Samstag, 2. Juni 2018
6.0 Spekulationen: Die Republik als Quelle einer neuen Splittergruppe
Müssen die Imperialen immer die Bösen sein? Scheinbar, denn in der bisherigen Geschichte von SWTOR gab es nur sehr wenige Ausnahmen von dieser Formel. Da waren einmal Czerka, das sich der Verstaatlichung widersetzte, die Hutten die ihr eigenes Imperium aufbauen wollten und Kanzlerin Saresh die uns die Allianz abluchsen wollte. Aber all diese Konflikte waren vergleichsweise kleinkarätig. Von Makeb über CZ-198 bis zum Showdown auf Odessen wurden die alternativen Bedrohungen immer kürzer.

Zakuul war eine mit gestohlenen Mitteln des Sith-Imperiums finanzierte Schöpfung des Sith-Imperators, die Revaniter waren eine ehemalige imperiale Untergrundorganisation, die Schreckensmeister waren Sith-Lords und Darth Malgus versuchte sich zum neuen Sith-Imperator zu erklären. Selbst die Hutten waren durch die Schreckensmeister beeinflusst, welche zunächst Karagga und schließlich Torborro in den Wahnsinn getrieben haben. Kein Wunder also, wenn man in der Huttenkartell-Operation auf Darvannis einen Schreckensmeister antrifft der mit Hilfe der Hutten eine Söldner-Armee aufbauen wollte.

Über die Jahre hat sich im Fandom daher eine Gruppe etabliert welche die Ansicht vertritt die Republik könnte gar keine Bösewichte wie die abtrünnigen Sith-Lords der Vergangenheit beisteuern. Ich wage gegen diese Einstellung aber Widerspruch einzulegen und vielleicht liege ich nicht ganz falsch, da die am meisten verachtete Klassenstory womöglich den Schlüssel für eine republikanische Bedrohung enthält.

Ord Mantell ist das Korriban der Republik

Auf Korriban lernte man als Imperialer wie fehlerhaft das Sith-Imperium ist und welche Faktoren irgendwann zur Abtrünnigkeit von Sith-Lords wie Malgus führen werden. Sith, Jedi und Imperiale Tech-Klassen sind laut Umfragen deutlich beliebter als Schmuggler und Soldaten, vor allem als das Schlusslicht - der Soldat - und daher konzentrieren sich Diskussionen vor allem auf Erkenntnisse aus den populären Klassenstories.

Von Tython und Hutta kann man wenig lernen, außer dass die Hutten als Industriemacht umworben werden. Im Endeffekt ist das Huttenkartell also nicht lediglich ein kriminelles Syndikat das mit dem Diebstahl von Ressourcen handelt, sondern es ist in der Ära der Alten Republik wohl eher so etwas wie die Handelsföderation und die Industriemächte die in den Klonkriegen die Separatisten unterstützten. Die Hutten sind skrupellose Industrielle, die nebenbei mit Drogen handeln und all das verkaufen, was man in Republik und Imperium nicht legal erwerben kann. So treten die Hutten auch als Ordnungsmacht auf und beschäftigen Kopfgeldjäger um Schmuggler und Piraten los zu werden, die ihre Monopole oder Marktanteile bedrohen.

Ord Mantell ist anders, es ist ein republikanischer Militärstützpunkt und zudem ein sehr alter. Die Bezeichnung von Welten als "Ord" verweist auf eine frühere republikanische Ära, in der damit Ordnance Depots bezeichnet wurden, also zur Versorgung der Flotte eingerichtete Depots. Während der Pius Dea-Kreuzzüge erlebten diese "Ords" ihre Blütezeit. Seit dem Abschluss des Vertrages von Coruscant tobt jedoch ein Bürgerkrieg auf Ord Mantell, der vom Imperium angestachelt wurde. Als die Republik Ermittlungen gegen korrupte Regierungsmitglieder einleitete und als ein mantellianischer Admiral die Verteidigungsflotte des Planeten verhökerte schlitterte der Planet in eine innenpolitische Krise, welche die Republik an den Pranger stellte. Um die Ordnung wiederherzustellen verlegte die Republik Truppen nach Ord Mantell, wo man jedoch sehr schnell erkannte, dass sich die Separatisten längst bewaffnet hatten.

Am Anfang der Krise von Mantell steht also Korruption, von Regierungsmitgliedern und lokalen Militärs, welche den Planeten mutwillig für unerwünschte Elemente wie Söldner, Schmuggler und Piraten öffneten (einen Ruf den Mantell nie wieder los werden sollte). Die Republik reagierte zu spät und inzwischen hatten die Separatisten beschlossen die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, wobei sie allerdings ihren moralischen Vorteil schnell verspielt hatten. Die Separatisten erwiesen sich rasch als nicht weniger korrupte Bande, die der Ermordung von Zivilisten nicht abgeneigt war. Die Republik hatte Ord Mantell geschaffen, weil sie hier versagt hat und rückwirkend versuchte durch ein Militäraufgebot für Ordnung zu sorgen, womit der Konflikt noch weiter verschärft wurde.

Die Republik schafft sich ihre eigenen Feinde, oft in der Form von Separatisten und diese Bewegungen können schnell über einen einzelnen Planeten hinaus wachsen. Ord Mantells Lage lässt sich mit Balmorra oder Alderaan vergleichen. Die Republik versucht die legitime Regierung zu unterstützen, bringt dabei aber auch die Opposition dazu sich zu bewaffnen, sodass der Weg zum Verhandlungstisch über die Gräber von tausenden unschuldigen Opfern führt. Die Opposition demokratisch einzubinden oder zum Teil einer Einheitsregierung zu machen wird aber wohl oftmals durch die "legitimen" Regierungen abgelehnt, welche ja "ihren" Senator nach Coruscant entsandt haben und dem Senat daher auch "ihre" Version der Geschichte darbieten können. Was es wohl eher bräuchte wäre neutrale Vermittler - wie die Jedi!

Für die Korruption!

Während man in den Sith-Klassenstories auf Korriban Akolythen begegnet die einem für Macht und Einfluss nach dem Leben trachten, so begegnet man als Trooper auf Ord Mantell einer Gruppe von Soldaten die wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption angeklagt werden könnten. Doch nachdem man einen Whistleblower bei seinem Vorhaben gut zugeredet hat wird man von den Kameraden dieses "Verräters" bedroht. Die moralischen Grundsätze der Republik sind auf Ord Mantell soweit degeneriert, dass korrupte Soldaten ein Mitglied von Havoc Squad mit dem Tod bedrohen, sollten sie für begangene Straftaten angezeigt werden.

Korruption heißt auf Ord Mantell nicht bloß Bestechung, sondern Militärmaterial für den eigenen Profit zu verwenden oder zu verkaufen. Korrupte Soldaten auf Mantell fordern Schutzgeld, sie erpressen Zivilisten und Kameraden und sie verkaufen wohl auch Ausrüstung an Schwarzmarkthändler. Womöglich gibt es sogar einzelne die Kriegsflüchtlinge an Sklavenhändler weitervermitteln. Man könnte unter diesen Umständen wohl bereits davon sprechen, dass die Republikanische Armee eine Vorfeldorganisation des Hutten-Kartells sein könnte.

Auf jeden Fall verfehlt die republikanische Armee jeden Anspruch Recht und Ordnung durchzusetzen, was sie als potentielle Besatzungstruppe tun müsste, um Aufstände zu vermeiden. Würde man die republikanische Armee von Ord Mantell auf eine gerade von den Sith befreite Welt los lassen, so würde man schnell einen pro-imperialen Aufstand erleben, ohne dass die Sith viel dafür tun müssten. Die Zivilisten würden erpresst (manche wohl sogar missbraucht), Kriegsgefangene würden zum revanchistischen Vergnügen gefoltert und die Kriegsbeute würde an Kriminelle verkauft, während unter dem Imperium noch eine totalitäre Law and Order Politik herrschte - da wünscht man sich wohl das berechenbare alte Regime zurück. So entstünde eine neue Separatistenbewegung, die sich womöglich von der Republik und vom Sith-Imperium fern halten möchte. Was die Republik jedoch nur selten toleriert.

Überraschenderweise bekennen die Syndikate der galaktischen Unterwelt auf Ord Mantell noch keine Farbe. Aber es ist durchaus vorstellbar, wie es durch Bestechung oder sogar die Rekrutierung von kleinkriminellen Soldaten der Syndikate gelingen könnte die Republikanische Armee noch tiefer hinab zu ziehen. Militärpolizeidirektor Fideltin Rusk führte etwa auf Nar Shaddaa eine republikanische Legion an, die aus auf Coruscant verurteilten Kriminellen bestand. Zwangsrekrutierung könnte im Fall der Republik eine ganz schlechte Idee sein.

Coruscant und die Justikare

Die Justikare entstanden nach der Plünderung Coruscants als die Republik vertraglich gezwungen wurde ihre Streitkräfte reduzieren. Zur gleichen Zeit erlebten die Syndikate in Coruscants Unterwelt eine Blütezeit und verdienten sich mit der Kontrolle des Schwarzmarkts und der Erpressung neu nach Coruscant gekommener Migranten eine goldene Nase. Die nun gekündigten Ex-Soldaten, welche auch nicht von der Coruscant Security Force aufgenommen wurden, beschlossen die Dinge in ihre eigenen Hände zu nehmen. Man bewaffnete sich und übte Selbstjustiz, wobei es ihnen gelang ganze Stadtsektoren von den Syndikaten zurückzuerobern. Dieser Zugewinn an Macht und die nun aus Schutzgeldern finanzierte Entlohnung für die Ex-Soldaten (welche von der erschöpften Republik wohl auch kein Entgelt mehr enthielten) ließ die Justikare jedoch von einer Lösung des Kriminalitätsproblems zu einem neuen Problem werden.

Die Justikare sind also eine weitere Erscheinungsform der Armee der Republik, die uns eine weitere Schattenseite der republikanischen Militärpolitik aufzeigt - die mangelhafte Veteranenversorgung.

Der Vertrag von Coruscant zwang die Republik abzurüsten, woraufhin neben die Justikaren auch die Regulatoren entstanden, welche Kriegsveteranen als Söldner anwarben, um auf Welten wie Makeb militärische und polizeiliche Aufgaben wahrzunehmen. Das können ja durchaus rentable Karrierewechsel gewesen sein, aber es stellt sich auch die Frage, ob die Republik ihre Soldaten überhaupt je angemessen entlohnt hat und wie man mit den zu entlassenden Soldaten verfahren ist. Allem Anschein nach lässt der Senat seine Soldaten ja gerne mal im Stich, wie Havoc Squad oder auch Felix Iresso bewiesen haben. Und Sareshs Regime war da nicht anders (Beispiel: Felix Iresso).

Zwangsausmusterung kann in der Republik also durchaus bedeuten, dass man von heute auf morgen seinen Lebensunterhalt verliert. Und nach dem Friedensschluss mit Arcann passierte das ganze noch einmal. Ich bin daher geneigt diese Abrüstung mit dem Ende des Ersten Weltkriegs zu vergleichen, als von der Front heimkehrende Verbände aufgefordert wurden ihre Ausrüstung und vor allem ihre Waffen abzugeben - wobei sie es jedoch nicht taten, woraufhin in der Zwischenkriegszeit Wehrverbände und Milizen entstehen konnten, welche oftmals von Veteranen angeführt wurden.

Saresh versetzte ihre Soldaten wohl nicht in den Ruhestand... sie entließ sie, was einer unehrenhaften Entlassung gleich kam. Dementsprechend wurden wohl auch viele Veteranen in ihrer Ehre gekränkt, was im Fall des Kriegs mit dem Ewigen Imperium jedoch genutzt werden konnte, um jene Senatoren zu beschuldigen, welche den Friedensvertrag GEGEN Sareshs Willen abgeschlossen hatten. Saresh nutzte die Chance wohl um der Angelegenheit den nötigen Dreh zu geben. Womöglich wurde der eine oder andere Senator dann wohl auch Opfer eines "Einzeltäters" der sich mit tödlichen Schüssen für den Verlust seiner Lebensgrundlage revanchierte.

Dass die Allianz Zulauf unter den republikanischen Truppen fand ist wohl kein Wunder mehr. Man konnte den Sold anbieten, der einem von der Republik nicht mehr gewährt wurde. Fragt sich bloß was aus den anderen "Opfern" der Abrüstung geworden ist. Saresh oder ihre Verbündeten könnten sich ja auch enorme Privatarmeen oder (anti-imperiale) Milizen aufgebaut haben, welche in der 6.0 Ära eine Rolle spielen könnten.

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It's Trooper Time: Etwas Liebe für den Underdog

Der passende Titel

Trooper schneiden bei Votings hinsichtlich der besten Klasse oder besten Klassenstory für gewöhnlich schrecklich ab, doch so gesehen bewege ich mich wohl ganz gegen den Strom, denn mir ist der Trooper als Klasse über die Jahre zunehmend sympathischer geworden. Er passt einfach am besten in die meisten Stories, weil er so anspruchslos ist. Es kann aber auch sein, dass ich dem Trooper die Stange halte, weil er neben meinem Kopfgeldjäger die zweite Klasse war mit der ich SWTOR seinerzeit begonnen habe. Und ich war ein Fan der regelmäßigen Beförderungen die man mit dieser Klasse erzielen konnte. Dazu kam dann auch noch meine Begeisterung für das klassische Battlefront, die Klone in The Clone Wars und die Republic Commandos. Es war dann auch mein erster Trooper der in klassischer Wraith Squadron-Tradition zu meinem republikanischen GSF-Main wurde, denn die Wraiths waren ja eine Kommando/Raumjäger-Staffel.

Was mir am Trooper seit 4.0 besonders gefällt ist, dass er kein Problem mit dem Titel eines Commanders hat. Und dass er laut Jorgan posthum zum Colonel (und nicht bloß Lieutenant Colonel) befördert wurde. Damit kann ich leben, auch wenn ich bei jeder anderen Klasse argumentiere, dass Commander im Star Wars Franchise ein ziemlich niedriger und daher unzureichender Rang ist.

Aber innerhalb der Filme und auch des Expanded Universe gab es viele Fälle in denen sogar Moffs oder Generäle als Commander bezeichnet wurden, weil sie als Kommandanten einer Basis (wie Moff Jerjerrod in Episode VI) oder eines Geschwaders auftraten. So ist Commander dann nur ein Ehrentitel.

Was das für mich erträglich macht ist die Aussicht ein vollwertiger Colonel zu sein, denn damit kann man durchaus mit Charakteren wie Jagged Fel, Jaina und Jacen Solo, Tycho Celchu, Gavin Darklighter, Corran Horn oder Wulff Yularen gleichziehen. Allerdings sei angemerkt, dass es Jaina Solo nur zum Lieutenant Colonel gebracht hat, ein Rang den auch John Shepard im Stargate Franchise erst im allerlerletzten Fernsehfilm ablegen konnte. Weil wir ja schon bei Stargate sind, der legendärste Colonel seit John "Hannibal" Smith ist für mich Jack O'Neill.

Colonel das ist für mich der Titel den die meisten meiner Lieblings-Military SciFi-Helden und einige meiner Lieblings-EU-Charaktere trugen. Es ist auch ein Titel der mir viel Spielraum für Vergleiche mit den genannten Charakteren und deren Karrieren gibt, vor allem jenen die innerhalb des Star Wars-Franchise existierten.

Wulff Yularen etwa diente in den Klonkriegen als Admiral, zog sich dann aber auf einen Posten als stellvertretender Geheimdienstdirektor zurück, wofür er als Colonel zum ISB versetzt wurde. Colonel Yularen starb mit dem Todesstern, denn er gehörte zu den von Tarkin als Ehrengästen geladenen Vereinigten Stabschefs. Jagged Fel ist genau der EU-Charakter den ich wohl am meisten vermisse, weil er als Sohn des besten Raumjägerpiloten des Imperiums und als Neffe von Wedge Antilles aufgewachsen ist. Fel wuchs allerdings unter Chiss auf, weil seine Eltern sich in Thrawns Imperium der Hand niedergelassen hatte. Tycho Celchu, Gavin Darklighter und Corran Horn sind gewissermaßen Jugendhelden für mich, weil sie in den X-Wing-Romanen eine Rolle spielten. Corran Horn wurde später sogar zum Jedi-Ritter/Meister, wobei er die Jedi-Enklave auf Corellia gründete, dem Jedi-Rat angehörte und in den Legends-Romanen lange über die X-Wing-Reihe hinaus eine prominente Rolle spielte.

Blieben noch die Solo-Zwillinge zu erwähnen, welche sich ihre Titel vorzugsweise während des Krieges mit den Yuuzhan Vong und während der Zweiten Separatisten-Krise verdienten. Jacen Solo wurde als Kommandeur der Garde der Galaktischen Allianz zwar so etwas wie ein zweiter Darth Vader, der sich mit faschistischen Neo-Imperialen umgab, aber er war auch eine Art Infanterist, wobei er später allerdings seinen eigenen Sternenzerstörer erhielt. Jacen war im Gegensatz zu Jaina kein geborener Kampfpilot und seine Garde war daher kein Kampfgeschwader, sondern eine Mischung aus Anti-Terror-Ermittlern und Special Forces.

Angesichts der hohen Anzahl von Raumjägerpiloten unter den von mir verehrten Colonels sei auch erwähnt, dass sowohl Jack O'Neill als auch John Shepard ihre Karrieren als Air Force-Piloten begannen, ehe sie zu den Special Forces und dem Stargate-Programm stießen. Entscheidend für ihre Karrieren war wohl auch ihre Überlebensfähigkeit, die sie nach Abstürzen unter Beweis gestellt hatten.

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6.0 Spekulationen: Kann Spuren von Rogue One, The Last Jedi und Solo enthalten
Seit 5.0 (2016) veröffentlicht wurde sind drei neue Star Wars-Filme erschienen und es wurden die letzten beiden Staffeln von Rebels veröffentlicht. Thrawn wurde Kanon, Darth Maul kehrte aus der Versenkung zurück und die Solo-Filme zeigten wie Star Wars auch ohne die Skywalker-Familie funktionieren kann.

Die Bedingungen unter denen 6.0 nun entsteht sind völlig anders als zu Zeiten von 4.0 und 5.0, denn der Mythos selbst hat mehrere neue Einträge hinzugewonnen. Es gibt neue Fan-Favoriten und die Cosplayer haben mehr Outfits zur Wahl als je zuvor. Mit 4.0 und 5.0 war man gezwungen sein eigenes Süppchen zu kochen und 5.0 handelte hauptsächlich davon, dass man gezwungen war auszulöffeln, was man sich durch den nach 4.0 gekündigten Creative Director Jesse Sky einbrocken ließ.

Schon 1.0-3.0 SWTOR benutzte Charaktere und Konzepte aus der damaligen Lore, doch abseits vom Versuch Filmcharaktere in SWTOR nachzubauen (wie T7 als R2-Ersatz) fielen diese meist weniger stark auf, da das Quellenmaterial (Comics, Romane, Serien) einem kleineren Publikum bekannt war. Seit es jedoch wieder neue Star Wars-Filme gibt und seit auch die Serien vielleicht an Zugkraft gewonnen haben gibt es ganz neue interessante Charaktere, Settings und Story-Ideen.

Manches hat es sogar schon in SWTOR geschafft. So ist Umbara dem posthumen Erfolg von The Clone Wars zu verdanken, während Copero auf Thrawns Rückkehr und das gestiegene Interesse an den Chiss zurückgeht. Aber ich würde auch argumentieren, dass Darth Hexid auf Darth Mauls Rückkehr zurückgeht und dass Meisterin Ranos eine Anspielung auf den Chiss-Jedi Padawan Nuru Kungurama (aus einer Serie von Jugendromanen namens The Clone Wars Secret Missions) sein könnte, der ebenfalls völlig ohne Bezug zu seinem Volk aufwuchs.

Ich würde aber auch spekulieren, dass Koth Vortena mit seiner Verehrung für Zakuul und den guten Imperator Valkorion eine Anspielung auf die nach Episode VI geflüchteten Imperialen sein könnte (vor Episode VII) oder er und Zakuul stellen doch einen Bezug zu den Star Wars Legacy Comics dar, welche auch mit der Idee eines guten Imperiums spielten. Die Ritter von Zakuul wirken für mich auf jeden Fall wie die Imperialen Ritter aus den Comics und Senya könnte eine Mischung aus Antares Draco und Treis Sinde sein. Redeemed Arcann wäre schließlich ein Gedankenexperiment, was wäre wenn man Darth Vader gerettet hätte.

Paxton Rall als Solo-Tie-in

Der vor seiner Veröffentlichung stehende neue Gefährte Paxton Rall (ein Twi'lek Pirat der kein Basic spricht) dürfte wohl zusammen mit der Rishi-Festung freigeschaltet werden. Aber so deutlich sein Bezug zu Rishi auch ist, Paxton Rall ist auch ein Tie-in zu Solo, zumal es vor Monaten noch hieß es würden auch verschiedene Piraten-Gruppen in Solo vorkommen.

So stellt sich die Frage, ob wir 2018 noch weitere Tie-ins dieser Art erwarten können. Immerhin haben die Filme zumindest dazu geführt, dass immer wieder auch einige Rüstungs-, Waffen- und Mountdesigns für den Kartellmarkt verwertet wurden.

Dass Shae Vizla seinerzeit als Promo-Artikel für 5.0 (2016) verwendet wurde war rückblickend die richtige Entscheidung zum falschen Zeitpunkt. Die Mandalorianer spielten vor allem am Ende der dritten und am Anfang der vierten Staffel von Star Wars Rebels (2017) eine große Rolle, sodass es aber vielleicht nicht so verwunderlich ist, dass man 2018 eine neue Gelegenheit schuf Shae Vizla als Gefährtin zu erhalten. Angesichts der Popularität von Großadmiral Thrawn halte ich es nur für eine Frage der Zeit bis man einen Chiss-Strategen als Gefährten einführen wird, aber auch das wäre etwas zu spät. Eine vergebene Chance war es hingegen schon die Togruta Ashara Zavros trotz ihrer Ähnlichkeiten zu Ahsoka (Ex-Jedi, Erfahrungen mit der dunklen Seite, Selbstexil, unbekannte neue Einstellung zur Macht) nicht als Gefährtin für alle Klassen zurückzubringen. Ahsoka Tano spielte ja eine äußerst prominente Rolle in The Clone Wars und sie kehrte in der zweiten Staffel von Rebels (2015-2016) zurück, wobei sie im Finale der Serie (2018) gerettet wurde und seither die Spekulationen beflügelt was das für die OT- und Sequel-Ära bedeuten könnte. Na gut, man kann auch argumentieren, dass sich BioWare nicht durch aktuelle Trends diktierien lässt welche Charaktere man wie verwenden soll.

Superwaffen, Saw Gerrera und die Unterwelt

Wenn Rogue One und Episode VIII eines wieder ganz populär gemacht haben, dann die Neigung der Imperialen Superwaffen zu bauen. Die Bedeutung von Kyber-Kristallen für den Bau solcher Superwaffen hat sich sogar schon in einigen Dialogzeilen des Umbara-Flashpoints niedergeschlagen, wo man eine Zugladung dieser Kristalle in seinen Besitz bringen soll. Und ich würde auch soweit gehen, Saw Gerreras Motive mit denen Vinn Atrius zu vergleichen. Rogue One hat durchaus einiges inspiriert. Fragt sich was Episode VIII zur Folge haben könnte?


Muss die Allianz Odessen verlassen?

Episode VIII handelte von der Flucht des Widerstands und wie dieser auf eine handvoll Überlebender reduziert wurde. Dieser Plot inklusiver einer Bombardierung Odessens ließe sich leicht für SWTOR übernehmen. Und die Lösung wäre es die Allianz-Basis künftig auf ein Schlachtschiff zu verlegen. Eine derart blatante Kopie des Filmplots wäre zwar aufgrund der Vermarktungsmöglichkeiten interessant, aber sie ist auch etwas zu offensichtlich und könnte ja Copyright-Probleme verursachen.

Episode VIII handelt aber auch davon, dass sich der Widerstand verändern musste und dass die Jedi zurückkehren sollen. Vielleicht widmet man sich also auch diesem Aspekt des Films, im Zuge dessen man die Überreste des Sith- oder Jedi-Ordens überzeugen muss den einstigen Supermächten beizustehen. Im Fall der Jedi scheint das leichter vorstellbar, aber man muss bedenken, dass die Sith sogar zwei Angriffe auf ihre Akademie erdulden mussten und dass Arcann laut Darth Hexid Killerkommandos auf die überlebenden Sith-Lords angesetzt hat. Es könnte also einen Sith-Untergrund geben, der es nicht riskiert hat sich gegenüber Kaiserin Acina zu offenbaren, da man ihre Unterwerfung unter Zakuul als zu gefährlich betrachtete. "Zum Wohle des Imperiums" hätte Acina wohl auch einige hundert Sith an Arcann ausgeliefert, um sich eine Strafaktion der Ewigen Flotte zu ersparen.

Was seit 4.0 eine Anlehnung an die Sequel-Trilogie erlaubt ist jedoch das Schicksal der von Moff Pyron kommandierten Silencer-Flotte. Die loyalen Anhänger Lord Kalligs verschwanden während einer Auseinandersetzung mit der Ewigen Flotte im Outer Rim und wurden seither nicht mehr gesehen. Das ist nun 6-8 Jahre her und man könnte sich fragen, ob Moff Pyron irgendwo sein eigenes kleines Imperium gegründet hat, das nun nach dem Verschwinden der Ewigen Flotte gestärkt und mit einem verbesserten Silencer-Superlaser bewaffnet zurückkehrt. Ein solcher Flottenkiller könnte auch genügen, um handstreichartig das Flaggschiff Kaiserin Acinas oder Jace Malcoms in einen Feuerball zu verwandeln. Und so ein Silencer-Schuss könnte auch die Allianzbasis ausradieren.

Die Hutten, Black Sun und die Piraten von Rishi

Solo ist nicht der erste Eintrag in die Star Wars-Saga der zeigt wie mächtige Unterweltbosse sein können. Dryden Vos ermordet ja einmal kurzerhand einen imperialen Gouverneur. In den Legends gab es Prinz Xizor, dessen Black Sun aktiv am Bau des Zweiten Todessterns mitwirkte, wobei Xizor eine Rivalität mit Darth Vader entwickelte, der die Schuld am Tod von Xizors Familie trug. Im neuen Kanon gibt es Lord Maul, ja den MAUL. Darth Maul versuchte während der Klonkriege mit der Hilfe von Verbrechersyndikaten wie dem Hutten Kartell, der Black Sun und dem Pyke Syndikat seine eigene Machtbasis zu schaffen, während sich Republik und Separatisten gegenseitig bekämpften. Dafür verbündete sich Maul mit der Death Watch von Mandalore und kürte nach einem tödlichen Duell mit Pre Vizla als neuer Mand'alor Premierminister Almec als seinen Statthalter auf Mandalore. Es ist der Krieg der den Jedi und den Sicherheitskräften die Zeit raubte sich um den Machtzuwachs der Syndikate zu kümmern und so gelang es diesen wohl ganze Planeten in ihre Gewalt zu bringen und die Autorität der Republik auszuhöhlen.

In SWTOR ähnlich wie in The Clone Wars gibt es ein Abkommen zwischen der Republik und den Hutten, welches jedoch deutlich weiter geht. In der Alten Republik sind die Hutten derzeit so etwas wie Vasallen der Republik, seit sie auf Makeb ihre Auseinandersetzung mit der Republik verloren haben. Während der 4.0 Ära gelang es der Republik anscheinend trotz einer zweiten Plünderung ihrer Hauptstadt (diesmal durch die Ewige Flotte) die Entstehung neuer krimineller Syndikate zu vermeiden. Stattdessen vertrieb man die Black Sun von Coruscant und diese ließ sich nun auf Nar Shaddaa nieder, womit es zu einem handfesten Krieg zwischen den Hutten und der Black Sun kam. Allerdings erhielten die Hutten Unterstützung durch die Republik. Man darf sich wohl auch fragen, was aus den Justikaren oder der Händlergilde der Migranten (Migrant Merchants Guild) auf Coruscant geworden ist. Diese entstanden ja als Reaktion auf die Plünderung Coruscants durch die Sith und das Ewige Imperium belagerte die Hauptstadt ja erneut, was den Syndikaten geholfen haben könnte. Bekanntermaßen rekrutierte die Republik schließlich eine Legion von Ex-Kriminellen, welche in Uniformen gesteckt und an die Front geschickt wurden, Fronten wie Nar Shaddaa. Gangmitglieder mit militärischem Training und Zugang zu militärischer Ausrüstung? Kann das langfristig gut gehen? Seit Makeb hat man auch nichts mehr von den Interstellaren Regulatoren gehört, der Söldnertruppe die sich aus imperialen und republikanischen Veteranen rekrutierte, ehe sie sich von den Hutts kaufen ließ.

Das Ende der Ewigen Flotte dürfte auch dafür gesorgt haben, dass die interstellaren Handelsrouten wieder "frei" sind - frei für Piraterie! Die Ewige Flotte stellte laut 4.0 ja nicht bloß ein Problem für die Flotten von Republik und Imperium dar, sie störte auch die galaktsichen Handelsrouten und angesichts der Tributforderungen Zakuuls dürften solche Tributlieferungen an Zakuul attraktive Ziele gewesen sein, die allerdings brutale Vergeltungsaktionen seitens der Ewige Flotte zur Folge gehabt hätten. Es gab also weniger zu stehlen und die wirklich fette Beute war derart wehrhaft, dass sie eine Piratenflotte einfach auslöschen konnte. Nun wo diese Gefahr gebannt ist könnten sich die Piraten des Outer Rim wieder trauen ihrem Geschäft nachzugehen. Genauso wie andere "Schutzmächte" auf neue Söldner-Verträge hoffen könnten. Die Galaxis versinkt nicht im Chaos, sie versinkt in unglaublich vielen Geschäftsmöglichkeiten!

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Freitag, 1. Juni 2018
Solo: Der bessere Solo-Film?
Episode VII wurde kritisiert weil es wie eine einfallslose Neuauflage der OT wirkte und daraufhin versuchte jeder weitere Star Wars-Film die Grenzen auszutesten wie weit man innerhalb des Franchise gehen kann. Fans sind nicht gerade sehr gütig was Experimente betrifft, wie schon George Lucas gemerkt hat, als er mit seinen Prequels von der Erfolgsformel der OT abwich. Aber seit es die Sequels gibt wurden keine Gräben zugeschüttet, sondern neue aufgeschüttet. Die Prequel-Hater hassen die Prequels immer noch und spalten sich nun angesichts der Sequels in so etwas wie die Allround-Hater und die unreflektierten Sequel-Verehrer. Hass verbindet! So gesehen sollte man vielleicht den Friedensnobelpreis an jene Person vergeben, die mit ihrer Hass-Ideologie am meisten Menschen verbunden hat. Aber gut, ich werde hier ja etwas zu politisch.

Nach Episode VII hatten die Star Wars-Filme eine schwere Zeit mit Produktionsschwierigkeiten, bei denen Nachdrehs unter anderen Regisseuren eine wichtige Rolle spielten. Es kam auch zu Nachbesetzungen, so wurde etwa Colin Trevorrow von Episode IX entfernt und auch in Jurassic World II spielte er nur noch eine Produzenten-Rolle. Das ganze hatte allerdings wohl weniger mit tatsächlichen kreativen Differenzen zu tun und war mehr eine Folge von studiointernen Differenzen. Dass Trevorrow nach den mit Jurassic World geernteten Vorschusslorbeeren abgesetzt wurde war nicht ganz auszuschließen, immerhin war seine Nominierung ja schon nicht unumstritten. Lucasfilm muss an den Erfolg seiner Filme denken und so kann auch ein Versagen des Regisseurs schnell dazu führen, dass man lieber einen echten Blockbuster-Regisseur oder Zuschauermagneten auf den Regisseursstuhl befördert.

Lucasfilm lernt dazu, aber mit Episode VIII hat man einen Fehler in seinem Flaggschiffprojekt begangen. Dass die Sequel-Trilogie zunächst drei verschiedenen Regisseuren und Autoren anvertraut wurde war ein massives Problem, sodass die Trilogie erzählerisch und visuell auseinanderzufallen drohte. Schlussendlich holte man nach Episode VIII J.J. Abrams für Episode IX an Bord, um die Scharte auszuwetzen. Episode IX dürfte wohl der Versuch sein Abrams Grundlagenarbeit in Episode VII zu retten und Johnsons Experimente in Episode VIII zu kaschieren. Rückblickend finde ich, dass Abrams in Episode VII vergleichsweise gute Arbeit geleistet hat. Er lieferte eine klassische Geschichte ab und beschwor alle Star Wars-Mythen, auch wenn er dafür Han Solo umbrachte. Solo der Solo-Film versucht daher wohl auch einige Verbindungen zu Episode VII aufzubauen.

Ich muss zugeben, dass ich Episode VIII als bisher schlechtesten Star Wars-Film der Disney-Ära betrachte. Respektloser Umgang mit dem Mythos, ein wohl auf US-Verhältnisse zugeschnittener Humor und völlig überzeichnete Charaktere, wie General Hux, der wohl einzig und allein aufgrund seiner Starkiller-Rede zu einem wirklich bösartig-dummen Charakter gemacht wurde. Abrams hatte andere Pläne für Episode VIII, aber er wurde genauso ignoriert wie einst George Lucas, der ein Gesamtkonzept für die Sequels vorgelegt hatte.

Dass Rian Johnson seine eigene Trilogie machen darf betrachte ich als Beispiel für eine "Wegbeförderung". Episode VIII hat Lucasfilm das nötige Kleingeld in die Kassen gespielt, aber der Film war wohl doch zu kontrovers, um Johnson weiterhin an einem Flaggschiff des Franchise arbeiten zu lassen. So erhielt er sein eigenes kleines Projekt, das ja irgendwann sterben kann, wenn er das Studio nicht damit überzeugt. Johnsons Projekt zeigt aber auch wie schnell Lucasfilm dazu gelernt hat, denn nun plant man mehrjährige Filmreihen einem zentralen Mastermind zu unterstellen. Gleichzeitig gibt es auch Hoffnung in Form einer Realserie von Jon Favreau (Iron Man) und einer weiteren Filmtrilogie der Game of Thrones-Produzenten. Da hat man sich ja durchaus fähige Leute ins Boot geholt und ich glaube auch, dass Johnsons Trilogie abseits der Kern-Story vielleicht doch noch gut gelingen könnte. Es wird nur ein zu großes Risiko ihn an einem Film wie Episode VIII einzusetzen, wo er Teile des Mythos nachhaltig ruinieren konnte.

"Solo hat mir den Glauben an Star Wars wiedergegeben."

Nach Episode VIII wollte ich kein Star Wars-Fan mehr sein. Die Kritiker zerreissen sich bis heute das Maul über den Film und ich kann mich selbst nicht mit ihm anfreunden. Es dauerte etwa Wochen bis ich das Buch zum Film gekauft habe. Und noch länger bis ich es gelesen habe. Im Gegensatz zu Rogue One oder Episode VII habe ich den Film auch nur ein einziges Mal im Kino gesehen. Episode VII hält bei mir ohnehin den Rekord, da ich diesen Film insgesamt dreimal gesehen habe. Zuvor hatte ich mir keinen einzigen Film ein zweites Mal angesehen, solange er im Kino lief. Episode VII veränderte aber etwas.

Das Buch zu Episode VIII ist besser als der Film, etwas das ich seinerzeit auch zu Matthew Stovers Episode III-Roman gesagt habe. Dabei ist Jason Fry eigentlich keiner meiner Lieblings-Autoren des Star Wars-Franchise. Er schafft es aber anhand der geschnittenen Szenen und einiger Überleitungen eine bessere Geschichte aus dem Filmplot zu machen, fast so wie es seinerzeit Stover gelungen ist. Und ja, mir ist bewusst wie frevlerisch es klingen muss den legendären Matthew Stover mit dem Disney-Scharlatan Jason Fry zu vergleichen [Sarkasmus!]. Stover war ein guter Autor, aber er hatte auch schlechte und gute Geschichten, wobei er gerne mal experimentierte. So sehr ich ihn etwa für Shatterpoint bewundere, so sehr verachte ich Stover für Shadows of Mindor. Genauso ergeht es mir aber auch mit James Luceno, dessen Romane bewundert habe, ehe er Millenium Falcon veröffentlichte. Seither ist mein Verhältnis zu Luceno etwas zwiespältiger geworden und Romane wie Catalyst oder Tarkin konnten mich dann auch nicht überzeugen, dass Luceno nur pures Gold veröffentlicht.

Die Lektion daraus ist simpel, jeder kann mal ins Schwarze treffen oder ins Klo greifen. Und Glückssträhnen können genauso lange halten wie Pechsträhnen. Irgendwie passend, wenn man diese Erkenntnis vor einem Film wie Solo hat.

Ehe Solo erschien habe ich nach meinem Erlebnis mit Jason Frys Roman zu Episode VIII Daniel Jose Olders Last Shot in die Finger bekommen, einen Han Solo und Lando Calrissian-Roman der mehrere Ären miteinander verband. Und ich fand ihn... schlecht. Er erinnerte mich daran wie sehr ich die unzähligen Han Solo oder Lando Calrissian-Geschichten der Legends gehasst habe. Han und Lando gegen einen irren Droiden-Verehrer, der eine Armee aus Frankenstein-Droiden gebaut hat und alle Organischen mittels einer Droiden-Revolution auslöschen will. Dank Last Shot konnte ich relativ unbefangen in meine erste Solo-Vorstellung gehen. Last Shot war derart irrelevant wie viele der abgekappselten Legends-Romane, er schrieb keine größere Geschichte fort, er erzählte keine Hintergrundgeschichte und er baute das Universum nicht aus. Bis auf einen Punkt vielleicht, Lando findet endlich eine potentielle Lebensgefährtin, die einst für die Free Ryloth-Bewegung gekämpft hat.

Als der Solo-Film seinerzeit angekündigt wurde habe ich noch die Corellia-Trilogie und vor allem A. C. Crispins Han Solo-Trilogie gelesen. Ich finde Crispins Legends-Trilogie wirklich meisterhaft, denn sie bemühte sich inständig alle möglichen Lore-Verweise miteinander zu verbinden, so als wäre das Buch wirklich Teil eines shared universe. Was heute Marvel als geniale Strategie zugeschrieben wird war schon in den späten 90ern ein Teil des Star Wars-Universums, allerdings spielten nicht allzu viele Autoren nach den Regeln eines shared universe und viele kochten ihre eigenen Süppchen. Crispin war eine der Guten, genauso wie Michael Stackpole und Timothy Zahn, die sogar Rücksprache hielten, wenn sie Charaktere des anderen verwenden wollten. So etwas hätte man sich von den Autoren der 0er-Jahre auch gewünscht, aber in den Mammutreihen The New Jedi-Order, Fate of the Jedi oder Legacy of the Force benutzten Autoren liebend gerne ihre Lieblingscharaktere und vergaßen auf gerade durch den Kollegen im Vorgängerband eingeführte Protagonisten oder Antagonisten. Genau das wollte Lucasfilm 2014 bekämpfen, als man diese Geschichten aus dem Fenster warf. Fortan sollten Querverweise wie in Crispins Werken nicht mehr die Ausnahme, sondern die Norm darstellen. Bis Episode VIII hätte ich daran auch geglaubt, aber vielleicht hat Rian Johnsons unkontrollierter Fehlgriff ja auch dazu geführt, dass man künftig mit einer klaren Strategie im Hinterkopf vorgehen wird.

So sehr ich Crispins Han Solo-Trilogie im neuen Kanon vermisse, Solos Macher haben scheinbar verstanden welche Schuhe man zu füllen hat. Der Film strotzt daher vor Querverweisen zum Rest des Star Wars-Universums. So gibt es Proto-Rebellen, welche womöglich als Teil von Saw Gerreras Partisanen enden werden, ebenso wie die großen Verbrechersyndikate aus The Clone Wars, welche in der Darth Maul-Storyline eine große Rolle spielten und auch in Star Wars 1313 eine entsprechend umfangreiche Rolle eingenommen hätten. In den Legends gab es neben den Hutten fast nur die Black Sun. Im Kanon gibt es jedoch ein gutes halbes Dutzend Syndikate und die Aussicht, dass sich die Unterwelt vermutlich deutlich verändert haben dürfte, da die großen Syndikate nach Jabba the Hutts Tod einen mehrjährigen Krieg begannen, aus dem völlig neue Gruppierungen hervorgingen. Solo bietet die Aussicht auf mehr Filme in denen die Unterwelt eine tragende Rolle spielen könnte. Und auch Maul ist nach seinem Versuch die Unterwelt zu vereinigen und Mandalore zu regieren nun einer von vielen Unterweltbossen. So wissen wir dank Solo nun auch, dass Maul zwischen seiner "Verhaftung" am Ende der Klonkriege (durch Ahsoka Tano während der Befreiung Mandalores - wie im Roman Ahsoka beschrieben) wohl neuerlich entwischt ist und sein eigenes Verbrechersyndikat aufbaute, obwohl er während seines Clashs mit Count Dooku und Darth Sidious auf Dathomir jede Unterstützung durch die anderen Unterweltbosse verloren hatte. Maul könnte womöglich der kanonische Prinz Xizor sein, ehe er zu einem unbestimmten Zeitpunkt vor Rebels zu Fall gebracht wird.

So wie ich ich Solo gesehen habe, mit einem Darth Maul-Fan gleich links neben mir, ist Maul eigentlich der Grund warum ich diesem Film nun eine Fortsetzung wünschen möchte. Selbst wenn die Story um Maul und Qi'ra in einem anderen Solo-Film ohne Solo, dafür aber vielleicht mit Boba Fett oder Lando Calrissian fortgesetzt wird.

Solo hat aber auch sonst einiges für sich. Der Film spielt durchgehend in den unschönen Gegenden der Galaxis und zeigt das Leben von einfachen Kriminellen wie Han Solo, die einfach irgendwie überleben wollen. Man bewegt sich aber auch abseits aller galaxisverändernden Intrigen und Geschehnisse. Vielleicht lag es an Ron Howard, aber Solo hatte in meinen Augen auch bessere Actionsequenzen und einen weniger hastig wirkenden Schnitt vorzuweisen als Rogue One. Rogue One hat mir seinerzeit viel über die Macht zu denken gegeben, wobei auch das Buch zum Film geholfen hat. Ich bin also gespannt welche Details das Buch zu Solo bieten wird. Im Gegensatz zu Rogue One, aus dessen Charakteren bisher sehr wenig gemacht wurde, kann man bei Solo wenigstens hoffen, dass man in Comics oder Romanen künftig deutlich mehr von Tobias Beckett, Lando, Han, Qi'ra, Dryden Vos und hoffentlich sogar von Maul erfahren wird.

Solo beeindruckte ja schon damit, wie viele Querverweise der Film zu Episode VII aufweist. Von der OT will ich da noch gar nicht reden. Aber sehen wir den Dingen ins Auge, Solo ist ein Deserteur ohne Familie, genau wie Finn. Er erkennt sich in Rey wieder, weil er wohl genau wie sie gelebt hat. Und er ist wenig erfreut von Finn als "Solo" bezeichnet zu werden, da das nur der Name ist, der ihm vom Imperium verliehen wurde. Und Chewbacca könnte nach Episode III Teil einer Widerstandszelle gegen das Imperium gewesen sein, was seinen Aufenthalt auf Mimban mit einer Kriegsgefangenschaft erklären würde. Gegen wen die Imperialen auf Mimban auch immer kämpften, womöglich fanden sich bereits einige Rebellen unter dieser Opposition und Chewie war ein Teil von ihr. Ich meine ja auch, dass Chewie extrem unterschätzt wird. Er diente in den Klonkriegen unter General Tarfful, er kämpfte auf Kashyyyk und vermutlich ist er sogar ein Wookiee-Offizier. Mit 190 Jahren in Solo ist Chewie neben Yoda und Maz Kanata definitiv einer der erfahrensten und wohl auch weltgewandtesten Charaktere der Saga. Chewie ist Pilot, Mechaniker und Soldat - im Endeffekt steht er damit auf einer Stufe mit Rey und Anakin Skywalker, auch wenn er vielleicht keiner der besten Piloten der Galaxis ist.

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Der gute Tod und die Mandalorianer
Warum betrachteten die Mandalorianer den Kampf gegen die Droidenarmeen des Ewigen Imperiums als unehrenhaft? Die Antwort darauf lässt sich leicht finden, wenn man die Voraussetzungen betrachtet was aus mandalorianischer Sicht einen guten Tod oder die persönliche Ehre ausmacht.

Mandalorianische Krieger suchen die Herausforderung und diese muss nicht ausschließlich auf dem Schlachtfeld zu finden sein. Ein guter Feind ist für die Mandalorianer einfach ein Gegner der gefährlich ist und diese Einschätzung wird umso mehr bestärkt, wenn ein Gegner bereits einen Mandalorianer getötet hat. Jedi-Ritter genießen den Respekt der Mandalorianer, weil sie mit Nahkampfwaffen und der Macht bewaffnet sogar einen Mandalorianer töten können. Je mehr Mandalorianer ein Gegner auf dem Gewissen hat, desto verlockender wird es ihn zu töten.

Doch genau dieser Ehrenkodex ist gegenüber einer Droidenarmee gänzlich unbrauchbar, in der es keine mächtigen Krieger gibt und der Droide der heute einen Mandalorianer erschießt wird morgen vielleicht durch einen Zufallstreffer der feindlichen Artillerie erledigt. Massengefertigte Kampfdroiden sind für die Mandalorianer unwürdige Gegner und selbst wenn sie es schaffen einzelne mandalorianische Krieger zu töten, so macht sie das nicht würdig.

Gegen einen mächtigen Gegner zu sterben macht einen Mandalorianer gewissermaßen zu einem Helden, der dadurch im Tod noch ewigen Ruhm erlangt. Wird man jedoch in einem Kreuzfeuer von Kampfdroiden erschossen, so ist das kein wirklicher Heldentod.

Das Trauma der Invasion Arcanns sollte die Mandalorianische Abneigung gegenüber Kampfdroiden auf lange Zeit geprägt haben, bis in die Klonkriege, in denen man die Droiden verachtete, den Klonen Jango Fetts jedoch deutlich mehr Respekt zollte.

Jedi-Ritter wie Revan oder Kellian Jarro verdienten sich den Respekt der Mandalorianer, aber auch lebenslange Racheschwüre. Nur wer den amtierenden Mand'alor besiegt kann dieser Blutrache einigermaßen entgehen, so wie Revan oder Ulic Qel-Droma. Kellian Jarro kämpfte jedoch vor allem gegen Clan Spar, wobei er durchaus die Hälfte von dessen nach Coruscant gesandten Krieger ausgelöscht haben könnte. Clan Spar hätte Jarro wohl bis an sein Lebensende verfolgt und seine besten Krieger darauf angesetzt den Jedi-Meister zu töten, doch der Clan wurde durch eine Intrige ausgelöscht, ehe es soweit kommen konnte. Mand'alor Artus Lok vergaß die Blutfehde gegen Kellian Jarro jedoch nicht und machte ihn zum Ziel der letzten Großen Jagd. Womöglich hatte Lok so auch gehofft Akaavi Spar als letzte ihres Clans anzulocken, doch Akaavi blieb der Großen Jagd fern. Kellian Jarro war ein würdiges Ziel für den besten mandalorianischen Krieger weil er so viele Mandalorianer auf dem Gewissen hatte. Das auf Jarro von Mand'alor höchstpersönlich ausgesetzte Kopfgeld war kein Attentat, es erfüllte den Zweck Clan Spars Racheschwur zu erfüllen und zugleich einen Champion zu finden, der es sogar mit dem Mandalorianer-Killer aufnehmen kann. Von allen Lebewesen der Galaxis war Kellian Jarro jenes mit dem höchsten Bodycount an getöteten Mandalorianern und somit war er auch das wertvollste Ziel, um sich einen Namen zu verdienen. Den Champion der Großen Jagd als Bruder zu adoptieren war für Mand'alor gewissermaßen selbstverständlich, denn er hatte sich so einen Bruder gewählt, der sogar ein noch besserer Kopfgeldjäger als er selbst ist. Mand'alors Champion zu sein ist in diesem Sinne auch so zu verstehen, dass man zu dessen stählerner Faust wurde. Die Adoption des Champions hatte durchaus auch politische Bedeutung und sie diente dem Ziel Clan Loks Position zu stärken. Clan Lok hatte nun den mächtigsten Krieger auf seiner Seite, während man zugleich bewiesen hatte die unvollendete Arbeit anderer Clans aufnehmen und abschließen zu können. Für Artus Lok ging es darum Ehre und Gerechtigkeit wiederherzustellen, sowie einen mächtigen Verbündeten möglicherweise an seinen Clan und vor allem ihn persönlich zu binden.

Mand'alor starb unehrenhaft, aber sein Bruder bezwang Arcann, Vaylin, Valkorion und sogar die Schöpfer der Droidenarmee. Selbst nach seinem Tod ging Artus Loks Plan noch auf und er nahm Rache an allen die ihm sein Leben und seine Ehre gekostet hatten. Mit Mand'alors Champion an der Spitze der Allianz wurden all die Toten des Krieges geehrt, die zunächst einen ehrlosen Tod gestorben waren.

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Donnerstag, 31. Mai 2018
War Kanzler Janarus wirklich besser als Saresh?
Mein erster SWTOR-Charakter war ein Kopfgeldjäger und es war ein seltsames Erlebnis, das man gerade als potentieller Mörder des obersten Kanzlers von allen Klassen den persönlichsten Kontakt mit ihm hatte. Von allen acht Klassen treffen nur Kopfgeldjäger Kanzler Janarus persönlich und lediglich Kopfgeldjäger und Jedi-Botschafter sprechen einmal via Holo-Übertragung mit ihm.

Was mich damals an Janarus beeindruckte war seine Bereitschaft den Kopfgeldjäger zu begnadigen, die Details von Jun Seros Amtsmissbrauch zu leaken und seinen eigenen Rücktritt einzuleiten. Dorian Janarus wirkte wie ein moralisch integerer Politiker, so wie man ihn sich von der Alten Republik wünscht. Die Republik hatte mich bis zu diesem Zeitpunkt mit tödlicher Gewalt verfolgt, aber auch das Imperium ließ mich meinen Status als Bürger zweiter Klasse spüren. Bereits auf Dromund Kaas versuchten Imps meinen Kopfgeldjäger zu töten, weil Nicht-Imperiale für sie nur nützliche Werkzeuge waren. Weiter ging es auf Balmorra, wo man in den Machtkampf zwischen einem Jungoffizier und seinem Vorgesetzten dafür sorgen muss, dass letzterer wirklich schlecht aussieht. Am Ende versucht der nach Balmorra gesandte Admiral allerdings den Kopfgeldjäger und die betroffenen Offiziere zu entfernen. Als Kopfgeldjäger hat man lange nicht mit Sith zu tun, dafür aber mit den "normalen" Imperialen und diese machen ihre teils sogar rassistisch angehauchte Verachtung (vor allem gegenüber Nichtmenschen) für Söldner überaus deutlich. Dabei erledigt man Jobs für die Imperialen zu welchen sie selbst nicht im Stande sind. Ich beklage gerne die mangelnde Loyalität der Republik gegenüber ihren Kriegshelden, welche oft als Trophäen für Diktatoren (Havoc Squad, der Trooper als Allianzkommandant) oder als medizinische Versuchskaninichen (wie Felix Iresso) im Stich gelassen werden. Aber diese normalen Imperialen machten es nicht anders, für sie blieb ein mandalorianischer Kriegsheld genauso wertlos wie der Kommandant von Havoc Squad für die Republik. Selbst Sith werden vom Imperium ja im Stich gelassen, egal wie mächtig oder populär diese gewesen sein mögen. Interne Rivalität und die Ansicht selbst hochqualifiziertes Personal jederzeit ersetzen zu können sind das Todesurteil, mit dem man den Allianzkommandanten seinerzeit durchaus los werden wollte. Die Sith feierten nach Darth Marrs Tod einen Bürgerkrieg, der nur durch Arcanns Ewige Flotte gestört wurde. Dass einer der größten Helden des Imperiums da abwesend war kam ihnen gerade recht - ein Rivale weniger um den man sich sorgen musste. Gleichzeitig gab es innerhalb der imperialen Hierarchie wohl viele die Söldner verachten oder wie im Fall Moff Lormans sogar soweit gingen politische Gegner wie Malavai Quinn ins Gefängnis zu werfen, um sich selbst in eine bessere Position zu bringen (Lorman beriet Kaiserin Acina, wobei er später doch noch durch Major Quinn abgelöst wurde).

Wegweisend für meine Einstellung zu den Sith war schließlich Taris, vor allem der Planeten-Arc. Darth Gravus war an sich ein gemäßigter Charakter, aber er war auch der Meister von Thana Vesh und diese war die Personifizierung all dessen was am Imperium und den Sith verwerflich ist. Gravus unterstützte sie dennoch, auch wenn sie völlig unfähig schien. Und so wie Gravus Thanas Treiben toleriert, so ordneten sich auch die Imperialen diesen tollwütigen "Lords" unter. Als ich erstmals auf Darth Tormen traf traute ich diesem überhaupt nicht. Wann immer mein Kopfgeldjäger bis dahin auf Imperiale angewiesen war wurde er verraten.

Der Friedenskanzler

Dorian Janarus gelangte in sein Amt als er nach dem Ende des Großen Galaktischen Krieges Senator Am-Ris ablöste, der nach der Plünderung Coruscants als oberster Kanzler fungierte. Janarus Aufgabe war monumental, er musste den Wiederaufbau einleiten und allerlei Krisen bekämpfen, welche durch das Kriegsende, den Friedensvertrag und lange verdeckte innenpolitische Spannungen ausgelöst worden waren.

Dabei machte sich Janarus schnell einflussreiche Feinde wie General Garza, Gouverneurin Saresh und all jene welche den Krieg weiterführen wollten. Janarus wurde auch schon deshalb misstraut weil er der Senator von Coruscant war, einer Kernwelt, der viele Außensysteme nicht zutrauten ihre Probleme zu verstehen. Gerade weil er von Coruscant stammte ärgerte sich Janarus auch über die Verbannung des Jedi-Ordens, welche er jedoch nicht rückgängig machen konnte. Stattdessen bemühte er sich jedoch um eine gute Arbeitsbeziehung zum Jedi-Rat und er machte Jedi-Kampfmeister Jun Seros zu einem seiner persönlichen Berater. Janarus Regierung war also auch vom Einfluss der Jedi geprägt, wobei er noch nicht soweit gehen konnte die nach der Plünderung Coruscants verachteten Jedi in prominenter Rolle auftreten zu lassen.

Womit Janarus so manchen Hardliner vor den Kopf stieß war auch sein zögerliches Handeln gegenüber Separatisten-Bewegungen innerhalb der geschrumpften Republik. Republikanische Kommandeure hätten etwa liebend gerne die Separatisten auf Ord Mantell ausgelöscht und später argumentierten wohl einige Stabsoffiziere für ein militärisches Vorgehen gegen die Splitterallianz, welche sich anschickte die Republik zu verlassen. Wenn man schon keinen Krieg gegen das Imperium führen durfte, so wollte man wenigstens die Opposition innerhalb der Republik ausschalten. Janarus war ein Kanzler der anders als Palpatine argumentierte, dass es das gute Recht jeder Welt wäre aus der Republik auszutreten. So nahm er etwa auch die Unabhängigkeit Alderaans hin und er hätte auch Corellias Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet. Kanzler Janarus war sich bewusst, dass die republikanischen Ideale immer wieder dazu führen würden, dass verlorene Welten eines Tages in die Republik zurückkehren werden.

Senator Evran und Janarus Friedenspartei

Die sehr milden Ansichten eines Dorian Janarus sorgten dafür, dass sich allerlei Pazifisten um ihn sammelten, wie Senator Evran, der später auf Voss stationiert wurde und während Arcanns Invasion den republikanischen Friedensvertrag mit dem Ewigen Imperium verhandelte. Janarus Anhänger spielen in der Trooper-Klassenstory eine tragende Rolle, denn sie sind jene die General Garza mehrmals unter Druck geraten lassen. Garza ist eine von Janarus Feinden und Saresh sei Dank sollte sie nach Arcanns Invasion ihren Traum verwirklicht sehen, dass man dem Militär praktisch Narrenfreiheit gewährte. So wurden dann wohl auch Garzas Experimente mit Cyborg-Supersoldaten oder die Bereitschaft Coruscant zu opfern, um von der Ewigen Flotte bombardierte Sith-Welten zu besetzen unter den Teppich gekehrt. Janarus Anhänger retteten Coruscant vor Arcann und wurden dafür von Saresh als Verräter gebrandmarkt und aus ihren Ämtern gejagt.

Der Jedi-Freund

Es war Janarus Idee die Splitterallianz durch einen Jedi-Diplomaten von den Vorzügen eines Verbleibs innerhalb der Republik zu überzeugen. So konnte Janarus zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, denn die Jedi waren die beste Allzweckwaffe der Republik und mit ihren Erfolgen bei der Wiedereingliederung der Separatisten konnte er bewusst ihren guten Ruf wiederherstellen. Janarus war überzeugt, dass die Republik ihre Jedi-Ritter braucht.

Der Problemfall Jun Seros

Jun Seros ist auf seine Weise eine Art Anakin Skywalker gewesen. Ein wilder, aber taktisch brillanter und höchst talentierter Kämpfer, der allerdings nie in den Jedi-Rat aufgenommen wurde. Ähnlich wie dunklen Jedi auf Yavin 4 trug man Jun Seros deshalb nur die Funktion eines Jedi-Kampfmeisters an. Seros sollte die nächste Generation unterweisen und seine Erfahrungen aus dem Großen Galaktischen Krieg weitergeben, während man ihn durchaus als Berater zu Jedi-Rats-Sitzungen hinzuzog. Seros verrachtete jedoch den Vertrag von Coruscant und er trat für ein aggressiveres Vorgehen der Jedi ein, wobei er eine beträchtliche Arroganz an den Tag legte. Gegenüber Kanzler Janarus gelang es ihm wohl diese charakterlichen Mängel noch zu überspielen - der dunkle Jedi manipulierte in diesem Fall einen wirklich wohlmeinenden Kanzler.

Jun Seros war ein enger Freund des Mandalorianer-Killers Kellian Jarro, jenes Jedi-Meisters der während der Plünderung Coruscants über 100 mandalorianische Söldner in den Straßen Coruscants getötet hatte, die meisten davon Angehörige von Clan Spar. Ohne Zweifel war Jarro ein weiterer Jedi der sicher nicht mehr ganz der hellen Seite zuzurechnen war. Doch die Jedi litten nach Kriegsende unter einem Mangel an Jedi-Meistern und so wurde wohl jeder Ritter schnellstmöglich zum Meister befördert, um neue Padawane auszubilden, egal wie lange der Jedi-Rat ihnen diese Beförderung während des Krieges verweigert haben mochte.

Bei der Jagd nach Jarros Mörder nutzte Meister Seros alle Möglichkeiten die ihm seine Funktion als Kanzlerberater bot. Er setzte daher Jedi, SIS-Todesschwadronen und sogar die dem Kanzler treu ergebenen GenoHaradan-Attentäter auf den Champion der Großen Jagd an. Dass er bei seiner Treibjagd auch die größten Kopfgeldjäger der Galaxis ermordete störte Seros nicht, für ihn waren Kopfgeldjäger ohnehin nur Mörder und hatten damit die Todesstrafe verdient. Das Seros sein Vertrauen derart missbraucht und auch rechtlich Amtsmissbrauch begangen hatte ließ Dorian Janarus seine gesamte Kanzlerschaft überdenken. Janarus leitete seinen Rücktritt ein, weil er bereit war für die Fehler eines Untergebenen einzustehen, dem er bis dahin vertraut hatte.

Die Superwaffenprojekte der Republik

Dr. Nasan Goderas Superwaffenprojekte wurden nach Abschluss des Vertrags von Coruscant nur teilweise eingestellt. Wohl noch unter Kanzler Am-Ris wurde die Order ausgegeben, einige der humaneren Forschungsprojekte fortzuführen. Doch so sehr sich General Var Suthra auch bemühte, Superwaffen blieben doch Superwaffen. Die Frage ist, wieviel Kanzler Janarus von diesen Forschungsprojekten gewusst hat. Auf jeden Fall hielt man sie vom SIS geheim, der daher auch nicht vermeiden konnte, dass Var Suthras Forschungsabteilung von Lord Tarnis infiltriert werden konnte. Es ist also durchaus möglich, dass Janarus nur oberflächlich über die Projekte bescheid wusste, eben so wie sie offiziell bezeichnet wurden. Dass eine Schocktrommel allerdings Planeten destabilisieren und das Planetengefängnis Welten verwüsten konnte, wurde ihm wohl ebenso wenig mitgeteilt wie die fragwürdigen Rekrutierungspraktiken für die Superwachen auf Nar Shaddaa. Bliebe noch der Todessiegel-Laser zu erwähnen, der ja eindeutig dafür gedacht war mit chirurgischer Präzision Attentate auszuführen. Man muss allerdings auch bedenken, dass Var Suthras Forschungsprojekte dem Ziel dienen sollten den Verlust unzähliger Jedi-Ritter während des Krieges auszugleichen. Es war nicht klar, ob es politisch überhaupt möglich sein würde die Jedi neuerlich um Unterstützung zu bieten, sollte es zu einem bewaffneten Konflikt kommen. Gleichzeitig waren die Jedi personell schwer angeschlagen.

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