Dienstag, 4. August 2015
Die morgige EA Pressekonferenz auf Twitch!
http://www.twitch.tv/ea

Wie bei der E3 wird der Stream auch archiviert, damit ist der morgige Tag auch für alle gerettet die nicht live dabei sein können.

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Valkorion ist... (Spoilergefahr!)
https://www.youtube.com/watch?v=ACsw57YXpCw

Mehr Datamining soll es in den nächsten Tagen geben. Überraschend...

Ich ziehe mich mal in meinen Tempel auf Yavin 4 zurück und plane schon meine RACHE.


Update zum "Wann passiert das?":

swtor_potato
Chapter 1 Scene 9 so it's towards the end of the first chapter.

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Ein weiterer Fallen Empire Teaser
https://pbs.twimg.com/media/CLlGu0VXAAEniwC.jpg:large

Diesmal mit einem Sith und dem sitzenden Valkorion.

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Genieße die kleinen Dinge (Folge 8) - Ziost



Als Story-Aficionado war ich von Ziost begeistert, denn hier wurde mir wirklich etwas geboten. Man läuft nur eben Gefahr zu übersehen, was Ziost tatsächlich bietet und die entsprechenden Stellen zu skippen ist sehr einfach, auch weil es fast immer auch eine mehr oder weniger klassenneutrale Antwort gibt, die dann auch 8 Mal gleich klingt. Es erstaunt und frustriert mich jedenfalls immer wieder zu lesen, wie Ziost angeblich nichts wert sein soll und überhaupt keinen Bezug zu den Klassen bietet, denn ich war genau davon begeistert, dass Ziost in vertretbarem Ausmaß jeder Klasse einige eigene Dialoge gab. Schade ist das ganze deswegen, weil BioWare aus diesem Ziost-Bashing wieder einmal freudig Konsequenzen ziehen und begeistert einsparen wird. Ich bin den Ziost-Kritikern jedenfalls böse, weil sie das letzte Aufbäumen der Klassenstories nicht gewürdigt und damit selbst zu deren Abschaffung beigetragen haben. Klassen-Story könnte ja auch unabhängig von eigenen Klassen-Quests existieren, indem den Klassen eigene Dialoge geboten werden und das hat man auf Ziost umzusetzen versucht.

Szenen mit klassenspezifischen Dialogen in 'Rise of the Emperor'

Ziost bietet an gleich mehreren Stellen sehr klassenspezifische Dialoge, wobei man auch etwas durchgemischt hat. Dazu später noch mehr. Ziost erschöpft sich jedenfalls nicht daran, dass man als Soldat mit Major und als Jedi mit „Meister Jedi“ angesprochen wird. Zum Abschied ging man noch einmal die extra Meile und lieferte imho eine Story ab, die man sich schon seit 2012 gewünscht hätte, weil sie sehr häufig auf die Hintergrundgeschichten der Charaktere Bezug nimmt.

Am Schiff (8: für jede Klasse eine)
Vitiates Begrüßung in der Lagerhalle (4: Krieger, Ritter, Soldat/Schmuggler/Kopfgeldjäger/Agent, Inqui/Botschafter, die Vitiate weniger bekannten Klassen keine gesonderte Begrüßungsformel)
Lanas/Kovachs Begrüßung (7, kurz: das übliche Meister Jedi usw.)
Kovach Subplot (2: je Fraktion anderweitig bedeutender Subplot)
Die Begegnung mit Meisterin Surro (8: klassenspezifische Antwortmöglichkeiten)
Kurz bei Gefangennahme (7, kurz: das übliche)
Kovachs Verrat (2: je nach Fraktion Lana oder Theron)
Kovachs Tod (2, verschachtelt: das ganze hat ein Nachspiel im Abschlussdialog)
Lanas Verkündung (8: klassenspezifische Antwortmöglichkeit)
Im Turm (8: jede Klasse provoziert Vitiate anders, siehe weiter unten)
Bei den Jedi-Meistern (8: wie in der Lagerhalle eine eigene Begrüßung für jede Klasse, diesmal allerdings für alle)
Abschluss auf Flotte (2: Abschluss der Fraktions-Story)

Besondere Highlights


Vitiates Begrüßungen

In der Lagerhalle
Im Turm

Bereits in der ersten Lagerhalle wird man von Vitiate gegrüßt und je nach Klasse wird man anders willkommen geheißen. Das Besondere hieran ist jedoch, dass die besonderen Beziehungen von Kriegern und Rittern mit einer eigenen Dialog-Zeile gewürdigt werden, ähnlich wie auf Yavin 4, als sich Vitiate auch mit einer Extra-Zeile von seinem ehemaligen Zorn verabschiedete. Vitiate umscheichelt seinen Zorn auf Ziost noch, während er den Ritter offen beleidigt und noch sehr gereizt gegenübertritt. Diese Szene kann man einfach übersehen, weil es ein NPC-Dialog ist, der sich problemlos skippen lässt. Er ist trotzdem da, man hat sich trotzdem die Mühe gemacht und somit zählt er auch. Inquis und Botschafter erhalten allerdings dieselbe Ansprache, was manche bei ihrem 2.-3. Durchlauf über die Bedeutung dieser Szene getäuscht und zum Skippen verleitet haben könnte. Vitiate nennt sie etwas zu ambitioniert. Die Tech-Klassen sind Vitiate egal und das passt auch zur Story, wieso sollte er sich von Normalos fürchten?

Kurz vor dem finalen Showdown im Turm trifft man auf zwei Jedi-Meister, durch welche Vitiate erneut zu einem spricht. An dieser Stelle wird jede der acht Klassen auf ihre eigene Weise gegrüßt und je nachdem ob man die Meister tötet oder nicht unterscheiden sich die Dialoge im Fall der Imps auch noch einmal. Reps werden bei heller Entscheidung als Schoßhündchen der Republik bezeichnet, bei einem Klick auf die dunkle Seite findet Vitiate das ganze interessant. Bei Imps läuft es genauso, nur beschwert sich Vitiate im Fall der Sith bei einer hellen Entscheidung (that’s not the action of a proper Sith-Lord).


Die Begrüßung im eigenen Raumschiff

Auch beim Intro auf den Schiffen wird jede Klasse von Theron bzw. Lana mit ihrem Titel gegrüßt, man geht aber nicht zu weit in die Tiefe. So werden Inquis als Dunkler Lord gegrüßt und nicht als Darth Imperius/Occlus/Nox. Die drei Titel des Inquis spielen im gesamten Ziost-Arc leider keine Rolle.


Surro, Lana und die große Provokation

Bei der ersten Begegnung mit Meisterin Surro besteht die Gefahr den Klassen-Bezug zu übersehen, weil man drei Antwortmöglichkeiten auf Surros/Vitiates Vorstellung bekommt. Meiner Erinnerung nach sind zwei davon je Klasse unterschiedlich, wobei es zu wirklich extrem typischen Sequenzen kommen kann. Schmuggler können mit Vitiate/Surro sogar FLIRTEN: http://pfannenstiel.blogger.de/stories/2498131/

Etwas später kommt es nach der Begegnung mit dem Monolithen zu einer weiteren Szene in der man voll in character antworten kann und nach Lanas Ankündigung, dass sich Vitiate womöglich vor dem Spieler fürchtet eine Klassen-Antwortmöglichkeit erhält. Im Fall des Schmugglers:

Im Turm angekommen beginnt man schließlich eine planetenweite Übertragung, mit der man Vitiate weiter provozieren will und zum Showdown zu locken verhofft. In dieser Szene ist wirklich jede Klasse sie selbst, vom stocksteifen Jedi-Ritter, über den disziplinierten Soldaten, bis zum humorvollen Kopfgeldjäger und arroganten Inquisitor.


Der Kovach-Subplot

Mir persönlich hat es auf Ziost auch der Kovach-Nebenplot angetan. Mehr solche Nebenplots für die eigene Fraktion wären interessant gewesen. Die Möglichkeit Kovac unbehelligt zu lassen, zu töten oder zu verraten und dann entweder laufen oder von Lana ermorden zu lassen (nur Imps) entsprach genau dem was ich mir von BioWare erwarten würde. Die verschachtelten Möglichkeiten des Kovach-Plots waren für mich bereits Grund genug Ziost mehrfach zu laufen, weil ich weiß, dass sich jeder meiner Chars in diesem Fall anders entscheiden würde.

Die Möglichkeiten sind (als Imp):
Kovach unbehelligt lassen (woraufhin er von Lana versetzt wird)

Kovach zu töten und nichts zu erklären (was Lana irritiert)
Kovach zu töten und ihn als Verräter zu bezeichnen
Kovach zu töten und als Vitiates Agent zu bezeichnen

Kovach zu verraten und laufen zu lassen (was Lana ärgert)
Kovach zu verraten und zu töten
Kovach zu verraten und von Lana töten zu lassen (die Sith-Lösung, Lana erwürgt ihn dann via Holo)


Mit den Möglichkeiten auf Seiten der Republik habe ich mich nicht so intensiv beschäftigt, die Kovac-Story ist aber auch primär imperial (Kovach ist schlussendlich doch ein repbulikanischer Agent im Imperium). Ich glaube mich bei den Reps jedenfalls an folgende Möglichkeiten zu erinnern:

Kovach unbehelligt lassen
Kovach verraten und laufen zu lassen
Kovach verraten und von Theron kündigen zu lassen
Kovach verraten und töten (wobei man Lana später anlügt)


Wie auch immer man sich entscheidet, das ganze bleibt nicht ohne Folgen für den Abschlussdialog. Zumindest auf imperialer Seite hat das ganze seine Wirkung auf Lana Beniko nicht verfehlt, zumindest wenn Kovach auffliegt oder ermordet wird. Man kann mit Kovachs Verrat als Beweismittel sogar verlangen, dass Lana zurücktreten muss bzw. muss sich von ihr Vorwürfe anhören, wenn man Kovach vermeintlich grundlos ermordet hat. Daraufhin kann man Kovachs Geheimnis für sich behalten oder Lana ins Gesicht schleudern, dass sie einen Spion der Republik als ihre rechte Hand eingesetzt hatte. Wieder ein Moment der meiner Meinung nach für BioWare-Storytelling höchster Güte steht. Ein Vorgeschmack auf KotFE? Ich rechne Rane Kovach sogar geringe Chancen aus in KotFE aufzutauchen, sollte er noch leben. Oder sein Tod spielt in Lanas späterer Entwicklung eine wichtige Rolle als Auslöser ihrer Wandlung zu einer härteren Sith.

Ansprachen an Vitiate

Quelle: https://www.reddit.com/r/swtor/comments/3fn4lh/spoilers_the_8_speeches_given_to_vitiate_on_ziost/

Jedi-Ritter
"VITIATE! I am the Battle Master of the Jedi Order. I've struck you down once already, today I'm finishing the job, today you will face Justice."

Jedi-Botschafter
"Only the weakest prey on the weak. Imagine how much more powerful you would be if you stuck me down... well?"

Soldaten
"Attention 'Former Sith Emperor': Your repeated and horrific crimes against the Republic and innocent civilians thought the galaxy will not go unpunished. On the authority of the army of the Galactic Republic I hereby notify you of your impending annihilation. What ever you truly are, what ever power you think you think you have... it won't save you from me."

Schmuggler
"Now see here's my thing... you go around acting all big and scary, but look at who you're scaring; slim pickings if you ask me. Even I'm not scared of you, how pathetic is that? I don't know... maybe youre overcompensating for something?"

Sith-Krieger
"For all your claims to power, for all your smug superiority, you hack away at the defenceless like a gleeful child....and here I stand, your own Wrath, in defiance of your plans and you do nothing. Use what ever reason you want, but I know the truth; you are a coward."

Sith-Inquisitoren
"Hear me Vitiate, all your airs of immeasurable power, yet all I see is the manipulation of the weak minded, the slaughter of the infirm. You conviniently avoid the true challenge, the one you cannot hope to strike down. Come... and be tested."

Imperiale Agenten
"Am I interrupting? Yes? Thought you'd be interested... I found something; a large weapon right here in the middle of everything. I'm going to use it to destroy you..."

Kopfgeldjäger
"Hey! You! Hope I'm not interrupting. Boy you can really kill 'em can't cha'. Sure, they gotta' be untrained, defenceless and standing still... --but yeah, such a big powerful killing machine, and yet here I am... lil' old me, still aliiive. What's the matter 'Emperor'? Lost your nerve?"

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Die dunkle Seite in Händen der Helden: Machtblitze

Machtblitze und Jedi

Jedi sufficiently strong in the Force can be trained to produce a facsimile, but not true Sith lightning, which, unabated, has the power not only to incapacitate or kill, but to physically transform the victim.
- Darth Plagueis

Können Anhänger der hellen Seite Machtblitze einsetzen? In den Legends lautete die Antwort noch ja, wenngleich es Einschränkungen gab. In den letzten Jahren der Star Wars Legends war die Machttechnik des Electric Judgment oder Emerald Lightning sehr populär. Bei dieser Technik handelte es sich wie in den Worten Darth Plagueis des Weisen allerdings um keine Sith-Machtblitze, sondern eine abgewandelte Technik. Nach damaligen Stand der Lore waren die hellen Machtblitze vorwiegend grün oder gelb zu sehen.


Luke Skywalker war ein Anwender des hellen Machtblitzes


Es gab allerdings auch Gruppen, wie die Baran Do Weisen (eine lokale Machtnutzer-Gruppierung der Kel Dor, wie Jedi-Meister Plo Koon), die ebenfalls den Gebrauch einer Machtblitz-Variante lehrten. Bei den Baran Do erwiesen sich die Machtblitze allerdings sogar als weiß und waren eine Form Elektrizität wie ein Naturelement durch die Macht zu kontrollieren.


Baran Do Weise

Sith-Machtblitze weisen hingegen meistens die Farben blau, lila oder sogar rot auf und speisen sich aus dem Einsatz von unkontrollierten Emotionen. Natürlich gibt es auch den Sonderfall der Nachtschwestern, deren Anführerin Mutter Talzin bekannt für den Einsatz einer grünen Machtblitzvariante war. Grün war jedoch auch die Farbe der Magicks der Nachtschwestern.

Jedi Knight II und Jedi Knight III: Jedi Academy

Sowohl Kyle Katarn, als auch dessen Schüler Jaden Korr waren in der Lage Machtblitze einzusetzen. Kyles Neigung zum Einsatz von Machtblitzen stammte allerdings (in Jedi Knight 2) davon, dass er zunächst der dunklen Seite zuzufallen drohte. Anders sieht die Sache bei seinem Schüler aus. Jedi Knight ist zwar seit 2014 nicht mehr Teil des Kanons, man weiß aber nie was so alles aus den Legends wieder aktuell werden könnte und vielleicht doch irgendwann rekanonisiert wird. Da sich The Old Republic ohnehin außerhalb des alten und neuen Kanons bewegen kann ist hier sogar weit mehr möglich, als früher und heute. Die für Rollenspieler so wichtige Lore kann in TOR gebogen und gebrochen werden, genauso wie man es braucht.

In Jedi Knight 3 erhält man Zugang zu Machtblitzen, weil man diese Fähigkeit wie andere einfach skillen kann und weil sie ja auch nützlich ist und cool aussieht. Jaden Korr könnte ja auch dunkel werden. Anders als in KotOR I und II wo helle Jedi einen Malus auf DS-Fähigkeiten erhalten, der sie mehr Machtpunkte kostet wenn man seiner Ausrichtung nicht entsprechende Skills einsetzt, bleibt die Nutzung von Machtblitzen in Jedi Knight 3 folgenlos. Beim Skillen wird man allerdings auf die dunkle Natur dieser Fähigkeit hingewiesen und Luke Skywalker höchstpersönlich äußert sich kritisch über jeden in Machtwürgen oder Machtblitz investierten Skillpunkt.

Blickt man jedoch auf Lukes Jedi-Orden post-NJO (nach den Erbe der Jedi-Ritter/New Jedi Order Romanen), so entpuppt sich der Neue Jedi-Orden als Hort von Grenzgängern, wo ehemalige dunkle Jedi (Kam Solusar) ebenso im Jedi-Rat sitzen, wie einstige Sith-Akolythen (Kyp Durron, Mara Jade), einst als Jedi untrainierbar angesehene Spezies (Saba Sebatyne) und mehrmals gefallene Jedi-Meister (Kyle Katarn geriert im Jedi Knight 1 Addon und Jedi Knight 2 in den Genuss der dunklen Seite). Damals, als Dark Empire noch seine Gültigkeit hatte, war Luke Skywalker selbst ja ein Ex-Sith-Schüler, der unter Palpatines Klon beinahe zum Sith-Lord geworden wäre. Dieser Jedi-Orden war nun auch höchst interessant, weil er weniger perfekt war als der Jedi-Orden Yodas. Am Ende des Krieges mit den Yuuzhan Vong wandte man sich zudem verstärkt einer undogmatischeren Sicht auf die Macht zu und stieß auch in Graubereiche vor, nur um einige Jahre später die drastische Kehrtwende zu vollziehen und praktisch zu einer Reinkarnation des dogmatischen verknöcherten Jedi-Ordens der Alten Republik zu werden (das war nach Episode III und als man etwas mehr Prequel-Flair in das EU nach Endor drücken wollte).

Lukes Orden lehnte Emotionen jedenfalls zu keinem Zeitpunkt ab. Lukes Jedi heirateten, hatten Kinder und sogar Enkelkinder. Manche (Jaina Solo) ließen sich sogar zeitweilig auf Dreiecksbeziehungen ein oder hatten heimliche Affären die zu Kindern führten (Jacen Solo zeugte mit Tenel Ka eine gemeinsame Tochter, bestritt offiziell jedoch seine Vaterschaft). Aus Sicht des Autors Drew Karpyshyn wären Lukes Jedi damit wohl gesündere Machtnutzer gewesen, als die alten Jedi, die jede Emotion zu unterbinden versuchten, damit allerdings auch ihrem mönchischen Image gerechter wurden. Aus Karpyshyns Sicht (dem Erfinder Revans) ist der Mittelweg das Beste, Emotionen ja, völlige Hingabe an seine Leidenschaften nein. Selbstkontrolle ja, aber keine völlig weltfremde Abschottung.

Karpyshyn, KotOR und der Mittelweg

In KotOR I konnte auch Jolee Bindo Machtblitze einsetzen, weil er ein ehemaliger Sith-Akolyth und grauer Jedi war. Bindos Machtblitze speisten sich wohl auch aus Emotionen, aber er hatte sie durch seine persönliche Geschichte wohl auch zu kontrollieren gelernt. Kontrollierte Emotionen sind schwächer, womit sie wohl auch weniger Energie für Macht-Attacken liefern. Wer ja zu seinen Emotionen sagt, sich aber seine Disziplin bewahrt ist besser gerüstet als die meisten dogmatischen Jedi. Während Jedi stets fürchten müssen ihre Balance zu verlieren und durch Emotionen aus der Ruhe gebracht werden können sind Graue wie Revan oder Bindo sich ihres festen Standpunkts sicher. Jedi mit Emotionen sind die besseren Jedi und standhafteren Vertreter der hellen Seite. Es gibt einen Grund warum man bei ihnen immer noch von grauen Jedi spricht.

Bindo und Revan sind jedoch auch schlechte Beispiele, denn Emotionen zuzulassen lehrt einen noch lange nicht den Einsatz von Machtblitzen. Machtblitze sind eine Technik die man lernen muss und Revan wie Bindo dürften sie als Sith studiert haben. Später scheinen beide jedoch einen Weg gefunden zu haben diese Technik auch mit der hellen Seite in Einklang zu bringen bzw. aus dieser zu speisen.

Helle Sith?

Nicht jeder Sith beherrschte Machtblitze, denn wie bei Telekinese (die von der Horn-Linie nur unzureichend beherrscht wurde) oder dem klassischen Geistestrick gibt es Fähigkeiten, die nicht jeder Machtnutzer gleichermaßen stark nutzen kann. Darth Maul und Darth Vader waren etwa nicht dafür bekannt Machtblitze nutzen zu können, was beide jedoch durch überragende Leistungen auf anderen Gebieten zu kompensieren vermochten. Es ist auch denkbar, dass der Attentäter Maul schlichtweg nie im Gebrauch von Machtblitzen ausgebildet worden war. Vader sollen für den Blitzgebrauch die organischen Arme gefehlt haben. Zudem wurde im James Luceno Roman Dunkler Lord die Theorie aufgestellt Vaders Cyborg-Anzug würde den Einsatz von Machtblitzen nicht verkraften, womit dieser immer anfällig gegen die Blitze seines Meisters Sidious wäre.

Auch Sith-Akolythin Asajj Ventress musste jedoch auf Machtblitze verzichten, erwies sich wie Vader und Maul jedoch als sehr begabte Anwenderin von Telekinese. Ventress ist neben Maul auch das einzige Beispiel für eine Ex-Sith, die sich am Ende sogar gegen den Sith-Orden wandte. Anders als Maul, der mit seinem Bruder und später Mutter Talzin eigene Pläne verfolgte, kehrte Ventress ihrem Sith-Dasein jedoch ganz den Rücken zu. Nachdem sie von Count Dooku fallen gelassen worden war wurde Ventress zu einer grauen Machtnutzerin.


Asajj Ventress als Kopfgeldjägerin

Ventress trug nach dem Verlust ihrer Sith-Lichtschwerter schließlich ein gelbes Lichtschwert und griff als Kopfgeldjägerin auch immer wieder gerne auf ihre von Emotionen angetriebenen Machtfähigkeiten wie den Macht-Würgegriff zurück. Ventress hatte der dunklen Seite nicht abgeschworen, aber gelernt sie zu kontrollieren, auch wenn das bedeutete sich eiserner Selbstdisziplin zu unterwerfen. Was Ventress half war ihre kurze Ausbildung als Nachtschwester. Die Hexen von Dathomir sind nicht inhärent böse, sondern grundsätzlich neutral und würden eher als lawful evil einzustufen sein. Da die Dathomir jedoch von der dunklen Seite durchdrungen ist bedeutet ein jedes Leben im Einklang mit der Natur, auch im Einklang mit der dunklen Seite zu leben. Entsprechend gibt es für die Nachtschwestern keine andere Möglichkeit als in Balance mit der dunklen Seite zu leben, sie akzeptieren sie als Teil ihres Lebens und Verständnisses der Macht. In der rauhen Umgebung Dathomirs bleibt den Schwestern auch nichts anderes übrig, als selbst eine harte Schale vorzuweisen. Schlussendlich sind die Nachtschwestern somit aber nur ein Produkt ihrer Umwelt, sie leben in ihrer Enklave und konzentrieren sich auf den Erhalt ihrer Traditionen.

Kesh, Dathomir, Korriban

Und so schweifen wir ab. Von Machtblitzen in der Hand von Jedi zu hellen/grauen Sith, die weiterhin auf Machtblitze und entsprechende Sith-Techniken zurückgreifen können. Anhand der Nachtschwestern und ihrer im Roman Dark Disciple sehr anschaulich beschriebenen Philosophie lassen sich auch frühere Legends-Konzepte von Sith-Organisationen besser ausleuchten. Die Autorin von Dark Disciple hatte etwa auch bereits die Aufgabe über den Verlorenen Stamm der Sith in das Expanded Universe einzuführen.

Diese auf Kesh beheimatete Gruppe von Sith entstand nach dem Absturz eines Bergbaukreuzers zu Zeiten Naga Sadows. Die großteils menschliche Crew etablierte auf dem Planeten Kesh eine eigene Kultur und ist in vielerlei Hinsicht sehr prägend für mein Verständnis der Sith in SWTOR gewesen. Die ganze Geschichte vom Absturz bis zur Blüte dieses kleinen Reichs wurde von Autor John Jackson Miller (der die KotOR-Comics und den Star Wars-Western Kenobi verfasste) in einer E-Book-Reihe beschrieben, die sehr stark an Isaac Asimovs Foundation-Zyklus erinnern kann. Die Kurzgeschichten Millers gibt es mittlerweile auch als Sammelband mit einem für dieses Format exklusiven weiteren Kapitel aus der Geschichte des Verlorenen Stamms.

Der Verlorene Stamm spielte auch in der neunteiligen Romanreihe Verhängnis der Jedi-Ritter eine tragende Rolle und verhielt sich etwas untypisch für Sith, auch wenn die Bösen halt die Bösen spielen mussten. Man verbriet das Konzept schließlich, um überzeugendere Schurken als Natasi Daala und geisteskranke Jedi-Ritter zur Hand zu haben. Das interessante am Stamm ist dessen Entstehungsgeschichte und wie diese eine Sith-Tradition hervorbrachte, die sehr stark an das Imperium in SWTOR erinnerte. Auf Kesh sind die Sith allesamt lawful evil, sonst wäre der Stamm schon lange untergegangen. Es wirkt fast so als wäre Kesh eine Alternative zu Banes Regel der Zwei gewesen, die ebenso ein Gleichgewicht der Mächte schuf. Bane gründete seine Regel der Zwei als Resultat der ewigen Machtkämpfe unter den Sith, die schließlich zum Untergang des Ordens geführt hätten. In den Jahren Banes waren die Sith zwar in einer Bruderschaft geeint, doch es hätte wohl nicht lange gedauert, bis man wieder zum Urzustand streitender Reiche (wie in der Ära der Calimondra-Dynastie) zurückgekehrt wäre. Am Ende überlebte Bane, während Lord Kaan mit seiner Bruderschaft unterging.

Die Sith von Kesh kennen nichts anderes als die dunkle Seite, doch ihr Verständnis dieser ist unvollständig. Die Gründer dieser Kultur waren keine Sith-Lords, sondern selbst nur rudimentär geschulte Handlanger. Ähnlich wie im Fall des Sith-Imperiums entstammten die Sith des Verlorenen Stamms einer Gruppe die weit unter den legendären Gestalten wie Naga Sadow oder Marka Ragnos stand. Die Korsins und ihr Stamm waren bestenfalls Kleinadelige und gehörten nicht einmal wie Lord Vitiate dem Herrenstand an. Diese Fußsoldaten des Alten Reichs gründeten auf Kesh jedoch eine Sith-Kultur, die bis auf rote Lichtschwerter, einige Sith-Titel und ungehemmte Emotionen nur noch sehr wenig mit den klassischen Sith zu tun hatte. Captain Yaru Korsin gründete auf Kesh zunächst eine Monarchie und plante diese durch seine Erben fortbestehen zu lassen. Die Geschichte des Verlorenen Stamms hat mehr Fantasy-Romanen gemein als typischen Star Wars, hier werden Familienintrigen gesponnen, einheimische Bauerntöchter mit Magie beeindruckt und Luftschiffe gebaut. Was im Sith-Imperium 1300 Jahre dauerte geschah auf Kesh bereits nach dem Tod der Tochter Yaru Korsins, die Monarchie wurde abgeschafft. An ihre Stelle trat ein Gegenstück zum Dunklen Rat, mit einem von der Ratsversammlung gewählten Großlord an der Spitze.

Man schwingt seine roten Lichtschwerter, man nennt sich Sith, trauert seiner galaktischen Bestimmung nach und hegt einen halbmythischen Groll auf die Jedi, obwohl man nicht einmal verbannte Jedi/reinblütige Sith unter seinen Ahnen hat und auch nie vom Genozid der Republik an den roten Sith erfuhr. Die Jedi sind auf Kesh nur noch Gestalten aus Mythen, zu denen man irgendwie den Bezug verloren hat. Die Sith sind stolze Herren, aber niemand hat sich freiwillig für die dunkle Seite entschieden, man nutzt halt seine Emotionen, weil es so gelehrt wird. Das ganze erinnert an die aus Michael Stackpoles I, Jedi bekannten Jensaarai. Diese verstanden sich selbst als Sith, hatten aber nie gelernt, was es bedeutet Sith zu sein folgten einer Mischung aus Jedi-Lehren mit einigen Sith-Ideen. Die Jensaarai waren im Prinzip graue Jedi, die sich fälschlicherweise in der Sith-Tradition sahen, ihre Emotionen nicht versteckten und sich vor den rachsüchtigen Jedi fürchteten.

Helle Sith im Sith-Imperium

Im Sith-Imperium wird jeder Machtnutzer eingezogen und zum Sith ausgebildet, womit man bestimmte Fähigkeiten zu erlernen hat und in seiner Machtnutzung auf bestimmte Methoden zurückgreift. Man könnte diese Methoden zur Energiegewinnung aber auch ändern, wie es Luke Skywalker Mara Jade im Timothy Zahn-Roman Das letzte Kommando beibringt. Mara Jade war zuvor eine Hand des Imperators/Inquisitorin, die rudimentär im Einsatz der Macht ausgebildet war und Palpatine als persönliche Agentin und Attentäterin diente. Ganz ohne Jedi-Ersatz ließ sich die Galaxis ja nie regieren, selbst Banes Erbe musste das einsehen und bediente sich zahlreicher Handlanger. Jade wusste also zwar wie man die Macht nutzen kann, griff dafür jedoch auf die dunkle Seite zurück. Luke lehrte sie einen anderen Zugang zu den gleichen Fähigkeiten. Die dunkle Seite einzusetzen machte Jade jedoch nicht automatisch zur bösen, sie war schon vorher mehr oder weniger eine der Guten.

Die Sith-Akademie auf Korriban siebt zwar die Starken von den Schwachen aus, doch ideologische Schulungen stehen nicht auf dem Curriculum eines angehenden Sith-Lords. Der Sith-Kodex muss zwar gelernt und rezitiert werden, doch die Indoktrination steht nicht so sehr im Mittelpunkt wie beim Jedi-Orden, der seine Padawane zur Emotionslosigkeit zu drillen versucht. Sith zu sein hat zuviel mit dem Erlangen von Freiheit und dem ungehinderten Folgen seiner Leidenschaften zu tun, als dass man angehende Sith-Lords argwöhnisch bespitzeln könnte. Wer die Akademie überlebt hat sich seine Freiheiten in Hinsicht auf seine Überzeugungen auch verdient und das hilft dem Orden auch seine Mannschaftsstärke aufrecht zu erhalten, da man durch die Ausbildung bereits zahllose Rekruten verliert. Dass also auch neutrale und helle Akolythen überleben konnten ist nicht völlig auszuschließen. Trotzdem kann auch ein heller Sith nur auf jene Fähigkeiten zurückgreifen die ihm an der Akademie beigebracht wurden. Es herrscht außerdem Krieg und so ist man wie helle Jedi auch gezwungen gegen Leute zu kämpfen, mit denen man eigentlich vieles gemein hätte und in Friedenszeiten gut auskommen würde.

Dass sich zunächst naive und ultrapatriotische Sith-Schüler während ihrer Ausbildung auf Korriban von der dunklen Seite distanzieren ist genauso wahrscheinlich wie im Fall von realen Ultras die aus ihrem Kriegseinsatz als Pazifisten zurückkehrten. Traumatische Erlebnisse bietet die Sith-Ausbildung zahlreiche und diese passen oft nicht mit den hehren Idealen junger Akolythen zusammen. Der harsche Ton der Ausbilder, deren Bevorzugung persönlicher Favoriten, Cliquenbildung und Chauvinimsus - am Schluss ist man vielleicht sogar noch desillusioniert. Und ganz in der Sith-Tradition wird einem an der Akademie ja auch vermittelt, dass man die eigenen Interessen über jene des Imperiums stellen sollte, wenn es dem persönlichen Vorteil dient. Diese Form der Korruption dürfte für Idealisten besonders schwer zu schlucken sein und ist für mich auch der Grund, warum ich Darth Marr gegenüber Malgus den Verräter bevorzuge.

Oder man wird durch den Verrat seiner Meister und die Abartigkeit von Kreaturen wie den Schreckensmeistern (ganz wie Lord Hagrev) dazu getrieben auf Distanz zu einem Orden zu gehen, der all das zu verantworten hat. Selbst der große Darth Malgus entpuppt sich nur als ein weiterer Verräter und dann muss man auch noch die Revaniter zerschlagen. Alles was einem Reformer dann noch bleibt ist die Hoffnung auf Darth Marr, der für Mäßigung und Pragmatismus eintritt.

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