Dienstag, 15. Juli 2008
Der Talent - Liebkind talentfreier Nahverkehrspolitiker
An irgendjemanden der mit Verkehr zu tun hat (Möchtegernbundeskanzler, Möchtegernlandeshauptleute und wer nicht eigentlich verantwortlich is)


Sehr geehrte Ladies and Gentleman der Kasperlpost,


es ist generell immer wieder begrüßenswert wenn sich die Bundesbahnen zu Sanierungen und Perestroika aufraffen können, letzteres wurde sogar vor wenigen Jahren noch in einem ÖBB-Werbespot verkündet. Noch schöner und vielversprechender wenn das Land und der Bund etwas für neue Zuggarnituren beisteuern, als Pendler der gerade sommers immer noch mit den alten Garnituren der 80er- und 90er-Jahre fährt ist man ja einiges gewöhnt. Erst recht wenn bei größeren Unwettern mindestens einmal im Jahr der Zugverkehr abends stillsteht und über das Jahr verteilt durch technische Probleme immer wieder knapp 1stündige Verspätungen eintreten. Deshalb, jeder Verbesserung ist eine gute Verbesserung... denkt man zumindest. Vom Land angeblich kräftig mitfinanziert wurde vor über einem Jahr der Talent gekauft, die Garnituren standen dann offensichtlich für Monate auf dem Werksgelände der ÖBB in Linz, bis sie letzten Herbst erstmals real eingesetzt wurden, so empfindet es zumindest der gewöhnliche Pendler und das sind viele, auch wenn offizielle Statistikenzitate da ein ganz anders Bild vermitteln mögen.

Nun, dann, der Talent ist schön und gut, nichts weiter als eine gewöhnliche Straßenbahn für die Schiene. Angeblich barrierefreier ist er beengend und innerlich mit Stufen ausgestattet, die Rollstuhlfahrern und Blinden erst recht Grund zur Klage geben sollten. Dazu kommen Innovationen wie die englischsprachige Ansage, des "Next Stop", womit der Wortschatz des Durchsagebandes erschöpft ist, alle anderen Durchsagen erfolgen auf Deutsch, muss ja niemand wissen, dass man auch bei Talent-Garnituren eventuell auf den Höhenunterschied zum Bahnsteig achten muss. Kaum waren die Talente im Einsatz, wirkten sie innerlich schnell wie die Nahverkehrsgeschwister. Allerdings besitzt der Talent Toiletten, die nun sehr öffentlich im Einklang mit der inneren und äußeren Videoüberwachung ruckzuck den Debatten um Überwachung öffentlicher Verkehrsmittel ein Ende bereitet haben, könnte ja ein Terrorverdächtiger kurz aufs WC durchschlüpfen, dem Schaffner ein Schwarzfahrer entgehen oder ein liebestolles Pärchen übersehen werden. Im Unterschied zu den üblichen Nahverkehrsgarnituren kann man im Talent sehr gut seine Beine auf der wandnahen Heizung abstellen, die Fenster sind allerdings ziemlich groß und man darf sich nicht daran stören so direkt im Sonnenlicht zu sitzen, denn der Talent hat keine Jalousien und keine Möglichkeit die Fenster zu öffnen. Frohes Brutzeln also. Und weil es so lustig ist, hier ein Vorschlag wofür man das gesparte Geld verwenden könnte. Einen zweiten Fahrkartenautomaten für diverse kleinere Haltestellen, das erspart sicher mal vielen Fahrgästen schlechte Eindrücke von der ÖBB, wenn sie einmal im Jahr den seit Monaten nicht gewarteten Automaten in Anspruch nehmen müssen, der nicht geht und der Schaffner eine massive Strafzahlung verlangen muss. Auch vergessen Bahnfans und Bedienstete gerne, dass nicht jeder schon 5-10 Minuten vor Abfahrt am Bahnsteig ist und die meisten Fahrgäste sich exakt zum Abfahrtszeitpunkt einfinden wollen, um sofort eine Fahrkarte zu kaufen, einzusteigen und abzufahren. Problematisch nur, wenn der Automat 2 Bahnsteige entfernt steht und der Zug bereits anrollt und dann auch gar nicht funktioniert, was man allerdings erst zu spät erfährt.

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Freitag, 27. Juni 2008
Radfahrer
An das Verkehrsministerium


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Gerade diesen Sommer fällt es mir immer wieder unangenehm auf, wie wenig sich Radfahrer an die Verkehrsregeln halten. Anstatt die für sie vorgesehenen Radwege oder früh morgens meist menschenleeren Gehsteige zu benutzen, fahren dieser lieber ungeachtet des Verkehrs um sie herum beharrlich auf der Fahrbahn. Selbst wenn ein Überholen nicht möglich ist, weigern sich diese Personen auf den Radfahrweg oder Gehsteig zu wechseln. Damit meine ich nicht einmal Rennradfahrer, die sich mit Tempo 30 immer noch 20 kmh zu langsam auf Landstraßen und in Ortsgebieten bewegen. Nein, jetzt fahren auch schon Hausfrauen und ältere Personen mit entsprechend geringerer Geschwindigkeit auf den Straßen, anstatt die für sie vorgesehenen Wege zu benutzen. Dies behindert den Verkehrsfluss und entsprechend schädigt es auch den Verkehrsfluss, noch dazu wenn man an einer Ampel neben der B1 auf grün wartend von einem Radler überholt wird, der sich direkt vor den ersten Wagen der Autokolonne platziert und weder den eigenen Radweg oder wie in Marchtrenk, die extra dafür geschaffene Unteführung für Radfahrer und Fußgänger in Anspruch nimmt. Es ist schon sehr lobenswert wenn sich gewisse Parlamentarier und Regierungsmitglieder für den Umweltschutz und den Umstieg von Auto auf Rad engagieren. Aber diese umweltschützende Maßnahme ist sinnlos und vergeblich, wenn die Damen und Herren irrigerweise glauben, sie könnten deshalb auch noch auf der gleichen Strecke mit einem unsichereren und langsameren Verkehrsmittel bleiben. Wozu sind Radwege denn da? Die Schadstoffe die bei ihrer Anlegung erzeugt wurden, sind ebenso vergeblich produziert wurden und das sollte den Umweltschützern doch mehr weht tun, wenn sie diese erst recht nicht nutzen und die Autokolonnen hinter ihnen weit mehr Schadstoffe produzieren, als sie selbst, wenn sie nicht auf das KFZ verzichtet hätten. Wenn Angehörige einer Parlamentspartei die ich hier nicht nennen will, fordern dass Radfahrer im Verkehr mehr wahrgenommen werden sollen und gegen Radwege protestieren sollten, brauchen wir erst recht nicht versuchen auf den Drahtesel umzusteigen, denn wenn nicht alle 8 Millionen Österreicher auf den Transport per Auto verzichten oder zumindest 4 Millionen, dann wird das völlig effektlos bleiben. Ob eine Weltrevolution der grünen Radler so wünschenswert ist sei dahingestellt. Aber bitte, verehrte Damen und Herren, Herr Verkehrsminister, können Sie denn da nichts machen? Der Umwelt, den Nerven der Autofahrer und auch dem Straßenbaubudget zu liebe?

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Mittwoch, 9. Jšnner 2008
Die Rückkehr der Stempel-Ritter
Laut Wikipedia.de ist bzw. war das Salzamt "eine im Mittelalter übliche Behörde, die den Salzabbau und den Handel mit Salz überwachte und für Nachschub sorgte."

Im heutigen Sprachgebrauch, besonders auf dem bürokratisch tief geprägten Gebiet der ehemaligen Donaumonarchie Österreich-Ungarn, existiert das Salzamt noch heute, wie Wikipedia ebenfalls beweist:
"Das Wort "Salzamt" lebt vor allem in Österreich weiter als Ausdruck für eine nicht existierende Behörde. Wenn es gegen eine behördliche Entscheidung keinen Rechtsweg gibt, kann man sich „beim Salzamt beschweren“.

Die wortwörtliche ungarische Übersetzung "sóhivatal" hat eine ähnliche Bedeutung (man kann sogar jemanden ins "sóhivatal" mit unsinnigen Fragen schicken). Das Wort wird auch für nicht funktionierende, bürokratische Ämter pejorativ verwendet."


Wer Dinge gerne sehr wörtlich nimmt könnte also einen Brief an die Adresse irgendeiner Behörde richten, diese jedoch als "Salzamt -Beschwerdeabteilung" betiteln. Natürlich wagt niemand diesen Schritt und so landet ein Großteil dieser Beschwerden ganz einfach in den Leserbriefspalten bekannter oder berüchtigter Tageszeitungen. Da fragt man sich doch glatt was dass jetzt konkret heißen soll.
Relativ einfach. In der Kategorie Salzamt - Beschwerdeabteilung soll eine Reihe aus eigener Erfahrung bekannter Beschwerden an Behörden, Organisationen, Politiker usw. (natürlich ohne die korrekten Namen zu nennen) zusammengefasst werden. Darüber hinaus werden auch sicher einige eigene Klagschriften und Jammerbriefe ihren Eingang in dieses Thema finden.

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