Donnerstag, 24. Dezember 2015
Frohes Fest!

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Die Erste Ordnung: Das Imperium im Exil?

Mehr als ein Rest-Imperium

Das alte Erweiterte Universum hatte einige großartige Geschichten zu bieten, die nun unter dem Legenden-Status leiden, aber es war auch ziemlich chaotisch und unkoordiniert. Ein Beispiel dafür ist die Geschichte des Rest-Imperiums. Nach Endor bestand das Imperium zwar fort, doch wie wirkten sich die Auftritte Thrawns und des wiedergeborenen Imperators auf diese Insitution aus? Wie groß war es, wer führte es an. So genau ließ sich das nie sagen. Admiralin Daala ermordete jedenfalls eine Versammlung von Kriegsherren, um sich zur de facto Anführerin des Imperiums aufzuschwingen. Und nach ihr übernahm Vize-Admiral Pellaeon diese wackelige Koalition der einstigen Splittergruppen. Entstand da das Rest-Imperium oder war es schon immer da? In Crimson Empire bekommt man wiederum eine Inkarnation des Imperiums präsentiert, die von einer Art Regierung angeführt wird.

Schuld an diesem Zustand ist ganz einfach, dass es nie eine genaue Vorstellung seitens Lucasfilms gab, wie sich die Reste des Imperiums entwickelten. Jeder Autor bastelte sich seine Interpretation aus den spärlichen Fakten in den Essential Guides. Im neuen Kanon nimmt man diese Verantwortung seitens der Story Group endlich selbst wahr. Intern hat man bereits einen Rahmen abgesteckt, wann, was, wie zustande kam.

In den ersten Büchern zu Episode VII gibt es nun bereits erste Hinweise dazu, was nach Endor aus dem Imperium wurde. Während die Journey to the Force Awakens Literatur bestenfalls das Jahr nach Endor beschreibt (Shattered Empire, Aftermath, Lost Stars) blieb völlig offen wie es danach weiterging oder woher die Erste Ordnung (aka First Order) kam. In der Episode VII Begleitliteratur wurde dieser Schleier nun gelüftet. Die Erste Ordnung ist der offizielle Nachfolgerstaat der imperialen Splittergruppen, eine Militärdiktatur, die alle Fraktionen vereint hat und ihr Hauptquartier in den unbekannten Regionen aufgeschlagen hat. Die knappen Erläuterungen zur Geschichte der Erste Ordnung verweisen darauf, dass die imperialen Splittergruppen geschlagen, zurückgedrängt und zu einem Waffenstillstand genötigt wurden. Es gab einen Exodus von Imperialen in die Unbekannten Regionen, wo diese die Erste Ordnung gründeten. Die Erste Ordnung absorbierte schließlich alle imperialen Fraktionen und hielt sich auch einige Zeit an den Abrüstungsvertrag mit der Neuen Republik. Insgeheim rüstete man jedoch auf.

Die Neue Republik hatte hingegen schon während Aftermath beschlossen ihre Streitmächte radikal abzurüsten. Als die Erste Ordnung begann den Abrüstungsvertrag zu brechen tat die Republik nichts dergleichen. Also sprangen ehemalige Veteranen der Rebellion (die Falken der Republik, wenn man so will) ein und organisierten unter General Leia Organa den Aufbau eines Widerstands. Eine Armee von Hardlinern, die den Frieden mit dem ehemaligen Imperium gefährden? Normalerweise wären das ja die Bösen.

J.J. Abrams und Lawrence Kasdann beschrieben die Erste Ordnung in ihren Interviews immer als Staat, der praktisch von geflüchteten Nazis gegründet worden ist. Die in die Unbekannten Regionen ausgewanderten Imperialen bauten dort einen gänzlich neuen Staat auf, der aber eben aus der imperialen Restmasse hervorging. Die einstmaligen Kolonien formierten sich ähnlich den USA zu einem eigenen Staat. Um einen in-universe Vergleich zu bemühen, die Erste Ordnung hat mehr mit der Hand von Thrawn als Pellaeons Rest-Imperium zu tun.

Der Hass der Neo-Imperialen auf die Republik ist verständlich, wenn man davon ausgeht, dass manche in der Kolonialisierung der Unbekannten Regionen vor allem eine Form von Vertreibung sahen. Mit der Absiedlung der Imperialen hat sich die Republik jedenfalls keinen Gefallen getan, denn so wurden Offiziersdynastien (wie im Fall der Familie von General Hux) verbannt, die noch während der Klonkriege Seite an Seite mit späteren Rebellen für die Republik und eine befriedete Galaxis gekämpft haben.

Iron Sky

Eine Invasion durch hinter dem Mond versteckte Space-Nazis? Darauf läuft das Ende von Episode VII praktisch auch hinaus. Im Stil von Independence Day löschen die "Aliens" mit Hosnian Prime die Regierungszentrale der Neuen Republik aus. Pentagon, Weißes Haus, Senat - alles weg. Die verkleinerte republikanische Flotte könnte ebenfalls vernichtet worden sein, wenn sie sich zu diesem Zeitpunkt im Hosnian System befand und dort Opfer der Trümmer der zerstörten Planeten wurde.

In den Sequels tritt die Erste Ordnung als Invasionsstreitmacht auf, die aus den Unbekannten Regionen über die bekannte Galaxis herfällt. Statt Yuuzhan Vong sind es nun die Abkömmlinge ehermaliger Imperialer, die eine größtenteils wehrlose Galaxis mit Krieg überziehen, während sich die Veteranen der Rebellion im Widerstand formieren. Mir gefallen die Parallelen.

Die Ära der Neuen Republik

Als Fan jener Ära die von Kevin J. Anderson, Michael Stackpole und Timothy Zahn geprägt wurde bin ich hoffnungsvoll und gespannt was der neue Kanon aus den 30 Jahren zwischen Endor und Jakku machen wird. Imperiale Kriegsherrn, eine Jedi-Akademie, einen gefallen Skywalker-Schüler (Ben), eine dunkle Bedrohung (Snoke) und einen brüchigen Friedensvertrag - das alles gibt es nun auch im neuen Kanon und doch klingt es fast so als hätte man sich einen Best of-Mix aus dem alten EU zusammengestellt. Poe Dameron ist in Episode VII 30+ und Snap Wexley ist ein Charakter aus Aftermath. 10 Jahre vor dem Erwachen der Macht könnten die beiden ja auch noch mit einer Legende wie Wedge Antilles geflogen sein. Ich würde sagen die Hoffnung auf ein Remake der X-Wing-Romane mit der neuen Generation lebt, zumal der EU-Versuch (Aaron Allstons MERCY KILL) desselben doch irgendwie in die Hose ging. Mir wäre Michael Stackpole (der auch die X-Wing Comics schrieb und sich mit der Rogue Squadron anstatt der Gespensterstaffel beschäftigte) als Autor eines X-Wing 2.0 Romans deutlich lieber.

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