Die militärische Stärke der "Ewigen Allianz" nach Nathema
Böse Zungen behaupten der Rücktritt Admiral Aygos wäre auch ein Resultat der materiellen Verluste der Allianz durch die Zerstörung der Ewigen Flotte, kurzum ohne eine Flotte braucht man auch keinen Flottenadmiral mehr, darum haben Imperiale jetzt Kommodore Pardax. Historisch gesehen wurde der Rang eines Kommodore eingeführt als Kapitänen das Kommando über mehrere Schiffe übertragen wurde und seither hat sich der Rang zu einem etwas altmodischen Titel für die Befehlshaber von Flottillen etabliert. Der Titel eines Kommodore ist sogar kanonisch geworden, während in den Legends noch von einem Captain of the Line oder Senior Captain die Rede war, entsprechend der Tradition, dass der dienstälteste Captain in kleineren Verbänden zugleich das Kommando über diese ausübte.

Geht man von diesen neuen Machtverhältnissen aus, dann verfügt die Allianz wohl bestenfalls noch über die militärische Stärke einiger gut bewaffneten Planeten. Ein Beispiel wäre der Planet Rendili, der ja als Geburtsort der Dreadnaught-Klasse aus den Star Wars-Legends bekannt ist. Rendili baute für die Alte Republik eine Flotte aus 200 Dreadnaughts für die Katana-Flotte und in den Legends war der 600 Meter lange und mit einer Staffel Raumjäger bestückte Dreadnaught der Vorgänger des Imperialen Sternenzerstörers. Für sich selbst beanspruchte Rendili während der Klonkriege jedoch nur eine Flotte aus 6 Dreadnaughts, womit sich durchaus ein Vergleich zur Allianz herstellen lässt, aber dazu später noch mehr. Man könnte die Allianz wohl auch mit Tarkins Heimat Eriadu vergleichen, wobei Eriadu sich jedoch als führende Macht einer Militärkoalition im Seswanna-Sektor positionierte und daher auch mit den Ressourcen anderer Planeten spielen konnte.

Das Rückgrat der Ewigen Allianz

Um die militärische Stärke der Allianz bewerten zu können war es sinnvoll die Darstellungen der Allianz vor und während KotET heranzuziehen. Erreicht man Einfluss 20 mit Admiral Aygo berichtet er während KotFE noch via Mail davon, dass die Allianz nun über eine regelrechte kleine Flotte verfügt.

Am Ende von Kapitel XVI tauchen im Orbit von Odessen jeweils 2 Terminus-Zerstörer und Thranta-Korvetten auf, die sich zwar in ihrer Klassifizierung zu unterscheiden scheinen, de facto jedoch äquivalent zueinander sind. Später könnten noch weitere Schiffe hinzugekommen sein und schon im genannten Kapitel erscheinen kleinere nicht bekannte Begleitschiffe, die womöglich Truppentransporter gewesen sein könnten.

In der Schlacht von Voss tauchen bereits mindestens 3 Thranta-Korvetten und 3 Terminus-Zerstörer, sowie eine Vielzahl kleinerer Begleitschiffe auf. Die Schiffe der Ewigen Flotte waren mit ihren ca. 800 Metern Länge durchaus mit einem Dreadnaught vergleichbar, wobei ihr fragiles Design sie jedoch an Nebulon B-Fregatten erinnerte. Die "Mini-Sternenzerstörer" aka die Terminus-Zerstörer sollen hingegen nur um die 350 Meter lange gewesen sein, ebenso wie die Thranta-Korvetten. Beide Schiffsklassen konnten jeweils eine Raumjägerstaffel und eine handvoll weitere Schiffe transportieren, was sich auch mit der Kapazität der Schiffe der Ewigen Flotte zu decken scheint. Mir persönlich liegt der Vergleich auf der Zunge, dass die Ewige Flotte ein Vorgänger der Katana-Flotte war. Die Katana-Flotte umfasste 200 Dreadnaughts, die durch massive technologische Vereinfachungen von einer stark reduzierten Crew bemannt werden konnten, während wir von der Ewigen Flotte zwar keine genauen Zahlen kennen, dafür aber wissen, dass jedes Schiff von einem einzigen GEMINI-Captain samt Droidencrew gesteuert werden konnte.

Auffallend ist jedenfalls, dass die Allianz (im Gegensatz zu den Revanitern) über keinen einzigen Dreadnaught der Harrower-Klasse verfügte oder auch über einen der Valor-Klasse. Imperiale und republikanische Großkampfschiffe fielen also nicht in die Hände der Allianz. Dafür verfügte man wohl über deutlich mehr kleinere Schiffe als die Revaniter, welche über Rakata Prime mit einem einzigen Harrower, einem Terminus-Kreuzer und einer Thranta-Korvette aufmarschierten, um ihre leider zerstörte Cyborg-Armee abzuholen. Die von den Revanitern auf Rishi eingesetzten Schiffe waren zum Teil wohl solche die man von den dortigen Piraten gekauft hatte.


Die Ministernenzerstörer der Terminus-Klasse

Star Wars und auch SWTOR jonglieren gerne mit Bezeichnungen für Schiffsklassen, bis am Ende keine wirkliche Logik mehr erkennbar ist. Bei der Terminus-Klasse würde ich aufgrund ihrer Form und vergleichbarer Schiffe aus den Legends und dem neuen Kanon daher lieber von einem Mini-Sternenzerstörer sprechen.

Mit wahrscheinlich 350 Metern Länge und einer Raumjägerstaffel an Bord kann man die Terminus-Klasse mit mehreren imperialen Schiffen vergleichen, wie dem Carrack-Kreuzer, dem eher aus Rebels bekannten Arquitens-Kreuzer (ebenfalls ein Mini-Sternenzerstörer) oder der Nebulon B-Fregatte. Zugleich sollte man erwähnen, dass auch die Harrower-Klasse kein wirklicher Sternenzerstörer war, sondern mit 800 Metern Länge und fast 100 Raumjägern an Bord eher an die Venator-Sternenzerstörer aus den Klonkriegen erinnerte. Mit der halben Länge und einem Bruchteil der Hangarfläche eines Harrowers könnte ein Terminus für seine Größe sogar besser bewaffnet sein. Angesichts der Rolle der Harrower als Trägerschiffe dürfte die Funktion des Hauptkampfschiffs der Imperialen Flotte wohl der Terminus-Klasse zugefallen sein. In den Klonkriegen fungierten die Venator-Sternenzerstörer ja ebenfalls hauptsächlich als Trägerschiffe, um Klonarmeen und Raumjägergeschwader zu den Kriegsschauplätzen zu transportieren. Das Sith-Imperium benötigte jedoch ein flexibles Schiff, das sich sowohl für Raumschlachten, als auch für Patrouillen-Tätigkeiten eignete. Etwas besser erkennbar wird das Aufgabenprofil der Terminus-Klasse, wenn man ihr die republikanische Thranta-Klasse gegenüberstellt. Die Terminus-Klasse war für das Imperium so wichtig und populär, dass Darth Marr eines dieser Schiffe sogar als Flaggschiff für die Jagd nach dem Imperator auswählte. Eine massive Invasion war von Marrs Seite aus nicht geplant, weshalb er eine Flotte aus flexiblen Schiffen zusammenstellte, mit denen er auch in der Lage gewesen wäre Vitiates Versteck aus dem Orbit zu bombardieren. Sogar die Ascendant Spear basierte auf dem Design der Terminus-Klasse, auch wenn sie wohl das Ausmaß eines Imperialen Sternenzerstörers der Imperial-Klasse erreicht.


Die ikonische Thranta-Klasse

Hammerkopf-Schiffe wie die Thranta-Klasse waren das wohl beliebteste Design in der Ära der Alten Republik und ein später Erbe dieser Schiffsklasse durfte sogar im neuen Kanon schon in Rebels und Rogue One debütieren. Die Thranta-Klasse ist jedoch deutlich größer als jede corellianische Korvette, sollte jemand den Vergleich zur Tantive IV anstrengen. Mit 150 Metern war Prinzessin Leias "Konsularschiff" nur halb so groß wie eine Thranta.

Die Thranta-Klasse diente der Republik treu und das sogar in Friedenszeiten, als man keine Invasionsarmeen transportieren musste und sich damit begnügen konnte einen Schiffstypus zu verwenden, der perfekt dafür geeignet war mit den üblichen Bedrohungen fertig zu werden. Die Terminus-Klasse wurde geschaffen, um diese Funktion auf imperialer Seite zu spiegeln. Ein wirklich krasser Designunterschied liegt jedoch bei den Großkampfschiffen beider Seiten vor, denn während die Harrower-Klasse eine überdimensionierte Variante der Terminus-Klasse repräsentiert sind die Schiffe der Valor-Klasse deutlich anders und scheinen nicht nach strategischen Gesichtspunkten entwickelt worden zu sein. Die Valor-Klasse ist eindeutig nicht für den Kampf Schiff gegen Schiff entwickelt, da sie über ein sehr unpraktisches Profil verfügt, mit dem sie sich leicht zum Ziel macht. Als Träger ist diese Schiffsklasse jedoch bestens geeignet.

Beispiele für die Größe oder Bedeutung der Thranta-Klasse sind Schiffe wie die Brenntal Star (Black Talon), Dorin's Sky (Enterkommando) oder auch die Aurora (Klassenstory des Kopfgeldjägers).


Das Kleinvieh

Die unbenannten kleineren Schiffe der Ewigen Allianz lassen sich wohl mit korellianischen Korvetten, Kanonenbooten, GR-75 Transportern (in Episode V prominent vertreten) oder auch Raider II-Korvetten (wie der Corvus aus Battlefront II) vergleichen. Alles in allem ein guter Mix, zu dem eben auch noch dutzende, wenn nicht sogar hunderte Raumjäger und Bomber hinzukommen.

Die Mischung machts

In der Story-Quest zu 5.10.3 erhält man die Möglichkeit Koth Vortena gleich drei Thranta-Korvetten anzuvertrauen, um Schiffe des Exchange-Syndikats anzugreifen. Im Vergleich mit der Rebellion wäre das so als ob man jemandem drei Nebulon B-Fregatten zur Verfügung stellen würde. Nicht schlecht, wenn die Allianz derart viele Schiffe herumliegen hat.

Fakt ist allerdings, dass der Allianz durch den Verlust der Ewigen Flotte die Großkampfschiffe fehlen, wobei diese wie erwähnt wohl ohnehin nur Trägerschiffe waren und im Raumkampf bis auf ihre Jäger- und Bomberstaffeln keinen Trumpf im Ärmel hatten. Der Allianz fehlt also wohl vorwiegend offensives Potential, um Planeten einzunehmen, zu verteidigen oder zurückzuerobern. Raumschlachten könnte man hingegen wohl durchaus schlagen.

Es mag ein unfairer Vergleich sein, aber von der Truppenstärke der Allianz ausgehend könnte man einen Vergleich zur Rebellen-Allianz in Star Wars Rebels wagen. Vor allem während der Schlacht von Atollon konnten die Rebellen mehrere corellianische Korvetten, Kanonenboote und sogar 3 Nebulon B-Fregatten aufbieten. Die Allianz stünde mit ihren 6+ mit Nebulon Bs vergleichbaren Schiffen sogar deutlich besser da. So gesehen könnte man vielleicht sogar das Aufgebot der Rebellen über Scarif schlagen, das über ein einziges nicht allzu stark bewaffneten Mon Cal-Großkampfschiff verfügte. Bei genauerer Betrachtung wird klar, warum Darth Vader mit einem 1600 Meter langen und auf den Kampf Schiff gegen Schiff ausgelegten Sternenzerstörer (sowie einem vollen unverbrauchten Geschwader TIE Jäger) keine Schwierigkeiten damit hatte die Rebellen-Flotte aufzureiben. Ein Imperial I-Sternenzerstörer wie Vaders Devastator verfügte zwar über weniger Raumjäger als ein Harrower, aber das Schiff war wohl doppelt so groß, sowie stärker bewaffnet.

Wenn in der Alten Republik alles noch kleiner war, dann könnte man sogar überlegen, ob Schiffe wie die Thranta- und Terminus-Klassen eventuell mit einem Dreadnaught vergleichbar wären. Somit wäre die Allianz sogar einem General Garm Bel Iblis überlegen, der in den Legends eine unabhängige Rebellen-Gruppe anführte, obwohl er einst die Rebellen-Allianz gegründet hatte. Garm Bel Iblis und seine drei Dreadnaughts halfen der neuen Republik dabei die Kampagnen Großadmiral Thrawns zu überleben, der sehr schonend mit seinen militärischen Ressourcen umging.

Unterm Strich setzt die Ewige Allianz also auf Schiffe die dazu gedacht sind andere Schiffe zu zerstören und somit ist Odessen durchaus gut gesichert, denn während die Allianz ihre Raumjäger auf Odessen parken kann müsste jede Invasionsstreitmacht mindestens einen Träger mit bringen und diesen auch noch schützen, sodass man wiederum nicht das volle Potential seiner Streitmacht gegen die Verteidiger richten könnte. Selbst ohne die Ewige Flotte verfügt die Allianz mindestens über die Feuerkraft der Rebellen-Allianz in Rogue One. Man könnte wohl keine Welten belagern oder Populationszentren wie Coruscant erstürmen, aber umgekehrt wäre es genauso schwierig die Allianz auf Odessen vernichtend zu schlagen. Was bleibt ist eine "Rebellen-Flotte", die den meisten planetaren Streitkräften weit überlegen ist und im Gegensatz zu diesen über kampferprobte Veteranen und nach zwei Invasionen durch das Ewige Imperium verbesserte Verteidigungsanlagen verfügt. Odessen liegt wohl irgendwo zwischen Atollon und Bastion.

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