 55 wäre und in seiner Rolle sogar noch etwas älter aussieht. Saw ist durch Verletzungen, Folter und Anstrengung wohl frühzeitig gealtert. In Rogue One wirkt er sogar so als wäre er wirklich verbittert geworden. Saw hat in den letzten 20 Jahren wohl so ziemlich jeden sterben gesehen der ihm etwas bedeutet hat, trotzdem kämpfte er weiter. Weil es in seiner Natur liegt. Schon der junge Saw ist ein geborener Rebell und dann wird er auch noch Kriegsheld. Er hätte wohl eine Karriere als General auf Onderon ansteuern können und da wäre es ihm auch möglich gewesen sich an die Macht zu putschen oder einen blutigen Bürgerkrieg gegen das Imperium zu entfesseln. Doch zum ersten Mal begegnet man Nachkriegs-Saw im Luceno-Roman Catalyst. Dort gibt er sich als Schmuggler aus und betreibt mit einigen anderen Onderonianern eine onderonische Schmugglergruppe. Inwieweit Saws Schmugglertätigkeit vielleicht nur eine Tarnung ist bleibt unklar, womöglich hat er es wirklich versucht als Schmuggler Fuß zu fassen und konnte mit seinem Charisma einige Landsleute für seine Sache gewinnen. Oder Saw versuchte nur in der Unterwelt Fuß zu fassen, um sein eigenes Rebellennetzwerk samt Logistikabteilung auf die Beine zu stellen. Saws Rebellenhöhle in Rogue One erinnert ja auch ein wenig an eine derartige aus kriminellen Elementen rekrutierte Rebellenzelle.

Während jemand wie Admiral Ackbar in Kevin Hearnes Roman Heir to the Jedi sogar Probleme damit hat mit Schmugglern zusammenzuarbeiten oder zu stehlen, um an Versorgungsgüter für die Rebellion zu kommen, dürfte Saw derartige moralische Standards relativ schnell über Bord geworfen haben. Saw ist meines Wissens auch der erste Rebell abseits der Legends (und dort war das eine Aufgabe für Han Solo oder Lando Calrissian), der sich wie in Catalyst aktiv darum bemühte dem Imperium feindlich gesonnnene Kriminelle für die Rebellion zu gewinnen. Man muss wohl wirklich zwischen politischen Rebellen wie Mon Mothma, Leia Organa oder den ehemaligen Gardehauptmann Ackbar und den Soldaten Saw Gerrera, Cassian Andor oder General Draven unterscheiden. Die Rebellion Gerreras ist eine andere als die der rebellischen Würdenträger.

Saws Bruch mit der Führung der Allianz war wohl absehbar, da er schon in den Klonkriegen einiges an Unverständnis über die öffentliche Wahrnehmung seiner Anschläge auf separatistische Ziele äußerte. Ohne Steelas mäßigenden Einfluss ist Saw völlig entfesselt. In Freeds Rogue One-Roman stellt sich etwa die Frage, wie Saw wohl mit Gefangenen umgeht. Genauso müsste man sich fragen, wie Saw sich wohl gegenüber imperialen Kollaborateuren oder Spionen verhält. Letzteres könnte jedoch auch das Buch zum Film beantworten, in welchem Jyn eine Szene beschreibt in der Saw einen Verräter hinter seinem Speederbike herschleifte und vor einer imperialen Barracke ablud. Man wird Saws Vorgehen wohl als „Keine Gefangenen“ beschreiben können.

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Montag, 2. Jänner 2017
Angriff der Sturmtruppler (Rogue One Review - Episode II)

Was wurde aus den Klonsoldaten?

Das Erbe der Klonkriege wiegt schwer auf der weit weit entfernten Galaxis und so ganz scheint es als wäre keiner der großen Kriege seither als abgeschlossen zu betrachten. So wie in den Sequels Veteranen der Rebellion den Widerstand gründeten kämpfen in der frühen Rebellion einstige Freiheitskämpfer aus den Klonkriegen, teils sogar ehemalige Separatisten, wobei man von diesen noch etwas mehr sehen muss (auch wenn Cassian Andor von einer separatistischen Welt stammen soll und womöglich seit seiner Kindheit gegen die Klonarmee und später die Truppen des Imperiums gekämpft hat). Im Hinblick auf die Rebellion scheint es manchmal so als hätten die Klonkriege und der anschließende Aufstieg des Imperiums bei so manchen Veteranen ein schweres Trauma hinterlassen. Gerade Saw Gerrera und Cham Syndulla kämpften ja für die Freiheit ihrer Völker und mussten mitansehen wie ihre Welten am Ende des Krieges plötzlich vom Imperium besetzt wurden, nachdem sie es zuvor verlustreich von der Droidenarmee befreit hatten. Doch was wurde aus den Klonen?

Captain Rex, Commander Wolffe und Gregor konnten nach Order 66 durch die Entfernung ihrer Kontrollchips aus der Klonarmee desertieren und verschwanden von der Bildfläche. Gerade Rex Schicksal ist noch etwas näher bekannt, denn er erlebte das Ende des Krieges an der Seite Ahsoka Tanos auf Mandalore, wo er half ihren und seinen Tod vorzutäuschen. Bei seinem Auftritt in Star Wars Rebels ist Rex schon deutlich gealtert. Man vergisst bezüglich der Klone gerne, dass diesen ein beschleunigter Alterungsprozess mit auf den Weg gegeben wurde, der sie zumindest anfangs rund doppelt so schnell altern ließ wie normale Menschen. Nach 10 Jahren ist der Standard-Klonsoldat in Episode II also physisch bereits 20 Jahre alt, auch wenn den Klonern auf Kamino wohl noch einige Tricks eingefallen sein dürften den Alterungsprozess noch weiter zu beschleunigen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Klone durch Umweltfaktoren oder ihr knallhartes Training und andere Umweltfaktoren älter wirken als sie sind. Auf gewisse Weise dauerten die Klonkriege zumindest für Rex & Co wohl auch länger als die 3 Jahre, die im offiziellen Kanon für diese Ära angegeben werden (22 BBY – 19 BBY).

Selbst wenn man nur von einer doppelt so schnellen Alterung der Klone ausgeht wäre Rex in Rebels ca. 28/56 und jeder Klonsoldat der ersten Generation wäre in Rogue One immerhin 32/64. Selbst die in Episode II noch als Embryonen existierenden Klone wären bei der Jungfernfahrt des Todessterns immerhin schon 22/44 Jahre alt und damit wohl bestenfalls nur noch vereinzelt als Sturmtruppler im Dienst. Selbst die nicht gerade unpopulären Klonkadetten aus TCW (angenommen sie waren bei ihrem Auftritt 12-14, was zu Boba Fetts realen Alter passen würde) wären bereits in Rebels 44-46 Jahre alt (6-7 bei Klonkriegsende + 16 bis Rebels mal doppelte Alterung). Nach Order 66 und dem Empire Day wurden die Klone im neuen Kanon sehr rasch durch die neuen Sturmtruppenverbände ersetzt. Palpatine ging damit sehr klug vor, zumal die Klone sehr teuer und als Veteranen bestens geeignet waren die künftigen Sturmtruppler auszubilden. Die schwer indoktrinierten Klone taten sich zweifellos sehr leicht dabei junge fanatische Rekruten auf die imperiale Flagge einzuschwören, denn wie Rex in TCW glaubten die meisten Klone wohl weiterhin an all ihre Befehle. Aufmüpfigkeit wie in der 501. Legion gab es eher selten und sie dürfte vor allem ein Zug der Veteranen gewesen sein, die schon lange an der Seite der Jedi kämpften und viel erlebt hatten, wiewohl es auch den einen oder anderen Deserteur gab. Dass die Klone quasi als Sklaven der Republik dienten spielte eine Rolle in Karen Traviss Republic Commando-Romanen, in denen ein mandalorianischer Drillsergeant schließlich beginnt seine ihm ans Herz gewachsenen ehemaligen Rekruten nach und nach aus dem Geflecht der Großen Armee der Republik herauszulösen. Doch die Republic Commandos waren Spezialisten und ihnen wurde mehr Unabhängigkeit zugestanden. Die gewöhnlichen Fußsoldaten und ihre Offiziere fielen zweifellos dem Regimewechsel zum Opfer, womit gemeint ist, dass ihnen keine andere Wahl blieb als ins Sturmtruppen Korps zu wechseln. Für den einfachen Klon war damit wohl sogar noch eine Besserstellung verbunden, denn nun verdienten sie wohl einen Lohn und die Sturmtruppen wurden ohnehin als Nummern geführt. Ohne eine eigene Heimat und als eingefleischte Militaristen lebten sie wohl auch weiterhin in den Kasernen und konnten nie in einem zivilen Leben Fuß fassen. Wer es tat wurde wohl vom ISB als möglicher Dissident verfolgt.

Interessant wäre die Frage wie die Klone auf das spätere Verbot von Uniformindividualisierungen (Dekorationen, Verzierungen usw.) reagierten und welche Gefühle sie gegenüber den neuen Glänzern (Shinys) hegten. Schlussendlich waren die neuen Rekruten keine Brüder mehr und das Verhältnis der Klone zu ihnen war demnach zweifellos kühler und daher wohl auch distanzierter. Die Armeeführung des Galaktischen Imperiums stand wohl vor der Herausforderung die neuen Trooper mit den alten auf eine Stufe zu stellen, weshalb man auch den Uniformkult der Klone bekämpfen musste. Ungeachtet möglicher Proteste einiger Klonoffiziere war das Imperium auch nicht mehr wirklich an einem derart spezialisierten Heer wie in den Klonkriegen interessiert. Nun da die Droiden geschlagen waren wollte man selbst ein Massenheer mit droidenhaften Intellekt, um die eroberten Welten besetzt zu halten. Masse vor Klasse. Dementsprechend stellten die Sturmtruppen auch tatsächlich einen qualitativen Rückschritt gegenüber der Klonarmee dar. Aus der Elitearmee der Republik wurde ein brav in Formation marschierender Haufen, dessen unhinterfragte Loyalität und automatenhaftes Verhalten wichtiger war als die Trefferquote. Angesichts des „Siegs“ der Republik erschien es auch immer weniger notwendig, dass die Sturmtruppen tatsächlich in Kampfhandlungen brillieren müssten. Eine Konsequenz dieses Kompetenzverlusts war wohl auch die Aggressionsbereitschaft einiger imperialer Kommandeure, die Aufstände möglichst brutal zu einem Ende brachten. Was dem Imperium an Präzision fehlte wollte man mit Orbitalbombardements und der Auslöschung ganzer Städte wohl wieder ausgleichen. Tarkins Doktrin von Angst als Allheilmittel für alle Probleme des Imperiums schlug sich in dumpfer Gewalt nieder, die jedoch schließlich eine Bedrohung in Form von hochspezialisierten Rebellen schuf, denen die trägen Imperialen (die sich selbst wie Rae Sloane aus einem Reservoir von hoffnungslosen Söhnen und Töchtern aus perspektivenlosen Gesellschaften rekrutierten) nichts entgegenzusetzen wusste. Die Sturmtruppen wussten ihren Status zu schätzen, denn das Leben in der Armee gab ihn vieles wovon sie zuvor nicht zu träumen gewagt hätten. Anstatt sich auf Outer Rim Welten um Essen oder Jobs zu prügeln und Verbrechersyndikaten anzudienen konnten sie nun als stolze Repräsentanten des Galaktischen Imperiums bis auf die Kernwelten ziehen und wurden selbst dort respektiert. Wenn man bedenkt wie sich in republikanischer Zeit selbst ein Tarkin mit Vorurteilen wegen seiner Herkunft abseits der Kernwelten herumschlagen musste, dann stellte der Militärdienst für viele Sturmtruppler wohl eine einzigartige Chance dar sich eine geordnete Existenz zu schaffen.

Der kurze Hype um die Death Troopers


Laut Wookieepedia sind die Death Troopers aus Rogue One eine Spezialeinheit des Imperialen Geheimdiensts, der sich genauer genommen als Militärischer Nachrichtendienst bezeichnen ließe. Seit der Nachrichtendienst der Flotte (Naval Intelligence) wieder dem allgemeinen Militärischen Nachrichtendienst (Imperial Intelligence aka Military Intelligence) unterstellt wurde sind die Kompetenzen wieder etwas klarer. Orson Krennics Leibwache ist eine Abordnung von Death Troopers die ranghohem Personal innerhalb der Tarkin Initiative zusteht, sie sind quasi wie Secret Service Agenten die US-Regierungsmitglieder beschützen oder eine Polizeieskorte für irdische Politiker. Krennic ist genau genommen ein Offizier des Ingenieurkorps (wie in Catalyst bestätigt) und als Direktor der Abteilung für Waffenforschung innerhalb der Tarkin Initiative gilt er zweifellos als besonders schützenswert, denn schon in Catalyst ist er hin und wieder mit Sturmtruppeneskorte unterwegs.

Schwarze Sturmtruppen, die sehen cool aus und es gab schon in den Legends eine derart gefärbt imperiale Spezialeinheit. Sie wirken gefährlicher als die normalen Sturmtruppen und im Kanon sind auch ihre Rüstungen anders. Doch wirklich großartig zum Einsatz kommt diese vermeintliche Eliteeinheit nicht. Dass man sie außerhalb von Rogue One noch nie gesehen hat ist ein ziemlich großes Manko, das erst Comics und Romane ändern müssen. Man merkt an den Death Troopers zumindest eines, sie treffen häufiger als die gewöhnlichen Sturmtruppen und das passt auch zum in Episode VII begonnnen Trend. Man könnte sogar behaupten Disneys Sturmtruppen sind tödlicher als die eines George Lucas. Trotzdem kommen die Death Troopers in Rogue One nur sporadisch zum Einsatz, fast so als wären sie nur ein Teil von Orson Krennics Spleen.

Direktor Krennic war für mich als Charakter einerseits interessant, andererseits aber als Antagonist etwas enttäuschend. Aufgrund der weißen Uniform hätte man vor Rogue One annehmen können Krennic wäre der Sicherheitsdirektor des Todessterns und er würde mit Spezialeinheiten und allen Mitteln seines sehr spezialisierten Arsenals versuchen die Todessternpläne zurückzuholen. Krennic als Vader-Günstling und der Grund warum Vader dann selbst den Job als Sicherheitschef des Todessterns übernehmen muss, mit diesem Szenario bin ich in Rogue One gegangen. Leider ist Orson Krennic nur ein von Tarkin zurechtgestutzter Projektleiter, dessen Vermächtnis jedoch die Grundlagenarbeit für den Bau des ersten und zweiten Todessterns war. Krennic ist fast ein tragischer Charakter, etwas das Catalyst sogar noch untermauert und das obwohl er von Beginn an sehr klar als der Böse dargestellt wird. Krennic strebt nach einer Position wie Tarkins, doch wie man aus James Lucenos Roman Tarkin weiß fehlt Orson Krennic alles was Tarkin hat. Krennic ist ein Günstling Mas Ameddas, des Vizekanzlers der Republik und späteren Großwesirs. Doch damit setzt Krennic auch auf einen Mann, der zwar eine vermeintlich mächtige Figur am Hof Palpatines ist, in Wirklichkeit aber nicht zum innersten Kreis des Führungstrios Palpatine-Vader-Tarkin gehört.

Die Rückkehr der Spezialuniformen


Es gab nie eine größere Sturmtruppenvielfalt als in Episode III! Doch wenn man es genau nimmt, so hat jeder Star Wars-Film wenigstens eine neue Sturmtruppengattung ins Spiel gebracht. Selbst Episode IV zeigt auf Tatooine vom Sand geprägte Sturmtruppen mit speziellen Rucksäcken und weißen bzw. orangen Schulterabzeichen. So monoton war das Imperium eigentlich nie, auch wenn man es sich vielleicht so vorgestellt hat. Episode V führte Snow Trooper, Walkerpiloten und die Offiziersrüstung von General Veers ein. Episode VI zeigte uns schließlich Scout Trooper und Palpatines Rote Garde. Bliebe nur Episode I übrig, aber auch dort wurde uns die Blaue Senatsgarde vorgeführt. Ein Star Wars-Film ohne eine neue Sturmtruppengattung, der wäre ja fast schon eine Enttäuschung und tatsächlich führt Rogue One neben dem Death Trooper und einem eher am Rande zu sehenden neuen Trooper-Typus auf Jedha den neuen Shore Trooper ein. Etwas anderes als weiß auf der Rüstung und schon fällt es auf, dass nicht jeder Stormtrooper ein Stormtrooper ist.

Auch von den Shore Troopers haben sich manche vielleicht mehr erwartet, aber tatsächlich bleiben die spezialisierten Trooper seit Episode IV eher Dekoration. Die Snowtrooper leisten auf Hoth genauso wenig beeindruckendes wie die Scout Trooper auf Endor. Doch es tut dem Fanherz zumindest gut zu sehen, dass das Imperium auch nach Order 66 nicht aufgehört hat Tarnanstriche zu nutzen. Immerhin liefen in Episode III so einige Klon-Legionen mit auf ihren Einsatzort abgestimmten Rüstungen herum. Man kann nur hoffen, dass sich Game Designer, Comiczeicher und Filmemacher künftiger Star Wars-Werke auf diese Tugend besinnen und nicht weiterhin stur den generischen Standard-Stormtrooper herummarschieren lassen. Sturmtruppen-Unteroffiziere gibt es seit Episode IV! Zumindest Episode VII ließ auch einige Spezialtrooper wie den Flame Trooper, den Snow Trooper oder Stormtrooper mit dem ikonischen Unteroffiziersschulterpolster durch die Handlung streifen. Und Episode VII bemühte sich auch darzustellen, dass so mancher Stormtrooper auch eine Frau sein könnte.

TIE Fighter und die Atmosphäre


TIE Fighter besitzen zweifellos nicht die besten atmosphärischen Eigenschaften und manchen Fan hat das schon immer gestört. In den Legends gab es zig verschiedene TIE-Modelle, doch im Kanon blieb es bei genau vier: dem klassischen TIE Fighter, Darth Vaders TIE-Fighter Prototypen, dem TIE Bomber aus Episode V und dem TIE Abfangjäger aus Episode VI. Seit Episode VII gibt es auch TIEs mit Hyperantrieb und Sitz für einen eigenen Waffenoffizier. Snokes First Order scheint wirklich so etwas wie der feuchte Traum eines Fans der Star Wars Legends zu sein. Rogue One löste nun auf seine Weise das Problem mit den TIE Fightern und der Atmosphäre, man führte einfach den TIE Striker als atmosphärentauglichen TIE Fighter ein. Neue Raumjägermodelle, das gehört ebenfalls zu Star Wars und neben dem U-Wing-Truppentransporter (samt Schwenkflügeln) ist der TIE Striker der zweite große Hoffnungsschimmer. So wie nicht alle Stormtrooper die klassische Stormtrooper-Rüstung tragen sollten auch nicht alle TIE Jäger die klassischen TIE Jäger sein. Schon in Rebels nutzt der Inquisitor sein eigenes TIE Modell und in einer Folge war sogar die Blaupause des TIE Defender zu sehen.

Die anderen Medien warten

Neue Sturmtruppen regen die Fantasie an und gerade der neue Kanon sollte die Möglichkeit bieten schon neue Designs vorweg zu nehmen oder auszubauen. Neue Trooper zuerst in einem Comic zu sehen wäre ja nicht zuviel verlangt und ebenso könnte man Charaktere vorab auftauchen lassen oder im Nachhinein einbeziehen. Wenn es eines gibt, das Star Wars-Fans auszeichnet, dann dass sie am liebsten zu jedem einigermaßen populären Charakter gerne eine Hintergrundgeschichte hätten. Episode VII führte zu einer eigenen Poe Dameron-Comicreihe, obwohl Poe in einem früheren Drehbuchentwurf hätte sterben sollen. Nun sind zwar alle Protagonisten von Rogue One tot, aber Saw Gerrera wird eine Rolle in Rebels übernehmen und es gibt einige Forderungen nach mehr Informationen oder Geschichten über die Guardians of the Whills oder zumindest über Chirrut Îmwe und Baze Malbus. Selbst Cassian Andor, Jyn Erso und General Draven wurden als Gastauftrittwünsche für Rebels ins Spiel gebracht oder gar als Nebencharaktere in einer der Star Wars Storys aka den Ableger/Standalone-Filmen.

Während die Death Trooper auf die große Leinwand kamen spielt man in den Comics derweil mit einer Randnotiz aus den Klonkriegen. Wie auf der Celebration 2016 gezeigt gab es einen nie veröffentlichten und daher nicht ganz kanonischen Clone Wars-Arc über das „Bad Batch“. Die Clone Force 99 (in Anerkennung des bei der Verteidigung Kaminos gefallenen Klon 99) bestand aus Klonen die speziell modifiziert worden waren, um besondere Aufgaben wahrzunehmen. Diese Idee passte auch zu den ARCs und Klonkommandos aus den Legends.


Clone Force 99

Unter ihrem Sergeant Hunter (mit übernatürlichen Spürsinnen), kämpften der Sniper Crosshair (mit der übernatürlichen Trefferquote), der Waffenspezialst Wrecker (mit der übernatürlichen Körperkraft) und der Tech-Spezialst Tech schlussendlich unter Captain Rex, als es darum ging den gefangenen Ex-ARC Trooper Echo zu befreien, der von der Techno Union geborgen und mittels Cyborg-Implantaten am Leben gehalten worden war. Echo galt nach der Befreiung Captain Tarkins aus dem Citadel Gefängnis als Killed in Action. Soviel dazu, die Clone Force 99 war also ein Versuch etwas von Republic Commando in den Kanon zu retten, aber man ging in eine völlig neue Richtung.


Republic Commando

Doch schon zuvor etablierte die The Clone Wars-Crew die Existenz der echten Republic Commandos, auch wenn man nie ganz genau auf ihre Rolle oder Ausbildung einging. Der namhafteste Commando im neuen Kanon ist daher Captain Gregor, der im Droiden-Arc der fünften TCW-Staffel in Erscheinung trat. Gregor überlebte sogar die Klonkriege und taucht als Teil von Rex Veteranen-WG in Rebels wieder auf. Nebenbei bemerkt gab es im Dathomir-Arc jedoch auch einen Gastauftritt von Delta Squad (der Einheit aus dem Republic Commando Videospiel und den späteren Republic Commando-Romanen).


Captain Gregor

Im neuen Kanon sind die Republic Commandos wohl so etwas wie ARC Trooper die halt als Squad arbeiten, wenngleich sie offiziell als Clone Commandos geführt werden. ARC Trooper war in den Legends wiederum eine Art von speziell gezüchteten Klonen, die von Jango Fett persönlich trainiert worden waren und erstmals in der Schlacht von Kamino zum Einsatz kamen. Im Kanon sind ARC Trooper verdiente Clone Trooper die sich durch ihre Verdienste für ein spezielles Fortbildungsprogramm qualifiziert haben, das ihnen samt eines erhöhten Status auch den Zugang zu besserer Ausrüstung erlaubt. Somit sind die Clone Force und die Clone Commandos wohl die einzigen Kloneinheiten die per Kanon speziell für ihre Aufgabe gezüchtet wurden.


ARC Trooper

In den neuen Star Wars-Comics mit Luke Skywalker führte man als Fortsetzung der Clone Force 99 schließlich eine Task Force 99 ein, die aus SCAR (Special Commando Advanced Recon) Troopern besteht. Die Ähnlichkeit zu den Republic Commandos bzw. Advanced Recon Troopern ist unverkennbar. Ohne ein Reservoir an für diese Aufgabe gezüchtete Klone nutzt man das ARC-System nun wohl um sich SCAR Squads zu schaffen. Sergeant







Kreel selbst ist ein verdienter Stormtrooper, der nicht der erste und vermutlich auch nicht der letzte Sergeant von Task Force 99 sein dürfte. Mehr über diese Einheit oder andere SCAR Trooper-Squads zu erfahren ist etwas, das so manchem Star Wars-Fan gefallen würde, auch wenn es weit weg von den Death Troopers führt. Eine gewisse Rolle spielt beim Auftreten von Sturmtrupplern im neuen Kanon auch die Erinnerung an Romane wie Timothy Zahns Hand of Judgement oder Randy Stradleys Crimson Empire, mit überzeugten Imperialen als Protagonisten, die für Ehre und Gerechtigkeit im Imperium kämpfen. Man darf gespannt sein, ob es innerhalb des neuen Kanon auch zu eigener Stormtrooper-Literatur kommen wird. Bisher konzentrieren sich die mehr aus der Military Sci-Fi-Ecke stammenden Romane, wie jene Alexander Freeds, ja vorwiegend auf die Perspektive der Rebellen, auch wenn Freeds Twilight Company eine Sturmtrupplerin als POV-Charakter verwendet.

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Rogue One Rezension(en)
Dunkle Zeiten (Review Teil 1)
Angriff der Sturmtruppler (Review Teil 2)
Saw Gerreras Rache (Review Teil 3)
Neue Hoffnungsträger (Review Teil 4)
Tarkin schlägt zurück (Review Teil 5)
Die Rückkehr Darth Vaders (Review Teil 6)
Das Erwachen des neuen Star Wars (Teil 7)
Untitled (Teil 8)

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Dunkle Zeiten (Rogue One Review - Episode I)
Wir schreiben das Jahr 2017 und vieles hat sich geändert, doch eines bleibt gleich - meine Begeisterung für den Krieg der Sterne! Jetzt mit einer Brise mehr von meiner Geheimzutat. Aber lasset uns beginnen...

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit weit entfernten Galaxis...

Rogue One ist nach dem gerne verschwiegenen The Clone Wars-Film der erste Star Wars-Film außerhalb des Episodenformats und außerdem der erste ohne den berühmten Opening Crawl, dafür aber mit Einblendungen der Ortsnamen. In meinen Augen ist Rogue One auch der hoffnungsloseste Star Wars-Film seit Episode III und ich bin Manns genug zuzugeben, dass ich vor einigen Jahren (es war eine emotional harte Zeit, nach einer Trennung und privaten Schwierigkeiten) sogar den Tränen nahe war, wenn ich die letzte Mustafar-Szene mit Obi-Wan und Anakin sah.

"You were my brother, Anakin. I loved you!"

Diese Zeilen rütteln bis heute an mir, auch wenn ich Anakin nicht unbedingt gut leiden kann, so gehöre ich doch zur Obi-Wan-Fan-Fraktion (mein Lieblings-Jedi und ich wäre gerne in der Lage mir einen Bart wie Ewan McGregor wachsen zu lassen) und fühle mich wie Obi-Wan von einem Heldenkollegen und Schützling verraten. Als ich Episode III zum ersten Mal sah war es 2005 und ich war gerade 17, der Film erschien in meinem Geburtsmonat Mai und ich habe Obi-Wan von Episode I an bewundert und als Held meiner Jugendjahre geliebt (die Prequels begannen für mich 1999, da war ich also schon 11 und war mit der "echten" Trilogie auf VHS und Sat1, Pro7 oder Kabel1 aufgewachsen. So jung oder auch alt bin ich also. Und daher berührt mich Rogue One auch wie manchen der Fans der ersten Stunde, denn ich bin auch mit Episode V-Sammelmünzen, Rogue Squadron, Shadows of the Empire und den X-Wing-Spielen auf den Rechnern meiner Schulfreunde aufgewachsen.

Rogue One, so heißt es, sei ein Star Wars-Film für die alte Garde, jene die in stille Freude ausbrechen, wenn sie irgendwo einen AT-ST oder AT-AT sehen und die Schlachten von Hoth und Endor so gut kennen wie mancher Geschichtsenthusiast die seine. Ja, wir Irren sind genau jene die eine militärhistorische Abhandlung über die Schlacht von Hoth schreiben würden, selbst wenn sie nur als Fan Fiction gelten dürfte. Und Rogue One ist ein Kriegsfilm, genau wie der alte Krieg der Sterne.

Die Dark Times

Ich habe Alexander Freeds Battlefront: Twilight Company zweimal gelesen, ich kenne das Hörbuch zum Rogue One Tie-in Catalyst (von meinem persönlichen Star Wars-Lieblingsautor James Luceno) und ich kenne sowohl die OV-Fassung von Rogue One als auch das Hörbuch (wiederum von Alexander Freed). Man kann also sagen, ich war so gut wie möglich auf meine erste Begegnung mit Rogue One vorbereitet und habe einiges an Zeit investiert, um mir über mein Verhältnis zu diesem Film klar zu werden (weshalb ich ihn mir demnächst ein weiteres Mal ansehen werde, diesmal auf Deutsch). Was das Rezensieren von Romanen oder Hörbüchern betrifft bin ich sicher einige Monate im Rückstand, aber es gab wichtigeres zu tun. Unter anderem eben, meine Gedanken hinsichtlich Rogue One zu ordnen. Alles an Rogue One schreit also "KRIEGSFILM" und wenn man bedenkt wie wenig Truppen in Episode IV zur Schlacht von Yavin aufbrechen... nun ich zitiere einfach "I have a bad feeling about this."

Eines ist bei Rogue One ziemlich klar, keiner der Protagonisten kann sich seines Lebens sicher sein, auch wenn man in den Legends oft das Glück haben konnte quasi aus der Filmhandlung zu verschwinden und in Romanen fortzuleben. Im neuen Kanon? Das Ende von Rogue One zerstört jede Hoffnung die ein 8jähriger Junge in mir gehabt hätte und darum bin ich froh nun 20 Jahre älter zu sein. Wow, ich will an dieser Stelle noch nicht näher auf das Ende eingehen, aber fast jeder der Paul S. Kemps Lords of the Sith/Die Sith-Lords gelesen hat fühlt sich bei Vaders Auftritt wohl an die in den Worten mancher "fast unverfilmbare Darstellung des entfesselten Vader" erinnert. Rogue One hat kein Happy End, nicht im klassischen Sinne. Der Film ist von Anfang bis Ende so düster wie man sich ein Werk über die Dark Times zwischen Episode III und IV nur wünschen konnte.

Am Beginn von Rogue One steht die Rebellion indessen noch in ihrer Blüte. Man ist aber zerstritten und wirkt ungeeint. Während Radikale wie Saw Gerrera von der imperialen Propaganda als Paradebeispiel genutzt werden, um die Rebellion pauschal als Terroristen und Anarchisten darzustellen (Gerrera ist neben Cham Syndulla der zweite Klonkriegsveteran, der die Rebellion mittrug und dabei einen krassen Gegensatz zur jungen Generation der Helden wie Luke Skywalker darstellt), sind andere zumindest laut Freeds Roman extrem blauäugig und fantasieren sogar von einer Mobilisierung des Imperialen Senats gegen das Todessternprojekt oder sogar den Imperator selbst. Die Wortführerin der anti-militaristischen Rebellen ist übrigens Mon Mothma, die spätere Staatsgründerin der Neuen Republik und gewählte politische Anführerin der Rebellen-Allianz. Wie problematisch das Erbe Mon Mothmas sein wird erfährt man aus den Romanen der Aftermath-Trilogie, Claudia Grays Bloodline und nicht zuletzt Episode VII. Mon Mothmas Aversion gegen das Vorgehen des militärischen Arms der Rebellion mag durch die Terrorakte Saw Gerreras und die Handlungen eines General Draven (des dunkelgrauen Rebellen-Generals in Rogue One) genährt worden sein, doch nach Endor und den Sieg der Neuen Republik über die Imperialen Restwelten (in Aftermath 3: Empires End) führte die Reduzierung des Militärs auf einen kläglichen Rest dazu, dass die Neue Republik tiefer gespalten wurde als die Europäische Union. Bloodline erzählt diese Geschichte, davon wie Ex-Imperiale beginnen konnten Terrorcamps zu errichten und wie durch den unkontrollierten Sturz des Huttenkartells neue Verbrechensorganisationen zur Geißel des Outer Rim werden konnten. Snokes First Order hatte leichtes Spiel mit einer Republik, die ihre gesamte Flotte wohl auf einen Restbestand reduziert hatte, der nur noch das Hosnian System schützen konnte (welches in Episode VII vom Starkiller zerstört wird).

Episode VII katapultiert die Star Wars-Galaxis wieder schlagartig in diese gute alte Zeit und einen Kampf, der rund 30 Jahre dank Kanzlerin Mothma auf Eis gelegt werden musste. Sogar die militärische Führung der Resistance aus Episode VII setzt sich aus dem militärischen Kader der Rebellen-Allianz zusammen, so als hätte der Krieg gegen das Imperium nie geendet und nach dem Sturz der Neuen Republik müssen die Widerstandskämpfer wohl genauso wie die einstigen Rebellen eine Generation zuvor auf vertraute Mittel und Wege zurückgreifen, um überleben zu können. Resistance und Rebellion müssen mit ausrangierten Raumjägermodellen, selbst gebauten Transportschiffen (da ähnelt der U-Wing aus Rogue One dem B-Wing-Truppentransporter aus Episode VII) und jungen Idealisten gegen die fanatischen Horden des jeweiligen Sturmtruppenführers ankämpfen. Neben Episode VII liegt Rogue One nun womöglich auf Platz 2 was die Todesopfer betrifft, denn nach dem ganzen Hosnian System opfert Rogue One Jedha und Scarif, auch wenn der Todessternlaser nur mit einem Bruchteil seiner Feuerkraft genutzt wird. Die zynischen "Testschüsse" reissen ihre Opfer zwar nicht Stücke, aber sie reissen Löcher in die Kruste des Planeten und sorgen nichtsdestotrotz für eine planetare Katastrophe, die das gesamte Ökosystem zerstören und die betroffenen Welten unbewohnbar machen dürfte. Selbst im Best Case Szenario sterben zumindest die Dinosaurier aus.

Spoiler zu Rogue One gab es meiner Ansicht nach weit weniger als zu Episode VII, wodurch ich nahezu unbefleckt in den Film gehen konnte. Dass dann tatsächlich der Superlaser abgefeuert wurde... traf mich unerwartet. Dass Tarkin die Zerstörung der Heiligen Stadt auf Jedha befahl war dann auch gar nicht das wirklich schockierende für mich, aber dass die Feuerkraft des Superlasers (man könnte vielleicht auch vom Lichtschwert-Laser sprechen, immerhin könnte die Technologie Anleihen bei Lichtschwertern genommen haben) einigermaßen realistisch dargestellt wurde? Damit hätte ich nie im Leben gerechnet. Der Todesstrahl des Todessterns bohrt sich tatsächlich durch den halben Planeten und das ganze ist überhaupt nicht schön anzusehen oder eine saubere Art der Kriegsführung. Schon das Asteroidenfeld von Alderaan war eigentlich beängstigend, aber in Rogue One werden praktisch Welten erstochen und man kann ihnen beim Ausbluten zusehen. Wieder ein Grund Rogue One als brutalsten aller Star Wars-Filme zu bezeichnen, denn bisher ersparte man es uns dem Tod sprichwörtlich ins Auge zu sehen. Aber Rogue One ist reich an Massakern, so sieht man den größten Baum manchmal schon vor lauter Wald nicht mehr.

Neben Vaders Auftritt an Bord der Providence erweist sich auch die Bilanz von Scarif als erschreckend. Jeder der Helden stirbt... und für eine Spoilerwarnung ist es nun wohl zu spät. Man wusste ja von der Celebration 2016 schon, dass der Fanliebling Chirrut Îmwe sein Leben lassen wird, um Baze Malbus Glauben an die Macht wiederherzustellen, aber bis dahin starben schon K-2SO und Bodhi Rook, wenn man Saw Gerrera und Galen Erso außer Acht lässt. Und dann erwischt es auch Baze und selbst das Überleben Cassian Andors endet nur damit, dass er samt Jyn Erso am Strand Scarifs ein Opfer des zweiten Todesstern-Einsatzes wird. Andererseits ist dieses Ende auch gut so, denn in Form der Todessternpläne wird auch eine Stafel an die nächste Generation der Rebellen übergeben. Luke Skywalker, Leia Organa, Chewbacca, Han Solo, Lando Calrissian und Nien Nunb können nur deshalb zu den größten Helden der Rebellion werden weil sie noch unverbrauchte Gesichter sind, wenn auch mit einigen Einschränkungen. Luke ist sprichwörtlich der Farmjunge von Tatooine, der von den Idealen der Rebellion angezogen wurde und nicht schon mit 16 an Bombenanschlägen teilnahm. Leia ist eine unbeugsame Aktivistin, die aber wie in Episode IV standhaft an ihren Prinzipien festhalten kann. Und selbst Han Solo und Lando Calrissian geben sich zwar schurkisch, haben aber nie kaltblütig einen Informanten erschossen wie Cassian Andor. Der Gegensatz zwischen den beiden Generationen der Rebellen schlägt sich darin nieder, dass vor allem die Klonkriegsgeneration und die von ihr beeinflussten ersten Rebellen noch eher zur dunklen Seite neigten, bis mit Luke Skywalker wirklich eine neue Hoffnung aufkam.

Lukes Auftritt weckte gewissermaßen die helle Seite aus ihrem Dornröschenschlaf. Rogue One lässt Lukes Heldentum, das in seiner Thronsaal-Szene in Episode VI kumuliert, noch unglaublicher erscheinen. Luke Skywalker ist nicht nur der ultimative Jedi-Ritter, er ist auch der bessere Rebell und auch wenn man viel und oft über Luke und Anakin geschrieben hat, seine Prinzipientreue erinnert doch eher an die seiner Mutter. Luke ist auch der Sohn Padmes und Leia ist die Tochter Anakins, beide scheinen zwar die Rollen ihrer Eltern geerbt zu haben, doch deren Charakterstärken haben durch ihre Verbindung auch einige Schwächen in ihren Kindern ausgemerzt. Luke ist prinzipientreuer als sein Vater, Leia ist feuriger und unkontrollierbarer als ihre Mutter.

Das Feuer der Jedi

"The Jedi are extinct, their fire has gone out of the universe. You, my friend, are all that's left of their religion."
- Grand Moff Tarkin

"The strongest stars have hearts of kyber."
- Chirrut Îmwe

Rogue One ist der erste Star Wars-Film ohne einen Vertreter des Jedi-Ordens, auch wenn Episode VII schon sehr nahe an diesen Status herankam, weil Luke Skywalker stumm blieb und Kylo Ren als gescheiterter Jedi-Schüler zu werten ist und Jedi ansonsten bestenfalls in einer von Reys Visionen vorkamen. Trotzdem ist die Macht wohl das was die Handlung vorantreibt. Galen Ersos jahrzehntelange Forschung basierte darauf die Energie von Kyber-Kristallen zu nutzen. Ursprünglich wollte er damit eine saubere Energiequelle für die Dritte Welt schaffen, doch eine Energiequelle mit der man einen ganzen Planeten versorgen könnte war auch genau das, was das Todesstern-Projekt brauchte, vor allem für den Einsatz des Superlasers. Kyber-Kristalle sind The Clone Wars-Kennern bereits bestens bekannt. Sie sind ein relativ neues Konzept, das in den Legends am ehesten in Form des auf Yavin 4 gewachsenen Lichtschwertkristalls Anakin Solos ein Vorbild hatte. Anakins Yuuzhan Vong-Kristall stand mit der Macht in Verbindung und im neuen Kanon sind das nun alle Lichtschwertkristalle.

Dass Jyn Erso einen Kyber-Kristall bei sich trägt mag erklären, wieso sie immer wieder unglaubliches Glück zu haben scheint - die Macht ist mit ihr. Tatsächlich stammt Jyns Kristall von ihrer Mutter Lyra, die laut James Lucenos Rogue One-Vorgeschichte Catalyst selbst eine machtempfängliche Naturliebhaberin war. Es ist Lyras Feuer, das schließlich auch Jyn antreiben wird, auch wenn es mancher im Rogue One-Roman eher dem Einfluss ihres Ziehvaters Saw Gerrera zuschreibt. Jyn ist ganz die Mutter, wie schon Catalyst andeutete. Hätte Lyra sich Saws Rebellen angeschlossen wären die Dinge wohl anders gelaufen. Doch Jyn hatte es schwieriger und Saw musste sich von seinem Schützling trennen. Ob Jyn machtsensitiv ist? Wir wissen es nicht mit Sicherheit, auf jeden Fall wurde ihr Leben jedenfalls von der Macht geleitet.

Mit dem Untergang der Jedi blieben auch mit ihnen verbündete Gruppierungen auf der Strecke, wie die Guardians of the Whills auf Jedha. Das Jerusalem der Macht-Gläubigen ist zwar besetzt, doch von einer Verfolgung aller Macht-Gläubigen ist zumindest in Rogue One nichts zu sehen. In dieser Hinsicht ist das kanonische Star Wars wohl anders als die Legends, denn hier erstreckt sich die Jedi-Verfolgung wohl nicht auch auf Jedi-Freunde oder andere Machtanwender/Machtgläubige. So dürfen sich Chirrut und Baze wohl als Bettler, Tagelöhner oder "Straßenkünstler" auf Jedha durchschlagen, anstatt von Inquisitoren gejagt zu werden. Palpatines Inquisitoren sind indessen wohl am ehesten nur Jedi-Jäger, die nebenbei auch einige machtsensitive Kinder aufspüren und als neue Inquisitoren ausbilden sollen. Palpatine hatte eine herodische Angst vor den "Kindern der Macht", nicht jedoch vor jenen die an die Macht glauben. Chirrut Îmwe und Baze Malbus sind keine Jedi und womöglich nicht einmal machtsensitiv, auch wenn Chirruts sechster Sinn und Baze Zielgenauigkeit eher auf eine zumindest schwach ausgeprägte Machtempfänglichkeit hindeuten würden. Es könnte ja sein, dass beide wie Lyra Erso zur sehr großen Gruppe jener gehörten, die zwar mit viel Disziplin in der Lage waren die Macht zu fühlen, aber nie meterhoch springen oder X-Wings durch die Gegend befördern könnten.

Nach den ziemlich undeutlich beschriebenen Rittern von Ren (für die das dem Namen nachgestellte Ren wohl das neue Darth ist) und Supreme Leader Snoke sind die Guardians of the Whills die zweite neue Organisation mit Nähe zur Macht. Auch Kylo Rens Ritterkollegen aus Reys Vision in Episode VII scheinen ja keine Lichtschwerter zu tragen und wurden in Leaks 2014-2015 unter anderem als Mandalorianer, Inquisitoren oder dathomirische Nachtschwestern/Nachtbrüder gedeutet. Könnten die Ritter von Ren also wie die Guardians eine Gruppe von Dritten sein, die sich im Gegensatz zu den Guardians jedoch der dunklen Seite verschrieben haben? Ich halte es nach Rogue One zumindest für möglich. Wir wissen ja auch, dass Snoke die Jahrzehnte der Herrschaft Palpatines erlebt hat und mangels eines Auftritts in den Filmen wohl eher im Hintergrund agierte. Wenn Snoke und die Ritter von Ren irgendwo als Tempelwachen eingesetzt wurden (vielleicht ist Snoke ja die kanonische Version von Joruus C'baoth, der Wächter von Palpatines Schatzkammer in den Unbekannten Regionen).

Dreht man die Dinge etwas, so bleibt Darth Vader als der letzte Jedi und Rogue One wäre gar nicht so jedilos. Vor Rogue One hätte Tarkins Satz von Vader als letzten Jedi noch gar keinen Sinn gemacht, doch nun? Nun erhält diese jahrzehntelang einfach hingenommene Passage unerwartet neues Gewicht. Die Machtnutzer in Rogue One sind also entweder Anhänger der dunklen Seite oder untrainierte (Jyn) bzw. schwache Anhänger der hellen Seite (Chirrut). Trotz der physischen Übermacht der dunklen Seite, Vaders Fähigkeiten übertreffen die der Lightsider bei weitem, gelingt es der hellen Seite doch unter erheblichen Opfern den Sieg davonzutragen. Die Todessternpläne geraten an Leia, die sich dank ihrer Machtsensitivität Vaders gesamten Foltermethoden widersetzen kann und der machtempfängliche Luke zerstört den Todesstern. Die Macht spielt beständig eine Rolle und Palpatines Angst vor den "Kindern der Macht" erweist sich als bestens begründet. Gerade Episode IV ist auch meiner Meinung nach die stärkste Leia-Episode. Auch wenn Luke den Siegestreffer abfeuert, ohne Leia hätten es die Todessternpläne nie nach Yavin 4 geschafft. Wäre Leia nicht von Han und Luke befreit worden, so hätte Tarkin auch nie Yavin 4 enttarnt und irgendwann wäre es der Macht im Sinne von Jyn Ersos "We’ll take the next chance, and the next, until we win or the chances are spent." wohl gelungen den Todesstern zu Fall zur Explosion zu bringen. Daran glaube ich also mittlerweile, dass die Macht bzw. die Lucasfilm Storygroup einen Plan hat, wie sich alles auf den einen oder anderen Weg wieder ins Gleichgewicht bringen lässt. Und daher glaube ich auch, dass der Konflikt aus den Prequels und der Originalen Trilogie erst in den Sequels enden kann. Anakins Mission als Auserwählte wurde missverstanden.

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Dienstag, 13. Dezember 2016
Die große Rogue One Umfrage
Anlässlich der Premiere des ersten Star Wars Films ohne Jedi-Ritter
Obi-Wan Kenobi
Qui-Gon Jinn
Anakin Skywalker
Yoda
Mace Windu
Luke Skywalker

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Created by pfannenstiel on 13. Dez, 21:03.



Wer ist euer Liebling

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