Montag, 14. Dezember 2015
Mit Farmen zum Vermögen: Gefährtengeschenke

Was bringt am meisten?

Seit 4.0 hat sich der Markt für Gefährtengeschenke stark verändert. Durch einen Bug der Hofieren-Geschenke relativ nutzlos macht sind diese derzeit wertloser als je zuvor und BW dürfte sich ruhig eine Lösung für das Absatzproblem mit Hofieren einfallen lassen. Meine Idealvorstellung wäre eine Situation, in der man mit dem Verkauf eines jeden blauen Stufe 5 Geschenks bereits Gewinn erzielt. Vor allem der Wert von Waffen-Geschenken ist gefallen, da in 4.0.2 eine Änderung an HK-51 erfolgt ist. Zuvor bevorzugte HK Waffen gegenüber allen anderen Geschenken, doch man erhielt trotzdem nur sehr geringe Zuwächse an Einfluss durch diese. Seit 4.0.2 liebt HK-51 Militär-Geschenke, die ebenso auf der Wunschliste von Pierce und vor allem Xalek stehen. Xalek als Sith-Gefährte für alle Klassen steigert die Nachfrage nach Militär-Gütern ungemein.

Der wirkliche Bestseller (bisher) sind jedoch Kultur-Geschenke. Diese werden/wurden immer schon von C2-N2 und 2V-R8 geliebt, doch nun wurden mit Yuun und Talos Drellik zwei weitere Kultur-Liebhaber klassenneutrale Gefährten. Den bedeutendste Faktor im Nachfrage-Anstieg dürfte jedoch Lana Beniko darstellen. Lana ist nicht bloß beliebt, sie ist in Hinsicht ein zweiter Darth Marr und so mancher hätte wohl ihr und nicht Darth Acina zugetraut die nächste Sith-Imperatorin zu werden. Aber das könnte ja immer noch passieren, wie in Dragon Age Inquisition, wenn eine der drei dafür in Frage kommenden Gefährtinnen zur neuen Göttlichen gewählt wird. Wenn ich die Begeisterung für den letzten DAI DLC richtig verstanden habe, dann schließt sich die ehemalige Gefährtin und neue Göttliche dem Spieler sogar noch einmal auf einer letzten Mission an. Im Rahmen des Allianz-Systems, dass Gefährten für einzelne Missionen zugänglich machen kann bzw. auch deren "unkanonische" Nutzung zulässt, lässt sich vielleicht so manches Konzept aus anderen BioWare-Titeln verwirklichen.

Kaliyo und andere Rückkehrer

Ähnlich wie im Fall von lila Stufe 6-8 Mats erlauben es einem auch Gefährtengeschenke tüchtig zu spekulieren und durch gezieltes Sammeln und Aufkaufen satte Spekulationsgewinne zu erzielen. Die Frage ist nur, zahlt sich das aus? Die Antwort darauf ist stark von der Beliebtheit neuer alter oder gänzlich neuer Gefährten abhängig. Zudem steht immer die Möglichkeit im Raum, dass sich wie in 4.0.2 die Vorlieben eines Gefährten ändern könnten. 10 Stapel Waffen-Geschenke wären dann vielleicht eine Fehlinvestition, falls Kaliyo etwa mit 4.1 neue Vorlieben zugewiesen erhält.

Wer mit Gefährtengeschenken fette Spekulationsgewinne erzielen will muss wohl oder übel den Chat- und Foren-Meinungen lauschen. Hypes machen sich bezahlt. Statistisch sind allerdings "Gratis-Gefährten" bedeutender, als Allianz-Gefährten, für die man tatsächlich etwas tun muss. Der Grund ist ganz einfach, Kaliyo und andere werden mehr Spielern zur Verfügung stehen als etwa Bowdaar, Qyzen oder Talos, die allesamt an eine aufwändige Nebenquest gebunden sind. Zudem werden Main Story-Gefährten aufwendiger eingeführt und haben in Season 1 fast immer auch ihr eigenes Kapitel, imho zählt das auch als Werbung für diese als Gefährten.

Offen ist allerdings noch, ob Kaliyo und die anderen Main Story-Gefährten wirklich auch als Gefährten verfügbar sein werden. Ich würde es aus Gründen der Einfachheit so annehmen und damit könnte man auch bereits auf den Wert anderer Rückkehrer spekulieren. Jorgan, Torian und Vette erscheinen mir hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf Geschenkpreise zugkräftiger als Kaliyo.

Massenproduktion

Missionsberufe für Gefährtengeschenke einzusetzen bringt einem relativ sichere Gewinne, denn bisher liegen nur Hofieren-Geschenke unter ihren Herstellkosten. Mit Krit-Chancen (lila Geschenke) und der Möglichkeit auch Geschenke lukrativerer Kategorien zu erhalten sind Missionsberufe in 4.0 durchaus attraktiver geworden, zumal die blauen und lila Handwerksmaterialien mangels craftbaren 208er Mods & Co. nicht in ausreichender Menge nachgefragt werden. Die Einfachheit des Contents und Level-Sync tun ihr übriges, um den Bedarf nach Gear und folglich auch der dafür nötigen Mats stark zu drosseln. Der Preiskampf bei den Mats macht es außerdem möglich, dass man in bestimmten Kategorien einfach keine Verkäufe erzielt, weil jemand 24h und 7 Tage die Woche bemüht ist seinen Markt zu kontrollieren. Da können Gefährtengeschenke schon attraktiv wirken, immerhin versprechen diese garantierte Gewinne.

Geschenke einzelner Arten herzustellen ist mit den Missionsberufen eher nicht möglich, weshalb es sich für die massenhafte Gewinnung bestimmter Gefährtengeschenke empfiehlt auf die bewährte Farm-Methode zurückzugreifen: Farmen

Heldenquests

5 einfache Auszeichnungen, 2 Eliteauszeichnungen und 1 Allianz-Kiste = pro H2 Mission bedeutet das min. 1 blaues Stufe 5 Gefährtengeschenk + 1 grünes, blaues oder lila Gefährtengeschenk der Stufen 5 oder 6 (aus der Kiste)

Für Gefährtengeschenke gibt es imo keine bessere Quelle als die H2 Quests und ab Hoth (Belsavis, Voss, Corellia, Makeb) besteht die Möglichkeit, dass Gefährtengeschenke auch von den diversen Mobs abfallen.

Entscheidender ist jedoch, dass sich mittels einfacher Auszeichnungen, gezielt bestimmte Geschenk-Arten erfarmen lassen. 495 einfache Auszeichnungen = 99 blaue Stufe 5 Geschenke meiner Wahl. Dadurch ergeben auch Dailies wieder Sinn.

Verdoppelung

Rechnerisch bringen lila Stufe 5 Geschenke doppelt soviel Einflusspunkte wie blaue Stufe 5 Geschenke. Folglich bringen blaue auch doppelt so viele Punkte wie grüne. Beim Erfarmen der Geschenke macht es daher kaum einen nennenswerten Unterschied, ob man in blaue oder lila Geschenke investiert, zumindest beim Gedanken an den Eigenbedarf.

Ein wichtiger Punkt ist allerdings der Verkaufswert. Im Idealfall würde der Verkaufspreis das Verhältnis grün:blau:lila widerspiegeln = 5k, 10k, 20k.

Wir leben jedoch in keiner idealen Welt und die RNG (Random Number Generators – Zufallsgeneratoren oder kurz einfach nur der Zufall) verpfuscht einem die idealen Verhältnisse ebenso, wie Unwissenheit und Unachtsamkeit. So kann es im Handelsmarkt auch nach 5k, 7k, 30k aussehen. In diesem Fall wäre es am günstigsten mit dem Verkauf von lila Stufe 5 Geschenken zu 30k zu beginnen, da man für die selben 10 Marken mit blauen Geschenken sonst nur 14k erzielen würde. Grüne Geschenke lassen sich nur schwer erfarmen, sie spielen daher nur eine geringe Rolle.

Lila Stufe 6 Geschenke kosten 30 Marken, müssten demnach also das dreifache eines lila Stufe 6 Geschenks wert sein. Doch die Geschenke müssen sich auch verkaufen und bei zu hohen Preisen bleibt man für gewöhnlich auf ihnen sitzen. Aus diesem Grund sind gehypte Gefährten auch sehr zugkräftig, denn mit finanziell sorglosen Spielern, die alles unter einem gewissen Schwellenwert aufkaufen, steigen die Preise und es bleiben sehr lukrative Angebote übrig, die dann auch noch aufgekauft werden.

Stufe 6 Geschenke sind mir als Anlage zu riskant, vor allem da sie unter Einfluss 20 oder 30 auch gar nicht so ideal sind, da man hier noch mehr aus Stufe 5 Geschenken rausquetschen kann.

Stufe 6 Geschenke durch Jawa Schrott

Grüner Jawa Schrott war nie mehr wert als in Form von grünen Stufe 6 Geschenken! 4.000 Credits pro Stück und pro Conquest-Event erhält man 15 Stück davon, sowie 10 Stück blauen Jawa Schrott und noch lila Schrott, falls man mit seiner Gilde in die Top10 vorstoßen konnte. Selbst ohne Gilden-Support erhält man allein durch den grünen Schrott min. 60.000 Credits. Mit dem blauen Schrott noch einmal 100.000 Credits und das ist doch schon ein ganz nettes Sümmchen. Während Crafting-Events kann man so durchaus seine Ausgaben für die Mats zurück erhalten und vielleicht sogar Gewinne machen. Dazu kommt noch, dass die Invasionsstreitmächte und Kriegsgüter früher oder später auch einen Abnehmer finden werden... wenn Zenith als Allianzgefährte zugänglich wird.

Jawa Schrott in Gefährtengeschenke für die Kartellmarkt-Gefährten umzuwandeln ist höchst lukrativ und garantiert sogar noch bessere Preise als man nach dem Spielautomaten-Bug mit Stufe 8 Mats erzielen konnte. Sollte man von damals noch Reste übrig haben, nun ist die Zeit. Mit jedem neuen Tier- oder Droidengefährten steigt die Nachfrage kurzfristig wieder an, doch langfristig wird sie fallen. Das Problem ist, dass zu viele Spieler gleich ganze Stapel mit 99 Geschenken listen, selbst bei 4k pro Stück sind das immerhin 396.000 Credits pro Stapel. In so großen Mengen kaufen nur die wenigsten ein und das drückt den Preis.

Das Isotop-5 der 4.0 Ära

2.000 Credits pro einfache Auszeichnung, derartige Quoten hatten wir zuletzt gegen Ende des Isotop-5 Booms, deshalb finde ich Gefährtengeschenke als farmbare Güter interessant. Mit dem Iso-5 Boom habe ich 2014 zum ersten Mal die 100 Millionen-Marke überschritten und trotz Exploits erscheint mir die 4.0 Ära sehr lukrativ. Als jemand der sein Vermögen nach 3.0 verdoppeln konnte sehe ich nach 4.0 ganz ähnliche Vorzeichen. Wer den Willen und die Zeit dazu hat könnte derzeit reich werden. Mir fehlt derzeit beides, ich plage mich hingegen damit meinen Eigenbedarf zu decken und so teile ich meine Einschätzungen lieber.

Permalink (3 Kommentare)   Kommentieren

 


Personalrochaden
Mit Fallen Empire hat sich das Team von BioWare Austin wieder einmal gewandelt, wobei genau das erwartungsgemäß abläuft. Dass sich namhafte Entwickler nach einem großen Erfolg oder Abschluss eines Projekts abmelden und mit ihrem Erfolg im Rücken bessere Jobs schnappen können ist in der Branche meist auch üblich. Gerade mit dem Star Wars-Hype und einem Star Wars-Game im Portfolio lässt sich bei der Suche nach neuen lukrativeren Jobs auch beeindrucken.

Die personellen Veränderungen durch Fallen Empire begannen bereits im Juli, als Senior Writer Sean McKeever seinen Job aufgab und später mit Drew Karpyshyn nachbesetzt wurde. In dieser Zeit dürften auch Lead Writer Hall Hood und Writer Courtney Woods unter Lead Writer Charles Boyd an Fallen Empire mitgearbeitet haben. Nach dem Launch von Fallen Empire nahmen Hood und Woods wohl eine noch nicht näher bekannte Mitarbeit für Mass Effect 4 auf. Zeitlich günstig gewählt, denn mit dem episodenhaften Content hat man sich Luft nach oben verschafft und zugleich wird das Autorenteam nach McKeevers Abgang grundlegend umgebaut.

Die Beförderung Charles Boyds vom Lead Writer zum Lead Designer - Creative kam aus heiterem Himmel, ließ sich aber wohl als Lohn für dessen Arbeit an Fallen Empire verstehen. In der Vergangenheit hat zuletzt Mac Walters, seines Zeichens Lead Writer von Mass Effect 2-3, eine ähnliche Beförderung erhalten. Walters wurde in Montreal vom Lead Writer zum Creative Director befördert.

Die Position des Creative Directors war 2015 mit Jesse Sky besetzt, der im Vergleich mit den Autoren Boyd und Walters wie eine unwahrscheinliche Wahl für diesen Posten wirkten. 2014 war Sky noch Lead Designer für Shadow of Revan, zuvor war er Lead im Ops und Flashpoint Team. Naturgemäß erwartet man in der Spielebranche natürlich, dass sich Persönlichkeiten wie Sky immer weiter nach oben entwickeln würden und auf diesem Weg auf den Weg für andere frei machen. Dieses Monat hat Jesse Sky BioWare Austin verlassen, der nächste Schritt in einer mehr oder weniger typischen Entwickler-Karriere.

Wer übernimmt nun Skys Position? Entweder Lead Designer Michael Backus wird zum Creative Director befördert oder die Position wird zwischen den beiden Lead Designern Backus und Boyd (Creative) aufgeteilt.

Boyds Beförderung im November (deren Ankündigung man insgeheim schon in Boyds Twitter-Kommentaren um den Fallen Empire-Launch herum erkennen könnte) ging auch mit der Rückholaktion eines ehemaligen Bioware Writers als Lead Writer einher. Ian Ryan übernahm die im November frei gewordene Position und wenig später stieß auch Samantha Wallschlaeger als Assistant Writer zum Team. Da sie vor allem von Hall Hood im Team willkommen geheißen wurde (dem die Einschulung neuer Autoren obliegt) dürfte auch eine Beteiligung Hoods an SWTOR nahe liegen.

Derzeit heuert BioWare für einige offene Stellen an, was kein Wunder ist. Mit dem Star Wars Hype hat man ein attraktives Angebot zur Hand und die restlichen Fallen Empire-Kapitel liegen bereits halbfertig in der Schublade. Das Timing für einen gefahrlosen Teamumbau war noch nie besser. Gleichzeitig dürften so manche Veteranen aber auch befördert worden sein und so ist frisches Blut auf den unteren/mittleren Entwickler-Ebenen durchaus notwendig.

Wie auch immer, eines sollte klar sein, die zweite Jahreshälfte 2016 wird sehr spannend, denn mit Neuzugängen, Abgängen und Beförderungen dürfte sich die Ausrichtung von SWTOR deutlich verändern. Vor allem sind mit Ian Ryan und Drew Karpyshyn zwei Autoren mit an Bord, die einige Jahre SWTOR-Auszeit hinter sich haben und die Ausrichtung der Story seit 2014 korrigieren könnten. 2016 wird anders.

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren

 


Mandalorianer, Masken und der Batman-Faktor
"As a man, I'm flesh and blood, I can be ignored, I can be destroyed; but as a symbol... as a symbol I can be incorruptible, I can be everlasting."
- Bruce Wayne, Batman Begins

Das Prinzip ist einfach, wer die Maske trägt ist Batman. Und so ist auch sichergestellt, dass der Held eines Tages einen Nachfolger finden wird, sollte er doch eines Tages das Zeitliche segnen. Im Marvel und DC-Franchise ist der Wechsel des Maskenträgers gang und gäbe, wann immer die kreativen Verantwortlichen etwas Abwechslung in eine Geschichte bringen wollen. Für gewöhnlich kehrt der ursprüngliche Maskenträger daher auch irgendwann zurück.

Im Star Wars-Universum ist die Idee eines solchen Generationenwechsels noch relativ unausgegoren. In SWTOR verfolgten etwa die Revaniter den Ansatz, dass der Träger von Revans Maske und Robe (auch wenn es damals nur eine Kopie war) als Meister verehrt wurde. Etwas später ergab sich dieselbe Konstellation im Fall Lord Grathans. Tötet der Sith-Krieger Grathan wird fortan dessen Sohn die Maske Grathans tragen und dessen Anhänger anführen.

Etwas indirekter ist die Nachfolge im Fall der Mandalorianer. Wer Mand'alors Maske trägt ist Mand'alor, aber diese fungiert mehr als eine Art Krone und Mand'alor ist weniger keine Identität sondern Herrschertitel/Herrschername. Nur zählen die Mandos eben nicht, sondern jeder Mand'alor muss sich durch seine Taten auszeichnen, wodurch sich der einzigartige Beiname ergibt: Mand'alor der Bewahrer, der Ultimative, der Erste.

Neueren Datums ist die Vorstellung, Name und Rüstung Boba Fetts könnten ein Eigenleben entwickelt haben. Demnach war Boba Fett nur zur Beginn seiner Karriere der Klon Jango Fetts, ehe Name und Rüstung weitergereicht wurden. Im Star Wars-Roman Aftermath taucht unabhängig von Boba Fett allem Anschein nach dessen Rüstung auf und wird an einen lokalen Ordnungshüter verkauft. Die Idee, dass Boba Fett mehr als ein einzelner Mann ist stammt aus Spekulationen zu einem Boba Fett-Spinoff, das angeblich Geschehnisse nach Episode VI behandeln soll. Nach George Lucas eigener Aussage (vor Jahren, vor dem Verkauf an Disney) soll Boba Fett den Sturz in den Sarlacc ja überlebt haben. In Aftermath findet man nun womöglich seine Rüstung, bedeutet das der echte Fett ist tot oder hat er sich zur Ruhe gesetzt? Ein Gedankengang, den man auch hinsichtlich des Fremdlings hegen kann.

Dass mandalorianische Rüstungen eine gewisse Faszination ausüben ist nicht unerwartet. Wie bei den Sturmtruppen weiß man nie wer hinter der Maske steckt, doch die Rüstungen selbst werden traditionell individualisiert. Dabei wird die Rüstung pratkisch zum neuen Gesicht des Trägers und zu einer eigenen Identität.

"No, no, this... is your mask. Your real face is the one that criminals now fear. The man I loved - the man who vanished - he never came back at all. But maybe he's still out there, somewhere. Maybe some day, when Gotham no longer needs Batman, I'll see him again."
- Rachel Dawes, Batman Begins

Die mandalorianische Tradition legt hohen Wert auf die Bedeutung der eigenen Rüstung jedes Mandalorianers und in den Mandalorianer-Romanen einer Karen Traviss schlägt sich das darin nieder, dass die Interpretation "der Helm ist das wahre Gesicht eines Mandalorianers" tatsächlich einmal als kanonisch gelten konnte. Traviss Mandalorianer pflegten auch eine Praxis, bei der Rüstungsteile vererbt wurden. So trug etwa ein sehr reich beerbter Mando eine relativ bunte Rüstung, bestehend aus Rüstungsteilen seiner Vorfahren. Für gewöhnlich hätte man diesen allerdings einen neuen Anstrich verpasst, um sie dadurch zum Besitz des aktuellen Trägers zu machen. Die Rüstungsfarbe spielte bei manchen Mandalorianern nämlich auch wieder eine wichtige Rolle.

Massenproduktion, Maßanfertigung und Exotisches

Die Galaxis ist groß und gerade in der Kopfgeldjägerbranche sind Rüstungsträger vor allem durch ihre Alleinstellungsmerkmale zu unterscheiden. Mando Kopfgeldjäger gibt es viele, also muss man sich schon etwas einfallen lassen, um aus der Masse herauszustechen. Das Star Wars-Universum beschreibt eine sehr große, realistische und vor allem belebte Galaxis. Wenn man sich die Romane, Comics, Filme und Serien ansieht, so entdeckt man, dass manches Easter Egg eigentlich gar nicht so an den Haaren herbeigezogen ist. Gewisse Droiden-Arten sind weit verbreitet, werden zweckentfremdet und fern der Kernwelten werden auch Relikte aus früheren Zeiten und Militärbeständen verkauft. Die Leute nehmen was sie kriegen können und Kopfgeldjäger in umgefärbten Sturmtruppen-Rüstungen sind kein seltener Anblick. Das hat sich im neuen Kanon kaum geändert, auch dort ist das Imperium so korrupt, dass Militärbestände auf dem Schwarzmarkt landen oder von Rebellen/Kriminellen gestohlen werden.

Als George Lucas noch an die Entwicklung von Star Wars 1313 dachte ersann man bei Lucasfilm die Idee, dass nach dem Zerfall der Death Watch und dem Chaos auf Mandalore Elemente der mandaloriansichen Rüstungen auch ganz munter auf dem Schwarzmarkt gehandelt wurden. Boba Fett hätte demnach nicht die Rüstung seines Vaters getragen, sondern sich eine mandalorianische Rüstung aus Einzelteilen zusammengekauft.

Im alten EU, namentlich den Romanen K.W. Jeters über Boba Fett und den Kopfgeldjägerkrieg, war Fett zwar auch Träger einer vermutlich gekauften mandalorianischen Rüstung, doch Fett war auch ein Fan von Maßanfertigungen. Darin unterschied er sich von anderen Kopfgeldjägern. Jeters Fett investierte jeden Credit in sein Equipment und verfügte über mehr Gadgets als James Bond, weshalb er sich als bester Kopfgeldjäger der Galaxis durchsetzen konnte. Von diesen Gadgets waren die meisten für Fett maßgefertigt. Fett zahlte überdurchschnittlich gut, nutzte vertrauenswürdige Spezialisten und erinnerte in dieser Darstellung mehr an Iron-Man oder Batman. Letzterer verkörpert auch die interessante Idee eines sehr wandlungsfähigen Rüstungsträgers, der auf alles vorbereitet ist und zumindest in den Filmen einen eigenen Q besitzt, Lucius Fox. Auch Batman setzt auf Maßanfertigung und wechselt den Umständen entsprechend auch seine Rüstung, ganz ähnlich wie Iron Man. Im SW Universum findet sich dazu bisher kein Gegenstück. Boba Fett und Darth Vader tragen immer die gleiche Rüstung, nur bei den Sturmtruppen sieht es anders aus. Gerade Vaders 501. Legion dürfte über verschiedene Rüstungen verfügen, um etwa auf Hoth und Endor gleichermaßen einsatzfähig zu sein. In Episode III wiederum sah man bisher sogar die größte Bandbreite an verschiedenen zweckmäßigen Sturmtruppen-Rüstungen.

Disruptoren und andere gesetzlich verbotene Waffen gab es schon im alten und nun gibt es sie auch im neuen Kanon. Derart seltene Waffen können auch zu einem Identifikationsmerkmal für Kopfgeldjäger werden, genauso wie exotische Waffen oder Rüstungsteile. Dass man sich beim Feind ist nichts unübliches und auch Revans Maske gehörte ursprünglich einer Mandalorianerin. Selbst in-universe gibt bzw. gab es einige Beispiele für Charaktere mit nicht ganz konformen Vorlieben. Sturmtruppen und Imperiale unterliegen Vorschriften und Regeln, da muss alles genormt sein. Selbst bei den Rebellen herrscht eine gewisse Uniformität, doch dazwischen ist alles erlaubt. Ex-Sturmtruppler können als Söldner immer noch bevorzugt auf Helme mit HUDs setzen (die dem neuen Battlefront-Roman nach vermutlich abhängig vom ständigen Informationsfeed machen), aber des weiteren eine wild zusammengewürfelte "Uniform" tragen.

Iron Mando, Blizz, Yuun und Dr. Oggurobb

Star Wars 1313 wäre vielleicht genau das Spiel gewesen in das ich mich als Star Wars-Fan verliebt haben könnte, doch ohne ein Star Wars-Kopfgeldjäger-RPG (für das der Markt vielleicht auch nicht groß genug wäre) bleibt mir nur SWTOR, um meine SW GTA-Fantasien auszuleben. Kopfgeldjäger können so vielseitig sein, dass sich Twinks bei ihnen bezahlt machen.

Mit dem Allianz-System und dank des Plots von Fallen Empire ist es Kopfgeldjägern seit 4.0 nun sogar noch plausibler möglich an Hightech/Prototyp-Waffen zu gelangen und sich Rüstungen für jeden Fall anzulegen. Mit Dr. Oggurobb als Q seiner Allianz scheint alles möglich. Mein Prototyp-Powertech liebt es Dr. Hutt in seiner Allianz zu wissen, den Konstrukteur der Isotop-5 Droiden. Eine Iso-5 Rüstung scheint dank Dr. Hutt in greifbare Nähe gerückt. Und Oggurobb hat vermutlich auch nichts dagegen, wenn er einen Beta-Tester für seine neuesten Experimente auf Abruf hat.

Doch Oggurobb ist nicht der einzige Bastler im Allianz-Camp. Mit Yuun und der absehbaren Rückkehr von Blizz finden sich zwei weitere talentierte Waffenbauer in den Reihen der Allianz. Yuun als machtsensitiver Gand-Sucher hätte außerdem das Zeug zum Top-Kopfgeldjäger. Schon auf Zakuul baut einem Yuun aus Schrott eine Tarnvorrichtung für die gesamte Allianzbasis auf Odessen. Ich könnte mir vorstellen, dass er selbst für Sith oder Jedi einige nützliche Gadgets zaubern könnte. Oggurobbs Interesse Waffen gegen Machtsensitive zu entwickeln, Yuuns Fähigkeiten als Konstrukteur solcher Waffen, Talos Drelliks Beteiligung und die Erfahrungen des Kopfgeldjägers sind eine tödliche Kombination. Selbst wenn die Allianz am Ende doch zerschlagen wird, man könnte so einige neue Spielzeuge aus der Restmasse abbekommen.

Blizz Rückkehr ist eine sichere Sache und schon als normaler Gefährte des Kopfgeldjägers war Blizz wohl so etwas wie der Waffenmeister des Champions. Blizz kann selbst mit Schrott noch etwas anfangen und vermutlich so ziemlich alles reparieren.

Als Kopfgeldjäger fühle ich mich auf Odessen wie ein Kind im Spielzeugladen.

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren