Theorien zur Sequel-Trilogie

Finns Flashback

Episode VII startete mit großen Rätseln und auch zwei Jahre danach gibt es noch einiges was Fragen aufwirft. Zumindest wissen wir aber etwas mehr über die Details der weit weit entfernten Galaxis und wie es von Episode VI zu Episode VII gekommen ist. So einiges was im Film nur angedeutet wurde ergibt nun endlich weit mehr Sinn und die Lore dieser neuen Ära nimmt mit jeder Veröffentlichung Gestalt an.

Zunächst einmal wissen wir dank Romanen wie Phasma und Before the Awakening, dass Sturmtruppen seit der Schlacht um Jakku quasi als Kindersoldaten rekrutiert werden. Man entführt Kinder von Randwelten und bildet diese zu Soldaten aus, womit man sich auch die Entlohnung und dergleichen sparen dürfte. Finn könnte seinen Namen und seine Familie zwar vergessen haben, aber womöglich hat seine Entführung ein Trauma bei ihm hinterlassen, das während des Angriffs auf Lor San Tekkas Dorf getriggert wurde. Womöglich wurde Finn ebenfalls bei einem nächtlichen Angriff entführt und sah einen nahen Verwandten vor seinen Augen sterben, wobei er vielleicht in ähnlicher Weise in seinem Gesicht berührt wurde. Zudem gibt es eine Cutscene aus Episode VII, in der Finn eine Frau mit ihrem Kind entkommen lässt. Finn hat also vielleicht einfach nur erkannt, dass die Sturmtruppen keine Familie für ihn sind und dass die Erste Ordnung ihm seine Heimat und seine Familie genommen hat. Finn ist kein Täter, sondern ein Opfer.

Die zersplitterte Unterwelt

Claudia Grays Roman Blutlinie (oder Bloodline wenn man beim Originaltitel bleiben will) enthüllte wie die Galaktische Unterwelt nach Jabba the Hutts Tod unter neuen Syndikaten aufgeteilt wurde. Das Ende der Huttenherrschaft führte zum Aufstieg von Gruppierungen wie dem Kanjiklub, der sich bereits aus ehemaligen Hutt-Sklaven rekrutierte. Die neue galaktische Unterwelt scheint viel stärker in Machtkämpfe verstrickt zu sein, was es Han Solo zunächst erlaubte die Gangs gegeneinander auszuspielen, zumindest bis diese sich gegen ihn verschworen.

Leias paranoide Miliz

Rechte, halb-regierungsfeindliche Ex-Militärs, die wahrscheinlich illegales Kriegsmaterial horten und einen Krieg vom Zaun brechen wollen, angeführt von der heimlichen Tochter eines Kriegsverbrechers – der Widerstand ist eine Gruppierung die unter anderen Umständen als die terroristischen Bösewichte dastehen würde und aus diesem Grund wird er von Seiten der Neuen Republik wohl auch nicht unterstützt. Für die Neue Republik hat der Krieg der Sterne mit Endor und Jakku sein Ende gefunden, doch General Organa und ihre Anhänger stehen dem entgegen. Schlussendlich behält Leia trotzdem recht. Angesichts der Lage des Widerstands als Miliz dürfte man jedoch offen Gesetze der Republik missachtet haben, die ursprünglich geschaffen wurden um Ex-Imperiale auszubremsen. Moralisch stand die Rebellion besser da.

Eine machtlose Republik

Nach Blutlinie ist die Neue Republik eine ziemlich schwache Regierung, die es nicht einmal schafft der grassierenden Kriminalität einen Riegel vorzuschieben. In früheren Zeiten waren es die Jedi die es einer demilitarisierten und ähnlich gelähmten alten Republik erlaubten sich ihre Zügellosigkeit zu leisten, doch nun ist die Republik wahrhaft machtlos. Lor San Tekka behauptet nichts anderes, als er, wenngleich spirituell angehaucht, auf Jakku davon spricht, dass er auf seinen Reisen durch die Galaxis zur Überzeugung gelangt ist, dass die Jedi gebraucht werden. Die Wahrheit ist schlicht und einfach, dass das Regierungsmodell der Republik von Friedens- und Ordnungshütern, wie den Jedi, abhängig ist. Sogar Snoke fürchtet die Rückkehr Luke Skywalkers, weil diese den Aufstieg der neuen Jedi bedeutet. Die Jedi müssen enden, aber auch neu beginnen und irgendwie scheint es sich da zu spießen.

Vom Osten in den Westen

Die Western Reaches liegen nicht in den Outer Rim Territories und grenzen stattdessen an die Unknown Regions. Deshalb erwähnt Maz Kanata auch gegenüber Finn, dass der Crimson Corsair und seine Crew in die Outer Rim Territories steuern würden, weit weg von der Front im Krieg mit der Ersten Ordnung. Praktisch liegen die Outer Rim Territories im galaktischen Osten, während die Western Reaches, wie der Name bereits verrät, im Westen liegen. Wäre Finn geflohen hätte er den gesamten Rest der Galaxis, samt der Kernwelten, zwischen sich und die Rache der Ersten Ordnung gebracht.

Recycling-Kultur

Der Resistance Transport nutzt laut Risszeichnungen ein B-Wing-Cockpit und die X-Wings des Widerstands sind T-70 Modelle, die Nachfolger des T-65 der Rebellion. Doch die Neue Republik ist längst beim T-85 angekommen. Was die Widerstandskämpfer also nutzen sind Kriegsschiffe von den Schrottplätzen der Galaxis, weshalb wohl auch einiges der Beute von Jakku schlussendlich in den Händen des Widerstands gelandet sein könnte. Ein interessantes Detail ist auch, dass das bereits erwähnte B-Wing-Cockpit-Modul scheinbar abgekoppelt und als Shuttle für zwei Personen verwendet werden kann. Zumindest wird es als solches nun als Teil der Episode VIII-LEGO-Sets verwendet. Finn und Rose dürften mit diesem Shuttle womöglich von oder zur Widerstands-Flotte reisen. Die Episode VIII A-Wings dürften sich übrigens an den Rebels A-Wings orientieren, welche zeitlich gesehen ein Vorläufer des A-Wings aus Episode VI waren. Erkennbar ist das an den massiveren Laserkanonen der Rebels/Episode VIII A-Wings. Allerdings orientieren sich diese älteren A-Wings am ursprünglichen A-Wing-Design Ralph McQuarries, von welchem Episode VI abwich. Der neue A-Wing ist nun also entweder eine Weiterentwicklung des Episode VI A-Wings die wieder Elemente eines früheren A-Wings verwendet oder der Widerstand muss sogar schon auf Schiffe aus der Frühzeit der Rebellion zurückgreifen. Auch die aus dem Trailer bekannten staubaufwirbelnden Speeder auf Crait sollen laut bisher bekannten Angaben noch älter als die Rebellion sein. Ein krasser Gegensatz zur ersten Ordnung mit ihren hochmodernen TIE Fightern und Sternenzerstörern.

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