Montag, 20. Februar 2017
Iokath und die Folgen: Gefährten und ihre Fraktion
Iokath macht's vor, künftig werden wir uns wohl weit öfter zwischen Gefährten entscheiden müssen. Ob nun Fraktions- oder entscheidungsabhängig, das wird sich noch zeigen. Trotzdem eine kleine Auflistung...

Definitiv imperial

Raina Temple
Vector Hyllus
Khem Val/Darth Zash

Definitiv republikanisch

Kira Carsen
Nadia Grell
Felix Iresso
Zenith
Corso Riggs

Neutral

Tharan Cedrax
Risha Drayen
Akaavi Spar
Mako
Andronikos Revel
Lord Scourge

Dark vs. Light

Ashara Zavros
Jaesa Willsaam

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Iokath und die Folgen: Die Armee des Lichts
[Was hier folgt ist aus der Sicht eines Jedi-Ritters oder Jedi-Botschafters geschrieben]

Die Armee des Lichts wurde von Jedi-Rittern gegründet, doch sie war nie ein offizieller Bestandteil der republikanischen Streitkräfte, noch unterstand sie dem Jedi-Rat. Die zu Zeiten Darth Banes formierte Armee des Lichts war ein Zusammenschluss von Privatarmeen die von Jedi-Fürsten angeführt wurde, die zu jeder anderen Zeit vom Orden ausgeschlossen worden wären. Die Jedi-Fürsten um Lord Hoth waren Jedi-Ritter, die von Jedi-Rittern abstammten und eigene Jedi-Dynastien als Beschützer ihrer Heimatwelten gegründet hatten. Diese Dynastien wurden so bedeutend, dass sie praktisch als Monarchen herrschen konnten und ihre eigenen feudalen Heere aufzustellen vermochten, unter anderem, um ihre Welten vor Angriffen durch die Sith zu schützen. Zu einer Zeit als sich die Sith-Lords in der Bruderschaft der Dunkelheit zusammenschlossen taten die einst als Jedi-Wächter eingesetzten Jedi-Fürsten dasselbe.

Die Geschichte von einem einsamen Ritter, der als Kriegsheld in der Lage ist unterschiedliche Stämme, Reiche und Armeen zu vereinen ist im Reich der Fantasy nichts Neues mehr und auch Star Wars hat meist mehr mit Fantasy als mit Science Fiction zu tun. So bietet uns 5.2 die Chance die Ewige Allianz als das zu sehen was sie ist, eine Armee. Der Allianzkommandant steht folglich in der Tradition (Darth) Revans und Lord Hoths, die sich beide aus Kriegskameraden, Freunden und Verbündeten eine Streitmacht zusammenstellten die ihresgleichen sucht. Sogar die Mandalorianer kämpfen für die Allianz, etwas das zuletzt der gefallene Jedi-Ritter Ulic Qel-Droma vollbracht. Auf gewisse Weise steht die Allianz auch in der Tradition von Qel-Dromas und Exar Kuns Bruderschaft der Sith, die sich militärisch auf Massassi-Krieger von Yavin 4, die von Qel-Droma rekrutierten Mandalorianer und die ebenfalls von Qel-Droma gewonnenen Krath, samt deren Waffenfabriken, stützen konnte. Für einen Sith ist das wohl traumhaft, man kann davon schwärmen wie Darth Revan oder Exar Kun zu sein, für einen Jedi ist es hingegen so als hätte man die "Imperien" dieser beiden Sith-Lords bekehrt und für die helle Seite gewonnen.

Wenn Iokath uns die Wahl aufdrängt zwischen Jace Malcom und Kaiserin Acina zu wählen entscheidet man sich auch zwischen Elara Dorne und Malavai Quinn, der aufrechten Sanitäterin und dem (ehemals verräterischen) imperialen Patrioten. Die Wahl zwischen Gut und Böse ist klar, aber sie könnte eindeutiger sein. Jace Malcom ist kein Jedi-Meister, er ist der Supreme Commander der Republik. Als ranghöchster Militär kommt er nach Iokath, um mit dieser Welt das angebrochene Wettrüsten für die Republik zu entscheiden. Aus dem gleichen Grund kam Kaiserin Acina nach Iokath. An sich haben beide also das gleiche Motiv, doch sie unterscheiden sich charakterlich. Acina gelangte durch Mord und Verrat in ihre Position. Malcom durch seinen Kriegsheldenstatus. Malcom überlebte die Invasion der Sith auf Korriban, ein Duell mit Darth Malgus auf Alderaan, Jahrzehnte des Krieges und eine Stationierung als Militärischer Berater in Haus Organa, ehe er von Kanzlerin Saresh als Nachfolger von Supreme Commander Rans auserkoren wurde. In dieser Funktion hat er nun auch Saresh überlebt, er ist seit Makeb der längstgediente Funktionär, der seine Karriere nie unterbrechen musste. Saresh musste zurücktreten, Vowrawn war zeitweise auf der Flucht, Acina wurde erst in 4.0 Kaiserin.

Man könnte annehmen Malcom wäre genauso kompromisslos wie Saresh gewesen, immerhin haben die Sith ihm Narben verpasst, die er nie vergessen wird. Mit Satele Shan hatte Jace Malcom einen Sohn, doch es war auch Satele die am Ende des letzten Krieges die dunkle Seite in Jace spürte und sich und ihren Sohn daher zurückzog. Malcom war aber auch der eigentliche Gründer des Havoc Squads und er kehrte wohl auch freiwillig als Militärberater nach Alderaan zurück, um den mühsam befreiten Planeten vor einer Machtübernahme durch das Imperiums-treue Haus Thul zu bewahren. Das alles macht Jace Malcom nicht unbedingt zu einem der Guten, aber zumindest zu einem Helden, der deutlich weniger politisch eingestellt ist als Kanzlerin Saresh.

Malcoms Ablehnung der Politik Sareshs führte schlussendlich auch dazu, dass er die aus Havoc Squad entfernte Elara Dorne als persönliche Beraterin gewann. Die Ex-Imperiale hatte sich in ihren Dienstjahren als Offizierin zwar nie etwas zu schulden kommen lassen, doch für Saresh war das egal. Anstatt die Überläuferin als Gallionsfigur einzusetzen hätte sie Saresh wohl am liebsten eingekerkert. Erst durch Malcom konnte Dorne von Angriffen geschützt werden und eine Stellung erhalten, die ihren Fähigkeiten entsprach. Als jemand der Elara zumindest auf seinem Kommando auch zum XO befördert hat und ihr das Squad anvertraute, finde ich es nur gerecht, dass sich Jace Malcom Elara als rechte Hand geholt hat.

Im Gegensatz zum "Ewigen Verräter" Quinn ist Dorne eine prinzipientreue Überläuferin und als potentielle Gefährtin eindeutig die hellere Option. Im Fall Elara Dorne kann ich allerdings genauso wenig objektiv sein wie manche Quinn-Fans, denn Dorne war und ist eindeutig in der Top 5 meiner Love Interests (Kira, Lana, Elara, Mako, Risha). Dornes Treue zu den Regulierungen lässt sie zwar sehr verstockt erscheinen, aber sie ist auch eine moralisch korrekt handelnde Person. Als sie miterlebte wie andere Imperiale gedankenlos zu Kriegsverbrechern wurden, nur weil es die Sith verlangten... da spielte Elara nicht mit. So erinnert sie vielleicht ein wenig an Captain Rex und die Klone der 501. im Umbara-Arc von The Clone Wars, die mit den Befehlen des (dunklen) Jedi-Generals Pong Krell zu ringen haben. Krell befiehlt sogar die Hinrichtung von Klonen die sich seinen Befehlen widersetzt haben, doch keiner der Veteranen führt sie aus. Dorne prägt ein Pflichtbewusstsein, das sich auch daraus speist auf Prinzipien aufgebaut zu sein, die Ehre, Pflicht und den Schutz der Unschuldigen in den Mittelpunkt stellen. Im Gegensatz dazu lebt Malavai Quinn eine Lüge, denn für Captain Quinn ist es kein Problem Unschuldige hinrichten zu lassen, wenn es ein Sith befiehlt.

Die von Saresh befreite Republik scheint wie im Abspann von KotET zu sehen auch auf die Unterstützung der Jedi bauen zu können. Großmeisterin Satele ist jedenfalls nach Coruscant zurückgekehrt und half mit anderen Jedi das vom Krieg zerstörte Coruscant wiederaufzubauen, unter den Augen Jace Malcoms. Die Republik nach 5.0 ist also wieder mehr wie jene unter Kanzler Janarus oder zumindest wie in den frühen Jahren von Sareshs Kanzlerschaft - hoffnungsvoll. Die Kosten des Wiederaufbaus könnten es der Republik jedoch schwer machen sich gegen ein hochgerüstetes Sith-Imperium zur Wehr zu setzen, dementsprechend wertvoll könnte sich die Hilfe der Allianz als Schild und Schwer der Republik erweisen.

Lord Hoth und seine Armee des Lichts führten auch einen Krieg für die Republik und den Jedi-Orden, wobei sie nicht unerwartet in einen breiten Graubereich vorstießen. Die Jedi-Fürsten lehnten sich derart weit aus dem Fenster, dass sie nach der Schlacht um Ruusan mit der Wahl konfrontiert wurden sich entweder ganz dem Rat und den Ordensregeln zu unterwerfen oder ihr Lichtschwert an den Nagel zu hängen. Der Nachfolger Hoths, Lord Valenthyne Farfalla, wurde für seine Kooperationsbereitschaft schließlich mit einem Sitz im Jedi-Rat geehrt und Hoths Padawan Johun Othone durfte als Berater und Leibwächter Kanzler Valorums dienen. Thematisiert wurde das im von BioWares Altmeister Drew Karpyshyn geschriebenen zweiten Darth Bane-Roman "Die Regel der Zwei". Viel der Lore um Bane, die Armee des Lichts und die Bruderschaft der Dunkelheit stammt also von einem ehemaligen SWTOR- und KotOR-Autor. Ein Exit-Szenario für Allianzkommandanten wäre also denkbar, wenn aus meiner Sicht jedenfalls nicht wünschenswert.

Bezeichnenderweise habe ich meinem Jedi-Hüter bereits den Titel Baron angehängt und die eine oder andere noble Rüstung umgehängt. So manche der auf Zakuul eingeführten Rüstungen würden sehr gut zu einem Jedi-Lord passen und weit gereiste Weltenretter neigen bekanntlich auch dazu hin und wieder das eine oder andere Stück praktischer Kriegsbeute mit sich zu führen. Ob nun Waffen oder Rüstungen, selbst Gefährten, die langjährige Kampagne gegen Zakuul und die Eroberung des Ewigen Throns boten reichlich Gelegenheit die Waffenkammern der Allianz mit exotischen Waffen und kunstvollen Rüstungen aufzufüllen. Ein Jedi würde zwar keine Trophäen tragen, aber aus praktischen Gründen eine Rüstung von Vaylins Leibwache anlegen? Das wäre auch ein politisches Statement, inwieweit einen die Kämpfe der letzten Jahre vielleicht verändert haben. Nach Kapitel XII sieht man sich ja vielleicht sogar selbst nicht mehr als traditioneller Jedi-Ritter.

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Das Ende der Allianz?
Schon Sun Tsu, der chinesische Autor von die Kunst des Krieges, schrieb, die höchste Kunst ist es einen Krieg zu gewinnen ohne ihn zu führen. Was das bedeuten kann, darüber haben sich schon Generationen von Philosophen und Strategen den Kopf zerbrochen. Oftmals steckt hinter Kriegen die Erreichung eines politischen Ziels, wie Gebietsvergrößerung, das Stillen eines Sicherheitsbedürfnisses oder der Gewinn von Ressourcen. Lassen sich diese Ziele auch erreichen, ohne eine eigene Armee ins Feld zu schicken? Ja, unter anderem durch die Manipulation von anderen Staaten.

Die Zerschlagung der Allianz

Sind die Aufstände gegen die Ewige Allianz willkürlich? Fast wirkt es ja so, immerhin handelt es sich bei den Aufständischen um lediglich kleinkalibrige Gruppierungen, die bestenfalls einzelne Planeten in ihre Gewalt bringen konnten. Doch entscheidend ist nicht, wer die Aufstände ausführte, sondern wo diese geschahen. Jeder der Aufstände ist womöglich dazu gedacht, Ressourcen der Allianz zu binden, indem entweder Patrouillen zurückgelassen werden müssen oder indem sogar Garnisonen zurückbleiben müssen, wie auf Denova.

Aufstände wie auf Ord Mantell, Coruscant oder Denova sind zweifelsfrei gedacht die Allianz auf republikanisches Kernterritorium zu locken und so einen diplomatischen Zwischenfall zu provozieren. Ebenso problematisch ist der Einsatz auf Makeb, das zuletzt eine von Darth Marr gesicherte Welt war. Republik und Sith-Imperium werden vorgeführt und die Allianz tritt an Orten in Erscheinung, die sie ansonsten höchstens im Kriegsfall betreten würde. Die Sicherung Denovas ist außerdem etwas, das seit dem Krieg mit den Schreckensmeistern zumindest symbolisches Gewicht besitzt. Und das Monster von Makeb stammt ursprünglich von Belsavis.

Wer auch immer der schattenhafte Gegner der Allianz ist, er oder sie nutzt vor allem Wissen als Waffe. Dabei ist das Wissen dieser Person erstaunlich und grenzt an Know-how das bestenfalls der Schleier oder ranghohe Vertreter des Sith-Geheimdiensts besessen haben sollten. In einem der Aufstände findet sogar eine verbesserte Variante des Rakghul-Serums Verwendung, was eine mögliche Involvierung Dr. Lokins nicht ausschließt. Ist Lokin nach SCORPIO der nächste Bösewicht? Ein wahnsinniger Wissenschaftler mit Top Secret-Wissen und Geheimdienstkontakten wäre ein formidabler Bad Guy für das nächste Addon. Man könnte schon los spekulieren, wie sich da auch andere Ex-Gefährten des Agenten einbauen ließen. Oder steckt gar die vor einigen Jahren auf Rishi befreite Shara Jenn hinter der Affäre? Wächter X war ein Genie, könnte seine "Schwester" Wächter 2 nicht genauso skrupellos und genial sein, nachdem sie nun von ihrer Konditionierung durch das Imperium befreit wurde?

Die Intrigen gegen die Allianz werden mit dem Krieg um Iokath ihren Höhepunkt erreichen, denn dort wird es unumgänglich werden sich für eine der beiden Seiten zu entscheiden, was womöglich auch den Tod des Kommandeurs der anderen Seite bewirken kann. Iokath spaltet den Plot wieder in zwei Richtungen auf, eine imperiale und eine republikanische, belohnt wird man dafür mit einem von zwei Gefährten und auch das macht einem die Bedeutung von Iokath deutlich. Der finstere Hintermann weiß nicht nur von Staatsgeheimnissen wie Rakata Prime, Makeb oder dem Rakghul-Serum, er oder sie weiß auch von Iokath und nun wird die Allianz wohl oder übel Anhänger verlieren.

Wenn der Feldherr vom hohen Ross absteigen muss

Da besitzt man die Ewige Flotte und Legionen von Skytrooper, aber jeden der Aufstände muss man persönlich niederschlagen? Diese Spielmechanik wird sich mit Iokath wohl noch vertiefen und weiter erklären lassen. Die neuen Herrscher von Zakuul wirken allmächtig, doch im Kampf gegen sinistre Verschwörer reicht eine allmächtige Flotte und Droidenarmee nicht aus. Es gibt Möglichkeiten den Commander vom Thron weg zu locken und in einen Plot zu verstricken, ohne die Allianz sofort aufzulösen, den Thron zu zerstören oder sonstwie die Ereignisse aus 4.0 und 5.0 zu revidieren, ganz einfach indem man einen Feind ins Spiel bringt, den man mit konventioneller Kriegsführung nicht besiegen kann. Der neue Gegner ist also wahrscheinlich jemand den man eher mit Special Forces als mit Orbitalbombardements bekämpfen muss. So etwas hatten wir genau genommen noch nie, zumindest in The Old Republic. Der Gegner zeichnete sich immer dadurch aus mächtiger zu sein, entweder auf dem Schlachtfeld oder im Zweikampf. Nun könnte der Gegner ein Verschwörer und Terrorist sein, dessen vordergründiges Ziel die Zerschlagung der Allianz und eine Rückkehr zum Kalten Krieg sein könnte. Wir kämpfen gegen den Schleier - unter einem anderen Namen.

Die alles entscheidende Frage ist wohl, wer hinter der Verschwörung steckt. Meiner Meinung nach wird es jemand bekanntes sein, doch darunter könnten sich sowohl Ex-Gefährten, als auch Ex-Questgeber befinden. Jadus, Garza, Wächter 2, Dr. Lokin, der Minister oder sogar Darth Vowrawn erscheinen mir als mögliche Strippenzieher, ebenso wie ein geläuterter Darth Malgus. Jadus, Vowrawn und Malgus würden als Sith den meisten Sinn ergeben, doch nur Jadus hat sich bisher als machthungrig und als übermächtiger Verschwörer erwiesen. Vor langer Zeit galt Jadus als mächtigster Gedankenmanipulator neben dem Imperator, eine Fähigkeit die er gut dazu gebrauchen könnte einzelne Aufständische zu ihren Taten zu treiben. #Jadus4BigBad6.0

In den Files zu 5.2 findet sich neben einem [Darth Malgus] auch eine [Captain Trila] als NPC, der angeblich beiden Seiten angezeigt werden soll. Captain Trila kennt man vielleicht noch von Oricon, wo sie die schwer angeschlagene republikanische Questgeberin war. Nun hat sie es bis zur Offizierin gebracht und dient an der Seite des Supreme Commander Jace Malcom. Nach Denova ist das die zweite subtile Verbindung zu den Schreckensmeistern und diese waren nach eigener Aussage Darth Jadus ja nicht unähnlich. Jadus, der immer versuchte die Pläne des Imperators zu erfahren... wie würde er auf Oricon, Ziost und Zakuul reagiert haben? Seine Hinrichtung durfte man ja nie erleben und ähnlich wie im Fall Teneb Kels ist es denkbar, dass er den Dunklen Rat selbst im Fall seiner Gefangennahme zu einer Begnadigung erpressen konnte.

Malgus Erwähnung macht es jedoch unumgänglich sich mit der Möglichkeit seiner Rückkehr zu beschäftigen, auch wenn mir andere Optionen sympathischer erscheinen. Warum mir Malgus als schattenhafter Verschwörer missfällt? Weil das in meinen Augen einfach nicht sein Stil ist, aber genau das hat man einst auch über Darth Vader und Darth Maul gedacht, die sich seither beide als begabte Schüler Darth Sidious erwiesen haben. Vor allem Darth Maul wurde in The Clone Wars und Rebels zu jemandem, dem man auch abnimmt der Schüler der Schlangenzunge Darth Sidious gewesen zu sein. Malgus aber? Der träumte in Paul Kemps Roman doch immer von Krieg und wie nur ein Kriegsherr der dunklen Seite würdig wäre? Leider sind die Romane oft nur schönes Beiwerk und keineswegs Richtlinien dafür wie sich ein Charakter entwickeln muss, siehe Revan in Karpyshyns REVAN.

Warum ergriff Malgus nicht schon die Macht als ihm nur Darth Acina im Weg stand? Imperator Malgus hätte aus der Versenkung auftauchen und Thronansprüche geltend machen können? Doch Acina genoss vermutlich die Unterstützung der Bevölkerung, der letzten Sith und der Bürokraten. Unter ihr konnte das Imperium sich von den letzten Kriegen erholen, während Malgus vermutlich einen Krieg bis zur totalen Niederlage geführt hätte, wie der Dunkle Rat es zuvor auch getan hatte. Malgus war clever und er hatte das Imperium verraten, etwas das seinen Ruf nachhaltig beschädigt haben dürfte. Er versetzte dem Imperium einen Todesstoß von dem es sich fast nicht mehr erholt hätte und er bemächtigte sich der Raumstation des Imperators, die man später zwecks Recherchen über Zakuul noch gut hätte gebrauchen können. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Malgus über ehemalige Anhänger oder sogar Doppelagenten innerhalb der Revaniter über Rakata Prime Bescheid wusste und dass er nach einem vorgetäuschten Tod auf Ilum sehr genau beobachtete, was innerhalb des Imperiums geschah. Sein Scheitern auf Ilum könnte Malgus zu einem anderen Mann gemacht haben, jemanden der den Niedergang des Imperiums wohl verbittert zur Kenntnis nahm, ehe es unter Darth Marrs Führung wieder Widerstand leisten konnte. Malgus Schüler Cytherat starb auf Makeb, einige seiner Anhänger wurden wieder in das imperiale Militär reintegriert und wer weiß, wie viele sich danach wohl den Revanitern anschlossen.

Im Unterschied zu Jadus ist Malgus nun einmal populär und ihn für 6.0 zurück zu holen würde es erlauben SWTOR marketingtechnisch wieder auf ganz neue Beine zu stellen. Malgus übereilter Tod auf Ilum ging an vielen schlichtweg vorbei und das Potential dieses mühsam aufgebauten Charakters wurde verschwendet, ehe der Ruf nach einem Ops-Boss Malgus je laut werden konnte. Malgus hat eine solide Fanbase und er schneidet in nicht wenigen Versus-Videos auf Youtube als Sieger ab, denn viele sehen in ihm einen weniger verwundbaren Darth Vader. Auch von der Lore her bietet Malgus einige Optionen, denn zwischen der Plünderung des Jedi-Tempels und seinem Tod auf Ilum war Malgus der Kommandant einer imperialen Expeditionsstreitmacht am Rande der Galaxis. Möglicherweise hat Malgus Dinge gesehen und erfahren, die es dem Imperium viel leichter gemacht hätten Bedrohungen wie durch Zakuul schon rechtzeitig zu erkennen. Malgus ist ein typischer Sith, doch auch wenn man glatzköpfige Juggernauts als tumbe Haudrauf-Schergen einordnen möchte, sie sind doch meistens erheblich smarter. Man nehme etwa den Gründer der Regel der Zwei - Darth Bane. Bane war in seiner Legends-Form eine Kreation von Drew Karpyshyn, der, was für ein Zufall, seit letztem Jahr wieder ein Teil des Bioware-Teams in Austin ist. Doch auch der neue Lead Writer Ian Ryan hat als Ilum-Schöpfer eine gemeinsame Vergangenheit mit Darth Malgus.

Nach Revan und dem Imperator leidet The Old Republic darunter seine besten Zugpferde als Antagonisten geopfert zu haben und auch das Experiment neue Gegner zu schaffen war nach einem ersten Scheitern (die eher blassen Anführer des Huttenkartells in 2.0) mit Arcann und Vaylin zwar nett anzusehen, doch entfernte man sich weitgehend vom gewohnten Territorium. Die Schuld sehe ich zumindest beim ehemaligen Lead Designer Jesse Sky, der den Plot für KotFE diktierte und damit auch bereits KotET erzwang. Die Bemühungen den Eternal Empire-Arc in nur zwei Expansionen abzuschließen sehe ich als Versuch von Skys Nachfolger Charles Boyd, SWTOR wieder auf Kurs zu bringen, dazu gehörte dann auch die Abkehr vom radikalen Kurs der 4.0-Ära. Was wäre besser um ein Back to the roots-Szenario zu feiern, als einen der großen Heroen der Anfangszeit hervorzuzaubern?

5.0 hat den Outlander zu einem veritablen Kriegsherrn gemacht, der so oder so das Erbe eines Darth Malgus und Revan Reborn angetreten hat. Die Allianz verbindet Jedi und Sith, genauso wie Menschen und Aliens. Anstatt eine dritte Fraktion zu bekämpfen ist man zu dieser dritten Fraktion geworden. Man kann mittlerweile auf Augenhöhe mit Kanzlern und Kaisern verhandeln, anstatt sich die Frage zu stellen, ob man sich ihnen anschließen darf. Der Allianzkommandant ordnet sich nicht länger unter, er schließt Bündnisse und manchmal bieten sich Anführer wie Mand'alor Shae Vizla sogar an, um für den Commander zu kämpfen. Wenn man an Revans Aufstieg zurückdenkt, der sich ja auch seine eigene ihm persönliche ergebene Streitmacht schuf, um die Mandalorianer zu bekämpfen, dann ist der Commander diesem nicht mehr unähnlich. Genauso wie Revan in den Mandalorianischen Kriegen als verlängerter Arm der Republik agierte, sogar noch ehe er in das Oberkommando eingebunden wurde, obwohl er seine Karriere als Freiwilliger begann und quasi einen Jedi-Freiwilligenverband anführte, kann ein republikanischer Commander auf Iokath seine Allianz an die Republik binden. Umgekehrt würde ein imperialer Commander quasi im Sinne Darth Marrs eine imperiale Splittergruppe zum Verbündeten des Imperiums erklären. Man hat eine Armee, aber eigentlich keinen Staat hinter sich, vom eroberten Zakuul einmal abgesehen. Ich gehe sogar noch weiter und würde den Outlander als größten Feldherrn seiner Ära bezeichnen. Er besiegte das Ewige Imperium und er brachte dessen Flotte in seine Gewalt, während er nebenbei Kephess trandoshanische Söldnergruppe, ebenso wie Imperiale und Republikaner an sich binden konnte. Sogar Havoc Squad und Rusks Fremdenlegion schlossen sich der Allianz an. Wenn man diesem Mix noch die Mandalorianer hinzufügt, dann ist die Allianz eigentlich der Zusammenschluss aller die zumindest für eine Fraktion einmal die Bösen waren. Für Fans der Legends ist die Allianz eine Fundgrube für Großmachtträume, Mandalorianer mit einer Droidenarmee oder eine Droidenarmee im Dienste der Republik, angeführt von einem Jedi-General, unterstützt von zahlreichen Veteranen.

Man könnte nun davon ausgehen, dass die einseitige Parteinahme der Allianz auf Iokath sehr rasch die Existenz der verbliebenen feindlichen Fraktion beenden sollte. Die Ewige Flotte war schon einmal in der Lage Imperium UND Republik zu überrollen, nun sollte es doch ein leichtes sein, selbst mit einer reduzierten Flotte eine der beiden Fraktionen auszuschalten? Eigentlich stand man noch nie so nahe vor dem Sieg...

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Donnerstag, 9. Februar 2017
Star Wars in Buchform: Die Vorschau auf das erste Halbjahr
2016 war das Jahr von Rogue One und auch eines in welchem es tatsächlich nur ein einziges Prequel zum neuen Star Wars-Film gab, nämlich James Lucenos Roman Catalyst. Dafür wirkten zahllose andere Szenen aus früheren Romanen so als hätten sie schon Rogue One angeteasert. 2017 ist das Jahr von Episode VIII und im Gegensatz zur Star Wars Story Rogue One ist The Last Jedi eine echte Episode, was umso höhere Erwartungen in Sachen Merchandise schürt. Zu Episode VII gab es eine Handvoll Romane unter dem Label Journey to the Force Awakens. Neben drei Jugendromanen mit Han, Luke und Leia erschien auch ein direkter Tie-in zum Film namens Before the Awakening mit den Geschichten Reys, Finns und Poes vor Episode VII. Dazu kamen noch der sehr gelungene Young Adult Roman Lost Stars und der Comic Shattered Empire, sowie die mehr oder weniger noch zur Journey gehörende dreiteilige Romanreihe Aftermath.

Was wird uns also Episode VIII bringen? Vom Romanprogramm von 2017 ist nur das erste Halbjahr bekannt und das beschäftigt sich noch weitgehend mit Rogue One. 2015 hat Lost Stars beispielsweise eine Tradition begründet, indem es jedes Jahr einen Young Adult Roman von vergleichbaren Umgang geben wird. Im eigentlichen Rogue One-Jahr 2016 war das allerdings Ahsoka. Nun erscheint 2017 jedoch Rebel Rising über die Jugendjahre Jyn Ersos an der Seite Saw Gerreras, ebenso wie das klassischere Jugendbuch Guardians of the Whills, vom Episode VII-Veteranen Greg Rucka (Shattered Empire, Smuggler's Run, Before the Awakening). Nach Lost Stars und Ahsoka hege ich große Hoffnungen hinsichtlich Rebel Rising, aber auch betreffend Guardians of the Whills. Die Young Adult-Romane von Lucasfilm Press erscheinen zwar leider nie als E-Books (zumindest für den Kindle), aber sie schaffen es sehr gut das Leben jugendlicher Charaktere zu beschreiben, wobei sie auch nicht vor expliziten Darstellungen zurückschrecken. Mehr Sex als in Lost Stars hat es noch in keinen früheren Star Wars-Roman gegeben und auch seither nicht. Selbst Lukes erste Begegnung mit einem love interest in Heir to the Jedi nimmt sich regelrecht zugeknöpft aus und selbst Paul Kemps Beschreibungen der Unterwelt von Ryloth mit Sex, Drogen und imperialen Offizieren brach zwar ein Tabu, aber nicht DAS Tabu. Was Guardians of the Whills betrifft hoffe ich auf einen Roman in der Tradition der Journey-Jugendbücher, die durchaus lesenswert, wenn auch eher belanglos waren. Das lag allerdings an der Ära und weil man nichts von Episode VII vorweg nehmen wollte. Guardians kann hingegen als Zugabe zu Rogue One einige wertvolle Details nachliefern.

Ansonsten bringt uns 2017 auch das Ende von Chuck Wendigs Aftermath. Meine Hoffnung, Wendig möge nach Aftermath aus dem Star Wars-Universum abziehen, wird sich wohl nicht erfüllen. Immerhin hat man ihm 2016 auch den Episode VII-Comic anvertraut. Doch wenn man Wendig zumindest davon fern hält geliebte Teile des Expanded Universe neu zu schreiben und zu ruinieren, dann kann er sich vielleicht doch noch durchsetzen. Wendigs Aftermath als Ersatz für die Thrawn-Trilogie ist jedenfalls ein grausamer Scherz. Doch ich muss auch zugeben, dass ich selbst diese neue Geschichte des Triumphs der Neuen Republik lieb gewonnen habe. Ich will jedenfalls genau wissen wie die Trilogie zu Ende geht, nachdem es ansonsten kaum Hinweise auf die Wandlung des Imperiums zur First Order gibt. Neben Aftermath wird noch ein weiteres Werk erscheinen, dass die Geschichte neu schreibt, nämlich Timothy Zahns THRAWN. Großadmiral Thrawns Schicksal in Rebels ist ungewiss und der Roman konzentriert sich auf Thrawns Aufstieg vom geretteten Verbannten zum imperialen Offizier (womit man eine Lücke aus den Legends schließen würde). Einerseits ist das Werk zwar ein offensichtlicher Rebels Tie-in, andererseits ist es eine Geschichte die man sich schon von den Legends gewünscht hätte und der Autor ist eben kein geringerer als Thrawn-Schöpfer Zahn. Trotzdem gehe ich mit sehr geringen Erwartungen an dieses Buch heran. Einerseits weil mir das Cover nicht gefällt, andererseits weil ich mir nicht sicher wie begeistert Zahn bei der Sache war, aber auch weil ich kein fanatischer Zahn-Verehrer bin. Ich habe ein gespaltenes Verhältnis zu Zahn. Zwar liebe ich die Thrawn-Trilogie, aber ich konnte mich mit der Hand von Thrawn-Duologie nicht ganz anfreunden. Ich kann Outbound Flight gut leiden, aber mir fehlt jede Begeisterung für Survivors Quest. Ich war hellauf begeistert von der Hand of Judgement-Duologie, aber Zahns eigentliches Lieblingswerk Scoundrels war für mich eine bittere Enttäuschung. Bisher konnte mich Zahn am ehesten mit einem lebenden Thrawn begeistern, weshalb ich mir trotz einer Neigung zu E-Books längst die Hardcover-Ausgabe von THRAWN vorbestellt habe. Ich hoffe auf Begeisterung, aber ich rechne durchaus mit einer Enttäuschung. Als jemand der die Special Edition von Heir to the Empire besitzt (als US-Hardcover), sowie die gesamte Thrawn-Trilogie als deutsches Taschenbuch und in der englischen Neuausgabe muss ich mir wohl eingestehen auf der Seite der Thrawn-Fans zu stehen, aber gerade als Fan wird man eben sehr schnell zum ärgsten Kritiker.

Was mich eher weniger mit Zuversicht erfüllt ist die Aussicht auf den Han Solo-Film 2018. Dieser wird zwar wahrscheinlich erst Ende 2018 erscheinen, aber wie wird die Literatur dazu aussehen? Han Solo- oder Lando-Geschichten gab es im Expanded Universe zu Hauf und irgendwann bekam man den Eindruck alle schon einmal gelesen zu haben. Ich blicke also nicht gerade mit großer Freude auf diese Ära, die vielleicht vom zweiten Halbjahr 2018 bis 2019 dauern wird, ehe Episode IX alles überschatten wird. Am ehesten interessieren mich noch Geschichten über Hans Origin-Story (wie die Han Solo-Trilogie A.C. Crispins) oder seine Zeit als Rebellengeneral (wie in Aaron Allstons Wraith Squadron-Arc). Selbst Landos Origin-Story oder Chewbaccas (der im neuen Kanon immerhin ein Klonkriegsveteran ist) würden mich mehr interessieren als die xte Schmuggel-Operation für die Allianz oder irgendein Heist-Plot.

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Mittwoch, 8. Februar 2017
Faszination Geschichte
Was ich so treibe? Ich habe irgendwo zwischen beruflichen Komplikationen und dem Wunsch nach Veränderung beschlossen Rome II: Total War wieder einmal eine Chance zu geben. Und siehe da, es hat gefunkt. Aber anders als erwartet. Der Grund dafür liegt wohl auch darin, dass ich in etwa zeitgleich Mary Beards SPQR zu lesen begann, ein Ende 2016 endlich auch in deutscher Übersetzung erschienenes Werk über die Geschichte Roms von den Anfängen bis zur Verleihung des römischen Bürgerrechts an so gut wie alle Reichsbewohner unter Kaiser Caracalla. Ich habe während einer frühen Phase der Begeisterung auch gleich an den Rome II Nachfolger Attila gedacht und mir für läppische 9,99 auch dieses Spiel samt Karl der Große DLC gegönnt. Doch ich zocke es so gut wie gar nicht.

Wenn ich an meine Begeisterung für die römische Geschichte denke, dann denke ich zuallererst an das Addon zu Rome I: Barbarian Invasion. Die Zeit der Völkerwanderung wirkte an sich zu kompliziert auf mich, vor allem weil sie im Geschichtsunterricht nur gestriffen wird und auch Byzanz war mir anfangs ein unergründliches Rätsel (das im Geschichtsunterricht meiner Erinnerung nach bestenfalls als Randnotiz vorkam). Ich bin ein großer Fan der Total War-Reihe, zumindest der europäischen Ableger der Reihe. Mit Shogun konnte ich mich nie anfreunden und ich habe in den unterschiedlichen Ären unterschiedliche Favoriten, was sich auch in meiner geschichtlichen Perspektive niedergeschlagen hat. Mit Venedig, Sizilien oder Jerusalem das Mittelalter dominieren, mit den Franken, Byzanz oder Westrom die Völkerwanderung für mich entscheiden, mit Ägypten Rom bezwingen oder als Schweden, Österreich, Preußen oder den USA ein Empire errichten – so wurde Geschichte für mich spannend. Das großartige an Total War ist in meinen Augen, dass die Reihe durchaus aktuelle angloamerikanische Publikationen heranzog, um die Ausgangsszenarien glaubwürdig zu gestalten. So wurde Preußen in Empire wohl eindeutig durch Christopher Clarkes Werke über die preußische Geschichte inspiriert. Und Attila geht in meinen Augen sehr stark auf Peter Heathers Darstellung des Untergang Roms zurück (durch den Druck seitens der hunnischen Invasion und der damit angestoßenen Völkerwanderung).

Wie auch immer, Total War ist kein eigenes Universum, aber die darin vorkommenden „Charaktere“ besitzen umfangreiche Vorgeschichten und dergleichen. Wovon man bei jedem Star Wars-Spiel träumt ist ein Teil der Handlung zu sein und auf Persönlichkeiten aus den Filmen, Serien oder Romanen zu treffen. In Total War ist das genauso, nur dass es eben ein fiktives Werk ist, das reale Erlebnisse als Ausgangspunkt für eine Fiktion nimmt. Es gibt also hunderte oder sogar tausende von Tie-ins zu Total War und ich nenne zumindest ein paar sogar mein Eigen. So besitze ich sowohl Clarkes Preußen, als auch Heathers Untergang des Römischen Weltreichs. Aber ich bin auch begeisterter Leser unzähliger Biografien, wie zum Vater der theodosianischen Dynastie, die in Gestalt von Arcadius und Honorius den weströmischen und oströmischen Fraktionsführer in Attila: Total War stellt. Mein Interesse an Seleukiden und Ptolemäer hat mich zu James Romms Geist auf dem Thron geführt, ein von mir langersehntes ebenfalls 2016 erschienenes Werk über die Krise nach dem Tod Alexander des Großen. Ich habe mein ptolemäisches Ägypten in Rome II bereits mehrmals auf den Spuren Alexanders zur Herrschaft über die östlichsten Provinzen und sogar ganz Arabien (ein unerfüllter Traum Alexanders) geführt. In der Augustus-Kampagne von Rome II gelang es mir zuletzt den Pompeianern zur Eroberung Roms zu verhelfen, nachdem ich als Marcus Aemilius Lepidus bei der Verteidigung meiner nordafrikanischen Basis gescheitert bin. Als Besitzer des griechische Kulturen-Pakets träume ich sogar davon eines Tages meine Kampagne als Athen fortzuführen oder neu zu beginnen, um die Geschichte von Griechenland aus umzuschreiben. Athen statt Rom.

In der Realität sitze ich meistens mit einem Buch in der Hand da und lese. Ich habe meine alten Schmöcker hervorgekramt und mir neue zugelegt, sodass sich meine Interessen vielleicht etwas einseitig in Richtung der Antike verschoben haben. Ich liebe die Antike seit ich zum ersten Mal mit dem Spiel Pharao in Berührung kam und während mich Rome anfangs eher kalt ließ fesselte mich Barbarian Invasion umso mehr. Mein Fimmel für südeuropäische Stadtstaaten hat auch dazu geführt, dass ich stets die Augen offen halte, wenn ich irgendwo auf Neuerscheinungen zu Venedig stoße. Die Macht der venezianischen Handelsrepublik wirkt beeindruckend auf mich, zumal ich in dieser Hinsicht familiär geprägt wurde. Händler und Handwerker, die zu einer der bedeutendsten Seemächte des westlichen Mittelmeers aufstiegen. Venedig war wohl mehr wie Karthago, als wie Rom oder Athen, aber es steht für mich ganz in dieser Tradition einer Stadt die zu einem Reich wurde (was bei Athen realhistorisch nicht der Fall war).

Meine Faszination für die Geschichte und vor allem die Antike hat wohl auch dazu geführt, dass meine Ergüsse über die letzten beiden Addons zu The Old Republic einschlägig gefärbt waren. Der Allianzkommandant als Odoaker, der den letzten weströmischen Kaiser absetzte und sich zum König von Rom aufschwang. Meine Überlegungen dazu wie Zakuuls Zentralismus eine Führungskrise schuf, die dann lediglich von einem neuen Alleinherrscher gefüllt werden könnte. Ich liebe es, mir Dinge erklären zu können und mehr aus einer Geschichte herauslesen zu können. SWTOR bewegt sich in einem fiktiven Universum und doch kann man Vergleiche ziehen und Erklärungen aus unserer realen Geschichte auf dieses Universum anwenden. So wirkt die Ära nach 5.0 immens spannend, weil sie sich mit dem turbulenten Ende mancher römischer Dynastien vergleichen lässt. Ein Kaiser folgt auf den anderen, es gibt Bürgerkriege und Truppenverbände wechseln die Seiten, während nicht jeder neu ausgerufene Herrscher davon ausgehen kann dauerhaft anerkannt zu werden. Das Ewige Imperium kann ebenso zerfallen wie das Reich eines Alexanders. Und am Ende bekämpfen sich wieder zwei Großreiche wie Seleukiden und Ptolemäer, nur dass sie eben Republik und Sith-Imperium genannt werden. Ewige Kriege wie diese können sich jahrhundertelang hinziehen. Gebiete werden erobert, verloren, getauscht und gelegentlich taucht eine neue Bedrohung auf. Selbst innenpolitische Krisen führen nicht immer zum Untergang, sonst hätten die Parther und Sassaniden nie so lange gegen die verschiedenen Inkarnationen Roms durchgehalten. Selbst Rom erlebte ja Bürgerkriege, Invasionen und „Sonderreiche“. Nur wird The Old Republic leider nie zu einer Art Antike des Star Wars-Universums werden können, weil das Spiel samt seiner Inhalte als Teil der Legends gilt. Die Überlieferungen sind also unzuverlässig und vieles, wenn nicht sogar alles wird wohl gar erfunden sein. The Old Republic ist wenig mehr als Legends of the Old Republic, auch wenn das Kürzel LotOR wohl zu nahe an Lord of the Rings Online LotRO liegt.

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