Alien vs. Predator 2

Als das Schiff mit dem letzten überlebenden Predator der Antarktis-Jagd in den Orbit der Erde zurückgekehrt ist, geschieht das unvermeidliche und ein Alien-Predator-Mischlung bricht aus seiner Brust aus. Das Predalien ermordet kurzerhand die gesamte Crew und so stürzt das Schiff in den Wäldern einer amerikanischen Kleinstadt ab...



Manche Filme verlangen geradezu eine Fortsetzung, so auch Alien vs. Predator, dessen Ende ja gewissermaßen bereits erahnen ließ womit der nächste Film beginnen wird. Damit ist die Verbindung zwischen den beiden Filmen aber auch bereits abgeschlossen und spätestens ab der Szene in der ein kleiner Junge und sein Vater beim Jagen von Facehuggern überrascht und mit Alienembryonen infiziert werden ist klar, dass dieser Film eindeutig neue Maßstäbe setzt.

War AvP 1 noch vergleichsweise harmlos ist AvP 2 umso gnadenloser, denn die typisch amerikanische Kleinstadt Gunnison ist der Invasion durch die Aliens chancenlos ausgeliefert und da helfen weder Bürgerwehren, noch bewaffnete Einzelgänger oder die Nationalgarde. Und die einzige Hoffnung der Menschheit sozusagen ist ein einzelner Predator, welcher im Grunde jedoch keine besondere Sympathien für US-Bürger und Menschen generell zu hegen scheint. Auch von Seiten höherer Stellen wird wenig unternommen um Gunnison zu retten, mit Ausnahme der letzten großen Option, die diesmal jedoch nicht dem Präsidenten sonderm einem wenig militärisch wirkenden Colonel vorbehalten ist.

Zwar gelingt es dem Predator eine ganze Reihe der Aliens wieder ins Nirvana zu befördern, doch einer ist eindeutig zu wenig, gerade weil seine Gegner eine Möglichkeit gefunden haben, sich explosionsartig zu vermehren und das städtische Krankenhaus überrant haben. Besonders blutrünstiges Highlight dieses Vorgehens, eine Schwangere bei der gerade die Wehen eingesetzt haben wird Opfer eines Aliens und... wird als Wirt für gleich 3 Aliens missbraucht.

Klarerweise wird auch auf AvP 2 eine Fortsetzung folgen, die diverse Unklarheiten des wenig glücklichen Endes und dadurch aufgeworfene Fragen über mögliche Verbindungen zu Alien 1-4 bereinigen dürfte. Zwar ist der zweite Alien versus Predator-Streifen zweifellos ein blutrünstiges und actionreiches Kinospektakel, dennoch leidet der Film an einigen für Hollywood-Blockbuster typischen Mythen, auch wenn er die Army nicht als übermächtige und unbesiegbare Streitmacht darstellt. So stirbt der Afroamerikaner zuerst. Zumindest als erster Angehöriger der engeren Heldengruppe, die zwar den wie in Horrorfilmen gerne verwendeten Fehler begeht sich irgendwann aufzuteilen, wobei die Konsequenzen dieser Trennung aber erst in den letzten Filmminuten zwischen Endkampf und Abspann deutlich werden. Auf der anderen Seite steht wiederum ein hoffnungslos in eine blonde Cheerleaderschönheit verliebter mittelloser Highschooljunge, der aufgrund seiner sozialen Verhältnisse gezwungen ist als Lieferjunge zu arbeiten und dabei vom (Ex-)Freund/Footballspielertypen der Geliebten verprügelt und gedemütigt wird. Der Bruder des Lieferjungen hingegen ist ein gerade aus dem Knast entlassener Kleinganove, der trotz allem ein freundschaftliches Verhältnis zum Sheriff pflegt. Fehlt nur noch eines... eine Mutter mit Kind und ein wagemutiger Soldat der so ziemlich alles kann, diesmal glücklicherweise in der Gestalt einer Person vereint. Gerade aus dem Irak zurückgekehrt ist sie der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Story.

Zugegeben, der Film hat mich begeistert, dennoch möchte ich an dieser Stelle ein bisschen den Spielverderber raushängen lassen und mich ein bisschen über die potentiellen Fehler des Films mockieren, wie das plötzlich kleinere Raumschiff der Predatoren, welches am Ende von AvP 1 noch erheblich größer wirkte und mehr Crewmitglieder an Bord hatte oder auch dass die Zahl der Aliens im Krankenhaus ausgereicht haben müsste, um den Predator und die menschlichen Flüchtlinge einfach zu überrennen, während die Nationalgarde anderenseits mit einem bestürzend winzigen Konvoi zur Hilfe geeilt und zudem extrem stümperhaft vorgegangen ist.

Einem Fan der etwas "härteren" Science Fiction bietet Alien vs. Predator 2 aber genau das, wofür früher die Alien und Predator-Filme standen. Deshalb 6 blutrünstig-spektakuläre Moviestars.

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